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Samstag, 5. April 2014

Rezension ~ Die Wahrheit ist ein Schlund

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Die Wahrheit ist ein Schlund
Autor: Maria Zaffrana
Taschenbuch: 116 Seiten
Verlag: publifair
Ersterscheinung: 16. Oktober 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3944616081
ISBN-13: 978-3944616087
Genre: Humor

 

Über die Autorin

Maria Zaffarana, Jahrgang 1973, war zehn Jahre lang als Promi-Reporterin bei zwei Illustrierten tätig und promovierte nebenher in Literaturwissenschaften. Sie machte sich 2009 als Freie Journalistin selbstständig und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Köln. Ihre Liebe zur Literatur entdeckte sie mit gerade einmal zwölf Jahren. Ungefähr zur gleichen Zeit keimte in ihr der Wunsch auf, einen eigenen Roman zu schreiben. Doch erst jetzt fand sie die Zeit und die nötige Muße dazu.


Inhaltsangabe/Klappentext

Du beobachtest uns ja. Warum? Was geht dir durch den Kopf?“ Diese unerwartete Frage seiner dominanten, überlauten Mutter nimmt der zwölfjährige Tim zum Anlass, seine ahnungslosen Liebsten mit seinen ureigensten Gefühlen zu konfrontieren. „Ihr ekelt mich an“ gesteht er seiner Familie unbedarft und aufrichtig – und entfesselt damit einen gewaltigen Sturm, der alle mitreißt und Tims Kindheit gründlich durcheinander wirbelt. Nach einem Reigen endloser Therapieversuche gelangt er zu der bitteren Erkenntnis, dass die Wahrheit keine Tugend, sondern ein Schlund ist, in den hineinzufallen sich nur wenige trauen. Mit sarkastischem Humor lässt Maria Zaffarana ihren Protagonisten, den Literaturprofessor Tim Zobern, vierzig Jahre später auf den Tag zurückblicken, der sein Leben veränderte und ihn zum vermeintlichen „Sonderling“ machte. Nicht verbittert, sondern mit Wärme und einem Augenzwinkern erinnert er sich der abenteuerlichen Odyssee, die er bestehen musste, um nach vielen Irrungen und Wirrungen endlich zu sich selbst zu finden.


Rezension/Meinung

elten habe ich ein Buch gelesen, bei dem ich so schwer sagen kann, was es mir eigentlich genau vermitteln sollte, dass ich aber trotzdem irgendwie mochte, auch wenn sich mir nicht ganz erschlossen hat, worum es in diesem Buch eigentlich genau ging.

Was es auf jeden Fall geschafft hat, ist sehr einzigartige Charaktere zu zeichnen, die einen irgendwie berührt haben, wenn auch oftmals eher auf eine sehr negative Weise, welche sich darin äußerte, dass man den Ekel Tims einfach nur zu gut verstehen konnte. Ich selbst hätte, da bin ich mir ziemlich sicher, mit seiner Familie doch sehr große Probleme bekommen, da sie alle einfach durchweg Eigenschaften besaßen, die mich einfach nur irre gemacht haben, schon allein beim Lesen und mit ihnen wirklich zusammenleben zu müssen, ein Graus. Ebenso erging es mir mit jedem neuen Psychiater, dem Tim begegnet ist und ich finde den Ansatz der Erzählung, diese leise Kritik an der Gesellschaft, dass vielleicht ein wenig zu viel therapiert wird, eigentlich sehr schön, denn ehrlich, was die Mutter hier wegtherapieren lassen will, ist einfach lachhaft.

Gleichzeitig, konnte ich aber auch Tim nur sehr wenig abgewinnen, was vielleicht ein bisschen seltsam ist, da ich doch viele seiner Ansichten so deutlich verstanden habe, sie mir so klar waren, aber es ist auch einfach so, dass er dabei immer noch ein sehr sonderbarer Mensch ist, was zwar keineswegs verwerflich, aber eindeutig mir nicht wirklich sympathisch ist, zumindest nicht auf seine Art sonderbar zu sein.

Dabei war es aber, trotz aller sonderbaren Charakter und Verhaltensweisen so, dass sich hinter den Dingen ein gewisser, oft auch sehr düsterer Humor verbarg, der einen nicht immer direkt ansprang, der aber irgendwie da war und das Buch auch durchaus sehr bereichert hat. Doch trotz des hohen Anteils an Humor in diesem Roman, ist es eindeutig kein Buch, das man einfach so schnell weg lesen kann, zumindest ging es mir so, dass ich für die 113 Seiten deutlich länger benötigt habe, als man es bei der nicht sehr hohen Seitenzahl vermuten würde, da ich einfach sehr bewusst lesen musste, um auch wirklich alles mitzubekommen, da einfach so viel auf diesen wenigen Seiten verborgen liegt.

Es handelt sich hier eindeutig nicht um ein Buch für zwischendurch und ich glaube auch, dass es einige Leute geben wird, die mit seinem Inhalt so gar nichts anfangen können, da es einfach sehr speziell ist. Mir hat es auf eine gewisse Art gefallen, auch wenn es anstrengend war und ich nicht ganz dahinter gekommen bin, was es mir wirklich sagen wollte. Von daher werde ich auch keine klare Leseempfehlung geben, da dieses Buch einfach zu denen gehört, die man nicht empfehlen kann, sondern auf die man irgendwie von selbst stoßen muss.


Fazit

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