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Dienstag, 28. Mai 2013

Rezension ~ Die letzte Sünde

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Die letze Sünde ~ Komissar Rosenthal ermittelt in Tel Aviv
Autor: Katharina Höftmann
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Ersterscheinung: 3. Juli 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746628547
ISBN-13: 978-3746628547
Genre: Krimi
Reihe: Komissar Rosenthal ermittelt in Tel Aviv
Band: I


 

Über die Autorin

Nach der Schullaufbahn studierte Katharina Höftmann in Berlin Psychologie und Deutsch-Jüdische Geschichte und war danach als Journalistin und PR-Beraterin für die Agentur Scholz & Friends tätig. Im März 2010 wurde sie Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes im Bereich Wissenschafts- und Auslandsjournalismus und veröffentlicht seither Beiträge für die Deutsche Presse-Agentur, Welt Online und Israel HaYom. Aus einem Blog, den sie für die Welt-Gruppe unter dem Titel Guten Morgen, Tel Aviv führte, erwuchs ein Buch unter gleichem Namen, das 2011 im Heyne Verlag erschien. Im Juli 2012 erschien im Berliner Aufbau-Verlag ihr erster Kriminalroman unter dem Titel Die letzte Sünde, der in Tel Aviv spielt. Höftmann lebt mit ihrem Lebensgefährten in Israel. (Quelle: Wikipedia)


Inhaltsangabe/Klappentext

Stadt im Fieber Tel Aviv – die Metropole der Sünde im Heiligen Land. Hier ermittelt Kommissar Assaf Rosenthal, ein ehemaliger Armeeoffizier, der Menschenfreund, Zionist, Frauenheld und liebenswertes Muttersöhnchen zugleich ist. Als eine junge Frau an einer Sprachenschule erdrosselt aufgefunden wird, scheint der Täter schnell gefunden: Ein junger Afrikaner wurde zuletzt mit der Toten gesehen. Doch dann findet Rosenthal heraus, dass das Mädchen eine Prostituierte war und den Namen Sulamith trug – "die schönste aller Frauen". Plötzlich scheinen andere verdächtig: Die Spur führt zu den Zuhältern und Drogenbossen der Stadt. Spannend und unerwartet – ein Blick hinter die Fassaden des modernen Israels. Von einer jungen deutschen Krimiautorin, die in Tel Aviv lebt.


Rezension/Meinung

Es war mal ein ganz anderes Erlebnis einen Krimi zu lesen, der nicht in Deutschland spielte, auch nicht in England, den USA, oder irgendeinem anderen westlichen Land, sondern in Tel Aviv, also in Israel. Allein die Mentalität der Menschen, wie sie in dem Roman dargestellt wurde und vor allen Dingen auch, wie die Polizisten mit den Ermittlungen und den Zeugen, Verdächtigen etc. umgehen, war einfach interessant und auch so ganz anders.

Was ich dabei mir am Interessantesten fand, war einfach wirklich, wie die Polizisten in diesem Roman vorgegangen sind, denn nur in einem gewissen Maß glich es einfach dem, was man aus den typischen westlichen Krimis kennt, denn irgendwie hatte man den Eindruck, dass auf die meisten zu Befragenden einfach sehr freundschaftlich zugegangen wurde, denn allein das förmliche Sie scheint es eigentlich dort kaum zu geben, jeder wurde geduzt und dann noch die Sitte, dass Männer sich untereinander als "Bruder" betiteln, ließ einfach alles sehr nah und intim wirken und man hatte weniger den Eindruck, dass da ein Polizist und ein möglich Verdächtiger einander gegenüber standen. Außerdem war es auch so, dass man immer wieder den Eindruck bekam, dass die Polizei eher mit den großen Verbrechern, die z.B. in Drogenhandel oder ähnliches verstrickt waren, ein nettes Miteinander pflegte, um zu den Informationen zu kommen, die sie gern hätten, als dass sie irgendwie auch nur im Ansatz versuchen würden, auch gegen dieses Verbrechen vorzugehen. Es bezeichnete einfach jeder jeden als "Bruder", es gab ein wenig Smalltalk, bevor man zum Thema kam und auch dann wurde keiner etwas härter von den Polizisten angepackt.

Jedoch ist es dabei einfach interessant zu sehen, wie doch auch immer wieder neben schon diesen Aspekten die einfach so stark diese Mentalität, die das Land wohl einfach ausmacht, zeigen, auch nebenbei auch auf die bekannteren Probleme hinzuweisen, die das Land ebenso im Griff haben, wie die vielen Unterschiedlichen Religionen, die sich auf diesem Fleck tummeln und auch die Einwanderer aus anderen Ländern, die nicht immer wirklich legal in das Land gekommen und teilweise auch einfach durch ihre Herkunft sehr verhasst unter den Einheimischen sind. Man lernt einfach Israel immer mehr kennen, das auf eine ehrlich sehr interessante Weise zwischen Klischees, Tradition und der Moderne pendelt, denn man hat immer den Eindruck, dass Tel Aviv sich selbst für eine sehr moderne, dem Westen ähnliche Stadt hält, auch wenn so viele Dinge einem wenn man westlich ist, einfach so fremd und teilweise einfach auch wenig modern vorkommen.

Und auch, wenn der Fall in meinen Augen relativ leicht zu lösen war, wenn man ein kleines bisschen nachgedacht hat, während man die Geschichte verfolgte und man die Ahnung, wie es am Ende ausgehen muss, sehr früh schon haben konnte, wenn man doch aufmerksam bei der Sache war, fand ich den Fall durch sie Andersartigkeit der Umgebung, Ermittlungen etc. einfach sehr interessant, besonders auch, da die Ermittler doch sehr unterschiedlich vom Charakter waren. Obwohl ich auch zugeben muss, dass sie für mich teilweise noch ein wenig blass geblieben sind und man von manchen nur Aspekte ihres Charakters kennenlernt, aber keinen klaren Blick auf die vollständige Person bekommt und auch bei Rosenthal, dem Protagonisten, ist es so, dass er mir doch noch sehr fremd blieb, was aber auch einfach wirklich an den enormen kulturellen Unterschieden liegen mochte.

Jedoch, auch wenn manchmal vielleicht etwas komplizierter zu verstehen, was nicht am Schreibstil, der ehrlich toll war, sondern einfach an manchem seltsamen kulturell bedingten Verhalten lag, ist der Roman einfach mal etwas vollkommen anderes und empfehlen kann ich ihm jeden, der mal einen ganz anderen Krimi lesen will, der einfach sehr stark durch sein kulturelles Umfeld geprägt ist und Spaß macht beim Lesen, auch wenn man vielleicht ein bisschen zu früh erahnen kann, wie die Auflösung des Falls aussieht.


Fazit

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