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Montag, 30. September 2013

Rezension ~ Der Verrat

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Der Verrat
Autor: Val McDermid
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Droemer
Ersterscheinung: 2. September 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426199696
ISBN-13: 978-3426199695
Originaltitel: The Vanishing Point
Genre: Thriller

 

Über die Autorin

© TimDuncan
Die gebürtige Schottin und Gold Dagger-Preisträgerin (1995 für "The Mermaids Singing"/"Das Lied der Sirenen") Val McDermid arbeitete nach ihrem Universitätsabschluss ab 1975 als Journalistin (u.a. für die Tageszeitung 'people' in Manchester). 1991 zog sie sich aus dem Journalistengeschäft zurück und betätigt sich seither hauptberuflich als Autorin. Sie war knapp 10 Jahre in der britischen Gewerkschaft aktiv, was sich in ihrem Krimi "Der Aufsteiger" widerspiegelt. Neben den erfolgreichen Krimis mit der lesbischen Heldin Lindsay Gordon erscheint inzwischen auch die zweite Erfolgsserie der Autorin mit Detektivin Kate Brannigan aus Manchester und eine dritte Reihe um den Profiler Tony Hill und DI Carol Jordan die auch die Vorlage zur Fernsehserie Hautnah – Die Methode Hill bildet. Die Autorin veröffentlichte auch Hörspiele und zwei Theaterstücke.



Inhaltsangabe/Klappentext

In Val McDermids neuem Roman "Der Verrat" muss die Schriftstellerin Stephanie Harker am Flughafen von Chicago hilflos mit ansehen, wie ihr fünfjähriger Adoptivsohn Jimmy von einem Unbekannten entführt wird. Als sie, außer sich vor Verzweiflung, aus der Sicherheitsschleuse ausbricht, wird sie für eine Attentäterin gehalten und von der Security überwältigt. Erst die FBI-Agentin Vivian McKuras glaubt ihr. Doch da ist der Entführer mit dem kleinen Jungen schon längst verschwunden ...



Rezension/Meinung

Mein zweites Buch von Val McDermid, und ich muss gestehen, dass es eine gute Entscheidung war der Autorin noch eine zweite Chance zu geben, nachdem mir das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe, einfach zu extrem auf die Homosexualität der Protagonistin fokussiert war, was mich irgendwann beim Lesen ehrlich irre gemacht hat, weil es für die Handlung nicht so relevant war, dass man es ständig erwähnen musste.

Von solchen Ausbrechern ist bei diesem Roman aber rein gar nichts zu merken. Er ist sogar eigentlich sehr interessant, wenn auch, in meinen Augen, nicht so spannend, dass ich ihn wirklich als Thriller sehen kann. Es gibt einfach über lange Zeiträume zu wenig psychologische oder ekelhafte Dinge, die mir dieses Buch wie einen Psychothriller oder normalen Thriller wirken lassen. Grundsätzlich hat es eher etwas von einem simplen Roman und in manchen Punkten etwas von einem Krimi, aber wirklich an Thriller erinnernde Elemente habe ich nur ganz zu Beginn ein wenig erkennen können, sowie wieder ganz zum Ende hin.

Dabei liegt einfach ein sehr großer Fokus auf den Charakteren. Vor allen Dingen auf Stephanie, der Protagonistin, ihrem ehemaligen Lebensgefährten Pete und auf der Mutter von dem entführten Jimmy, Scarlett. Und es ist ehrlich interessant, was man von der Vergangenheit dieser Charaktere erfährt. Wie sie zusammengekommen sind, was sie voneinander hielten, wie sich eine Freundschaft zwischen den doch sehr unterschiedlichen Frauen Scarlett und Stephanie auf einem Job heraus entwickelte und wie wenig Pete zum Beispiel davon hielt. Auch einfach die Sicht der Medien, wie sie auf die Menschen wirkt und wie man versuchten kann damit umzugehen und zu leben, ist einfach irre interessant. Dabei merkt man auch sehr, welche Stärken und Schwächen die Charaktere haben und beginnt sich immer mehr zu fragen, wieso wurde der kleine Junge bloß entführt und wer könnte dahinter stecken.

Da diese Frage jedoch fast die gesamte Zeit eher im Hintergrund schwebt, da man so viel von der Vergangenheit erfährt, hatte das Buch auf mich eher den Eindruck eines Dramas gemacht und wirkte weniger so, als würde er mir einen Thriller erzählen wollen, auch wenn man natürlich daran zu denken beginnt, wer es wohl gewesen sein könnte.

Die Auflösung am Ende hat mich ab einem gewissen Punkt nur noch in Teilen überrascht. Manches davon hatte ich mittlerweile vermutet, wenn auch nicht ganz so, wie es dann aufgeklärt wurde. Gewisse Dinge am Ende hätte ich so ganz eindeutig nicht erwartet und ich fand es auch fast schon noch ein wenig überzogen. Wobei es mir insgesamt ein dann etwas zu abruptes Ende war.

Allgemein war der Roman aber deutlich besser, als meine letzte Erfahrung mit der Autorin und für Freunde von einer Handlung, die eher einem Drama gleicht, die aber kriminalistische und Thrillerelemente aufweist, ist der Roman sicherlich sehr gut geeignet, wenn man sich mit dem Ende anfreunden kann!


Fazit

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