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Freitag, 27. Juni 2014

Rezension ~ Ich bin Tess

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Ich bin Tess
Autor: Lottie Moggach
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: script5
Ersterscheinung: 17. Februar 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839001587
ISBN-13: 978-3839001585
Originaltitel: Kiss me first



© Alexander James

Über die Autorin

Lottie Moggach ist freiberufliche Journalistin, liebt ihre Heimatstadt London und hat ein Faible für das 18. Jahrhundert. In ihrer Freizeit spaziert sie am liebsten mit ihrem Sohn durch die Straßen der britischen Hauptstadt und träumt davon, in einem der georgianischen Häuser zu wohnen. Die Idee zu ihrem ersten Roman Ich bin Tess kam ihr vor einigen Jahren, als sie viel zu viel Zeit mit Facebook verbrachte.


Inhaltsangabe/Klappentext

Würdest du dein Leben aufgeben, um das eines anderen zu übernehmen? Leila hat Tess nie zuvor getroffen. Doch sie weiß mehr über sie als irgendjemand sonst. Tess hat Leila nie zuvor getroffen. Doch wenn sie unbemerkt aus der Welt scheiden will, muss sie Leila ihr Leben anvertrauen. Zu Beginn ist es leicht für Leila, sich online als Tess auszugeben. Niemand durchschaut ihr Spiel. Doch wie lange lässt sich eine solche Lüge aufrechterhalten? Okay, nehmen wir uns einmal dieses hypothetische Dilemma vor: Eine Frau leidet an einer Krankheit, die an und für sich nicht lebensbedrohlich ist, aber ihre Lebensqualität stark einschränkt und auch nicht heilbar ist. Nach reiflicher Überlegung kommt sie zu dem Schluss, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Aber sie weiß, dass sie damit ihrer Familie und ihren Freunden großen Kummer bereiten würde und handelt daher nicht. Dennoch wünscht sie sich verzweifelt den Tod und an dieser Einstellung ändert sich auch über die Jahre nichts. Irgendwann kommt sie zu dir und sagt, ihr sei ein Weg eingefallen, wie sie ihren Plan in die Tat umsetzen kann, ohne ihre Familie und ihre Freunde unglücklich zu machen, aber dafür brauche sie deine Hilfe. Was würdest du tun? Würdest du ihr helfen?

Lottie Moggach ist mit ihrem in Großbritannien unter dem Titel Kiss me first erschienen Debütroman für junge Erwachsene für zahlreiche Literaturpreise nominiert. Dieser Roman rund um das Social-Media-Zeitalter verdeutlicht, wie das Internet unsere Vorstellung von Realität und Identität verändert.


Rezension/Meinung

Es ist immer wieder interessant, wie in Büchern die Anonymität des Internets verarbeitet wird. Gerade diese bietet nämlich für dieses Buch den großen Ausgangs- und Dreh- und Angelpunkt, denn ohne diese Anonymität, würde eine solche Geschichte wie »Ich bin Tess« nicht funktionieren.

In gewissen Punkten ist es zwar eine Handlung, die mir doch ein wenig absurd erschien, aber doch durchaus nicht unmöglich, auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich mit den Charakteren in diesem Roman nur wenig anfangen konnte.

Bei dieser Betrachtung will ich zunächst einmal mit Leila an, die man von allen Charakteren wohl am besten kennenlernt. Eine Person, die so ist wie sie und es auf eine solche Art und Weise schafft, ihr Leben zu leben, kann ich mir an sich gar nicht so recht vorstellen. Allein ihre Persönlichkeit wirkt auf mich einfach irgendwie seltsam anders. Sie ist einfach so weit von der Welt entfernt von ihrem Kopf her, scheint eigentlich am Leben nicht wirklich teil zu haben und ist aufgrund dessen auch ein eher unsympathischer Mensch. Jedoch ist sie daher natürlich einfach wie geschaffen für die Rolle, die sie in dieser Geschichte einnehmen soll, denn bei kaum einer anderen Persönlichkeit hätte ihr Verhalten auch nur im Ansatz passen wollen, hätte man sich vorstellen können, dass es irgendwie möglich wäre, dass diese Geschichte so ins Rollen kommt. Dabei habe ich viele ihrer Handlungsweisen, gerade, da sie so pedantisch war, einfach nicht nachvollziehen können, es war oft einfach viel zu viel, aber wie ich das genau meine, fällt vermutlich am ehesten wirklich beim Lesen auf, denn wenn ich noch mehr dazu sage, erwähne ich nachher zu viel vom Buch. Ihre Handlungen habe ich oftmals auf jeden Fall nicht verstanden, sie passten teilweise so gar nicht, weder zu ihr, noch zu dem, was sie darstellen wollte. Und trotzdem, ohne diese seltsame Art, wäre die Geschichte nicht möglich gewesen.

Auch alle anderen Personen, die um Leila herum auftauchen, wie Tess etc. wirkten auf mich alle so, dass ich ihnen nie vertraut hätte, ihnen ziemlich sicher sogar aus dem Weg gegangen wäre. Also eigentlich handelt es sich in diesem Buch deutlich um eine Ansammlung seltsamer Personen.

Die Idee hinter dem Buch ist auf jeden Fall sehr interessant und ich kann mir schon vorstellen, dass sie bei dem ein oder anderen auch dazu führt, dass er gewisse Dinge im Zusammenhang mit dem Internet etwas reflektierter betrachtet, jedoch ist es auch so, dass es mir schwer fiel Leila in ihren Handlungen zu verstehen, da es einen Menschen wie sie vermutlich in der Realität nur sehr selten gäbe. Zudem mochte ich vor allen nicht, dass die Geschichte vor allem in Rückblicken erzählt und immer wieder von gegenwärtigem unterbrochen wurde.

Ein durchaus interessantes Buch, das durch eine geniale Idee lebt, aber auch ansonsten nur dadurch, dass die Charaktere einfach alle ein bisschen komisch sind. Mein Buch ist es nur bedingt gewesen, auch wenn ich mich unterhalten gefühlt habe, nur kamen mir die Szenen in der Gegenwart nicht wirklich entgegen, sie langweilten mich zusehends und auch Leila hätte ich in einigen Situationen am liebsten geschüttelt.


Fazit

Kommentare:

  1. Liebe Themistokles,
    wenn du auf deinem Profl ankündigst, dass man hier jedes Gentre findet, hast du wirklich nicht übertrieben... ;)
    als Bücherfan mit wenig Zeit konsultiere ich des Öfteren deinen Bücherblog, um zu schauen, was es sich zu lesen lohnt, um das beste aus meiner knapp bemessenen Lesefreizeit zu machen, da ich dich als Bloggerin sehr sympathisch finde und ich initial feststellen musste, dass ich deine Meinung zu den Büchern oft teile. ;)Mir ist klar, dass du einen großen SuB hast, aber ich dachte, vielleicht kann ich ja dein Interesse trotzdem wecken (wer nicht wagt, der nicht gewinnt, was?). ;)

    Denn ich lese nicht nur gerne, sondern schreibe auch schon seit geraumer Zeit (über zehn Jahren... Oh Mann, klingt das, als wäre ich alt, wenn ich das so angebe...).
    Da du auf deinem Profil auch so nett angeboten hast, auch Rezensionsexemplare in Erwägung zu ziehen, dachte ich, ich kann mit meinem Werk vielleicht dein Interesse wecken. ;)

    Vor Kurzem habe ich ein Buch als eBook auf amazon gestellt. Versteh mich nicht falsch: Ich will nicht, dass du ein Review meines Buches auf deinen Blog stellst.
    Ich würde mich nur freuen, wenn du einen Blick auf mein Exposé wirfst und dann, wenn du Interesse hast, ein ehrliches Review veröffentlichst. Dazu bekommst du natürlich ein kostenloses Rezensionsexemplar. (Ich wollte das ganze Buch eigtl. kostenlos auf amazon zugänglich machen, aber da die da ja bekanntermaßen etwas kapitalistischer denken, muss man einen Mindestpreis von 0,89 Euro festlegen, wovon amazon dann 70% bekommt... Na ja, so naiv, dass mich das jetzt in irgendeiner Weise schockiert, bin ich nicht. :P)

    Kurzexposé:
    Nach der deutschen Wiedervereinigung kommt der DDR-Schriftsteller Rudolph Castell aus dem Gefängnis frei und muss feststellen, dass seine Frau zusammen mit der gemeinsamen Tochter Elissa spurlos verschwunden ist.
    Zwei Jahrzehnte lang setzt er alles daran, sein verschollenes Kind wiederzufinden.
    Obwohl er erneut heiratet - die französische Theaterschauspielerin Josephine - und Vater zweier weiterer Kinder wird, nimmt die Suche nach Elissa den Großteil seines Lebens ein.
    Er vernachlässigt darüber über Jahre seine neue Familie, die darunter leidet und sich von ihm entfremdet. Seine Ehefrau sucht Zuwendung bei einem anderen Mann, seine zweitgeborene Tochter Anouk verheimlicht ihrem Vater ein gefährliches Doppelleben und sein Sohn Vincent hat ebenfalls große Probleme, von denen niemand etwas ahnt.
    Erst als Rudolph ein Buch über seine verlorene Tochter veröffentlicht, erhält er neue Hinweise auf Elissas Aufenthaltsort. Die Wahrheit über seine Erstgeborene ist jedoch eine andere als er erwartet hat.
    Auch seine Familie kommt mit der Aussicht auf ein erfolgreiches Ende seiner Suche nicht zurecht und Ruolphs Leben droht erneut zu zerbrechen...

    Vielen Dank für deine Zeit und liebe Grüße :)
    Alix

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    1. Huhu,

      sorry, dass ich erst heute antworte :D Aber ich bin die Tage ganz schön ausgebucht gewesen :o)
      Danke, dass dir mein Blog so gut gefällt :o) Und ich muss ehrlich sagen, das Expose klingt interessant, von daher würde ich dein Angebot sehr gern annehmen :o)

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

      PS: Ehrlich ist meine Meinung immer ;o) Damit stoße ich zwar ab und an manchen etwas vor den Kopf, aber besser so, als nachher zu einem ganz ungünstigen Zeitpunkt gelogen zu habe :D

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