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Montag, 7. Oktober 2013

Rezension ~ Kritik der mörderischen Vernunft

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Kritik der mörderischen Vernunft
Autor: Jens Johler
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Ersterscheinung: 14. Januar 2009
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548269540
ISBN-13: 978-3548269542
Genre: Thriller
Zugehöriger Roman: Gottes Gehirn 


Über den Autor

Jens Johler, 1944 in Neumünster geboren und in Hamburg aufgewachsen, machte zunächst eine Ausbildung zum Schauspieler an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule und war drei Jahre lang Schauspieler an den Städtischen Bühnen Dortmund. Danach studierte er Volkswirtschaftslehre an der FU Berlin und war anschließend als wissenschaftlicher Assistent tätig. Seit 1982 ist er freier Autor und lebt in Berlin. Kritik der mörderischen Vernunft knüpft inhaltlich an seinen ersten Roman mit Troller und Jane, "Gottes Gehirn", an.


Inhaltsangabe/Klappentext

Ein bekannter Wissenschaftler wird brutal ermordet. Der erste Verdacht fällt auf radikale Tierschützer, denn der tote Hirnforscher hatte Versuche an Affen vorgenommen. Ein Briefbombenanschlag auf einen Kollegen in Bremen deutet in dieselbe Richtung. Doch der Berliner Wissenschaftsjournalist Troller weiß mehr als die Polizei. Denn der Mörder, der sich Kant nennt und mysteriöse Botschaften hinterlässt, hat ihn persönlich kontaktiert. Gemeinsam mit der Nachrichtenjournalistin Jane kommt Troller einem Mann auf die Spur, der den freien Willen des Menschen bedroht sieht und töten wird, um ihn zu bewahren.



Rezension/Meinung

Bei diesem Buch hat mich zunächst vor allen Dingen der Titel gereizt. Das lag wohl vor allen Dingen an der Kombination von mörderisch und Vernunft, zum anderen aber auch daran, dass zumindest ich unwillkürlich an Kant denken musste. Und damit lag ich nicht einmal allzu weit weg.

Was ich jedoch eher etwas seltsam fand, war der Einstieg in diesen Roman. Zunächst wird man viel mit Belanglosigkeiten, fast schon, belästigt, die irgendwie den Lesefluss ein wenig hemmen. Man fragt sich einfach die ganze Zeit, warum man so viele Informationen zu so wenig wichtigen Dingen bekommt. Auch die Charaktere sind leider ein wenig oberflächlich gestaltet, wenn auch nicht unbedingt schlecht, was aber auch daran liegen mag, dass es schon der zweite Roman um die beiden Journalisten ist und man sie sicherlich eigentlich schon etwas näher kennen könnte, auch wenn ich es immer besser finde, wenn einem neuen Leser, der Einstieg etwas mehr erleichtert wird. Besonders auch dann, wenn man nicht einmal wirklich erkennen kann, dass es schon einen Band zu den beiden gibt, wenn man es durch Zufall nicht schon weiß.
Irgendwie fand ich Troller von seiner Persönlichkeit, wie man sie kennenlernt eh eher etwas unsympathisch, durch die Art, wie er mit seinen Mitmenschen umgeht, vor allen Dingen auch mit seiner Tochter. Und auch Jane ist ein Charakter, den ich vom Verhalten her sehr unsympathisch fand, denn wer sich so verhält wie sie, den würde ich nicht als Freundin haben wollen. Also eigentlich zwei Protagonisten, die mir nicht wirklich sympathisch werden konnten. Wobei ich den Großteil der Charaktere sehr oberflächlich beleuchte fand, vor allen Dingen leider auch den Täter Kant.

Dazu kommt dann noch, dass der Roman zwar als Thriller deklariert ist und ja, es geschehen auch Morde, aber das eher fast schon am Rande des Geschehens. Manchmal bekommt man sie auch direkt mit, aber es ist nie so, dass diese auf mich irgendwie die Spannung verbreiteten, wie ich sie eigentlich von einem Thriller erwarte. Wenn hatte das Ganze eher ein wenig etwas von einem Krimi, bei dem die Ermittelnden Journalisten sind. Auf jeden Fall fehlt an vielen Stellen einfach die Spannung und der Roman plätschert eher einwenig vor sich hin.

Trotzdem muss ich ihm lassen, dass ich die Theorien zum freien Willen auf jeden Fall sehr interessant fand, wenn auch das Thema ein wenig überspitzt dargestellt wurde. Jedoch scheint es mir zumindest da so zu sein, dass der Autor schon einen relativ großen Teil an Recherche in das Buch gesteckt hat, was es auf jeden Fall aufwertet.

Kein wirklicher Thriller, dafür viel Wissenschaft und etwas seltsame Charaktere. Ein Buch, das man durchaus lesen kann, bei dem man aber auch nicht viel verpasst, wenn man es nicht macht.


Fazit

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