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Donnerstag, 30. Oktober 2014

Rezension ~ Totenleuchten

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Totenleuchten
Autor: Klara Nordin
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch
Ersterscheinung: 14. August 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462046934
ISBN-13: 978-3462046939
Genre: Krimi


Über die Autorin
© Rainer Ripper

Klara Nordin ist ein Pseudonym. Die Autorin wurde 1960 in Heilbronn geboren. Nach ihrer Buchhändlerlehre studierte sie Germanistik und Pädagogik in Tübingen und arbeitete viele Jahre in verschiedenen Verlagen. 2001 wanderte sie nach Schweden aus und lebt seit einigen Jahren im schwedischen Lappland, genauer: in Jokkmokk, dem Schauplatz ihres Romans. Von dort aus ist sie als Studienleiterin für die »Schule des Schreibens« in Hamburg tätig und leitet in Deutschland regelmäßig Schreibkurse.


Inhaltsangabe/Klappentext

Jokkmokk am Polarkreis, die Zweige der Kiefern biegen sich unter dem Neuschnee, auf dem zugefrorenen Talvatis-See finden Husky-Rennen statt, und die Einheimischen bereiten den alljährlichen samischen Wintermarkt vor, als ein junger Mann aus ihren Reihen ermordet wird. Grausam geschlachtet wie ein Rentier. Linda Lundin hat gerade ihren neuen Job als Hauptkommissarin in Nordschweden angetreten, einen solch schrecklichen Mord hat auch sie selten gesehen. Wer tötet einen Jungen, der im Dorf rundum beliebt war? Gemeinsam mit ihren Kollegen Bengt und Margareta nimmt sie die Ermittlungen auf und stößt im kleinen Jokkmokk auf kuriose Bewohner, samische Geschichten und alte Geheimnisse. War der tragische Unfall des besten Freundes des Mordopfers, der vor einigen Monaten im See ertrank, etwa gar kein Unfall? Und müssen sie mit weiteren Morden rechnen? Bislang erzählen nur die Nordlichter von den Toten …


Rezension/Meinung

Klara Nordin hat mit diesem Buch einen Krimi genau nach meinem Geschmack geschaffen. Er ist spannend, hat so manche interessante Wendung, geniale Charaktere und ist nicht ganz so leicht zu durchschauen, wie viele andere Krimis und das alles vor einer Kulisse, die einfach grandios ist und dem Buch eine ganz besondere Atmosphäre gibt.

Allein, dass der Krimi so weit im Norden Schwedens und dann auch noch im Winter spielt, finde ich genial. Das bringt nämlich die Aspekte mit sich, dass zum einen dort schon wenig Menschen leben, sprich der Kreis, der möglichen Täter, ist gar nicht so groß, sowie auch, dass dort alles sehr weitläufig ist. Verbunden mit der Tatsache, dass in diesen Breitengraden im Winter eh vieles vollkommen anders laufen muss und auch einfach die Atmosphäre grandios ist, machen diese Aspekte den Krimi für mich schon vom Ausgangspunkt her sehr gelungen. Dazu kommt dann noch, dass alles noch mit der fremden Kultur der Samen verbunden ist, über die man doch nebenbei noch einiges erfährt und die einfach extrem interessant ist.

Jedoch ist das noch nicht alles, denn auch die Charaktere sind einfach sehr gelungen. Vor allen Dingen die beiden Protagonistinnen Linda Lundin, die Kommissarin, und Julla waren mir durchaus sympathisch. Ebenso, wie Jullas Freundin Satu, eine alte Samin, bei der sie zu Besuch in Jokkmokk ist. Und auch viele weitere Charaktere, die einfach sehr liebevoll gezeichnet waren und die man sich so real vorstellen konnte und die Geschichte enorm bereichert und mit Leben gefüllt haben, wie auch Hanna, die Tochter der Kollegin Lindas oder Satus Freundinnen Maja und Josephina.

In diesem Umfeld findet nun ein Mord statt, der allein dadurch interessant wird, dass man sich wirklich beginnt zu fragen, wie so etwas dort passieren kann und man taucht regelrecht in diese Welt dort über dem Polarkreis und die Ermittlungen ein, denn irgendwie hat man schon die Vermutung, dass alles irgendwie noch zusammenhängen wird. Dabei ist es eindeutig auch nicht so, dass die vielen kleinen Dinge, die man nebenher noch zu den Samen, den Charakteren etc. erfährt, irgendwie den Fall in den Hintergrund treten lassen, sondern man einfach auch bei den Ermittlungen über sie stolpert. Das Buch ist einfach, trotz seiner nicht sehr hohen Seitenzahl, sehr vielschichtig.

Gut gemacht war auch, dass man nicht so leicht drauf kommt, wer wirklich der Täter ist, denn erwartet hatte ich es zunächst nicht, auch wenn ich da vielleicht sagen muss, dass der Abschluss ein bisschen zu extrem war. In meinen Augen das einzige Manko an diesem Krimi. Richtig genial aber, und eigentlich das Sahnehäubchen an diesem Krimi ist der Epilog, den ich so nie erwartet hätte, der aber einfach nur genial war.

Ein Krimi, den ich jedem nur empfehlen kann!


Fazit

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