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Donnerstag, 4. Juli 2013

Rezension ~ Die Hure Babylon

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Die Hure Babylon
Autor: Ulf Schiewe
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Verlag: Droemer
Esrterschienung: 2. November 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426199300
ISBN-13: 978-3426199305
Genre: Historischer Roman
Reihe: Montalban-Reihe
Band: III

 

Über den Autor

Ulf Schiewe wurde in Niedersachsen geboren und wollte ursprünglich Kunstmaler werden, doch dann reizte ihn die damals noch junge IT. Er wurde Software-Entwickler und später Marketing-Manager für internationale Software-Produkte. Die französische Schweiz, Frankreich, Brasilien, Schweden und Belgien waren wichtige Stationen seines 25-jährigen Auslandsaufenthalts. Dazu unzählige Reisen im Auftrag seiner internationalen Arbeitgeber. Heute lebt Ulf Schiewe in München, ist Hobby-Segler, Movie-Fan und Leseratte. Über historische Romane ist mit der Zeit ein starkes Interesse für Geschichte gewachsen. Er ist seit über dreißig Jahren mit einer Brasilianerin verheiratet. Sie haben drei erwachsene Kinder.


Inhaltsangabe/Klappentext

Sie sprachen vom himmlischen Frieden - und riefen zum Kreuzzug auf. Sie mahnten zu Mäßigung und Keuschheit - und führten ein Leben in Verworfenheit. Rom war die biblische Hure Babylon ...

Südfrankreich im 12. Jahrhundert:
Der junge Edelmann Arnaut ist verzweifelt, denn wieder hat seine heimliche Geliebte, die Vizegräfin Ermengarda von Narbonne, ihr Kind verloren - ein Fingerzeig des Himmels? Arnaut will Buße tun und sich dem Kreuzzug ins Heilige Land anschließen. Mit dem fränkischen Heer zieht er gen Osten und muss doch bald erkennen, dass es weniger um Erlösung als um Macht und Eitelkeit der Herrschenden geht, dass im Namen Gottes Verrat und unvorstellbare Greueltaten begangen werden. Gefährliche Abenteuer warten auf ihn, Kampf, Intrigen - und so manche Versuchung ...


Rezension/Meinung

Als ich das Buch angefangen habe, war mir irgendwie so gar nicht bewusst, dass es sich dabei um den dritten Band einer Reihe bzw. so vermute ich nach diesem Buch, Trilogie, handelt. Von daher war ich manches Mal doch auch ein wenig überrascht, wenn auf ehemalige Ereignisse von den Charakteren angespielt wurde und ich immer wieder den Eindruck hatte, dass man davon eigentlich irgendwie wissen müsst, da genau eine solche Form an Informationen gegeben wurde, dass man sich zwar etwas darunter vorstellen konnte, aber nie ausreichend, als hätte man nicht schon vorher wissen müssen, um was es geht, um es genau zu verstehen.

Trotzdem, und auch wenn ich den Anfang ein wenig zäh fand, was möglicherweise daran lag, dass mir die Vorgänger unbekannt waren, hat sich das Buch noch ehrlich sehr gut entwickelt, auch wenn ich manches ein wenig anders erwartet hätte. Insgesamt bildet es einfach viel mehr einen großen Überblick über den Kreuzzug und schlimmen Erfahrungen, die er für die Teilnehmenden mit sich gebracht hat, als dass man wirklich sehr tief mit den Charakteren verbunden wird. Auch wenn diese eine sehr wichtige Rolle spielen, nur fühle ich mich immer sehr entfernt von Charakteren, wenn sich die Handlung, so wie in diesem Roman, über mehrere Jahre zieht.

Und ich muss sagen, dass ich ehrlich überrascht war, wie treffend und detailliert Schiewe den Kreuzzug beschreibt, denn die wirklich schrecklichen Dinge, die zu der damaligen zeit geschehen sind, wie blutig die Schlachten waren, wie die Gefühle der Menschen gewesen sein müssen, wenn sie auf dem blutgetränkten Schlachtfeld standen, wie die Männer auf Frauen aus den durchwanderten Gebieten oder auch im Heerzug Übergriffe durchgeführt haben und natürlich, wie mit dem gefangen genommenen Feind umgegangen wurde. Allein die Foltermethoden, die sie damals einsetzten, waren einfach grausam, schon allein, wenn man von ihnen liest und ich will gar nicht wissen, wie das sein muss, so etwas mit anzusehen. Aber genau diese Dinge werden vom Autor auch schonungslos angesprochen und auch so beschrieben, dass man es sich einfach bildlich vorstellen muss, was für etwas zart besaitete eher nichts sein dürfte.

Gleichzeitig mochte ich es sehr, dass es sich mal um einen historischen Roman handelte, der nicht nur vollkommen durch irgendwelche Intrigen geprägt war, da mir das einfach in diesem Genre ein wenig zu oft vorkommt und dieser doch spannend gestaltete Roman, der sich sehr nah an Fakten bewegt hat, einfach mal etwas ganz anderes, aber sehr gutes in diesem Bereich ist.

Ein toller historischer Roman, der sich vor allen Dingen mit dem Schicksal vieler zu dieser Zeit beschäftigt und einem das an den wichtigen, für die Erzählung relevanten Charakteren nur zu deutlich vor Augen führt, auch wenn er für mein Gefühl sehr stark ein globales Bild in den Vordergrund stellt und man die sympathischen Charaktere zwar begleitet, aber glatt, wenn überhaupt, eher eine Bindung zu manchem Nebencharakter, als zu den Protagonisten aufbaut.

Aber ich kann ihm nur jedem empfehlen, der gern etwas Historisches lesen möchte und sich nicht davor scheut, dass es ziemlich blutig und gewalttätigen werden wird.


Fazit

Kommentare:

  1. Kein Mittelalter-Kitsch, sondern harter Alltag, das klingt schon mal gut, weil es zeigt, dass sorgfältig recherchiert wurde. Ich mag ja historische Romane, aber ich habe da inzwischen recht hohe Ansprüche an die Authentizität. Muss ich mir offenbar genauer anschauen! Nur die Tatsache, dass es (schon wieder!) eine Trilogie ist, wirkt etwas abschreckend...

    LG, Julia

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    1. Also man kann es auch ganz gut allein lesen, ich kannte die Vorgänger ja auch nicht, aber ich hatte eifach doch manchmal so das Gefühl, irgendwie müsste es etwas davor gegeben haben. Und damit hatte ich, wie ich später noch rausgefunden habe, ja gar nicht so unrecht :D

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

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