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Freitag, 30. August 2013

Rezension ~ Knapp am Herz vorbei

Allgemeine Information zum Roman


Titel: Knapp am Herz vorbei
Autor: J.R. Moehringer
Gebundene Ausgabe: 444 Seiten
Verlag: S. Fischer;
Ersterscheinung: 18. Februar 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3100496035
ISBN-13: 978-3100496034
Originaltitel: Sutton
Genre: Gegenwartsliteratur



Über den Autor

J.R. Moehringer führte mit seinem ersten Buch ›Tender Bar‹ weltweit monatelang die Bestsellerlisten an. Er wurde 1964 in New York geboren, er studierte in Yale und war Reporter bei der Los Angeles Times. 2000 gewann er den Pulitzer-Preis.


Inhaltsangabe/Klappentext

Wie in seinem wunderbaren Bestseller Tender Bar erzählt J.R. Moehringer mit der Sprache des Herzens eine wahre Geschichte vom Leben des beliebtesten Bankräuber aller Zeiten, Willie Sutton. New York, Weihnachten 1969. Willie Sutton packt seine Bücher ein und räumt die Zelle. Endlich Freiheit. Nach siebzehn Jahren. Doch die Zeit hat ihre Bedeutung verloren. Mit einem Fotografen und einem Reporter fährt er durch das verschneite New York auf den Spuren seiner legendären Vergangenheit: Die Kindheit im irischen Viertel, der erste Raub, dann 200 Banküberfälle, ohne je einen einzigen Schuss abzufeuern - und immer wieder Bess, die ihm das Herz brach.

Wie ein Puzzle setzt sich Seite für Seite Suttons Leben zusammen. Was dabei Wirklichkeit und was Erfindung war, werden wir nie erfahren. Aber was macht das schon.


Rezension/Meinung

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich doch überrascht war, dass diese Geschichte, zumindest von ihrem Protagonisten und den gesamten Eckdaten her, doch tatsächlich auf realen Begebenheiten basiert und nicht ausgedacht ist.

Vor diesem Roman hatte ich von Willie Sutton nämlich noch nie in meinem Leben etwas gehört und hätte ihn wohl, ohne die Anmerkungen des Autors hinten im Buch, wohl weiter für eine fiktive Person gehalten. Aber wie ich immer zu sagen pflege, man lernt wohl nie aus!

Es war aber echt interessant gemacht, wie bei dem Weg durch New York, die kurzen Anmerkungen und Episoden in der Gegenwart, in der sich die Reporter und Sutton durch die Stadt bewegen, durch Willie Suttons Erinnerungen an die Vergangenheit unterbrochen werden, die einen auf jeden Fall sofort mit in die Zeit zurück und das Leben in den eher ärmlichen Verhältnissen, in denen Willie aufwächst, nehmen. Auch wenn es für mich ehrlich doch auch überraschend war, wie gering letztendlich der in der Gegenwart spielende Anteil des Buches war.

Die Geschichte wird auf jeden Fall sehr interessant sowie mit sehr mitnehmenden Worten erzählt, auch wenn natürlich alles auch ein wenig einem Bericht gleicht, da Willie seine Geschichte in chronologischer Reihenfolge aufarbeiten will. Und das trotzdem alles in Prosa, in Geschichtenform erzählt wird. Dadurch fehlt der Geschichte nur leider ein kleines bisschen die Spannung, da man grob weiß, was kommen wird, sowie auch einfach es auf eine eher unspannende Weise berichtet wird, auch wenn es trotzdem in gewissem Maß spannend war dem Erzählten zu folgen, ähnlich der Spannung, die man hat, wenn es einen interessiert, was in einem Artikel über z.B. Wölfe steht.

Vor allem ist es aber auch immer ein bisschen spannend, weil man während des Lesens nie so genau sagen kann, ob Willies Erzählungen tatsächlich der Realität entsprechen oder ob es vielleicht auch nicht so war, da es in der Gegenwart der Erzählung noch Indizien gibt, dass seine Geschichte eventuell so nicht stimmen könne, oder vielleicht auch doch. In diesem Punkt wird man einfach ein wenig im Regen stehen gelassen, aber was man durch diese Form der Erzählung schon sehr gut kennenlernt, ist der Charakter Suttons, da er die Geschichte so erzählt, wie er es erzählt, treten doch diverse Emotionen von ihm zu Tage, die auch klar sein Ansichten und Wünsche untermauern und seine Version der Ereignisse prägen.

Ein eindeutig sehr interessantes Buch, bei dem man nicht genau sagen kann, wie viel wohl Realität und Fiktion ist, sowohl innerhalb der Geschichte, als auch im Vergleich mit der historischen Geschichtsschreibung, da so wenig Tatsachen wirklich bekannt sind, um den echten Willie Sutton. Genau dieser Punkt ist es aber, der es geschafft hat, dass mir das Buch beim Lesen so viel Spaß machte.


Fazit

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