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Freitag, 6. September 2013

Rezension ~ Strawberry Fields Berlin

Allgmeine Informationen zum Buch


Titel: Strawberry Fields Berlin
Autor: Julian Heun
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Rowohlt Berlin
Ersterscheinung: 8. März 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3871344982
ISBN-13: 978-3871344985
Genre: Gegenwartsliteratur

 

Über den Autor

Julian Heun lebt. Geboren wurde er 1989 in Berlin, Abitur 2008. Danach trieb er sich durch Indien, Süd- und Mittelamerika und ein Praktikum bei der BILD. Gerade studiert er Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik an der FU Berlin. Seit 2007 ist er auf Poetry Slam-Bühnen zu finden und hat einige Preise von unterwegs mitgebracht wie z.B. drei mal den des deutschsprachigen Vizemeisters. Er war Gast des Goethe-Instituts bei internationalen Poesiefstivals in Spanien, Italien, Ukraine, Kolumbien und den USA. Julian Heun ist Projektleiter beim Poesiefestival Berlin 2013 und organisiert und moderiert monatlich mit Wolf Hogekamp den Bastard Slam in der Ritter Butzke. Außerdem ist er Teil der Lesebühne Spree vom Weizen und des Spoken-Word-Ensembles Allen Earnstyzz.



Inhaltsangabe/Klappentext

Zwei junge Männer, zwei Geschichten: Schüttler, ein Berliner Boulevardjournalist, durchlebt sadomasochistische Arbeitstage, muss grenzdebile Artikel und Promi-Storys schreiben. In der Freizeit treibt er sich mit einer Bande herum, die auf behornbrillte Hipster schießt mit Champagnerkorken. Doch trotz aller Abgebrühtheit träumt Schüttler von einem anderen, echten Leben ...

Ein Leben, das Robert gefunden zu haben glaubt. Robert ist ausgestiegen aus dem deutschen Mief und reist nun, bis über beide Ohren verliebt, der schönen Luca durch Indien hinterher. Er fi ndet sie in einem Hippie-Camp auf den Andamanen, feiert, lebt und liebt. Doch die Romanze wie die endlosen Partys werden Robert bald fremd und fremder.

Julian Heun lässt Robert und Schüttler überraschend zusammentreffen und lotet das Lebensgefühl der Twentysomethings zwischen Anpassung und Exzess, Vernunft und Freiheit aus. Die "unerhört poetische Kraft" (NZZ) des Slam-Dichters Julian Heun spürt man auch in seinem Romandebüt: Kühn konstruiert, frisch, originell und kraftvoll erzählt, ist "Strawberry Fields Berlin" ein pointiertes, oft ironisches Zeitbild und dabei durchdrungen von einer wunderbaren Sehnsucht nach dem wahren Leben.


Rezension/Meinung

Irgendwie hatte ich hier beim Lesen die ganze Zeit den Eindruck, dass dieser Roman die Leser ziemlich spalten würde. Entweder mag man diesen Schreibstil mit den vielen Neologismen, ewig langen oder extrem kurzen und oftmals seltsam verschnörkelten und auf mich auch inhaltlich sehr wirr wirkenden Sätzen, empfindet das Ganze als Wortkunst und Poesie oder man findet es wahrscheinlich einfach grausam und extrem überzogen.

Wie man sicherlich schon merken kann, bin ich eher negativer Meinung über dieses Buch. Ich finde diesen Stil, in dem es verfasst ist, einfach extrem gruselig, weil er so hochtrabend wirken will, aber es oft in meinen Augen einfach nicht schafft, sinnfrei ist und wie eine unlogische Aneinanderreihung seltsamer Wortschöpfungen wirkt, was mich teilweise beim Lesen echt verrückt gemacht hat.

Zudem fehlte für mich einfach eine Art Handlung in diesem Buch, das irgendwie nur über zwei extrem unsympathische Männer zu berichten scheint, die beide sehr seltsame Probleme haben, weil sie entweder nicht wissen, was sie bloß mit ihrem Leben anfangen sollen oder anderen scheinbar die Schuld dafür geben müssen, dass ihr Leben nicht so ist, wie sie gern hätten, obwohl er und die Beschuldigten sich nicht einmal kennen.

Aber wenigstens hat mich das Buch noch gelehrt, dass das Wort Hipster nicht nur eine Bezeichnung für Damenunterwäsche ist, sondern auch einen bestimmten Kleidungs-, wie Verhaltensstil zu beschreiben scheint. Zunächst hat mich das nämlich enorm verwirrt, da ich neben dem für mich sehr seltsamen Stil einfach auch immer wieder an Unterwäsche denken musste, da das Wort Hipster so verdammt oft in diesem Roman vorkommt, dass ich es am Ende fast schon nervig fand. Wobei ich das Verhalten von dem Charakter Schüttler, der so einen extremen Hass auf Hipster zu haben scheint, einfach nur ekelhaft und verabscheuungswürdig finde und mir diesen Part des Buches nur noch unsympathischer machte, als den Part des anderen Mannes, Robert.

Ein wenig gewöhnungsbedürftig sind auch die vielen Sprünge zwischen den beiden Erzählsträngen, vor allem, da manchmal zu einem nur ein bis zwei Sätze kommen und dann sofort wieder zum anderen gesprungen wird. Wobei dann diese zwei Sätze im nächsten Part noch einmal wiederholt werden, was mich ehrlich gesagt einfach nur genervt hat. Die Konklusion aus dem Ganzen, was man so über die Zeit erfährt, war aber auch sehr vorhersehbar, wodurch das Ende des Buches zwar einer gewissen Logik nicht entbehren kann, wenn es auch einfach nicht meins war, wie das gesamte Buch mir einfach nicht gefallen hat.

Manche werden das Buch bestimmt lieben, da sie auf diesen für mich einfach nur komischen Schreibstil stehen und vielleicht den Autor auch einfach besser verstehen, als ich es tue. Man mag vielleicht auch eher ein Stadttyp sein, um dieses Buch wirklich zu verstehen, ich verstehe es nicht und finde es vollkommen sinnbefreit. Daher meine eindeutige Einschätzung, dass es polarisieren wird, denn ein "ich finde es ganz ok" kann ich mir nicht vorstellen, aber wer weiß, vielleicht gibt es auch diese Meinung.  


Fazit

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