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Sonntag, 9. Februar 2014

Rezension ~ Die Schattensurfer

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Die Schattensurfer
Autor: Hubert Wiest
Taschenbuch: 460 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Ersterscheinung: 24. Oktober 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1493556177
ISBN-13: 978-1493556175
Genre: Jugendbuch

 

Über den Autor

Hubert Wiest, geboren 1964, erfindet und schreibt Geschichten für Kinder und Teenager. Zusammen mit Nina von Stebut produziert er Hörbücher und den Podcast Radio Lomoco. Nach der Ausbildung zum Werbekaufmann, dem Besuch der Bayerischen Akademie der Werbung und einigen Semestern BWL-Studium gründete Hubert Wiest in den neunziger Jahren die Internetagentur FREIRAUM Multimedia. Er führte sie durch die stürmische New-Economy der Jahrtausendwende. Später arbeitete er als Marketing- und Vertriebsleiter für internationale Unternehmen. Nach drei Jahren in Hong Kong lebt er seit 2011 mit Nina von Stebut, drei Kindern, sowie den Hunden Pepsi und Cola in Sydney. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Die Schattensurfer – ein Jugendroman über Geheimnisse in einer vernetzten Welt.

Die vierzehnjährige Sansibar lebt in einer Welt, in der alle alles miteinander teilen. Auch ihre Gedanken. Diese werden im großen Netzwerk RUHL erfasst und gespeichert. Mit fünfzehn wird jeder in die Gemeinschaft RUHL aufgenommen und stellt seine Gedanken, Träume und Wünsche der Allgemeinheit zur Verfügung. Sansibar kann es kaum erwarten dazu zu gehören. So wie ihre beste Freundin. Sansibar lernt wie besessen für die Aufnahmeprüfung. Sie ist bereit, all ihre Gedanken und Erinnerungen mit dem mächtigen Netzwerk zu teilen. Nur eine nicht, ihre wichtigste: die letzten Momente mit ihrer verschwundenen Mutter …

Computergenie Luan ist fünfzehn und hat nur ein Ziel: Programmierer zu werden. Doch mit einem dummen Diebstahl ruiniert er seine ganze Zukunft und muss fliehen. Als sich Sansibars und Luans Wege kreuzen, behauptet Luan Sansibar von früher zu kennen. Und obwohl sie sich daran nicht erinnern kann, beschließt sie Luan zu helfen. Vielleicht auch, weil seine tintenblauen Augen so unergründlich sind? Die Zeit drängt, plötzlich geht es um Leben und Tod. Luan ist überzeugt, dass Sansibar ihn verraten hat und ist kurz davor aufzugeben - da macht Kalawesi, der Besitzer eines Vergnügunsparks, Luan ein unglaubliches Angebot… 

Rezension/Meinung

Bei diesem Jugendbuch finde ich es richtig gut gelungen, wie die Ansätzen einer Dystopie, die aber an sich nicht eins der wichtigsten Fragmente der Geschichte ist, sich mit kleinen technischen Spielereien und Entwicklungen auseinandersetzt, dabei eine sehr interessante Form der Gesellschaft zeichnet, und das alles einfach mit einer sehr schönen Geschichte verbindet.

Allein die Tatsache, dass sich die Gesellschaft darauf aufbaut, dass sie alle ihre Gedanken an einen Zentralcomputer, RUHL, abgeben, welcher auch ihr Leben verbessert mit den Entwicklungen zu denen er aufgrund der Gedanken fähig ist. Dadurch sind die Menschen natürlich der Möglichkeit beraubt Geheimnisse zu haben. Jedoch wirkt die Art zu leben sehr komfortabel, denn die technischen Möglichkeiten sind so weit, dass ihnen sehr viel abgenommen wird und es macht ehrlich auch Spaß zu entdecken, was es alles geben soll, vor allen Dingen an Vergnügungsmöglichkeiten und auch, was sie über unsere Zeit denken, wie es zum Bespiel als sehr schlimm empfunden wird, dass man sich bei einem belegten Sandwich nicht vollständig aussuchen kann, was alles drauf ist, sondern diese meist standardisiert sind.

Dazu kommt, dass Luans und Sansibars Geschichte einfach spannend ist, denn man ahnt zwar als Leser worauf sie hinauslaufen wird, kann aber nie so ganz einschätzen, wem man wirklich vertrauen kann, wer eher zu den Bösen gehört und wie es daher wohl weitergehen wird. Dabei ist es zunächst spannend, wie Sansibar doch durch die Regeln und Lehren RUHLs geprägt ist und nie auf die Idee käme das System in Frage zu stellen, doch anfängt zu reflektieren. Und auch Luans Geschick im Bereich der Computer und Programmierung ist einfach nur klasse dargestellt, wobei ich da auch sagen muss, dass ich es sehr gut gelöst finde, wie viel fachliches und technisches Wissen der Autor vermittelt, da es genug ist, um die Geschichte sehr gut zu verstehen und nicht zu viel, dass es einen schon nerven könnte, wenn es einen nicht so sehr interessiert. Und auch viele der anderen Charakter sind einfach nur interessant, wobei ich es auch sehr spannend finde, wie die Rebellion gegen RUHL aussieht, da es mal eine ganz andere Form ist, als man es aus den meisten Romanen kennt.

Allgemein ist es einfach ein klasse Jugendbuch, dass viele geniale Ideen hat, zudem mit sehr sympathischen Charakteren punkten kann, eine spannende Geschichte erzählt, bei der auch das Ende sehr stimmig ist und die nur an wenigen Stellen ein paar Punkte aufweist, die mir nicht ganz so gelungen vorkamen, weil manches vielleicht ein wenig detaillierter hätte sein können, kleinere Fragen offen bleiben. Es ist aber auch nicht so, dass diese Punkte die Geschichte wirklich in ihrem Fluss stören, sondern eher so sind, dass ich einfach gern mehr gewusst hätte. Sicherlich wird diese Geschichte eher nur Jugendlichen oder Erwachsenen gefallen, die es nicht immer alles vollkommen realitätsnah erwarten und etwas abgedrehtere Ideen nicht so mögen, aber mir hat die Geschichte richtig gut gefallen und das Lesen hat einfach Spaß gemacht.

Für alle, die Geschichten in Richtung, "Equilibrium", "Matrix" oder auch "Tron" mögen, kann ich mir schon vorstellen, kann dieses Jugendbuch sehr gut gefallen, denn an diese Geschichten musst ich immer mal wieder dezent denken, während ich am Lesen war. 


Fazit

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