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Dienstag, 29. Juli 2014

Rezension ~ Tribunal

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Tribunal
Autor: André Georgi
Taschenbuch: 316 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag
Ersterscheinung: 10. März 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518465155
ISBN-13: 978-3518465158
Genre: Thriller

 

Jörg Dieckmann

Über den Autor

André Georgi, geboren 1965 in Kopenhagen, ist in Berlin aufgewachsen. Er studierte Philosophie und Germanistik und lebt als Drehbuchautor und Dramaturg in Bielefeld. Von ihm stammen zwanzig Drehbücher zu Fernsehkrimis – darunter für den Tatort, für Bella Block und die Verfilmungen von Kurzgeschichten von Ferdinand von Schirach und Siegfried Lenz.


Inhaltsangabe/Klappentext

Um einen Kriegsverbrecher zu überführen und Tausenden Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, setzt Jasna Brandic ihr Leben aufs Spiel. Ihre letzte Hoffnung ist ein Mann, der über Leichen ging und der sie vor eine schwerwiegende Entscheidung stellt.§Den Haag: Kovac, ehemaliger Kommandant einer Elitetruppe der serbischen Armee, ist wegen Massenmordes angeklagt. Jasna Brandic, Topermittlerin einer internationalen Spezialeinheit, hat nach langen Ermittlungen einen Kronzeugen, der Kovac' Schuld eindeutig beweisen kann. Am Tag der Verhandlung bringt ein Attentat alles zum Scheitern. Jasna steht vor einem Scherbenhaufen.§Da erreicht sie die Nachricht, dass jemand aus Kovac' engstem Kreis bereit ist, gegen seinen ehemaligen Weggefährten auszusagen vorausgesetzt, Jasna schützt ihn vor seinen eigenen Leuten. Sofort reist Jasna nach Belgrad. Gegen den Willen ihrer Vorgesetzten versucht sie, den Mann zu finden und vor das Tribunal zu bringen. Um das zu verhindern, sind Kovac' Anhänger zu allem bereit.


Rezension/Meinung

Dieses Buch ist eindeutig sehr gewöhnungsbedürftig. Nicht nur, dass man sich an einen eher sehr ungewöhnlichen Stil gewöhnen muss, auch die Handlung ist nicht so geartet, dass sie wirklich als richtig genial zu bezeichnen ist.

Mein großes Problem mit diesem Buch war vor allen Dingen wirklich der Schreibstil. Zum einen sind die Sätze oftmals sehr seltsam gewählt und auch der Satzbau ist einfach komisch. Nicht nur, dass statt Kommata oftmals einfach Punkte gesetzt werden und dann seltsame Halbsätze entstehen, die teilweise zum Beispiel auch mit einem »Und« starten oder auch nur aus ein bis zwei Worten bestehen, es werden auch teils Wendungen genutzt, die so einfach nicht passen wollen. Zum Beispiel wird einmal der Ausdruck benutzt »Die Frisur sticht«, bei der man sich ehrlich fragen muss, was der Autor einem damit wirklich sagen wollte. Des Weiteren ist es auch so, dass der Autor stark dazu neigt, dass er ab und an englische Begriffe einwirft, die einfach so vollkommen sinnbefreit sind, da man sich fragt, was da jetzt das Englische zu suchen hat, wie an einer Stelle mit folgendem Satz »Der Sound ist anders.«. Für mich einfach Dinge, die ich beim Lesen als durchaus seltsam und oftmals auch unschön empfand, wodurch das Lesen an sich schon weniger Spaß machte. Man merkt daran vielleicht dem Autor einfach an, dass er eigentlich Drehbuchautor ist, denn stelle ich mir das Buch als Actionfilm vor, dann passt es deutlich besser.

Außerdem hat er eine sehr ungewöhnliche Erzählperspektive gewählt, die zwischen einem auktorialen Erzähler, der einem ständig mitteilen muss, was noch passieren wird in der Zukunft, egal wie unwichtig es ist und einer Perspektive schwankt, bei der man wirklich jeden Gedanken der Charaktere direkt mitverfolgen kann, schwankt. Zwar eine nicht vollkommen uninteressante Perspektive, aber die durch, vor allem auch die fehlende Kennzeichnung der wörtlichen Rede, irgendwie nicht richtig angenehm war beim Lesen.

Ansonsten ist die Geschichte wirklich ein typischer Actionfilm, der oftmals wenig Sinn zu machen scheint, wo man sich oft fragt, warum die Charaktere eigentlich immer sofort so brutal reagieren müssen, auch wenn es eigentlich wenig Sinn macht. Von daher, als Film sicherlich gut, für ein Buch hat mir einfach zu viel gefehlt, da trotz ihrer doch auch vielen Gedanken, die Charaktere so weit weg von einem schienen, ich oftmals die Motivationen nicht ganz verstehen konnte und vor allem so viel so wenig Sinn ergeben wollte. Und natürlich wird auch viel mit Klischees gespielt und es gibt einfach extrem viele Gewaltszenen, die typisch Actionfilm sind, aber bei diesem Buch einfach so wirkten, als müssten sie da sein, damit es einen Füller für nicht vorhandene Handlung gibt.

Das Buch hat durchaus seine Spannung, wenn man sich irgendwie an den Erzählstil gewöhnen kann und einen Actionfilm einmal lesen möchte. Ansonsten finde ich, sollte der Autor bei den Drehbüchern bleiben, da man selbst an diesem Buch schon merkt, dass ihm das doch deutlich mehr noch liegt, denn als Film wäre das Buch sicher noch um Längen besser.


Fazit 

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