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Sonntag, 2. November 2014

Rezension ~ Der Apfelsammler

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Der Apfelsammler
Autor: Anja Jonuleit
Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Ersterscheinung: 1. Juli 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423260173
ISBN-13: 978-3423260176
Genre: Gegenwartsliteratur / Belletristik


Über die Autorin

Anja Jonuleit wurde 1965 in Bonn geboren, besuchte das Sprachen- und Dolmetscherinstitut in München. Seit ihrem Abschluss 1992 ist sieÜbersetzerin und Dolmetscherin für Italienisch und Englisch. Sie lebte und arbeitete in New York, Bonn, Rom, Damaskus und München. 1994 kehrte sie mit ihrer Familie an den Bodensee zurück. Sie ist Mutter von vier Kindern. Ihr erster Krimi erschien 2007.


Inhaltsangabe/Klappentext

Nach der Trennung von ihrem Freund reist Hannah nach Castelnuovo in Umbrien, um das Erbe ihrer geliebten Tante Eli anzutreten: ein kleines Steinhaus voller Rätsel. Beim Aufräumen fallen ihr alte Briefe von Eli in die Hände, und sie beginnt zu lesen In diesen Tagen erkundet Hannah Castelnuovo, Elis zweite Heimat. Als sie zufällig auf ein Grundstück mit seltsam verbrannten Obstbäumen gelangt, wird sie unsanft von dort vertrieben. Dorfbewohner erklären ihr später, dass der schroffe Fremde harmlos und seine Leidenschaft das Züchten alter Obstsorten sei. Aus unerfindlichen Gründen hatte sich Eli einst mit dem "Apfelsammler" angefreundet, und auch Hannah sucht seine Nähe. Ist er der Schlüssel zu Elis Geheimnis?


Rezension/Meinung

Ich lese seltener solche Bücher, die in die Richtung Drama, Familiendrama, Familiensaga oder ähnliches gehen und doch, ist es auch immer mal wieder schön zwischendurch ein solches Buch zur Hand zu nehmen, da es mal wieder etwas ganz anderes ist. Vor allen Dingen dann, wenn es eine so schöne Geschichte erzählt, wie es bei »Der Apfelsammler« der Fall ist.

Was ich an diesem Buch besonders mochte, war die Zweiteilung zwischen der Geschichte, die einem von Eli erzählt wird, der Tante Hannahs und dem Teil, den Hannah aktuell in der Gegenwart erlebt. Beide Teile sind nämlich sehr spannend gestaltet und einfach so, dass man bei beiden Frauen gern wissen will, wie es wohl weitergeht. Dabei ist es auch einfach so gelungen, dass die einzelnen Abschnitte teils doch mit kleinen Cliffhangern enden, die einen noch mehr dazu bringen, dass man einfach weiterlesen muss, weil man wieder wissen will, die es im jeweils anderen Part der Geschichte bloß weitergeht.

Dabei ist der Teil, der einem von Eli erzählt wird, der weitaus dramatischere und ich habe sie während des Lesens wirklich zu schätzen und in manchen Punkten auch zu bewundern gelernt und das gepaart mit der Erkenntnis, dass sie auch ganz anders sein konnte, so viel naiver. Eli zeigt einem in ihrer Geschichte nämlich, was für eine starke Persönlichkeit sie eigentlich hat, denn bei dem, was ihr so alles wiederfährt, ist es fast schon ein Wunder, dass sie so weit gekommen ist, wie sie es geschafft hat und das alles noch halbwegs unbeschadet. An einigen Stellen habe ich zwar den Kopf schütteln müssen, wie die gute Eli sich selbst manches nur antun konnte, aber ich mochte sie einfach sehr gern.

Ebenso ist Hannah einfach ein Charakter, den man gern haben muss und irgendwie mochte ich ihre Art die Welt mit den Fotos zu sehen auch sehr gern. Dabei war es immer wieder sehr spannend, was sie weiteres über den Apfelsammler Di Lorenzo herausfinden wird und auch, wie sich ihre Einstellung ihm gegenüber langsam veränderte, war sehr schön geschildert. Zwar war das natürlich etwas, das ich in einem solchen Buch einfach erwartet hatte, aber das macht es ja nicht schlecht. Wobei es doch auch immer wieder noch Kleinigkeiten gab, die ich so nicht erwartet hatte.

Insgesamt wurde einem schon recht bald klar, in welche Richtung das Buch gehen würde, denn viele Möglichkeiten blieben nicht offen und trotzdem hat das Buch mich weiterhin gefesselt, denn wie am Ende alles aufgelöst würde, war mir lange nicht klar. Letztendlich muss ich aber auch gestehen, fand ich das Ende ein wenig seltsam, denn Hannahs Handlung bleibt mir weiterhin etwas unverständlich und irgendwie hat mir daher noch ein wenig gefehlt. Es endet einfach ein bisschen zu früh, was zwar Spekulationen offen lässt, aber irgendwie hätte ich lieber eine klare Antwort auf die Frage, die mir jetzt noch im Kopf herumschwirrt.

Ein Buch, das ich nur empfehlen kann! Da es einfach eine tolle Geschichte von zwei starken Frauen erzählt, die man einfach gern haben muss.


Fazit

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