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Dienstag, 3. September 2013

Rezension ~ Saupech

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Saupech
Autor: Veronika A. Grager
Broschiert: 208 Seiten
Verlag: Emons
Ersterscheinung: 12. März 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954510731
ISBN-13: 978-3954510733
Genre: Krimi

 

Über die Autorin

Veronika A. Grager, geboren in Wien, machte ihre Matura am Realgymnasium Neulandschule. Aufgewachsen ist sie auf einem Bauernhof in Wien, danach wohnte sie in Baden bei Wien, Mayerling, Berndorf, Mödling. Nach eineinhalb Semester  hat Grager ihr Chemiestudium, aufgegeben, um endlich selbständig zu sein und eigenes Geld zu verdienen. Ihr beruflicher Werdegang: Chemische Analytikerin, EDV, langjährige Assistentin der Geschäftsleitung, Betriebsratsvorsitzende, 7 Jahre im Aufsichtsrat der österreichischen Tochter eines amerikanischen Konzerns. In ihren vielfältigen und interessanten Jobs erhielt sie Einblick in recht unterschiedliche Lebenswelten. Als Betriebsrat lernte sie zudem viele Facetten der zutiefst menschlichen Gefühlswelt kennen, die sie aus eigener Erfahrung noch nicht kannte. Von den Problemen unheilbar kranker Partner und Kinder oder behandlungsresistenter Alkoholiker in der Familie. Und dem Versagen von Institutionen wie Krankenkasse und Exekutive, die Betroffene oft völlig allein mit ihren Problemen und Ängsten lässt. Schicksale von Immigranten, von der nicht verlängerten Arbeitsbewilligung bis zur Abschiebung der Partner. Sowie die große Angst von Kollegen, die freigesetzt wurden und befürchten mussten, keine Anstellung mehr zu finden, sei es weil sie nicht genug qualifiziert waren oder überqualifiziert, oder ganz einfach zu alt für einen neuen Job, jedoch zu jung für den Ruhestand. Das ist, laut Grager, für einen Schriftsteller ein unschätzbarer Erfahrungsschatz. Denn sehr oft erweist sich das Leben selbst als wesentlich grausamer als die wildesten Fantasien.

Mit dem Schreiben begonnen hatte sie mit dreizehn Jahren und gleich wieder aufgehört. Mitte zwanzig begann sie wieder mit ein paar Gedichten und Kurzgeschichten. Die letzten neun Jahre im Beruf gab sie eine periodische Firmenzeitung heraus. Seit 2006 hat sie die wichtigsten schriftstellerischen Fertigkeiten erlernt, bzw. intensiviert und widmet sich nun mit ganzer Kraft dem Schreiben.

Grager hat vier Romane fertiggestellt, zwei weitere sind in Arbeit. Dazwischen schreibt sie immer wieder mal ein paar Kurzgeschichten. Eine Auswahl davon hat den Weg in Buch »Tote nur nach Voranmeldung« gefunden.



Inhaltsangabe/Klappentext

Dorothea Wiltzing, resche Gemeindesekretärin in einem kleinen Marktflecken in Niederösterreich, entdeckt im Wald die Leiche des alten Hias. Wer könnte einen Grund gehabt haben, den allseits beliebten Waldarbeiter zu töten? Und ist es bloß Zufall, dass eine alte Dame aus Wien ganz in der Nähe das letzte Mal lebend gesehen wurde? Dorli begibt sich auf Spurensuche und trifft dabei auf den Wiener Detektiv Wolfgang Schatz, genannt Lupo und nicht einmal dessen Lahmarschigkeit kann verhindern, dass sie ein erschütterndes Geheimnis lüftet.


Rezension/Meinung

Ich hatte ehrlich lange keinen Krimi mehr, der so erfrischende Charaktere hatte und vor allen Dingen auch noch so stark von der Region geprägt war, in der er spielte.

Was nämlich diesen Roman vor allen Dingen ausmacht, ist die Art, in der er geschrieben wurde, denn alle Charaktere sprechen den, für diese Region üblichen Dialekt. Und auch, wenn man vermuten mag, dass dadurch das Lesen deutlich erschwert wird, liegt man ziemlich falsch, denn es ist trotzdem alles sehr gut zu verstehen und man lebt sich einfach noch viel mehr in den Roman ein, dadurch die österreichisch ländliche Atmosphäre einfach genial unterstützt wird. Zumal ich es auch sehr passend finde, dass zum Beispiel die Charaktere, die von woanders kommen, wie unter anderem der Wiener Detektiv, auch deutlich anders sprechen.

Wer mir auf jeden Fall auch einfach verdammt gut gefallen hat, war die Protagonistin Dorli mit ihrer erfrischenden Art. Ein wenig burschikoser und vor allen Dingen nicht auf den Kopf gefallen ist Dorli schon extrem sympathisch. Das Ganze noch ergänzt dadurch, dass sie sich nicht unbedingt in die Schablone einer typischen Landpomeranze der Gegend pressen lassen kann, durch ihr Hobby Motorrad fahren und ihre genialen Gedankengänge, die nicht immer an allen nur gutes lassen und so manchen guten mentalen Spruch ihrerseits erzeugen, machen Dorli einfach zu einem super Charakter. Und auch Lupo, den Wiener Detektiv, mag ich sehr gern, da er ebenfalls etwas sehr Sympathisches hatte mit seiner doch eher etwas verpeilten Art und den kleineren Zusammenstößen von ihm und Dorli.

Ansonsten ist es ehrlich so, dass die Autorin es schafft auf den 200 Seiten einen sehr spannenden und auch an einigen Stellen sehr amüsanten Krimi zu erzeugen, bei dem ich neben den beiden Protagonisten auch sehr Dorlis Hund Idefix und die Motorradgang des Ortes ins Herz geschlossen habe, da sie einfach nur genial waren und auch den ein oder anderen doch sehr coolen Auftritt hatten, bei dem ich auch manches Mal schmunzeln musste.

Es macht in jedem Fall sehr viel Spaß die Ermittlungen zu verfolgen, da man so schön miträtseln kann, wer es wohl gewesen sein wird, auch wenn ich schon relativ früh meinen gefestigten Verdacht hatte, weil sowohl in den Abschnitten, die über den Täter und seine Vergangenheit berichten, als auch in denen aus der Gegenwart, eine Anmerkung gemacht wurde, die mich hellhörig gemacht hat. Jedoch ist der Krimi durchaus so aufgebaut, dass man es nicht zwingend so schnell durchschauen muss und es gibt auch noch die ein oder andere Wendung, die selbst für mich überraschend kam. Zumal ich es sehr gelungen fand, dass der Roman auch seine ruhigen Stellen hatte, aber an so mancher auch ziemlich Fahrt aufgenommen hat.

Ein super Regionalkrimi, mit einer richtig tollen Protagonistin, einem spannenden Fall, klasse Atmosphäre und einigen sehr genialen Charakteren und Sprüchen, die auch immer mal wieder zu Schmunzlern führen und somit einfach eine richtig tolle Mischung machen. Ich kann ihn ehrlich nur jedem empfehlen, der Krimis nicht vollkommen abgeneigt ist!


Fazit

Kommentare:

  1. Du magst offenbar Krimis mit einem Bezug zu Wien ;-)

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    1. :D Obwohl der Bezug hier eher klein war ;) Vllt könnte man auch einfach sagen: Die österreichischen Autoren haben es mir bei den Regionalkrimis irgendwie angetan bzw. sie sind eindeutig bei den beiden Romanen, die ich jetzt gelesen habe, sehr gut gewesen!

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

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