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Dienstag, 18. Februar 2014

Rezension ~ Doctor Boff - Weiberkranckheiten

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Doctor Boff - Weiberkranckheiten
Autor: Norbert Klugmann
Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Sutton Verlag
Ersterscheinung: 1. August 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954000911
ISBN-13: 978-3954000913
Genre: Historischer Roman


 

Über den Autor

Norbert Klugmann wurde 1951 in Uelzen (Niedersachsen) geboren. Er studierte bis 1979 in Hamburg und arbeitete journalistisch für das ZEITmagazin und verschiedene Programmzeitschriften. Als Buchautor veröffentlicht er seit den achtziger Jahren Kriminalromane, historische Romane, Jugendromane, aber auch eine Biografie über Heinz Erhardt. Von den gemeinsam mit Peter Mathews geschriebenen Krimis wurden »Beule« und »Vorübergehend verstorben« für das Fernsehen verfilmt. Klugmanns Werkliste umfasst 70 Buchveröffentlichungen. Er lebt in Hamburg, ist geschieden und hat eine Tochter.


Inhaltsangabe/Klappentext

Halle 1732. Ein Rasender fällt über den allseits beliebten Stadtphysicus Tänzer her und prügelt wie ein Berserker auf ihn ein. Tänzer wird bewusstlos nach Hause getragen und ringt wochenlang mit dem Tod. Der Angreifer, Roderich Hoppe, ist rasch ergriffen und wartet im städtischen Kerker auf seine Strafe. Dass er Tänzer vorwirft, seine Frau falsch behandelt zu haben, wird ihm nichts nützen.
Doch wer soll sich nun um die Patientinnen des Stadtphysicus kümmern? Zum Glück weilt der weitgereiste Medicus Albrecht Boff gerade in der Stadt an der Saale und ist bereit, Tänzers Aufgaben eine Weile zu versehen. Rasch gelingt es ihm, die misstrauische Hallenser Damenwelt für sich einzunehmen, von der Hausmagd bis zur Fürstin. Dabei helfen ihm Stine, die altgediente Gehilfin des Stadtphysicus, und Hermine, die wunderschöne Hebamme, die zu jedem nett ist, außer zu Boff.
Allerdings sind Boffs Ansichten und Methoden ungewöhnlich. Er nimmt den eigenwilligen jungen Arzt Rohwedder auf, der sich ständig mit Leichen befasst. Und er hat auch keine Scheu, mit den traditionellen Heilern zusammenzuarbeiten. Im Gegensatz zu den Patientinnen beäugen Stadtregierung und Ärzteschaft das Treiben Boffs misstrauisch.
Als Tänzer nach Wochen völlig überraschend die Augen aufschlägt und Hoppe kurz darauf aus dem Gefängnis flieht, löst das einen Strudel städtischer Intrigen und Machtkämpfe aus, der Boff und seine Verbündeten zu verschlingen droht.


Rezension/Meinung

Was ich an diesem Buch wohl mit am seltsamsten und in gewissem Maße auch irritierend finde, ist einfach der Titel. Er passt zwar irgendwie zu dem Roman, da der Protagonist schließlich ein Arzt für Frauen ist und das auch innerhalb des Buches zwar ein wichtiges Thema ist, aber trotzdem finde ich ihn einfach eher unsympathisch und ich kann mir vorstellen, dass mancher das Buch aufgrund des Titels nicht unbedingt in die Hand nehmen würde.

Und das, obwohl die Geschichte eigentlich recht gut ist und sich weniger mit den Krankheiten an sich, als mit der medizinischen Versorgung der Stadt Halle, vor allen Dingen im Bereich auch des Arztes extra für Frauen und der Arztsituation im Allgemeinen beschäftigt. Wobei es durchaus in einigen Punkten auch ziemlich politisch wird. Allgemein ist der Roman eher in einem etwas nüchternen Stil gehalten und beschreibt einfach sehr viel, was nicht jedem gefallen wird, aber einem wird dadurch die Stadt Halle und auch die medizinische Situation diese Zeit näher gebracht. Man lernt einfach verdammt viel, wie Medizin damals von der Bevölkerung gesehen wird, wie auch, wie die Ärzte damals vorgegangen sind. Und dabei hat man immer im Hintergrund noch die Spannung, die rund um das Amt des Stadtphysikus vorhanden ist und vor allen Dingen auch die Frage, was mit Tänzer passieren wird, der im Koma liegt und wie es weitergehen wird, wenn der Stadtphysikus nicht mehr aufwachen wird.

Allgemein sind die Charaktere sehr schön und auch zur Zeit sehr passend beschrieben, wobei vor allen Dingen eher bei den Nebencharakteren so manche doch sehr interessante Person auftritt, die ich teils deutlich spannender und interessanter fand, als Boff selbst. Auch wenn er ein sehr angenehmer Protagonist war, auch wenn manchmal auch ein wenig desinteressiert an allem wirkt bzw. wenig mit involviert. Der mir jedoch sympathischste Charakter war Boffs Haushälterin und Kollegin als Hebamme, Hermine. Dieser sehr starke, resolute und doch auch ein wenig angepasste weibliche Charakter hat das Buch, welches doch aufgrund der Zeit, in der es spielt, relativ männlich besetzt war, ziemlich bereichert.

Auf jeden Fall mal ein ganz anderes historisches Buch, das mit bekannten Dingen spielt, der historischen Atmosphäre, Intrigen etc. aber durch seinen Stil einfach sehr anders ist. Um das Buch zu mögen, muss man sich erst an den etwas nüchternen Stil gewöhnen, hat man das aber einmal geschafft, dann ist das Buch sogar ehrlich ganz gut.


Fazit

Kommentare:

  1. Nüchtern und beschreibend klingt gut, denn viele historische Romane sind mir zu schwülstig. Allerdings hatte ich das Buch schon mal in der Hand und es wegen eben diesem komischen (und auch schwülstigen) Titel wieder zurückgelegt...

    LG, Julia

    PS: in deinem Titel fehlt ein c

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    1. Danke! Das c hatte ich doch glattweg irgendwie überlesen :D Warum muss das Buch auch nur diesen schwülstigen Titel haben ;o)

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

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