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Freitag, 4. Oktober 2013

Rezension ~ Mädchenfänger

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Mädchenfänger
Autor: Jilliane Hoffman 
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: rororo
Ersterscheinung: 1. Oktober 2011
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499253887
ISBN-13: 978-3499253881
Originaltitel: Pretty Little Things 
Genre: Thriller


 

Über die Autorin

© Nina Subin
Jilliane Hoffmann wurde 1967 in Long Island geboren. Vor ihrer Karriere als Schriftstellerin arbeitete sie als stellvertretende Statsanwältin in Florida und beriet die Spezialeinheiten der Polizei. Ihren Beruf kündigte sie um "Cupido" zu schreiben, der schon seit langem in ihrem Kopf herumgeisterte. Ihre frühere Arbeit beim FDLE (Florida Department of Law Enforcement) beeinflusst ihre Geschichten sehr stark. Aber auch ihr privates Umfeld findet sich in den Geschichten wieder. Gerade mit "Mädchenfänger" konnte sie selbst extrem mitfiebern, da sie Mutter von zwei Töchtern ist. Außerdem möchte sie mit "Mädchenfänger" andere Mütter wachrütteln, sich mehr damit zu beschäftigen was ihre Kinder machen, und auch die Schattenseiten des Internets wahrnehmen.



Inhaltsangabe/Klappentext

Die dreizehnjährige Lainey kann es kaum fassen: Der gutaussehende Zach, den sie beim Chatten kennengelernt hat, steht auf sie. Und er will sie treffen! Sie verabreden ein Date.
Als Lainey von der Schule nicht heimkehrt, zieht man einen Spezialisten zurate: FBI-Agent Bobby Dees. Alle Spuren führen ins Nichts. Bis ein Gemälde auftaucht. Es zeigt eine gefesselte junge Frau und das, was ihr bevorsteht.
Die Zeit wird knapp. Und Bobby kommt ein furchtbarer Verdacht: Was, wenn der Mörder mehrere Opfer in seiner Gewalt hat? Mädchen, die keiner mehr vermisst?



Rezension/Meinung

Das Buch greift eindeutig ein Thema auf, dass in der heutigen Zeit wohl nie an Aktualität verlieren wird, das Kennenlernen von Menschen über das Internet, in dem man wunderbar betrügen und lügen kann, denn wer weiß schon wirklich, was für ein Mensch sich auf der anderen Seite des Bildschirms befindet und die Gefahr dabei für junge Menschen, die in ihrer Naivität oft davon ausgehen, dass die Leute, die sie im Netz kennenlernen echt sind, keine Lügengebilde sein können und die dann in ihrer Naivität ein Treffen in der Realität abmachen. Am schlimmsten dann natürlich, wenn sie selbst dabei nicht nachdenken, dass man sich vielleicht erstmal in der Öffentlichkeit treffen sollte.

Spannend ist dabei in diesem Thriller, dass er sehr gut ohne viel Gewalt auskommt, zumindest während die Mädchen in ihrer Gefangenschaft sind. Einzig die Leichen, die gefunden werden und was ihnen meist angetan wurde, ist ein wenig brutaler. Jedoch wird nie das Leiden der Mädchen direkt beschrieben und es bleibt viel im Ermessen des Lesers, was er denkt, was denk Mädchen wohl angetan worden sein könnte.

Zudem finde ich den Kommissar auch recht gut, da er zwar auch nicht gerade das stabilste und normalste Leben führt, jedoch auch nicht vollkommen psychisch mitgenommen ist, sondern ansonsten sehr normal wirkt, engagiert seinen Fall verfolgt und auch so einfach als sehr engagierte Person wirkt, auch wenn ihm durchaus im Verlauf des Romans auch so einiges anderes vorgeworfen wird. Was ich dabei interessant finde, ist die Tatsache, wie stark in diesen Roman auch die Medien mit hineinspielen, wenn sie die Eltern der verschwundenen Mädchen ans Fernsehen, die Zeitung etc. wenden und wie dargestellt wird, was das alles bei dem Fall ausmacht, wie sich vieles dadurch auch manchmal als schwerwiegender für den Fall herausstellt. Auf jeden Fall mag ich die Art, wie hier die Ermittelungsarbeit dargestellt wird, da sie recht realistisch wirkt und nicht so stark abgehoben, wie es bei vielen Thrillern der Fall ist.

Das Ende ist in vielem noch überraschend und auch ich war ehrlich ein bisschen platt, wer sich am Ende als Mörder herausgestellt hat, da ich diese Person zwar seltsam fand, ich sie aber als wirklichen Täter gar nicht so im Visier hatte. Aber gerade das ist auch eine Sache, die für mich einen guten Thriller mit ausmacht, dass man Verdachtsmomente hat, sich die eigenen Gedankengänge gegen jemanden verhärten und plötzlich eine Wendung vorhanden ist, die alle Theorien noch mal umwirft, einen die Gedanken hinterfragen lässt, so dass man am Ende vielleicht noch zu einem ganz anderen Schluss kommt.

Mädchenfänger ist auf jeden Fall ein solider Thriller, auch wenn mir ehrlich ein bisschen die Erklärung zu dem warum des Täters gefehlt hat, denn das Thema wurde zwar angeschnitten, aber nie vollkommen geklärt. In meinen Augen habe ich auch keine Lösung dafür bekommen, wieso er seine Opfer so präsentiert hat, wie er es tat etc. Mir fehlten am Ende einfach ein paar Erklärungen fehlten, die meiner Meinung nach noch hätten sein müssen.

Trotzdem, wer einen Thriller mit einem dauerhaft aktuell bleibenden Thema lesen will, der bekommt diesen mit Mädchenfänger auf jeden Fall serviert, auch wenn es leider noch den ein oder anderen Punkt gibt, an dem das Buch besser hätte sein können.


Fazit

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