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Sonntag, 10. Februar 2013

Rezension ~ Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
Autor: Rachel Joyce
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger
Ersterscheinung: 14. Mai 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3810510793
ISBN-13: 978-3810510792
Originaltitel: The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry
Genre: Zeitgenössische Literatur

 

Über die Autorin

Rachel Joyce weiß, wie man Menschen mit Worten ganz direkt berührt. Die Autorin hat über 20 Original-Hörspiele für die BBC verfasst und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Daneben hat sie Stoffe fürs Fernsehen bearbeitet und auch selbst als Schauspielerin für Theater und Film gearbeitet. ›Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry‹ ist ihr erster Roman. Er erscheint in über 30 Ländern auf der ganzen Welt. Rachel Joyce lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Gloucestershire auf dem Land.


Inhaltsangabe/Klappentext

Ein unvergesslicher Roman, der die ganze Welt erobert. »Ich bin auf dem Weg. Du musst nur durchhalten. Ich werde Dich retten, Du wirst schon sehen. Ich werde laufen, und Du wirst leben.« Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle. Ein ganz außergewöhnlicher und tief berührender Roman – über Geheimnisse, besondere Momente und zufällige Begegnungen, die uns von Grund auf verändern. Über Tapferkeit und Betrug, Liebe und Loyalität und ein ganz unscheinbares Paar Segelschuhe.



Rezension/Meinung

Eine Geschichte, die einen auf jeden Fall zum Nachdenken anregen kann, die eine sehr interessante Aussage hat und aus der mancher, wie ich finde noch so einiges lernen kann, wobei ich auch sagen muss, dass ich Harold in manchen Augenblicken so gar nicht verstehen konnte.

Zunächst fand ich es ehrlich interessant, was für ein Mensch Harold eigentlich ist, war ich doch am Anfang des Romans echt erstaunt, dass dieser Mann scheinbar, wenn ich seiner Beschreibung folgte, seit Ewigkeiten keiner großartigen Bewegung nachgegangen ist. Ansonsten hätte er es nämlich wohl nicht ganz so schwer gehabt seinen Weg zu gehen, aber gerade das macht es ja auch besonders, was dieser Protagonist Harold hier schafft und zeigt einem auf eine gewisse Art und Weise auf, das man verdammt vieles schaffen kann, wenn man es nur will und auch nicht aufgibt, auch wenn sich einem so manches größeres Problem in den Weg stellen will und einen blockiert, sowie man auch manchmal von seinem Weg abkommt.

Besonders schlimm fand ich da die Darstellung der Mitläufer, die plötzlich von allen Seiten auftauchten und die Reise Harolds für sich ausnutzen wollten, und man kann irgendwie an diesem Verhalten sehen, dass manches, vollkommen ungewollt und auch unaufhaltsam, einfach verselbstständigt und man eigentlich nichts mehr dagegen tun kann, auch wenn das alles nicht die eigene Intention war. Jedoch wunderte es mich schon ein wenig, dass Harold bei diesen Dingen einfach mitgemacht hat und gar keine eigene Meinung mehr zu haben schien.

Gleichzeitig war es wiederum beeindruckend, wie Harold die Natur, die ihm wohl vom Erleben her ziemlich abhanden gekommen war, langsam wieder wahrnimmt und wie sich mit jeder Etappe seiner Reise seine eigene Geschichte mehr und mehr offenbart und er sich selbst, durch die Ruhe der Natur wieder kennenlernt. Und wie er außerdem seine Vergangenheit langsam immer mehr annimmt und auch versucht für manches Lösungen zu finden bzw. auch vieles, was passiert ist am Ende bedauert, hinterfragt oder sich einfach darüber freut, dass es so war, ist einfach sehr schön.

Insgesamt lernt man Harold, wie auch seine Frau, die mir selbst ein sehr unsympathischer Mensch war, immer tiefer kennen und versteht nach und nach, wie es wohl dazu kommen konnte, dass Harold jetzt diesen Weg geht und sich erst wieder selbst finden muss und warum seine Frau zu ihm stand, wie sie es tat und ich gebe zu, dass ich es eine sehr traurige Erfahrung empfand, auch wenn sie verdammt schön geschildert ist.

Manchmal scheinen Vergangenheit und Gegenwart geradezu zu verschmelzen, während Harold seinen Weg fortsetzt und auch, wenn das Ende kein reines Happy End ist, passt es doch einfach sehr zu diesem Roman, bei dem man doch viel darüber lernen kann, warum Menschen sich manchmal so verhalten, wie sie es tun und wie manch simple Tat eigentlich, wie das Laufen, einem auch manchmal helfen kann, vielleicht sogar, weil es eigentlich eine so einfache Tat ist.

Ein Buch, in das man zunächst vielleicht erst reinkommen muss, das einem aber doch so einiges aufzeigt und das auf eine besondere Art spannend und interessant ist, auch wenn eigentlich nicht viel passiert und Harold auch eher ein sehr seltsamer Mensch ist. 


Fazit

Kommentare:

  1. Ich hätte Harold manchmal schütteln mögen, weil er so passiv bleibt. Man versteht zwar im Laufe des Buches, warum er so geworden ist, aber teilweise habe ich beim Lesen schon die Geduld mit ihm verloren...

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    1. Ohja, da kann ich dich vollkommen verstehn. Aber ich hätte nicht nur ihn schütteln mögen, sondern vor allen Dingen auch seine Frau! Die fand ich von ihrem Verhalten her noch viel schlimmer :D

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

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