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Dienstag, 1. Oktober 2013

Rezension ~ Leichtmatrosen

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Leichtmatrosen
Autor: Tom Liehr
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Rütten & Loening;
Ersterscheinung: 15. April 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3352008531
ISBN-13: 978-3352008535
Genre: Gegenwartsliteratur / Humor


 

Über den Autor

Tom Liehr wurde 1962 in Berlin geboren. Seinen ersten Science-Fiction-Roman schrieb er als 14jähriger, weil er in einem Schreibmaschinenkurs so schnell tippen wollte wie seine Mitschülerinnen. Nach seinem Abitur studierte er Informatik, danach arbeitete er beim P.M. Magazin, als Unternehmensberater, Rundfunkproduzent und DJ tätig. Seit 1998 Besitzer eines Unternehmens für Softwareentwicklung.Im Jahre 1990, nach einer künstlerischen Verschnaufpause, wurde er Sieger und Drittplazierter des ersten "Playboy-Literaturwettbewerbs".


Inhaltsangabe/Klappentext

Das Leben ist eine Schleuse Im Flur drückte ich zum x-ten Mal die Wiedergabetaste des Anrufbeantworters. Patrick, ich bin morgen in Düsseldorf, danach dann im Allgäu. Ich freue mich auf die Pause bei meiner Familie. Hab dich lieb. - Hab dich lieb. Das sagt man zur eigenen, inzwischen sechzig Jahre alten Mutter, aber doch nicht zu dem Mann, mit dem man sechzig Stellungen aus dem Kamasutra ausprobiert hat. Patrick ist sich sicher, dass Cora ihn betrügt, und ausgerechnet jetzt hat er sich mit drei sogenannten Freunden verabredet, mit einem Hausboot die Havel hinaufzuschippern. Eine Idee, die ihm nun so klug vorkommt wie ein Landkauf auf dem Jupiter. Die Chaos-Crew: Henner, ein evangelischer Pfarrer, Mark, ein Verlierer, wie er im Buche steht, und Simon, der gerne die Welt erklärt, unzuverlässig ist und fünfundzwanzig Handys besitzt. Mit dem Schiff Dahme , das sie gleich in Tusse umbenennen, stechen sie in See . Zehn absurde, chaotische und doch wunderschöne Tage auf dem Wasser, die bei den vier Männern etwas zum Vorschein bringen, das sie alle eigentlich längst wissen: So kann es nicht weitergehen. Vier Männer und ein Boot das Sommerbuch der Saison. Mit der absoluten Unterhaltungsgarantie!


Rezension/Meinung

Ich muss zugeben, dass ich mich in diesen Roman erstmal hineinfinden musste und das, obwohl es sich eigentlich um eine sehr lockere und amüsante Geschichte handelt. Es mag daran gelegen haben, dass ich zu Beginn irgendwie Probleme mit den Protagonisten hatte, da ich sie alle, den Erzähler eingeschlossen, sehr seltsam und gewöhnungsbedürftig fand, auch wenn sie alle auch sehr gut beschrieben sind.

An sich ist der Einstieg sogar ganz gut gemacht, da einem nach und nach die Gründe für die Reise und auch die Hintergründe der einzelnen Mitreisenden erzählt werden, so dass man die einzelnen Persönlichkeiten sehr schnell kennenlernt und viel über sie erfährt, ihre Ecken und Kanten sieht und auch, woher sie zu stammen scheinen. Und trotzdem, irgendwie hatten sie mir vielleicht fast schon ein paar zu viele Ecken und Kanten. Zumal sie ein teilweise doch eher seltsames Verhalten an den Tag gelegt haben.

Allgemein kann man den Roman wohl als eine sehr lustige und lockere Reise auf der Mecklenburgischen Seenplatte und ihrer Flüsse bezeichnen, die doch auch ziemlich wild wird in dem ein oder anderen Augenblick. Für mich ehrlich gesagt schon übertrieben unglaubhaft wild, weil die Leute, die sie so kennenlernen, sind teilweise doch arg komisch und dass sie das Boot so extrem ramponieren dürfen, wie es meiner Vorstellung nach sein müsste, da ja keiner von der Mannschaft eigentlich ein Boot steuern kann, kommt mir extrem seltsam vor. Es ist also durchaus ziemlich überzogen beschrieben, wenn auch dadurch viele Szenen auch sehr amüsant werden, manchmal aber auch ein bisschen zu vulgär und obszön, was nicht unbedingt mein Fall war, aber ich glaube, das Buch von seiner gesamten Art her, schon zu einem Männerbuch macht, was es ja eher seltener gibt.

Trotzdem hat das Buch auch die ein oder andere Ecke, in der es doch auch plötzlich ganz schön ernst und deutlich tiefsinniger wird, denn die meiste Zeit schwimmt man eher nur locker leicht an der Oberfläche und dümpelt so mit der Geschichte und dem Boot vor sich hin, wenn auch ab und an etwas turbulenter, aber es gab auch Augenblicke, in denen ich echt überrascht war, das doch noch so ein Ernst in dem Buch stecken würde.

Es ist auf jeden Fall ein Buch, dass man zwischendurch gut lesen kann, für das ich länger gebraucht habe, als ich es erwartet hätte, da es mir einfach schwer viel es zu lesen, was an dem Schreibstil, der sehr männlich geprägt ist, gelegen haben kann, an meinem eher Missfallen den Persönlichkeiten der Charaktere gegenüber oder einfach, weil es mir schon fast zu verrückt war, auch wenn ich die Beschreibungen der Landschaft sehr genossen habe. Ein Buch vielleicht nicht für jeden, aber es hat irgendwie was.


Fazit

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