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Dienstag, 17. September 2013

Rezension ~ Friedhof der Unschuldigen

Allgemeine Informationen zum Hörbuch

Titel: Friedhof der Unschuldigen
Autor: Andrew Miller
Audio CD: 6 Seiten
Verlag: AUDIOBUCH Verlag OHG
Ersterscheinung: 1. August 2013
Sprache/Sprecher: Deutsch / Frank Stöckle
ISBN-10: 3899644999
ISBN-13: 978-3899644999
Originaltitel: Pure
Genre: Historischer Roman
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Über den Autor

Andrew Miller wurde 1960 in Bath geboren, lebt in Somerset. Für seinen ersten Roman Die Gabe des Schmerzes (Zsolnay, 1998) erhielt er 1998 den Impac Dublin Literary Award. Der Roman wurde in 16 Sprachen übersetzt. Außerdem bei Zsolnay erschienen: Eine kleine Geschichte, die meist von der Liebe handelt (2000), Zehn oder fünfzehn der glücklichsten Momente des Lebens (2003), Die Optimisten (2007), Nach dem großen Beben (2010) und Friedhof der Unschuldigen (2013), für den er den Costa Award (früher Whitbread Award) sowohl für den besten Roman als auch für das beste Buch des Jahres 2011 erhielt.


Inhaltsangabe/Klappentext

Paris 1785: Der junge Ingenieur Jean-Baptiste Baratte erhält von höchster Stelle den Auftrag, den übel stinkenden Friedhof der Unschuldigen zu demolieren. Er engagiert einen Trupp hartgesottener Arbeiter aus Flandern, um die Skelette auszugraben und fortzuschaffen. Doch nicht nur Tod und Verwesung begegnen ihm. Auf dem Friedhof freundet sich Baratte mit dem weltgewandten Organisten einer leer stehenden Kirche an, durch den er Zugang zur
zwielichtigen Schattenwelt von Paris erhält. Dort lernt er das Mädchen
Héloïse kennen und verliebt sich in sie. Und auch ein Arzt, ein freundlicher Mann namens Guillotin, besucht die alten Ruhestätten auf der Suche nach anatomischen Studienobjekten. Während alledem künden bedrohliche Ereignisse von einer aufziehenden Gefahr.


Rezension/Meinung

Was diesen Roman auf jeden Fall auszeichnet, ist eine sehr düstere und schwere Atmosphäre, die auch des Öfteren ein wenig ins Makabre abdriftet. Bei einem historischen Roman, der vor allen Dingen auch noch auf einer realen Begebenheit beruht, erwartet man so eine Stimmung vielleicht nicht unbedingt, jedoch lässt einen der Titel ja auch schon so einiges vermuten.

Interessant ist vor allen Dingen, wie detailliert der Autor manches beschreibt, was mir als Leser gar nicht unbedingt immer so wichtig erschien und wiederum anderes eher nur zu umschreiben scheint, was ich für deutlich wichtiger gehalten hätte. Grundsätzlich ist es bei diesem Roman zum Beispiel so, dass die historischen Fakten, wie der wirklich einstmals real existierende Friedhof und seine Abschaffung, sowie die Vorwehen der Revolution nur am Rande der Geschichte spürbar sind, bzw. deren Bett zu sein scheinen, denn der Friedhof ist natürlich in der gesamten Geschichte allgegenwärtig. Worauf der Autor hingegen viel Wert gelegt hat, waren detaillierte Beschreibungen der Ausgrabungen, wie die Knochen aussahen, wie es roch, wie die Beschaffenheit der Gruben war etc. Es wird einfach extrem stark der Fokus auf die Gebeine selbst, den Friedhof und die Wirkungen beim Ausgraben auf die Männer geachtet.

Zudem hatte ich irgendwie die ganze Zeit den Eindruck, dass vieles rund um diesen Abriss herum eher verschwommen war, etwas irreal wirkte und das einzig reale die Ereignisse auf dem Friedhof schienen. Und das obwohl doch auch einiges noch neben den Ausgrabungen in diesem Roman geschieht. Jedoch schien mir, desto verwirrte Jean-Baptiste durch die Arbeiten wurde, desto verwirrter wurde auch ich als Leser und irgendwie schienen sich daraus auch oft Längen zu entwickeln. An vielen Stellen schien mir irgendwann eigentlich nichts anderes mehr zu geschehen, als die Arbeiten, was extrem seltsam war und mitunter auch immer langweiliger wurde. Wobei der Autor auch einfach viel versuchte mit Bildern und Metaphern zu arbeiten, wodurch trotz scheinbar starker Emotionen der Charaktere, diese oftmals bei mir nicht ganz ankamen. Und was man immer bedenken sollte, die hautsächliche Emotion diese Romans ist eine eher sehr düstre Melancholie, die ihn extrem schwermütig wirken lässt.

Und trotz allem, fand ich ihn nicht einmal richtig uninteressant, sondern wohl einfach nur anders. Ich würde nur keinem empfehlen, sich diese Geschichte anzutun, wenn er eh schon eher düster gestimmt ist, obwohl sie historisch nicht uninteressant ist.

Was wohl bei mir auch noch dazu kam, dass auf mich alles ein wenig monoton wirkte, ist der Sprecher, dem ich zwar gut zuhören konnte, der mir aber hingegen manch anderem weniger gefallen hat, was aber auch wieder an der Geschichte gelegen haben kann. Das in diesem Fall genau zu bestimmen, fällt mir reichlich schwer. Ich konnte ihm aber sehr gut zuhören, was ja immer wichtig ist bei einem Hörbuch, zumal seine Stimme abgesehen von ab und an dieser Monotonie, sehr angenehm war.



Fazit


Zudem möchte ich mich ganz herzlich beim »Audiobuch-Verlag«, wie auch bei »Blogg dein Buch«
für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken.


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