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Donnerstag, 21. August 2014

Rezension ~ Rachekuss

Allgemeine Angaben zum Roman


Titel: Rachekuss
Autor: Bettina Brömme
Broschiert: 252 Seiten
Verlag: Arena
Ersterscheinung: August 2011
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 340106603X
ISBN-13: 978-3401066035
Empfohlenes Lesealter: 14 - 17



Über die Autorin 

Bettina Brömme wurde 1965 in Karlsruhe geboren und lebt mit ihrer Familie in München. Nach Abitur und Zeitschriftenvolontariat Diplomstudium der Germanistik, Journalistik und Kunstgeschichte in Bamberg. Dann Ausflüge in die Filmproduktionswelt, zum Fernsehen und seit 2000 endlich Schriftstellerin und freiberufliche Autorin für TV, Hörfunk und Print.


Inhaltsangabe/Klappentext

Als Flora aus Brasilien nach Deutschland übersiedelt, fühlt sie sich fremd und ausgeschlossen. Nur die zarte, blonde Carina freundet sich mit ihr an. Die beiden sind bald unzertrennlich. Dann sieht sich Flora plötzlich einer schmutzigen Verleumdungskampagne ausgesetzt. Und als sie schließlich sogar des Mordes bezichtigt wird, will niemand an ihre Unschuld glauben.


Rezension/Meinung

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Jugendthriller und das muss man auf jeden Fall bedenken, denn so ausgeklügelt, wie mancher anderer Thriller, ist diese Geschichte bei weitem nicht. Ehrlich gesagt, mir war es sogar viel zu einfach das Ganze zu durchschauen und ich habe mich so manches Mal gewundert, wie doof die Charaktere nur sein können, dass sie selbst die Dinge so gar nicht überschauen, weil alles einfach viel zu klar und deutlich vor einem Stand.

Von daher hat man auch ein wenig den Eindruck, dass das Buch eigentlich für eine deutlich jüngere Lesergruppe gedacht ist, wäre es nicht so, dass das Thema Sex doch auf eine Art und Weise behandelt wird, bei der ich es sehr jungen Jugendlichen, bei denen ich vielleicht als einziges noch denke, dass sie die Handlung nicht sofort durchschauen, nicht in die Hand geben würde. Irgendwie ist das Buch daher etwas eigenartig geplant.

Dazu kommt dann noch, dass die Charaktere einfach ein bisschen zu arg stereotyp sind, manchmal ihre Handlungen unverständlich bleiben und auch ein bisschen zu sehr auf Klischees herumgeritten wird. Wie zum Beispiel, dass die eher schwarz gekleidete und eher etwas schüchterne Leonie ziemlich schnell den Stempel abbekommt, dass sie seltsam und komisch sei und sicherlich auch in Richtung Satanismus tendiert.

Bei Flora selbst hat es mich auch einfach irre genervt, dass sie so extrem naiv wirkte. Eigentlich hätte man ja von jemandem, der zum einen in einem eher gefährlichen Land aufgewachsen ist und zum anderen auch noch die Leute neu kennenlernt, erwarten sollen, dass sie nicht alles einfach schluckt, immer der gleichen Person sofort alles glaubt und vielleicht mal ein wenig etwas hinterfragt, aber bei ihr bekommt man einfach den Eindruck, dass sie den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen will und einfach extrem naiv ist. Mir wurde sie dadurch durchaus ein wenig unsympathisch, denn die Kombination aus Zickereien und Naivität bei ihr war einfach gruselig. Ab und an hätte man sie ehrlich durchschütteln wollen, weil sie offensichtliches scheinbar einfach nicht sehen wollte.

Bei vielen der anderen Charaktere war es so, dass sie mir sehr flach vorkommen sind, auch Yannik, der zwar irgendwie eine größere Rolle spielt, aber sehr am Rand bleibt und einem einfach von seinem Verhalten gar nicht ganz verständlich wird, denn ich hatte öfter den Eindruck, dass er sich ein wenig seltsam verhält. Carina, als Floras nahestehendste Bekannte war da schon etwas eindrücklicher beschrieben und unter ihr konnte man sich auch ein bisschen mehr vorstellen und sie war von ihrer Art auch einfach sehr stimmig gezeichnet.

Allgemein ist halt zu schnell klar, wer Flora übel mitspielen will und wie sich am Ende alles aufklären wird, wodurch das Buch für mich ein wenig langweiliger war, aber es ist gut geschrieben und als Jugendbuch auf jeden Fall gut lesbar, auch wenn ich halt immer noch die Frage im Hinterkopf habe, für welche Altersgruppe das Buch wirklich gedacht sein soll, denn richtig stimmig, ist es für mich bei keiner.

Eine Empfehlung gibt es daher nicht, denn wirklich als lesenswert, kann ich das Buch nicht beschreiben. Man kann es lesen, aber es ebenso gut auch lassen und verpasst nicht wirklich etwas.


Fazit

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