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Sonntag, 22. Juni 2014

Rezension ~ Und die Toten lässt man ruhen

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Und die Toten lässt man ruhen
Autor: Jürgen Kehrer
Taschenbuch: 166 Seiten
Verlag: GRAFIT
Ersterscheinung: 1990
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3894250062
ISBN-13: 978-3894250065




Über den Autor

Jürgen Kehrer wurde 1956 in Essen geboren. 1974 von der Zentralen Vergabestelle für Studienplätze nach Münster geschickt, fand er das Leben in dieser Stadt bald so angenehm, dass er noch heute dort wohnt.
1990 erschien sein erster Kriminalroman "Und die Toten lässt man ruhen". Erstmals ermittelt hier der sympathische, unter chronischem Geldmangel leidende Privatdetektiv Georg Wilsberg, der ebenso wie sein Autor in Münster tätig ist. Bis 2007 folgten 17 weitere Wilsberg-Krimis. 1995 wurde Wilsberg vom ZDF entdeckt und ist mittlerweile Protagonist einer Fernseh-Krimireihe am Samstagabend. Sieben der bislang gesendeten 38 Wilsberg-Filme basieren auf Romanen von Jürgen Kehrer.
Neben den Wilsberg-Romanen schreibt Jürgen Kehrer historische und in der Gegenwart angesiedelte Kriminalromane, Drehbücher fürs Fernsehen und Sachbücher. Zuletzt erschienen von ihm die Kriminalstorys "Wilsbergs Welt" sowie der Kriminalroman "Münsterland ist abgebrannt". Die Gesamtauflage seiner Bücher beträgt über 700.000 Exemplare.
Jürgen Kehrer ist verheiratet mit der Krimi- und Sachbuchautorin Sandra Lüpkes und Mitglied im "Syndikat", der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen und -autoren.


Inhaltsangabe/Klappentext

Der 1. Wilsberg-Roman: Wilsberg besitzt einen Briefmarken- und Münzladen und jobbt nebenbei als Privatdetektiv. Bei seinen Ermittlungen in einem 20 Jahre zurückliegenden Mordfall stößt er auf schwarzen Filz in der Bischofsstadt.
 

"... hat alles, was ein Krimi braucht. Witz, Spannung, Überraschungen, Tote, Emotionen." (Stadtblatt Münster) 
"Der Autor ... versieht seine Geschichte mit allen wesentlichen Elementen der crime-story, die man aus der amerikanischen Tradition seit Hammett und Chandler kennt." (Westfälische Nachrichten) 
"... eine Story vom Feinsten ...: garantiert unmoralisch und zynisch, antibürgerlich und unsozial, aber nicht dumpf-gewalttätig, dafür jedoch dramaturgisch perfekt bis aufs i-Tüpfelchen." (Leo's Magazin)


Rezension/Meinung

Ich bin ein großer Fan der Wilsberg-Serie im ZDF und daher war es für mich ehrlich sehr spannend, mal zu sehen, wie sehr in diesem Fall wohl Fernsehen und originale Buchfassung voneinander abweichen.

Und ich kann eins schon vorweg nehmen: Man kann sie nicht vergleichen, denn sie sind in so vielen Punkten so extrem unterschiedlich, dass man nur noch im Ansatz erkennen kann, wie beides zusammenhängt. Denn in beiden Fällen ist Wilsberg ein gescheiterter Anwalt und hat einen Laden, Briefmarken- und Münzverkauf, bzw. Antiquariat, der eher schlecht als recht läuft. Ansonsten konnte ich aber eigentlich keine wirkliche Gemeinsamkeit entdecken.

Viele der mir bekannten Charaktere aus der Serie habe ich irgendwie etwas vermisst, vor allen Dingen, da sie immer sehr viel Witz in die Wilsberg-Folgen bringen. Jedoch kann ich jetzt auch noch behaupten, dass ich diesen Roman schlecht fand. Er ist anders, vollkommen anders als die Serie und Wilsberg aus dem Fernsehen, ist eindeutig derjenige, der mir von beiden Wilsbergs der sympathischere wäre, aber trotzdem war das Buch doch ziemlich gut.

Ich muss zwar auch sagen, dass ich Wilsberg jeden anderen Job, als Detektiv mehr ans Herz legen würde, so wie er sich in diesem Roman präsentiert, aber das sorgt auch für den ein oder anderen Schmunzler oder auch Augenroller, den ich so zunächst nicht erwartet hätte. Aber ich war ehrlich doch überrascht, wie anders dieser Wilsberg hier doch ist, vor allen Dingen, da er einige Charakterzüge aufwies, die ihn mir doch auch glatt ein wenig unsympathischer machten.

Allerdings ist es auch so, dass man dem Buch vor allen Dingen anmerkt, wie alt es doch wirklich noch ist, was ich extrem amüsant fand. Allein, dass mit DM bezahlt wurde, Handys auch noch nicht wirklich vorhanden waren etc. machte dieses Buch schon für mich zu etwas besonderem, da es eine interessante Form der Zeitreise war, nicht wie in vielen Büchern, die heute geschrieben wurden und früher spielen, nein, dieses Buch wurde auch zu dieser Zeit geschrieben und der Autor konnte gar nicht wissen, was in der Zukunft noch kommt. Und es ist wirklich so, man spürt doch einen Unterschied in der Glaubwürdigkeit der Atmosphäre des Buches.

Es ist auf jeden Fall ein interessanter Krimi, der eher der alten Schule gehorcht, also weniger blutig ist, als zum Rätseln, Knobeln und Kombinieren zu verleiten und das mit einem Detektiv, bei dem man des Öfteren den Eindruck bekommt, dass er seinen Beruf mächtig verfehlt hat, der nicht mal wirklich richtig sympathisch ist, den ich aber trotzdem gern gelesen habe, auch wenn er mit meinem Fernseh-Wilsberg bisher noch nicht ganz mithalten kann, aber ich wette, auch dieser Wilsberg hier mausert sich noch in den folgenden Romanen.


Fazit

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