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Freitag, 27. Dezember 2013

Rezension ~ Der Plotter

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Der Plotter
Autor: Hand Peter Roentgen
Broschiert: 232 Seiten
Verlag: Conte
Ersterschienung: Juli 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3941657704
ISBN-13: 978-3941657700
Genre: Krimi

 

Über den Autor

Hans Peter Roentgen wurde im Jahr 1949 geboren und ist Dimplom-Informatiker. Jahrelang arbeitete er in der Computerbranche. Währendessen schrieb er zwei Sachbücher in diesem Themenbereich. Seit über zwanzig Jahren beteiligt sich Roentgen schon an Schreibseminaren und Diskussionsforen. Für den größten Autorennewsletter "The Tempest" hat er zahlreiche Artikel geschrieben. Roengten lebt zusammen mit seiner Frau über den Dächern Freiburgs


Inhaltsangabe/Klappentext

Freiburg 2011, im Café Montparnass: Am Tresen schwadroniert die Alt-68er-Riege bei Bier und Cappuccino über den revoltierenden Geist der Vergangenheit, besinnt sich der Lebensträume einer Generation, träumt von bewaffnetem Kampf und Unabhängigkeit. Doch die Gegenwart kennt keine Nostalgie. Breiviks Amoklauf und die Sarrazin-Debatte geben den Takt vor. Und dann stirbt plötzlich der Plotter. Der manische Plot-Erfinder, der nie ein Buch fertig bekam, wurde vom eigenen Bücherregal erschlagen. Als sein Freund Martin im Nachlass ein brisantes Manuskript findet, eröffnen sich aber ganz andere Theorien. Nur müsste man dann mit einer Bullin zusammenarbeiten, Juli, einer offenbar karrieregeilen Nichtswisserin. Die Polizei ihrerseits würde die Geschichte gerne den Wagenburglern anhängen: zwei Fliegen mit einer Klappe. Doch Juli hat reichlich Grips und geht mit Martin auf Mördersuche im Freiburger Hier und Jetzt. Dabei geraten sie in einen undurchsichtigen Strudel von einseitigen Polizeiinteressen, „inkorrekter“ Fremdenfeindlichkeit und islamistischem Fundamentalismus. Doch irgendwann holt die Vergangenheit alle ein ...



Rezension/Meinung

Das besondere an diesem Buch sind wohl vor allen Dingen die Charaktere. Eine alte Freundestruppe, die damals noch durch die 1968 geprägt wurde und die 68er Generation auch heute noch wunderbar widerspiegelt und alle Vorurteile und Meinungen von damals verinnerlicht hat und dazu die junge Polizistin Juli, die sich mit dieser Truppe rumschlagen darf.

Was für den nicht 68er jedoch etwas schwierig ist, man versteht das Buch nicht an jeder Stelle so einfach, da oftmals sehr viel Wissen auch vorausgesetzt wird, das man in diesem Fall einfach nicht haben kann und auch wenn man merkt, wie gut das Buch recherchiert wurde und wie viel Wissen die ganze Zeit mit übermittelt wird, merkt man auch, dass es an manchen Stellen ausreichend Informationen sind, manchmal fast schon zu viele und an anderen Stellen wäre ein bisschen mehr toll gewesen. Trotzdem greift das Buch super die Atmosphäre unter Menschen auf, die noch in den Ansichten von damals stecken und überall Verschwörungen vermuten.

Dabei finde ich es zum Teil gelungen, wie die Erzählperspektiven aufgeteilt sind und zum Teil auch wieder nicht so ganz. Ich finde es klasse, dass Julis und Martins Erzählperspektiven, denn von denen hat der Roman so einige, in Ich-Perspektive sind, da man den beiden Charakteren so super näher kommt und trotzdem, manchmal muss man dann doch erst noch mal gucken, wer denn jetzt von den beiden aktuell wirklich berichtet. Dabei sticht dann die weitere Erzählperspektive in Er-Form deutlich heraus. Jedoch nimmt einen der Roman sehr schnell mit in die vielen Verstickungen und allen möglichen Themen, die damals die 68er Generation bewegt hat, wie auch noch aktuelle Themen. Dabei springt die Erzählung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und man erfährt einfach verdammt viele Dinge.

An sich kann ich nicht behaupten, dass ich den Krimi nicht spannend fand, obwohl es auch an manchen Stellen so war, dass er sich für mich etwas gezogen hat, denn Martin ist manchmal ein bisschen zu sehr von den Plots des toten Plotters gefangen, was mich durchaus irgendwann doch gestört hat. Ansonsten ist es aber ein irgendwie anderer Krimi, der sich vor allen Dingen für die lohnen wird, die sich mit der 68er Generation auskennen und vor allen Dingen die schnoddrige Art mögen, in der das Buch verfasst ist.


Fazit

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