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Samstag, 15. März 2014

Rezension ~ Im Schatten des Krans

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Im Schatten des Krans
Autor: Jürgen Rath
Taschenbuch: 276 Seiten
Verlag: Sutton Verlag
Ersterscheinung: 1. September 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954002205
ISBN-13: 978-3954002207
Genre: Historischer Kriminalroman


 

Über den Autor

Jürgen Rath hat so einiges gemacht in seinem Leben, ist aber immer seinem Motto treu geblieben: Alle zehn Jahre den Beruf wechseln! Er ist gelernter Seemann mit Kapitänspatent, hat als IT-Spezialist gearbeitet (obwohl das früher anders hieß), war Ausbilder für kaufmännische Berufe in einem internationalen Unternehmen und schließlich Leiter der Personalwirtschaft. Danach hat Jürgen Rath als Schifffahrtshistoriker Sachbücher veröffentlicht und jetzt schreibt er Kurzgeschichten, Romane und Essays. Jürgen Rath ist Betriebswirt, Soziologe und hat in den historischen Wissenschaften promoviert.
Eigentlich müsste er hundert Jahre alt sein, da er aber vieles parallel gemacht hat, hält sich das mit dem Alter gerade noch in Grenzen.
Für zwei seiner Kurzgeschichten hat er im Jahre 2011 den KaroKrimiPreis und den Preis der Friedenslesung Berlin erhalten. 2012 sind sein Debütroman „Nordhörn. Ein Nordsee-Krimi“ und das Sachbuch „Mann über Bord! Der Tod auf See“ erschienen.
Und daruf folgend ist "Im Schatten des Krans. Ein historischer Hamburg-Krimi" beim Sutton-Verlag herausgekommen.


Inhaltsangabe/Klappentext

Hamburg 1845. Die Schrecken des Großen Brandes sind noch überall präsent, auch der alte Kran im Hafen wurde zerstört. Während Reeder und Kaufleute als Ersatz einen eisernen Schwergutkran aus England fordern, plädiert der Werftbesitzer Elbrand für eine hölzerne Hebemaschine. Und er hat beste Kontakte zur Regierung. Als Elbrand eines Nachts ermordet aufgefunden wird, gerät Roger Stove, Angestellter im Handelshaus Schröder & Westphalen und erbitterter Gegner der Hebemaschine, unter Verdacht und wird arretiert. Kontorlehrling Moritz Forck glaubt nicht an die Schuld des Kollegen und versucht auf eigene Faust, den Mörder zu finden. Seine Nachforschungen führen ihn bis in die hintersten Winkel der berüchtigten Hamburger Gängeviertel. Obwohl Moritz spürt, dass er verfolgt wird, gibt er die Suche nicht auf. Schließlich will er nicht nur den Mörder finden, sondern auch Cäcilie, der Tochter seines Arbeitgebers, beweisen, dass er ein ganzer Kerl ist.

Mit profunder Sachkenntnis und großem Einfühlungsvermögen entführt Jürgen Rath den Leser in die Elbmetropole zwischen Hansetradition und Aufbruch in die Moderne. Die detailgetreuen Milieubeschreibungen von vornehmer Hamburger Gesellschaft und einfachen Hafenarbeitern sowie die stimmigen Charaktere fesseln ebenso wie die spannende Tätersuche.


Rezension/Meinung

Immer mal wieder, lese ich verdammt gern einen guten historischen Krimi und nachdem mir »Nordhörn« von Jürgen Rath so gut gefallen hat, musste ich natürlich auch sein neues Werk »Im Schatten des Krans« lesen. Wobei mir da sofort aufgefallen ist, dass der Autor durchaus sehr unterschiedliche Werke schaffen kann. War es noch bei »Nordhörn« so, dass der Roman sehr stark von der düsteren und gruseligen Atmosphäre auf der Insel lebte, ist es in »Der Schatten des Krans« viel mehr die wuselige Atmosphäre Hamburgs mit seinen vielen Menschen und auch ein gänzlich andere Stimmung, die von dem Roman transportiert wird.

Allgemein ist dieser Roman weniger von der düsteren Sorte, als viel mehr einfach ein wenig rätselhaft, manchmal ein bisschen düster, aber er lebt vor allen Dingen davon, dass Hamburg einfach groß ist und neben vielen ehrbaren und nicht ganz so ehrbaren Leuten, auch sehr viel Gesindel in den Gassen der Stadt lebt. Und zudem auch davon, dass der Protagonist Moritz doch auch mit seinen 15 Jahren nicht wirklich erwachsen ist. Dabei resultieren daraus auch, leicht ab von der eigentlichen Krimihandlung, denn das muss ich sagen, in »Der Schatten des Krans« schien mir der historische Aspekt deutlich stärker zum Tragen zu kommen, als der kriminalistische, einfach wunderbare Szenen, die teils sehr amüsant sind. Vor allen Dingen Moritz erste Erfahrungen mit den Frauen haben mich doch das ein oder andere Mal sehr zum Schmunzeln gebracht.

Was man aber vor allen Dingen erfährt, ist extrem viel über Hamburg zu dieser Zeit, was für mich einfach sehr spannend war, weil ich solche geschichtsträchtigen Städte einfach spannend finde und die Hansestadt Hamburg hat eindeutig schon verdammt viel erlebt. Dabei gelingt es dem Autor auch einfach vortrefflich aus einem realen historischen Ereignis und ein wenig Phantasie, einen tollen Krimi zu schaffen, der einem das Ereignis auf eine spannende und interessante Weise näherbringt. Auch, wenn es ab und an so war, dass es ein paar Stellen gab, die vielleicht nicht gänzlich logisch waren, die aber nicht in dem Maße störten.

Wenn man wirklich viel Krimi erwartet, ist dieses Buch glaube ich nur bedingt etwas für einen, da es einfach doch an vielen Stellen auch sehr stark zu den historischen Dingen abdriftet, was mir aber sehr viel Spaß gemacht hat, weil ich bei einem historischen Krimi immer eine Mischung aus beidem erwarte, die oftmals aber etwas mehr in eine der Richtungen tendiert. Jedem, der also gern einen historischen Roman, mit Krimianteil liest, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen und auch jedem, der sich für Schiffe und die Geschichte Hamburgs ein wenig interessiert.


Fazit

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