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Mittwoch, 26. März 2014

Rezension ~ Das Geheimnis des Felskojoten

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Das Geheimnis des Felskojoten
Autor: Sanna Seven Deers
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Ersterscheinung: 12. Juli 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548285147
ISBN-13: 978-3548285146
Genre: Gegenwartsliteratur / Indianerroman

 

Über die Autorin

Sanna Seven Deers ist geborene Hamburgerin. Sie heiratete einen kanadischen Indianer und zog mit ihm in die Wildnis der Rocky Mountains. Dort leben die beiden mit ihren vier Kindern.




Inhaltsangabe/Klappentext

Die 26-jährige Serena wird durch einen Anruf ihres Bruders in Angst und Schrecken versetzt: Fabian, ein begabter Physiker, ist den dunklen Machenschaften eines mächtigen Konzerns auf die Spur gekommen und in Nordamerika untergetaucht. Von vorahnungsvollen Träumen geplagt, macht Serena sich gemeinsam mit Fabians Freund, dem Indianer Shane Storm Hawk auf, ihren Bruder zu finden. Die Suche, bei der sie schnell selbst zu Verfolgten werden, führt sie durch den Westen der USA bis nach Kanada. Serena fühlt sich stark zu Shane hingezogen, doch nun stehen auch ihre Leben auf dem Spiel. Sie muss auf die mystischen Zeichen vertrauen, nicht nur um Fabians Willen, sondern auch um ihrer Liebe zu Shane eine Chance zu geben.


Rezension/Meinung

Ich kann ehrlich zugeben, dass ich bei diesem Buch ein wenig etwas anderes erwartet hätte, als ich am Ende bekam. Gerechnet hatte ich mit einer Geschichte, in der die Indianer und ihre Kultur auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen und vor allen Dingen auch, in der es natürlich auch ein wenig um eine Liebesgeschichte geht und ein kleines Familiendrama.

Letztendlich habe ich einiges davon bekommen, aber auch noch einiges, was ich so nicht erwartet hätte und einfach in der Komposition nicht ganz stimmig fand.

Auf jeden Fall spielen die Indianer eine wichtige Rolle, wenn auch wieder auf eine besondere Weise, die man vielleicht einfach mögen muss, denn es wird eigentlich fast nur auf ihre spirituellen Ansichten eingegangen und die auch, auf eine teilweise für den eher verstandsgesteuerten Menschen etwas unglaubhafte oder auch kitschige Weise dargestellt. Jedoch kann ich mir durchaus vorstellen, dass man es wunderschön findet, wenn man selbst etwas spiritueller eingestellt ist. Mir kam es manchmal doch ein bisschen viel vor und auf mich wirkte Serena dadurch auch etwas unglaubwürdig oder naiv, weil sie einfach alles hinnahm, keine zögern, nichts. Es wurde von ihr, die es so nicht kannte, ohne die kleinste Frage hingenommen, aber bei einer leicht kitschigen Liebesgeschichte, sollte man ja auch nicht zu viele Fragen stellen.

Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich den indianischen Glauben, soweit er hier vermittelt wird, ehrlich interessant fand, besonders so grob manche der Zeremonien, die vielleicht nicht vollständig, aber hinreichend in die Geschichte eingeflossen sind, dass man sich als Leser etwas darunter vorstellen konnte.

Auch die Charaktere passen einfach super in ihre Rollen, auch wenn ich gestehen muss, dass die "Bösen" vielleicht ein kleines bisschen zu komödiantisch ausgefallen sind, so dass ich ehrlich Schwierigkeiten hatte, sie wirklich als reale Gefahr zu betrachten und nicht als eine Art Gag, wie sie einfach zu oft auf mich wirkten.

Vor allen Dingen aber zum Ende hin, wurde mir das Buch dann etwas zu überzogen. Es lief einfach zu sehr in die Schiene Aktionroman, der aber nicht wirklich durchdacht war, sondern ein kleines bisschen an die Filme von Pro7 oder RTL erinnerte, wo man sich doch immer wieder fragen muss: "Wie soll das gehen?" oder nur "Was soll das jetzt?". Es wird einfach versucht zu viel in kurzer Zeit abzuhandeln, etwas Spannung reinzubringen, dazu Action und Drama, um noch zusätzlich einen tieferen Sinn in die Geschichte einzubringen, der an sich ein schöner Gedanke ist, aber in meinen Augen gruselig umgesetzt war. Zu übertrieben, zu überzogen und einfach zu undurchdacht. Leider kann ich nicht genauer darauf eingehen, da ich ansonsten zu viel von der Geschichte beschreiben würde, nur mir hat das Ende einfach nicht gefallen, da es mit dieser Explosion an unrealistischer Entwicklung einfach die restliche, an sich ganz gute Geschichte kaputt gemacht hat in meinen Augen.

Allgemein kann ich das Buch jedem empfehlen, der die Spiritualität der Indianer und ihre Gedanken zu Welt interessant findet, der nicht zwingend alles logisch erklären möchte und der auch einiges an Kitsch ganz gern mag und sich nicht daran stört, dass das Ende einfach ist, wie es ist, ein wenig unpassend zum Rest der Geschichte und einfach zu viel auf zu wenig Seiten gequetscht, wenn ich mir die für mich unstimmigen Dinge irgendwie erklären will.

Trotzdem lässt sich das Buch gut lesen und so für Zwischendurch ist es auf jeden Fall gut geeignet, man sollte halt nur nicht zu viel erwarten, denn ob es Erwartungen erfüllen kann, kommt ehrlich extrem auf den Leser an.


Fazit

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