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Mittwoch, 6. März 2013

Rezension ~ 3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: 3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman
Autor: Masì de Sol
Broschiert: 196 Seiten
Verlag: Fhl Verlag Leipzig
Ersterscheinung: 28. November 2011
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3942829053
ISBN-13: 978-3942829052
Genre: Gegenwartsliteratur


 

Über den Autor

Masì de Sol, 1971 geboren, lebt seit Abschluss seines Journalismus-Studiums im Jahr 1999 in Berlin. Dort arbeitet er als freiberuflicher Journalist und Autor. De Sol hat – zum Teil in Zusammenarbeit mit einem Koautor, zum Teil alleine – einige Satire-Bände veröffentlicht. „3:46 Uhr“ ist sein erster Roman.


Inhaltsangabe/Klappentext

»Ich habe diesen Tag ertragen wie die vielen Tage zuvor und die vielen, die noch kommen werden. Auch sie werde ich über mich ergehen lassen, werde sie erdulden, sie hinnehmen als das, was sie sind: die Summe meiner Sekunden und Minuten, meiner Stunden und Tage, meines Lebens. Komisch fühlt es sich an, dieses Leben. Fremd irgendwie. So, als wäre es gar nicht meines. Als würde es mich nur flüchtig berühren. Wie der Zipfel des Mantels eines Passanten, der mich im Vorbeigehen streift.« Es gibt Tage, an denen geschieht scheinbar nichts Außergewöhnliches. Die Stunden verstreichen unaufhaltsam, getrieben vom alltäglichen Einerlei, und ohne dass man ihnen nachtrauert. Auch Christian Moser kennt das unabänderbare Verstreichen der Zeit, durchlebt viele solcher Tage. Doch ist seine Wahrnehmung eine ganz andere. Ermutigt vom Bewährungshelfer R. dokumentiert der Vorbestrafte seinen Tagesablauf und zieht den Leser hinein in diesen Versuch, sich wieder einzugliedern in die Gesellschaft, der er nichts Positives abgewinnen kann. Alltägliches wird zur Last, Banales problematisiert, Ekliges, Verwerfliches zum Alltäglichen. Und dann wird es Abend, und dann - 3:46 Uhr ...

Masì de Sol spielt intelligent mit Sprache, formt Worte neu, stellt sprachlich ungewöhnliche Zusammenhänge her. Scheinbar normales vermag er grotesk darzustellen, Belangloses verkehrt er ins Problematische. Gnadenlos konfrontiert er den Leser mit der verdrehten Realität seines Protagonisten, der nicht immer und ausschließlich sympathisch wirkt.


Rezension/Meinung

Ein sehr gewöhnungsbedürftiger Roman, wie ich ganz eindeutig sagen kann, da ich ehrlich lange brauchte, um mich in den Roman hineinzufinden und dann auch immer nur sehr kurze Abschnitte am Stück lesen konnte. Es ist nämlich einfach extrem anstrengend diesen Roman zu lesen, da jeder nur ach so kleine Abschnitt wirklich sehr detailliert ist und da mancher Abschnitt von seinem zeitlichen Inhalt manchmal nur 2 bis 3 Minuten beschreibt, kann man sich so vielleicht vorstellen, wie anstrengend das beim Lesen werden kann, wenn ein solcher Abschnitt allein auch nur drei Seiten lang ist.

Ich selbst konnte auf jeden Fall immer nur sehr kurze Abschnitte lesen, da mich das Buch dann doch irgendwie müde gemacht hat und ich nur noch wenig aufnahmefähig war gegen Ende und dann einfach abbrechen musste, da ich sonst vollkommen aus der Geschichte rausgekommen wäre und alles noch mal hätte lesen können. Dadurch wurde ich beim Lesen einfach extrem langsam und irgendwie ist es auch ein wenig frustrierend, muss ich zugeben, wenn man mit einem Buch von knapp 190 Seiten nur im Schneckentempo vorankommt, denn eigentlich ist diese Seitenzahl ja wirklich gering!

Ansonsten ist das Buch aber auch wieder nicht uninteressant, da man mit dem Protagonisten einen sehr interessanten Charakter kennenlernt, der durch seine psychischen Probleme irgendwie mal etwas ganz anderes ist, einen aber auch vollkommen verrückt machen kann. Ich fand es selbst einfach beim Lesen faszinierend, wie es dem Buch durch seine Art einfach gelungen ist, einem diesen vollkommen verrückten Charakter näher zu bringen, auch wenn er mir weder sympathisch wurde, noch ich mich je mit ihm identifizieren könnte, fand ich ihn einfach interessant. Jedoch bestand für mich durchweg auch die Frage worauf dieser Roman bloß hinaus will, da ich da einfach nicht hintergekommen bin und man gefühlt auch Ewigkeiten braucht, bis man die Uhrzeit 3:46 endlich erreicht.

Ein sehr seltsames und vor allen Dingen auch anderes Buch, bei dem man in meinen Augen sehr viel Durchhaltevermögen benötigt, um wirklich mit seinem Inhalt klar zu kommen, das verwirrend ist und bei dem ich mich ehrlich gefragt habe, was es wohl von mir will, bei dem ich daher irgendwie auch etwas froh war, als ich es endlich beendet hatte. Ich selbst würde mir solche Romane nicht kaufen, aber ich wette, dass es einige gibt, die sich damit anfreunden können.


Fazit

Kommentare:

  1. Da finde ich schon den Klappentext eher grenzwertig. Auch 190 Seiten können ganz schön lang werden... Hut ab, dass du sowas dann ganz durchziehst!

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    1. Danke für das Lob. Ich fand den Titel am Anfang einfach so schräg, dass ich mitlesen wollte bei der Leserunde ... aber das Buch war ehrlich arg seltsam :D Man hätte es vllt. ahnen können ;o)

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

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