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Freitag, 2. August 2013

Rezension ~ Verführung

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Verführung
Autor: Tanja Kinkel
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Knaur TB
Ersterscheinung: 1. Juli 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426512874
ISBN-13: 978-3426512876
Genre: Historischer Roman



Über die Autorin

Dr. Tanja Kinkel, geboren 1969 in Bamberg, studierte Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft. Bereits im Alter von neunzehn Jahren erschien ihr erster Roman: Wahnsinn der das Herz zerfrisst. Sie erhielt diverse Literaturpreise, dazu Stipendien in Rom, Los Angeles und an der Drehbuchwerkstatt in München. Seit 2011 ist sie im PEN-Präsidium. Die bisher veröffentlichten fünfzehn Romane sind in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt; dabei sind neben fast allen europäischen Staaten auch exotische Länder wie Japan, die Türkei oder Ägypten. Seit ihrem dritten Roman und ersten Hardcover „Die Puppenspieler“ tauchten alle ihre Bücher auf den großen Bestsellerlisten auf. Ihre Bandbreite reicht dabei vom Historischen Roman, den Gegenwartsroman bis zum Thriller; dazu kamen mit einem Besuch in Michael Endes Phantàsien auch ein Jugend- , und ein Kinderbuch. Zu den bekanntesten Werken gehören: "Die Puppenspieler", „Mondlaub“, "Götterdämmerung", "Venuswurf", "Säulen der Ewigkeit", "Im Schatten der Königin" und "Das Spiel der Nachtigall". Tanja Kinkel ist Schirmherrin der Bundesstiftung Kinderhospiz. 1992 gründete sie die Kinderhilfsorganisation "Brot und Bücher e.V." (www.brotundbuecher.de). Heute lebt sie in München.



Inhaltsangabe/Klappentext

Angiola Calori war die erste von nur einer Handvoll Frauen, der Casanova einen Heiratsantrag machte, doch sie wollte noch lieber die Bühnen Europas beherrschen. Zwei begnadete Verführer prallen aufeinander, und was lange wie ein Krieg wirkt, wird die Liebe ihres Lebens, die beiden ermöglicht, ihre so unterschiedlichen Ziele zu erreichen.



Rezension/Meinung

Die Geschichte von Giacomo Casanova ist wohl so glaube ich jedem bekannt, doch wird sie in diesem Buch so vollkommen anders behandelt, als ich es bisher gewohnt war. Es ist zwar nicht so, dass Giacomo nicht der Verführer wäre, als den man ihn allgemein hin kennt, denn der ist und bleibt er das gesamte Buch hinweg, wie sollte es auch anders sein. Nein, es liegt viel mehr einfach daran, dass nicht allein er der Verführer ist, sondern, er teilweise auch zum Verführten wird und man einfach ein Spektrum an Gefühlen bei Casanova erlebt, dass man sich bei diesem Charakter der Geschichte einfach nur schwer vorstellen kann.

Denn noch viel wichtiger als Casanova ist in diesem Buch einfach Angliola Calori, die vom Mädchen zum Kastraten und dann auf der Bühne gefeiert wird. Wobei mir da noch so einiges Neues aufgezeigt wurde, dass mir in diesem Maß nie bewusst war. Unter anderem auch, wie stark damals wirklich die Verbote hinsichtlich der Frauen und deren Auftritten auf der Bühne in Italien waren und wie anders es auch damals schon in anderen Ländern war. Ebenso erfährt man einfach extrem viel über das Leben eines Kastraten, wie dieses aussah, wie mit ihnen umgegangen wurde und vor allen Dingen auch, wie sich ein so früh im Leben kastrierter Junge, im Laufe seiner Entwicklung einfach vollkommen anders entwickelt, mit dem fehlenden Testosteron. Für mich auf jeden Fall viele spannende Dinge, die so nebenbei in die Geschichte mit eingeflossen sind, die ansonsten stark von den Künsten der Verführung auf vielfältige Weise, sowohl durch Körperlichkeiten, die damals scheinbar Gang und Gebe waren, wie aber vor allen Dingen auch durch die Musik, die Angliola so vortrefflich zu beherrschen scheint.

Was mich an manchen Stellen ein wenig gestört hat, war das Gefühl einer leichten Langatmigkeit der Geschichte, die mich in den Abschnitten ab und an überkam, als wäre es einfach etwas zu viel zwischen den eigentlichen Ereignissen gewesen, als hätte einfach alles ein bisschen schneller erzählt werden können, denn ab und an habe ich mir schon gewünscht, dass doch langsam mal der nächste Abschnitt kommen mag. Das kann zwar auch daran gelegen haben, dass die Geschichte, trotz ihrer Länge, nur in drei Abschnitte unterteil war und keinerlei Kapitel besaß, aber davon abgesehen, passiert manchmal doch längere Zeit nicht wirklich viel, was etwas anstrengend zu lesen war.

Trotzdem waren die Stellen, an denen etwas passierte, das Lesen auf jeden Fall wert, da man einfach eine emotionale Bindung zu Angliola aufbaut, die durch ihre sehr sympathische Art, die auch ihrer Zeit eindeutig ein ganzes Stück voraus ist, einem einfach ans Herz wächst und bei der man hofft, dass sie mit ihrer Verkleidung bloß nicht auffällt, so lange sie sich als Kastrat ausgibt, um der von ihr so sehr geliebten Musik näher zu kommen. Und vor allen Dingen ist ihre Beziehung zu Casanova sich gestaltet, hat einfach etwas Besonderes an sich, das die Sache spannend, interessant und teilweise auch recht amüsant werden lässt.

Es ist auf jeden Fall ein Roman, der die Zeit damals sehr treffend beschreibt, der Casanova einmal ein wenig anders darstellt und der vor allen Dingen das Leben der Kastraten auf eine interessante und spannende Art beleuchtet und aus dem man noch so einiges aus der Historie lernen kann. Ein ehrlich tolles Buch, auch wenn es leider ein paar Längen hat und vielleicht mit ein paar Kapitel und ein paar weniger Seiten noch hätte besser sein können.


Fazit

Kommentare:

  1. Klingt, als könnte mir das Buch gefallen. Mal sehen, ob es mir irgendwo begegnet...

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  2. ich habe das Buch gelesen, es war sehr interessant, wie eigentlich alle Bücher von Tanja Kinkel (bis auf "Im Schatten der Königin").
    dosie

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    1. Das war mein erstes Buch der Autorin bisher, aber ich kann mir gut vorstellen, dass noch weitere folgen werden, weil ich es auch ehrlich gut fand!

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

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