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Mittwoch, 30. April 2014

Rezension ~ Dolphin Dance

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Dolphin Dance
Autor: Helmut Barz
Broschiert: 446 Seiten
Verlag: Sutton Verlag
Ersterscheinung: 1. Oktober 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954000385
ISBN-13: 978-3954000388
Genre: Krimi
Reihe: Katharina Klein
Band: III

 

Über den Autor

Helmut Barz arbeitet nach einem Studium der Theaterwissenschaften und -regie als freier Autor, Regisseur und Texter in der Werbung und Unternehmenskommunikation. Mit der toughen Deutschkoreanerin Katharina Klein hat er eine einzigartige Krimiheldin geschaffen, deren Abenteuer in »Westend Blues« und »African Boogie« Leser und Kritiker gleichermaßen zu Begeisterungsstürmen hingerissen haben.


Inhaltsangabe/Klappentext

Gerade zurück aus dem unfreiwilligen Abenteuerurlaub auf Mafia Island und noch vor Antritt des neuen Jobs als Leiterin einer Spezialeinheit für unaufgeklärte Verbrechen stürzt sich Katharina Klein, Frankfurts explosivste Kriminalpolizistin, in den drängendsten unerledigten Fall, den es für sie gibt: den Mord an ihrer eigenen Familie vor 16 Jahren. Die Vergangenheit wirft unangenehme Fragen auf: nach der Rolle des Gerichtsmediziners Andreas Amendt, in den sich Katharina so gerne verlieben würde, und ihres Mentors Polanski, der den Fall damals untersucht hat. Und nach dem eigenen Vater, denn warum sollte jemand die Familie eines harmlosen Kunsthändlers so professionell auslöschen? Doch vor allem scheint die Vergangenheit höchst lebendig: Irgendjemand will Katharinas Ermittlungen mit allen Mitteln stoppen und geht dabei wortwörtlich über Leichen.


Rezension/Meinung

Die Reihe um Katharina Klein hatte mich schon vom ersten Band an gefangen genommen und auch der zweite Band hat mir einfach richtig gut gefallen. Dadurch war ich natürlich mächtig neugierig, wie diese Reihe mit dem dritten Band zwar noch nicht ganz abschließen wird, aber zu einem vorläufigen kleinen Ende führen wird. Und ich wurde auf jeden Fall nicht enttäuscht, auch wenn dieser Band dann doch ein ganzes Stück anders war, als noch seine Vorgänger.

Vor allen Dingen muss man wohl bei diesem Band damit leben können, dass er etwas weniger real wirkt, als es noch bei den anderen beiden der Fall ist, sondern dann doch an mancher Stelle schon sehr abgedreht ist. Auch passieren so manche Dinge, bei denen ich selbst doch sehr traurig war, dass sie so passieren, wie sie geschehen, besonders, da es doch auch oft Charaktere betrifft, die ich in den ersten Teilen sehr ins Herz geschlossen hatte. Und was auch auf jeden Fall klar sein muss, wenn man sich an diesen Band wagt, man sollte die Vorgänger wirklich kennen, denn es werden so viele Dinge wieder erwähnt, die in den anderen Bänden passierten, es basiert alles auf einem einzigen roten Faden, der sich von Band eins bis zu diesem zieht und dem man nur folgen kann, wenn man wirklich die Vorgänger kennt.

Zudem ist es auch einfach so, dass dieser Band auf jeden Fall erstmal versucht ein Ende für diese drei Bände zu schaffen, das zwar offen genug ist, um weitere Teile zuzulassen, aber wirklich auch soweit zu Ende, dass es eigentlich kaum noch offene Punkte gibt, was dazu führt, dass viel beendet wird. Man hat nämlich zu so gut wie jedem relevanten Charakter ein Ende in diesem Buch und da es viele wichtige Charaktere gibt, kann das selbst bei jemandem, der alle Bände aufmerksam gelesen hat und liest, noch zu mancher Verwirrung führen. Denn es wird einfach extrem viel erzählt in diesem Band, aber das auch wieder mit so viel Witz, Spannung und einfach Spaß an den Charakteren und der Geschichte, dass ich diesen Band auch sehr gern mochte. Obwohl ich, wie erwähnt, ihn etwas absurd in manchen Situationen fand, weil vielleicht auch einfach zu viel passieren musste.

Trotzdem finde ich ihn auf jeden Fall einen würdigen Abschluss für Katharinas Ermittlungen rund um den Todesfall ihrer Familie und auch, wenn man ihn wirklich aufmerksam lesen muss und er durchaus nicht allein stehen kann, kann ich allen, die gerne etwas amüsantere, spannende und vor allen Dingen auch flottere Krimis mit genialen Charakteren lesen, die gesamte Reihe um Katharina Klein, inklusive dieses Bandes, nur empfehlen.


Fazit

Sonntag, 27. April 2014

Rezension ~ Daughter of Smoke and Bone

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Daughter of Smoke and Bone
Autor: Laini Taylor
Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: FISCHER FJB;
Ersterscheinung: 23. Februar 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841421369
ISBN-13: 978-3841421364
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Daughter of Smoke and Bone
Genre: Fantasy
Reihe: Zwischen den Welten
Band: I

 

Über die Autorin

Laini Taylor lebt mit Ehemann und Tochter in Portland, Oregon, wo die Familie in einem Haus voller Bücher, Marionetten und Roboter wohnt. Die Autorin arbeitet zudem auch als Illustratorin und gestaltet neben dem Schreiben ihre eigene erfolgreiche Papeterie-Produktlinie 'Laini’s Ladies'. Den Umschlag zu 'Die Elfen von Dreamdark' ihr Ehemann Jim Di Bartolo entworfen.



Inhaltsangabe/Klappentext

Was würdest du dir wünschen, wenn du nur eine Perle deiner Kette opfern musst, damit dein Wunsch in Erfüllung geht? Wo würdest du hinreisen, wenn du bloß durch eine Tür gehen musst, um nahezu alle Orte der Welt zu erreichen? Wie würdest du dich fühlen, wenn du den falschen Mann liebst, er aber die Antwort auf alle deine Fragen ist? Karou dachte, sie wüsste, wer sie ist. Doch dann kommt es zu einer Begegnung, die alles verändert …

Eine Liebe, die älter ist als die Zeit. Und ein Kampf, bei dem ALLES auf dem Spiel steht. Der erste Band der Serie, die die Welt erobert.



Rezension/Meinung

Wieder mal ein Roman, der von vielen in den Himmel gelobt wird. Wieder mal ein Roman, den ich wohl genau aus diesem Grund dann einfach auch lesen mussten. Denn ich bin erwiesener Maßen extrem neugierig! Nur eins kann ich diesmal wohl nicht sagen: Wieder einmal ein Roman, den ich extrem überbewertet finde.

Ich muss nämlich ehrlich sagen, auch wenn er mich an manchen Punkten irgendwie verwirrt hat, wenn ich die ganze Zeit nicht wusste, worauf dieser Roman eigentlich wirklich hinauslaufen wird, hat er mir gefallen. Wohl vor allen Dingen auch, weil er mal wieder etwas ganz anderes in dieser doch sehr homogenen Welt der Fantasy-Jugendromane ist und einfach heraus sticht. Denn die Liebe ist nicht wirklich in dem Sinn der Fokus, wie in so gut wie jedem anderen Buch, es ist keine Dystopie und was mir am meisten gefällt, denn auch wenn sie für mich erst etwas undurchsichtig war, der Roman hat eine Handlung, die über hier sind wundersame Wesen und ein Mensch verliebt sich in eins davon, hinaus geht, sondern einfach auch anders ist.

Wobei natürlich auch diese Liebesgeschichte, die doch irgendwie in fast jedem Buch unweigerlich enthalten sein muss auch hier vorhanden ist, die für mich aber auch fast der am wenigsten interessant, spannende und vor allen Dingen wundersamste Teil war, denn irgendwie war sie für mich wohl das mit verworrenste, da ich sie nicht so sonderlich gut verstanden habe. Ich glaube einfach, an dieser Stelle gingen mir einige Dinge einfach viel zu schnell, so dass sie für mich nicht wirklich logisch und greifbar waren.

Ansonsten aber schafft es die Autorin einfach mit ihrem extrem bildhaften Schreibstil sehr gefangen zu nehmen und das Prag, wie sie es einem aufzeigt, ist einfach wunderbar und als Kulisse für diese Wesen, die sie erschafft, diese wundersamen Dinge, einfach super treffend und passend. Zumal Karou, losgelöst von ihrer für mich etwas unverständlichen Liebesgeschichte, einfach ein klasse Charakter ist, den man einfach anfängt ins Herz zu schließen und deren Geschichte man gern verfolgt, vor allen Dingen, da man immer neugieriger wird, was es mit ihr wohl wirklich auf sich hat.

Neben der Liebesgeschichte, die mir noch nicht ganz schlüssig werden konnte, habe ich aber auch noch einen kleinen weiteren Kritikpunkt, denn auch wenn ich wusste, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, war mir da ein zu großer Sprung aus der Haupthandlung hinaus vorhanden, der zu abrupt wirkte und für mein Gefühl diesen Band mit einem recht unsauberen Ende hat stehen lassen. Das, in meinen Augen, irgendwie nicht ganz stimmig war.

Trotzdem hat mir das Buch gefallen und ich bin schon sehr neugierig, wie die Geschichte wohl weitergehen wird.


Fazit

Samstag, 19. April 2014

Rezension ~ Dreikönigsmord

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Dreikönigsmord
Autor: Bea Rauenthal
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: List Taschenbuch
Ersterscheinung: 2. Dezember 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 354861180X
ISBN-13: 978-3548611808
Genre: Krimi

 

Über die Autorin

Bea Rauenthal ist das Pseudonym der Bestsellerautorin Beate Sauer, die mit ihren historischen Romanen große Erfolge feiert. Sie lebt in Bonn.


Inhaltsangabe/Klappentext

Hauptkommissarin Jo Weber und ihr streitlustiger Kollege Lutz Jäger werden zu einer Leiche gerufen. Doch die ist mehrere hundert Jahre alt. Kein Fall für Jo und Lutz also - bis sie sich völlig überrascht im Mittelalter wiederfinden. Um in die Gegenwart zurückzukehren, müssen sie den Mord an dem Mann aufklären, dessen Skelett gefunden wurde. Ohne moderne Spurensicherung und Genanalyse scheint ihnen das unmöglich. Die Spur führt zuerst in die Gosse, dann in Kirchenkreise, und immer müssen Jo und Lutz aufpassen, dass sie sich nicht verraten und der Ketzerei angeklagt werden. Werden sie es schaffen - zurück in die Zukunft?


Rezension/Meinung

Zeitreiseromane erfahren schon seit einiger Zeit wieder einen leichten Boom und erfreuen sich eindeutig relativ großer Beliebtheit, wobei sie mir bisher meist im eher romantischen Fantasy-Bereich, im Jugendbuch- oder auch Kinderbuch-Bereich über den Weg gelaufen sind. Einen Zeitreisekrimi, der bis auf die Tatsache der Zeitreise eindeutig eher einen realitätsnahen Charakter hat, hatte ich bisher noch nicht in der Hand und ich muss ehrlich sagen, dieser hat mich begeistert, weil er so viele Dinge vereint, die für mich zu einem guten Buch dazugehören.

Zum einen sind die beiden Charaktere Jo Weber und ihr Kollege Lutz einfach nur grandios. Vor allen Dingen wenn die beiden aufeinander treffen, da sie zum einen so unterschiedlich sind, dadurch einfach so toll aneinander geraten und zum anderen sich auch einfach manchmal so ähnlich sind, dass es einen riesen Spaß macht die Dialoge zwischen den beiden zu verfolgen. Allgemein ist das Buch einfach auch mit einer großen Prise an Humor ausgestattet, die mich häufig zum Schmunzeln brachte. Wobei ich mit am meisten Schmunzeln und Lachen musste, als die beiden im Mittelalter ankommen, weil sie einfach mit manchem modernen und ihren Ansichten, einfach alle verwirren, was ich grandios dargestellt finde und auch von einem guten Gespür der Autorin für diese Zeit zeigt.

Daneben handelt es sich bei dem Krimi auch einfach um eine spannende Sache, weil man selbst so extrem neugierig wird, was wohl geschehen ist, man aber, wie die beiden Kommissare in einer Zeit gefangen ist, in der das Ermitteln eindeutig noch extrem kompliziert war. Dabei ist es auch einfach genial, auf was für Ideen die beiden noch so kommen, um sich irgendwie ein wenig zu behelfen, da sie ja eigentlich gar keine der typischen Ermittlungsmethoden nutzen können, von der Zeugenbefragung einmal abgesehen. Dazu dann noch die allgemeinen Umstände der Zeit und in was für Rollen die beiden stecken und es ist einfach eine Situation vorhanden, die man schon ein wenig als Schlamassel bezeichnen kann. Jedoch ein Schlamassel, das für mich sowohl sehr amüsant, als auch sehr spannend war.

Ich freue mich auf jeden Fall schon tierisch auf den nächsten Band mit Jo und Lutz, da dieser Roman schon einfach grandios war und ich so gespannt bin, wie es mit ihnen weitergehen wird, da das Ende in manchen Dinge doch schon noch ein wenig sehr offen war.

Ein Krimi, den ich auch gerade den Freunden historischer Romane ans Herz legen kann, denn auch in diesem Bereich ist er einfach toll, aber er zeigt auch noch so viel mehr Aspekte. Ein tolles Buch, das zwar einen kleinen phantastischen Anteil hat, der aber glaube ich nicht zu sehr stört, auch wenn man so etwas eigentlich nicht so mag.


Fazit

Donnerstag, 17. April 2014

Rezension ~ Bladenight

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Bladenight
Autor: Anett Leunig
Broschiert: 189 Seiten
Verlag: Nepa-Verlag
Ersterscheinung: 11. Februar 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981380061
ISBN-13: 978-3981380064
Genre: Roman

 

Über die Autorin

Anett Leunig, geb. 1978, ist in Naumburg/Saale zu Hause und als Diplom-Rechtspflegerin tätig. Bereits in ihrer Jugend hat sie ein Faible für das Geschichtenerzählen und die Sprache entwickelt. Sie beobachtet und analysiert reale Situationen sehr genau, um sie dann in ihrer lockeren, schmunzelnden Erzählweise in die Handlung einzuflechten.


Inhaltsangabe/Klappentext

Markus ist glücklicher Single und überzeugter Sportmuffel, bis in die Wohnung nebenan eine Frau einzieht und sein Leben sanft, aber gnadenlos auf den Kopf stellt. Anfangs ist Markus von ihr total genervt; doch schon bald erwacht in ihm das Interesse für sie und ihren Sport das Skaten.
Gemeinsam mit Markus lernt der Leser, wie man sich wieder interessant macht für eine Frau, wie man sie verstehen oder missverstehen kann, und wie man seinen Konkurrenten im Kampf um diese Frau mit dessen eigenen Waffen schlägt.
Und so ganz nebenher gibt es einen witzigen, verwirrenden und rasanten Crash-Kurs in Sachen Skaten.
Vielleicht bedeutet Sport ja nicht immer zwangsläufig Mord!
Ein wahrhaftiger Gute-Laune Roman


Rezension/Meinung

Ich würde zwar behaupten, dass dieser Sport heute nicht mehr ganz so »in« ist, wie noch vor einigen Jahren, dennoch erfreut sich das Inlineskaten bei vielen doch immer noch relativ großer Beliebtheit. In diesem Roman, der diesen Sport mit einer kleinen und sehr niedlichen Romanze verstickt, scheint die Beliebtheit ungebrochen und es wird auch denen, die mit diesem Sport bisher nicht viel zu tun gehabt haben, noch einiges dazu erläutert.

Mir persönlich haben die kleinen Anmerkungen zu Skaten und vor allen Dingen auch Markus versuche das Skaten für sich zu entdecken, welche Fehler er dabei macht, was für Leute er dadurch kennenlernt etc. ehrlich einfach gut gefallen. Dabei ist Markus ehrlich ein Protagonist, den man trotz seiner Fehler und manchmal gerade wegen dieser, echt ganz lieb gewinnt. Zum einen ist er einfach zu genial tollpatschig, was zu einigen sehr amüsanten Szenen führt. Ebenso auch, waren viele seiner Versuche seine neue Nachbarin für sich zu gewinnen, bzw. sie näher kennen zu lernen, auch äußerst amüsant. Besonders, da er es oft auf eine fast schon niedliche Art versucht hat. Besonders auch, da er am Anfang von seiner neuen Nachbarin glatt doch genervt wirkte.

Auf jeden Fall hat die Geschichte so einiges an Humor zu bieten, vor allem Situationskomik, einige lustige Dialoge und vor allen Dingen einen sehr sympathischen Protagonisten. Wobei ich auch einfach das Thema Skaten schön in den Roman eingebaut fand, da es ihn ergänzte, nicht zu aufgesetzt wirkte und die Handlung auch einfach nicht störte. Viel mehr fand ich die Idee seiner Angebeten über eins ihrer Hobbys näher zu kommen sogar sehr passend für eine Liebesgeschichte.

Ein niedlicher Roman, mit sogar noch ein paar Wendungen, der ehrlich Spaß macht beim Lesen, gut unterhält und einfach was zum Entspannen ist.


Fazit

Mittwoch, 16. April 2014

Rezension ~ Bauernopfer - Lichthaus' zweiter Fall

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Bauernopfer
Autor: Paul Walz
Broschiert: 357 Seiten
Verlag: Prolibris Verlag Rolf Wagner
Ersterscheinung: 28. August 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954750724
ISBN-13: 978-3954750726
Genre: Krimi
Reihe: Kommissar Lichthaus
Band: II

 

Über den Autor

Paul Walz (Pseudonym), Jahrgang 1964, lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Trier. Hier arbeitete er einige Jahre in einer Bank, bevor er 2001 als Professor an eine Hochschule im Rhein-Main-Gebiet wechselte. Nach zahlreichen Beiträgen in betriebswirtschaftlichen Fachmagazinen, die er unter seinem bürgerlichen Namen veröffentlichte, begann er Kriminalromane zu schreiben.


Inhaltsangabe/Klappentext

Ein bestialischer Mord erschüttert Trier. Ein Biobauer der ersten Stunde wurde in seinem Vorzeigestall grausam umgebracht. Schnell findet Lichthaus einen Verdächtigen im Kreise der Familie. Als jedoch kurz darauf ein stadtbekannter Politiker vor Lichthaus’ Augen ermordet wird, stehen er und sein Team wieder am Anfang der Ermittlungen. Müssen sie den Täter doch in der Ökobranche suchen? Will jemand die Biolandwirtschaft in Misskredit bringen? Oder hat sich gar die Mafia in ihr eingenistet? Ein Journalist wittert einen weitreichenden Skandal und muss für seine Recherchen teuer bezahlen. Kann Lichthaus den Wahnsinn stoppen, bevor seine eigene Familie ins Visier gerät?


Rezension/Meinung

Wenn ich an Regionalkrimis denke, dann habe ich entweder sofort die eher amüsanten Exemplare, die meist im bayrischen Raum spielen im Kopf oder die zwar ernsteren Regionalkrimis, wie sie zum Beispiel Nele Neuhaus schreibt. Von beiden Richtungen hebt sich dieser Krimi aber durchaus sehr ab, da er von seiner Note noch ein ganzes Stück härter ist an manchen Stellen, sowohl vom inhaltlichen, als auch von der Wortwahl her, was ihn doch aus der Masse an Regionalkrimis hervorschauen lässt.

Ich muss jedoch auch sagen, obwohl der Krimi einige härtere Töne anschlägt, mag ich ihn sehr gern, da er mit den Intrigen rund um den Biobauernhof und den Diskrepanzen zwischen biologischer Herstellung und Wirtschaftlichkeit, sowie den politischen Einflüssen darauf einfach ein Thema anspricht, das ziemlich interessant ist. Ganz besonders auch, da die Charaktere in diesem Fall sehr interessant sind und selbst manchmal mit sich und anderen in Interessenkonflikte geraten oder auch einfach die Familienkonstruktionen sehr interessante Ausmaße annehmen.

Dabei finde ich es auch sehr interessant, wie Walz seinen Protagonisten Lichthaus darstellt, da man bei ihm von Beginn an das Gefühlt hat, dass er ein ganz normaler Typ aus der Nachbarschaft sein könnte. Lichthaus wirkt an keiner Stelle irgendwie künstlich aufgeputscht, weder zum besonders Positiven, noch zum besonders Negativen. Allgemein ist er einfach ein Typ wie die Leser selbst, mit kleineren Problemen, die ihn aber nicht vollkommen dauerbelasten und der einem dadurch sofort sympathisch wird. Ein wenig hätte es mir, die ich Lichthaus bisher noch nicht kannte, vielleicht geholfen den ersten Band zu lesen, weil man so zunächst eher wenig über ihn erfährt und eher den Eindruck hat, man müsste ihn eigentlich schon kennen, aber das ist nicht si ausgeprägt, dass es mich beim Lesen wirklich gestört hätte.

Aber gerade, dass der Krimi grundsätzlich nicht übertreibt, macht ihn für mich so interessant, weil er damit und seiner realitätsnahen Brutalität einfach sehr glaubhaft wirkt, einen großen Teil an Spannung bietet und das ganz eindeutig in einem sehr interessanten Umfeld, welches die Biobauern und auch diese kleine Dorfgemeinschaft drum herum bilden.

Ein Krimi, den ich nur jedem empfehlen kann, der nach Spannung und einer super Geschichte sucht, bei dem Ermittler, wie Opfer und Täter irgendwie aus dem Leben gegriffen wirken.


Fazit

Dienstag, 15. April 2014

Rezension ~ Das Haupt der Welt

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Das Haupt der Welt
Autor: Rebecca Gablé
Gebundene Ausgabe: 864 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth)
Ersterscheinung: 4. Oktober 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3431038832
ISBN-13: 978-3431038835
Genre: Historischer Roman

 

Über die Autorin

Rebecca Gablé ist das Pseudonym der deutschen Schriftstellerin Ingrid Krane-Müschen, geboren am 25. September 1964 in Wickrath bei Mönchengladbach. Sie ist vor allem für mittelalterliche Ritterromane bekannt. Rebecca Gablé schließt 1984 die Schule mit dem Abitur. Nach der Schule macht sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau. In diesem Beruf arbeitet sie einige Jahre auf einem Stützpunkt der Royal Air Force, wo sie die englische Kultur und Sprache näher kennenlernt. 1991 beginnt Rebecca Gablé ein Studium der Anglistik und Germanistik mit den Vertiefungen in Literaturwissenschaft und Mediävistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dort arbeitet sie für drei Jahre als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für mittelalterliche englische Literatur. Im Frühjahr 1996 schließt sie das Studium mit einem Magister ab. Gablé schreibt 1990 ihr erstes Buch, den Kriminalroman „Jagdfieber“. Viele Jahre suchte sie verzweifelt nach einem Verleger für ihr erstes Buch. Es erscheint schließlich 1995 beim Verlag Bastei Lübbe. Für den Roman wird sie für den „Friedrich-Glauser-Krimipreis“ nominiert. Ihr zweiter Roman „Die Farben des Chamäleons“ ist ebenfalls ein Krimi. Von dem Honorar, das sie für die Bücher bekommt, kann Gablé nicht leben, sodass sie als Übersetzerin für verschiedene Verlage arbeiten muss. Ihren Durchbruch erlebt sie 1997 mit ihrem ersten historischen Roman „Das Lächeln der Fortuna“. Bereits im ersten Jahr nach Erscheinen werden etwa 200.000 Exemplare davon abgesetzt. Auf das Buch folgen zwei weitere Kriminalromane. Von 1999 bis 2000 nimmt Gablé einen Lehrauftrag in altenglischer Literatur an der Heinrich-Heine-Universität an. Im Jahr 2000 veröffentlicht sie mit „Das zweite Königreich“ einen weiteren Historienroman. Seither spezialisiert sie sich auf dieses Genre, alle ihre Bücher schaffen wiederholt den Sprung in die Bestsellerlisten. Gablé ist Mitglied und drei Jahre lang auch Sprecherin der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur mit dem Namen „Syndikat“. Daneben ist sie auch Mitglied im „Autorenkreis Historischer Roman Quo Vadis“. 2006 erhält sie von derselben Autorenvereinigung den Silbernen Lorbeer des „Sir Walter Scott-Preises“ für das Werk „Die Hüter der Rose“. 2008 veröffentlicht Gablé ein belletristisches Sachbuch zur Geschichte des englischen Mittelalters unter dem Titel „Von Ratlosen und Löwenherzen“. Im Oktober 2009 ist ihr Roman „Hiobs Brüder“ bei der Verlagsgruppe Lübbe erschienen. Es folgten "Der dunkle Thron" und im Herbst 2013 "Das Haupt der Welt". Rebecca Gablé und ihr Mann leben unweit von Mönchengladbach in Wickrath auf dem Land. Sie interessiert sich neben dem Schreiben und Lesen vor allem für die mittelalterliche Geschichte, das Theater und die Musik. Sie spielt Klavier und singt seit einigen Jahren in einer Band.


Inhaltsangabe/Klappentext

Endlich ist es da - ein neues Buch von Rebecca Gablé.

Ihr neuer historischer Roman versetzt den Leser ins Brandenburg 929: Beim blutigen Sturm durch das deutsche Heer unter König Heinrich I. wird der slawische Fürstensohn Tugomir gefangen genommen. Er und seine Schwester werden nach Magdeburg verschleppt, und bald schon macht sich Tugomir einen Namen als Heiler. Er rettet Heinrichs Sohn Otto das Leben und wird dessen Leibarzt und Lehrer seiner Söhne. Doch noch immer ist er Geisel und Gefangener zwischen zwei Welten. Als sich nach Ottos Krönung die Widersacher formieren, um den König zu stürzen, wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an Tugomir, den Mann, der Freund und Feind zugleich ist ...


Rezension/Meinung

Ich hatte schon so viel von Rebecca Gablé gehört und auch schon einige ihrer Romane über Leseproben angelesen, vielleicht übrigens die falschen, denn ich bin nie so richtig reingekommen, dass es mit diesem Buch, trotzdem mir die Autorin schon sehr bekannt war, meine eigentlich erste Erfahrung mit ihr war.

Und mal davon abgesehen, dass sie eine der bekanntesten Autorinnen historischer Romane ist, kann ich nur sagen, dass es auch gerade in diesem Genre eine sehr neue Erfahrung für mich war, mal ein Buch dieser Autorin zu lesen. Denn wie viele historische Romane transportiert es eine Geschichte, die über einen sehr langen Handlungszeitraum gezogen wird, was ich grundsätzlich eigentlich nicht so gern habe, da mir dabei einfach immer zu viel Zeit zwischen den einzelnen Handlungszeitpunkten liegt, es oftmals sehr bruchstückhaft und abgehackt wirkt. In diesem Roman ist das aber sehr gut gehandhabt und ich hatte nie wirklich das Gefühl, dass es immer nur gefühlt sehr eigenständige Bruchstücke waren, sondern das große Ganze konnte man sehr gut erkennen.

Auch die Charaktere waren einfach nur toll, denn vor allem Tugomir als Protagonist, als auch Thankmar, den Bruder Ottos, mochte ich sehr gern. Leider blieben, was wohl auch bei einer solchen Menge an Charakteren nicht anders möglich ist, manche ein wenig auf der Strecke, wie für mein Gefühl ein bisschen Dragomira, Tugomirs Schwester, die man zwar eigentlich auch gut kennenlernt, die aber trotzdem für mich sehr unscheinbar blieb. Trotzdem ist einfach die Interaktion zwischen den Charakteren richtig genial und es macht einfach Spaß weiter zu lesen, auch wenn manchmal scheinbar sehr wenig passiert, sich diverse Intrigen sich immer mal wieder leicht abgewandelt wiederholen. Aber so war es wohl auch zu der Zeit einfach.

Insgesamt scheint mir der Roman auf jeden Fall richtig gut recherchiert und es macht einfach mächtig Spaß mal ein historisches Werk zu lesen, dass zu dieser Zeit spielt, da ich bisher wenige Bücher gefunden habe, die in dieser relativ frühen Zeit, zwischen 900 und 950 angesiedelt sind. Und es ist einfach spannend zu erfahren, wie damals die Welt ausgesehen hat und gerade auch die Konflikte zwischen dem Glauben an den christlichen Gott und die alten Gottheiten und wie damit auch umgegangen wurde, ist einfach toll dargestellt.

Trotz der langen Zeitspanne und einem Inhalt, der natürlich auch ähnlich in anderen historischen Romanen zu finden sein wird, kann ich dieses Buch nur empfehlen, da es einfach toll zu lesen ist und vor allen Dingen von einigen sehr tollen Charakteren profitiert und mal eine Zeit der deutschen Geschichte aufgreift, von der man sonst eher selten liest.


Fazit

Montag, 14. April 2014

Rezension ~ Fillory - Der König der Zauberer

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Fillory ~ Der König der Zauberer
Autor: Lev Grossman
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Verlag: FISCHER FJB
Ersterscheinung: 21. November 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841421032
ISBN-13: 978-3841421036
Originaltitel: The Magician King 
Genre: Fantasy 
Reihe: Fillory
Band: II

 

Über den Autor

Lev Grossman wurde 1969 in Boston geboren. Er studierte Literatur an der Universität von Yale. Seit 2002 schreibt er für TIME Magazine. Lev Grossman lebt heute in Brooklyn. Seine Romane «Die Macht des Codex» und «FILLORY Die Zauberer» wurden weltweit zu großen Bestsellern. 2011 wurde Lev Grossman mit dem »John W. Campbell Award for Best New Writer« ausgezeichnet.


Inhaltangabe/Klappentext

Quentin muss die sieben goldenen Schlüssel finden, um nicht nur Fillory sondern alle magischen Welten und damit die Welt selbst zu retten.

Quentin und seine Freunde, Julia, Janet und Eliot, sind nach Fillory zurückgekehrt, um in dieser magischen Welt als Könige und Königinnen zu leben. Aber schon bald wird Quentin dieser so ausgeglichenen und unveränderlichen Welt überdrüssig – er will das Abenteuer und er will sich nützlich machen. Als die Außeninsel ihre Steuern nicht bezahlt, nimmt er das zum Anlass, sich dorthin auf die Reise zu machen. Er hat ein uraltes Segelschiff gefunden, dass er aufwendig restaurieren lässt und sticht schließlich mit Julia und seinen Freunden in See. Doch was sie nicht wissen, ist, dass Julia sich auf einen gefährlichen Handel mit einer Gruppe abtrünniger Magier eingelassen hat. Sie erhält außergewöhnliche Kräfte, büßt dafür aber ihre Menschlichkeit ein. Und diese Magier haben zudem die alten Götter heraufbeschworen, die die magischen Welten zerstören wollen. Nur wenn Quentin und seine Freunde die sieben goldenen Schlüssel finden, können sie die Welt retten. Eine fantastische Suche beginnt, die die Freunde von Fillory über Chesterton, Massachusetts, Venedig und die Jenseitsinsel bis ans Ende der Welt führt.


Rezension/Meinung

Von diesem Buch hatte ich mir, auch wenn ich den Vorgänger nicht kannte, deutlich mehr erwartet, als sich am Ende hinter ihm verbarg. Leider!

Allein schon der Stil, in dem die Geschichte geschrieben war, wurde für mich von Seite zu Seite immer etwas unangenehmer. Irgendwie neigt der Autor einfach dazu, die Dinge extrem schnell abzuhandeln und springt arg in seiner Erzählweise, so dass man den Eindruck hat, er versucht sehr viel auf sehr wenig Raum zu erzählen, was oftmals leider dazu führt, dass er vieles nicht ausreichend erklärt, seltsame Sprünge vorkommen und man einfach ein wenig die Lust verliert, weiter zu lesen. Dazu kommt dann auch noch, dass ich extrem den Eindruck hatte, dass der Autor sich gern bei anderen Büchern bedient hat, denn der Anfang des Romans hat mich so enorm an das Ende von "The Lion, the Witch and the Wardrobe", also die Chroniken von Narnia erinnert, dass ich mich ehrlich etwas im falschen Film fühlte. An sich erinnert die Welt, die hier entstanden ist für mich einfach viel zu sehr an Narnia, so dass ich irgendwie keinen rechten Spaß an dem Buch entwickeln konnte. Und auch an vielen anderen Stellen wirkte der Inhalt, soweit denn verständlicher vorhanden war, dieser einfach nur geklaut.

Dazu kommt, dass der Autor zwar versucht seine Protagonisten als schon älter darzustellen, indem sie abends immer Whisky trinken und für meine Verhältnisse sehr häufig an Sex denken oder von diesem sprechen, aber trotzdem schafft er es dadurch nicht, sie wirklich älter wirken zu lassen, sondern hat mich immer wieder verwirrt zurückgelassen, da sie sich eigentlich eher alle benehmen, als wären sie höchstens um die 14. Für mich beim Lesen ganz schlimm, weil mir schon allein dadurch, die Charaktere sehr fremd blieben. Außerdem ist es auch noch so, dass mir keiner von ihnen auch nur im Ansatz sympathisch war, sondern sie waren entweder sehr kindisch und angeberisch, so dass sie mir nur auf die Nerven gingen oder so seltsam und verschlossen, dass ich sie auch nicht ganz verstanden habe.

Allgemein fehlt der Geschichte auch einfach ein roter Faden, der sich irgendwie durch alles so zieht, dass man es wirklich verstehen könnte und nicht nur das Gefühl hat, man springt von einem seltsamen Ereignis zum nächsten. Eine richtige Logik war für mich oftmals hinter den Handlungen der Charaktere nicht wirklich zu erkennen und auch die Magie, wie sie hier dargestellt wurde, konnte mir nicht ganz klar werden.

Insgesamt finde ich die Idee hinter dem Buch weiterhin eigentlich sehr gut, jedoch ist die Umsetzung einfach grausig und ich kann das Buch leider nicht so loben, wie es ein sehr bekannter Fantasy-Autor auf dem Klappentext macht, denn in meinen Augen kommen hier einfach ein seltsamer Erzählungsstil und unsympathische Charaktere zusammen und das ohne schöne Handlung mit einer sehr seltsamen Aufklärung und einem dadurch auch eher komischen Ende. Eindeutig nicht mein Buch.


Fazit

Sonntag, 13. April 2014

Rezension ~ Die Kälte in dir

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Die Kälte in dir
Autor: Oliver Kern
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Egmont LYX
Ersterscheinung: 12. Dezember 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802592891
ISBN-13: 978-3802592898
Genre: Krimi / Thriller


 

Über den Autor

Oliver Kern ist 1968 in Esslingen geboren. Aufgewachsen ist er allerdings im tiefsten Bayerischen Wald und hatte die viel gerühmte, unbeschwerte Kindheit fernab von allem Übel. Aufgrund mangelnder Medienvielfalt blieben damals nur Bücher, um seine Fantasie zu unterfüttern.
Gesegnet mit gestalterischem Talent zog er im rechten Alter aus, um die Welt hinter dem Wald zu erkunden und blieb in Stuttgart hängen. Seit über 20 Jahren arbeitet Oliver Kern in der Werbebranche als Art Director und Illustrator. Kreativität ist sein Antrieb, sie fordert ihn jeden Tag aufs Neue heraus, Dinge auf eindrucksvolle und nachhaltige Weise zu visualisieren. Daher beschäftigte er sich freiberuflich mit vielen Formen der gestalterischen Kunst: Malerei, Illustration und dem Zeichnen von Comics und Cartoons.
Neben der visuellen Gestaltung arbeitet Oliver Kern auch mit Worten, schreibt Werbetexte und Bücher. 2007 erschien sein erster Kriminalroman "Die Steinernen Drachen". 


Inhaltsangabe/Klappentext

In einer abgelegenen Villa in der Nähe von Stuttgart wird die bereits sehr stark verweste Leiche eines Mannes gefunden. Auffällig sind großflächige Wunden am Oberkörper. Der Fall wird Kommissarin Kristina Reitmeier zugeteilt. Ausgerechnet jetzt verliert die notorische Raserin für drei Monate ihren Führerschein. Daniel Wolf, angehender Polizeipsychologe und wegen eines Disziplinarverfahrens eigentlich vom Dienst beurlaubt, wird zum Chauffeur abgeordert. Keine leichte Situation für die beiden. Bald darauf werden weitere Leichen entdeckt, denen eines gemeinsam ist: Sie alle sind stark übergewichtig.


Rezension/Meinung

Auch wenn auf diesem Buch Thriller steht, ist es in meinen Augen nicht ganz einer, denn es fehlt einfach ein wenig der Thrill, um wirklich als solcher in meinen Augen durchzugehen, aber auch, wenn ich das so sehe, ist das Buch immer noch ein extrem guter Krimi, denn er ist ehrlich spannend und die Handlung ist einfach nur klasse.

Allein die Tatorte und wie die Morde begangen werden, ist schon einfach nur interessant und man fragt sich sofort, warum der Täter so vorgegangen ist, wie er es tat. Zudem stellen sich einem schon bald so viele Fragen, dass man einfach nur noch wissen will, wie es weiter gehen wird und wie sich das Ganze bloß auflösen soll, denn auch, wenn es reichlich neue Hinweise während der Ermittlungen gibt, kommt man der Erkenntnis wer es war und warum, zwar gefühlt immer ein wenig näher, aber trotzdem fehlt einem immer noch ein wenig Wissen und es kommen auch neue Dinge dazu, so dass man einfach gefangen wird von der Handlung.

Dabei sind die Charakter auch wieder ein großer Pluspunkt, da ich die Ermittlerin Kristina Reitmeier einfach extrem interessant fand, da sie nicht ganz der typische Polizist ist, aber gleichzeitig auch nicht so verlebt, wie Polizisten heute gern in Büchern dargestellt werden, um sie interessanter zu machen. Sie hat einfach eine sehr interessante Persönlichkeit, was sie für mich zu einer tollen Protagonistin gemacht hat. Und ihr dann einen Kollegen und Charakter wie Daniel Wolf an die Seite zu geben, war einfach nur klasse, weil die beiden sich zum einen in ihrer Art vollkommen widersprochen und doch sich irgendwie ergänzt haben, was mir extrem gut gefallen hat. Zumal auch Wolf kein typischer Ermittler und auf jeden Fall auch kein aalglatter, sondern ein Charakter mit Ecken und Kanten ist, der auch sehr unkonventionell vorgeht, was einfach Leben in den Roman gebracht hat.

Die Kombination aus dem sehr spannenden Fall, bei dem ich auch die Aufklärung einfach nur sehr gelungen fand, auch wenn mir ein, zwei Dinge nicht zur Gänze klar geworden sind, und den Charakteren, die einfach genial waren, hat das Buch für mich auf jeden Fall zu einem kleinen Lesehighlight gemacht, das ich jedem Krimi- und Thriller-Fan nur empfehlen kann.


Fazit

Rezension ~ 43 Gründe, warum es aus ist

Allgemeine Informationen zum Buch

Titel: 43 Gründe, warum es aus ist
Autor: Daniel Handler
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co
Ersterscheinung: 29. Juli 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446243135
ISBN-13: 978-3446243132
Empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Originaltitel: Why we broke up. Text by Daniel Handler, Art by Maira Kalman 
Genre: Jugendbuch

 

Über den Autor

Daniel Handler, 1970 in San Francisco geboren, ist ein erfolgreicher US-Schriftsteller und Drehbuchautor mit deutschen Wurzeln. Darüber hinaus ist er Musiker und war u. a. Mitglied der New Yorker Band Magnetic Fields. Unter dem Pseudonym Lemony Snicket veröffentlichte Handler 1999 A Series of Unfortunate Events (dt.: Eine Reihe betrüblicher Ereignisse), eine 13-bändige Kinderbuchreihe über drei Waisenkinder, die von ihren Verwandten um ihre Erbschaft gebracht werden sollen. Die Serie verkaufte sich weltweit 65 Millionen Mal und wurde mit Jim Carrey, Jude Law und Meryl Streep als Darsteller verfilmt. In den USA sind außerdem die Romane The Basic Eight (1998) und Watch your Mouth (2000) erschienen, sowie die Kurzgeschichtensammlung Adverbs (2006). Für seinen ersten Jugendroman 43 Gründe, warum es aus ist wurde Handler 2012 mit dem Michael L. Printz Honor Award ausgezeichnet. Das von Maira Kalman illustrierte Buch erschien im Juli 2013 bei Hanser.


Inhaltsangabe/Klappentext

d ist der Star der Basketballmannschaft, Min eine sensible, künstlerisch angehauchte Filmnärrin, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Als sich beide auf einer Party begegnen, funkt es gewaltig. Doch beim näheren Kennenlernen zeigt sich, wie grundverschieden sie sind. Ihre Beziehung wird kurz, aber heftig - voller Überraschungen und Entdeckungen, voll Bemühen und Enttäuschung. Als es aus ist, schreibt Min einen glühenden, virtuosen Brief und gibt Ed all die Dinge zurück, die in ihrer Beziehung eine Rolle gespielt haben. Dieses einfühlsame Jugendbuch erzählt vom Erwachsenwerden, von Liebe und Trennung - anhand von 43 illustrierten Objekten, die am Ende zurückbleiben.


Rezension/Meinung

Eine Sache, die mir an diesem Buch einfach richtig gut gefallen hat, waren die ganzen Bilder, mit denen die Geschichte untermalt wird. Es macht einfach Spaß, sich diese sehr liebevoll gestalteten Bilder anzugucken und ich muss zugeben, dass sie auch ein ganzes Stück mehr Pepp in die Geschichte bringen, die mir nämlich nicht halb so gut gefallen hat, wie die Bilder.

Irgendwie bin ich leider mit den Charakteren so gar nicht warm geworden. Min ist für mich von Beginn an eine Person gewesen, die ich ein wenig seltsam fand und sie hat es bis zum Ende nicht geschafft, dass ich bei diesem Punkt zu einer anderen Meinung gekommen bin. Es war sogar eher so, dass sie mir von Grund zu Grund sich zu trennen, immer unsympathischer wurde mit ihrer Art und Einstellung. Sowohl ihre Einstellung gegenüber ihren Freunden, als auch ihr Verhalten den meisten Charakteren gegenüber war für mich einfach nur komisch.

Vor allen Dingen konnte ich nichts damit anfangen, wie Min die Welt gesehen hat und auch ihre Beziehung zu Ed kam mir sehr seltsam vor. Ganz besonders die Dinge, die sie so gemacht haben. Bei manchen war ich auch ehrlich durchaus verwirrt, wie man darauf kommen konnte. Dabei war auch Ed ein Charakter, den ich so gar nicht mochte und bei dem ich mir daher auch nur schwer vorstellen konnte, wie man sich bloß in so einen verlieben könnte, denn von seinem Verhalten auch Min gegenüber, war er einfach nur ein ziemlich mieser Kerl, selbst da, wo sie sich noch nicht trennen wollte.

Dazu kommt, dass die Art, wie die Geschichte geschrieben ist, d.h. wie Min ihre Worte wählt, mir oftmals auch einfach nicht so ganz gefallen hat, vor allem wohl auch, weil sie teilweise so seltsam altmodisch wirkte und dann wieder Dinge tat, die einfach nicht zusammen passten. Und vor allen Dingen war auch Eds Schwester ein ganz seltsamer Charakter.

Allgemein fand ich es einfach schade, dass manche Dinge, die irgendwie Angerissen wurden, kein richtiges Ende mehr fanden.

Ich weiß nicht, ob ich das Buch in einem jüngeren Alter besser gefunden hätte, aber ich denke nein, da Min einfach kein Charakter für mich ist und damit, ob man sie verstehen kann oder nicht, steht und fällt in meinen Augen die Handlung. Von daher kann ich dieses Buch nicht wirklich empfehlen und auch nicht davon abraten, denn man muss selber sehen, ob man Min und ihre Geschichte mag, aber allein durch die Bilder hat sich das Buch zumindest ein wenig gelohnt, denn die Idee solche einzubinden und deren Auftreten im Buch ist einfach nur super gemacht.


Fazit

Freitag, 11. April 2014

Rezension ~ Julias Geheimnis

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Julias Geheimnis
Autor: Juliet Hall
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
Ersterscheinung: 20. Dezember 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404169468
ISBN-13: 978-3404169467
Originaltitel: Bay of Secrets 
Genre: Gegenwartsliteratur


Über die Autorin

Juliet Hall ist Britin. Sie unterrichtet Schreiben und organisiert Literatur- und Musikfestivals in ihrer Heimatstadt an der Küste von West Dorset. Zu ihren liebsten Reisezielen gehört Italien. Mit ihrem ersten Roman »Das Erbe der Töchter«, versetzte sie ihre Leser an die italienische Riviera, während »Eine letzte Spur« von Dorset nach Rom und Umbrien führt.


Inhaltsangabe/Klappentext

Julia hat während des Bürgerkriegs und unter Francos Herrschaft über Spanien schwere Schuld auf sich geladen. Als Krankenschwester war sie - zunächst unwissentlich - an der Zwangsadoption Hunderter Kinder beteiligt. Über Jahre hat sie heimlich über die Verbrechen Buch geführt, die Namen der leiblichen Eltern, der Kinder und der Adoptiveltern notiert. Jetzt endlich, am Abend ihres Lebens, möchte sie dieses Wissen weitergeben - um damit Kinder und ihre wirklichen Eltern wieder zu vereinen.


Rezension/Meinung

Ich hatte mich sehr auf die Geschichte um Rubys Herkunft und die Verbindung Julias mit dieser und ihrem Geheimnis schon sehr gefreut, da das Buch einfach extrem viel versprochen hat. Letztendlich musste ich aber leider feststellen, dass die Idee hinter dem Buch zwar richtig toll war, der Schreibstil auch einfach nur klasse ist, da man einfach nur so durch die Seiten fliegt, die Umsetzung der Idee hinter der Geschichte aber leider einige Punkte aufweist, durch welche sie mächtig an Klasse einbüßt.

Zum einen ist es leider so, dass man an zu vielen Stellen entweder selbst schon einfach zu leicht ahnen kann, worauf die Geschichte hinauslaufen wird oder was mich noch mehr geärgert hat, man wird oft einfach viel zu früh durch die Geschichte aufgeklärt, was es mit vielen Dingen auf sich hat. Unter anderem bleibt Julias titelgebendes Geheimnis für den Leser nie wirklich geheim, denn man weiß sofort um was es sich handelt, da für den Leser aus diesem Fakt nie ein Geheimnis gemacht wird, sondern man schon sehr früh erfährt, was Julia denn vor der Welt geheim hält. In meinen Augen sehr schade, weil es einfach dem Ganzen vollkommen die Spannung nimmt. Alle anderen Inhalte der Geschichte, die man sich noch so vorstellen könnte, die Spannung erzeugen, halten diese leider auch nur sehr kurz, da man immer zu schnell zu viel erfährt.

Ansonsten handelt es sich aber eigentlich um eine sehr schöne Geschichte, die sehr niedlich erzählt ist, was den Part um Ruby angeht und bei der ich es auch sehr schön finde, wie Ruby, die ich auch eigentlich recht sympathisch fand, mit dem Thema Adoption umgeht, zudem aber auch eine sehr ernste Seite aufgreift, mit der Geschichte um Julia und das Leben in Spanien vom Ersten Weltkrieg bis hinein in die Zeit Francos und wie sich das Leben danach wieder veränderte.

Wenn man eine lockere Geschichte lesen möchte, die einige ernste Anklänge mitschwingen lässt, dann liegt man mit diesem Buch auf jeden Fall richtig, den aufgrund der fehlenden Spannung, aber der sehr angenehmen Erzählweise, kann man sich von diesem Buch sehr gut treiben lassen. Für den Urlaub kann ich es daher auf jeden Fall empfehlen! Möchte man aber wirklich eine Geschichte, die ein bisschen mehr Spannung zu bieten hat und bei der man als Leser nicht alles sofort weiß, dann sollte man die Finger lieber von diesem Buch lassen, denn trotz des Spannung versprechenden Titels, kann das Buch dies leider nicht halten.


Fazit

Dienstag, 8. April 2014

Rezension ~ Schwarzlicht

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Schwarzlicht
Autor: Horst Eckert
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Wunderlich
Ersterscheinung: 20. September 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805250576
ISBN-13: 978-3805250573
Genre: Krimi / Politthriller

 

Über den Autor

Horst Eckert, geboren 1959 in Weiden/Oberpfalz hat in Erlangen und Berlin Politikwissenschaft studiert. Er lebt als freier Schriftsteller in Düsseldorf und arbeitete 15 Jahre als Fernsehjournalist für verschiedene Sender. 1995 erschien sein Krimidebüt „Annas Erbe“. Er gilt als „der wichtigste Vertreter des hartgesottenen Kriminalromans in Deutschland“ (Ulrich Noller, WDR), „der seine Leser mit einer Sprache fesselt, wie sie hierzulande kaum ein anderer Krimiautor beherrscht: stimmig, rasant, illusionslos“ (Martin Schöne, ZDF). Seine Romane sind ins Französische, Niederländische und Tschechische übersetzt sowie mehrfach preisgekrönt (Marlowe für „Aufgeputscht“, Friedrich-Glauser-Preis für „Die Zwillingsfalle“, Krimi-Blitz für "Schwarzer Schwan"). Der „Deutschlandfunk“ bezeichnet sie als „im besten Sinne komplexe Polizeithriller, die man nicht nur als spannenden Kriminalstoff lesen kann, sondern auch als einen Kommentar zur Zeit“. Daneben schreibt Eckert auch Kurzgeschichten und lehrt in Schreibseminaren. Im September 2013 erschien sein zwölfter Roman "Schwarzlicht" bei Wunderlich.


Inhaltsangabe/Klappentext

Walter Castorp ist tot. Der Ministerpräsident von NRW, ertrunken in seinem Swimming-Pool. Sechs Tage vor der Wahl. Vincent Veih leitet die Ermittlungen. Der Hauptkommissar ist gerade erst zum Leiter des KK11 ernannt worden. Nicht alle Kollegen sind davon begeistert. Auch seine Mutter nicht. Die Ex-Terroristin hat den Großteil ihres Lebens in Haft verbracht. Sein Großvater hingegen wäre stolz auf ihn gewesen – doch das ist eine andere Geschichte … Als alle Spuren auf einen Mord deuten, gerät Vincent auch unter politischen Druck. Doch er ermittelt gegen alle Widerstände. Denn Gerechtigkeit geht Vincent über alles. Auch wenn es bedeutet, dass er sich seiner eigenen Vergangenheit stellen muss ...


Rezension/Meinung

Mein zweiter Roman dieses Autors und ich bin wieder begeistert, wie er es schafft politische Themen so in einem Krimi oder Thriller aufzuarbeiten, dass man sie beim Lesen wirklich spannend findet und einen der politische Anteil an der Geschichte nicht eher ein wenig nervt oder stört, wie es mir doch auch schon bei einigen Autoren gegangen ist, sondern sich einfach sehr gut einfügt und sogar mehr als das, einfach sehr viel zur Spannung beiträgt.

Dabei finde ich es gerade auch gut, dass er mit dem Kommissar Vincent Che Veih einen Charakter geschaffen hat, der aus so unterschiedlichen Richtungen geprägt wurde, mit einem Vater, dem Politik, das Recht vom Staat aus, etc. über alles gegangen sind und seiner Mutter, die sich zum vollkommenen Gegenteil entwickelt hat und sehr revolutionär eingestellt ist. Dadurch ist sein Charakter auch einfach sehr interessant geprägt, der zwar eher in die Richtung seines Großvaters tendiert, aber dabei nicht halb so streng ist, wie dieser es noch auslebt. Gerade aber diese Gegensätze und Hintergründe beim Kommissar sind im Zusammenhang mit dem politischen Rahmen des Falls einfach nur klasse.

Dabei sind die Verstrickungen aus Vergangenheiten, den Taten zu denen Ermittelt wird und politischen Kleinigkeiten einfach genial herausgearbeitet und gerade auch die Knüppel, die den Ermittlern seitens der Politik zwischen die Beine geworfen werden, bringen einfach noch mehr Pepp in die ganze Geschichte, weil man sich immer wieder fragen muss, kann es denn wirklich sein, dass so etwas über dem steht, dass man herausfindet, wer ein Menschenleben beendet hat?

Auf jeden Fall machen die Korruptionen, Verstrickungen und alles einfach extrem Spaß beim Lesen, der Krimi hat einfach eine sehr eigene Dynamik, die aber nur klasse ist und ich kann ihn wirklich als Politthriller/-krimi nur empfehlen, da er einfach eine sehr gute Symbiose aus unterschiedlichen Themen, mit auch sehr interessanten Charakteren bietet, die ich so noch nicht häufig gefunden habe. Zudem gibt es auch viele kleine Dinge, die dem Roman neben der Haupthandlung noch ein bisschen mehr Würze verleihen und auch den Grund, wie er zu seinem Titel kommt, finde ich sehr interessant.

Es ist auf jeden Fall ein Roman, den ich, wenn man sich auch auf den politischen Aspekt einlassen mag, nur empfehlen kann!


Fazit

Montag, 7. April 2014

Rezension ~ Faltenfrei

Allgemein Informationen zum Roman

 
Titel: Faltenfrei
Autor: Gerlinde Friewald
Taschenbuch: 254 Seiten
Verlag: Sutton Verlag
Ersterscheinung: 1. September 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954002140
ISBN-13: 978-3954002146
Genre: Krimi


 

Über die Autorin

Gerlinde Friewald erblickte 1969 in Mödling das Licht der Welt. Sie war viele Jahre im PR- und Werbebereich tätig. Seit 2009 konzentriert sie sich ganz aufs Schreiben und präsentiert mit „Faltenfrei“ den ersten Fall ihres charmanten Ermittlers Nick Stein.
 



Inhaltsangabe/Klappentext

Ausgerechnet in Mödling. Nick Stein, Profiler und Starermittler beim Bundeskriminalamt, hat von Anfang an ein flaues Gefühl im Magen, als er mitten in der Nacht zu einem Tatort in seiner Heimatstadt gerufen wird. Als er die Leiche sieht, trifft ihn fast der Schlag: Susanne Rippel, seine alte Schulkollegin, die er und seine Kumpels immer wegen ihres Übergewichts gehänselt hatten. Eigentlich müsste er den Fall abgeben, denn die Ermittlungen führen mitten hinein in seine alte, feierfreudige Clique, die mittlerweile zur guten Mödlinger Gesellschaft gehört. Andererseits ist er der beste Mann des BK. Private Gefühle können doch einen Nick Stein nicht ablenken, er ist schließlich promovierter Psychologe mit Dutzenden Zusatzausbildungen. Denkt er. Aber der charismatische Nick kann den Frauen nach wie vor genauso wenig widerstehen wie sie ihm. Und nur ganz tief im Unterbewusstsein warnt eine leise Stimme, dass er den Lebensstil seiner alten Freunde seinerzeit nicht grundlos aufgegeben hat. Als sich auch noch der Bürgermeister einmischt und ein zweiter Mord geschieht, ist es mit der professionellen Distanz dann endgültig vorbei, denn hinter den bürgerlichen Fassaden lauert das nackte Grauen.


Rezension/Meinung

Dieser Krimi schafft es auf eher wenigen Seiten eine spannende und nicht ganz gewöhnliche Kriminalgeschichte zu erzählen, die zwar auch ihre kleinen Tiefen hat, mir aber ansonsten sehr gut gefällt.

Ich finde es vor allen Dingen sehr gelungen, wie die Örtlichkeit um Wien herum und vor allen Dingen auch Mödling einem präsentiert wird, denn ich denke, sowohl der Ortskundige, als auch derjenige, der diese Ecke nicht kennt, kann sie sich danach entweder sehr gut vorstellen, bekommt einfach ein Gefühl dafür dort zu leben oder wird an Dinge erinnert, die er so kennt.

Dabei war es dann auch noch so, dass man sich nicht nur sehr schnell in die Umgebung eingefunden hat und einfach einen guten Eindruck davon bekommen konnte, sondern auch der Krimi hat sehr schnell spannend losgelegt und man war nach nur kurzer Zeit schon mitten im Geschehen. Und gerade, weil das Buch nicht so sonderlich viele Seiten hat, war das einfach klasse, da sich nicht mit viel unnötigem Drumherum aufgehalten, sondern sofort die Geschichte voran getrieben wurde.

Ich muss zwar zugeben, dass mit der Protagonist nicht sonderlich sympathisch werden konnte, da war seine Einstellung in einigen Bereichen einfach doch etwas seltsam, vor allen den Frauen gegenüber, aber ganz unsympathisch fand ich ihn nur auch wieder nicht. Vor allen Dingen gab es aber auch so viele Personen in diesem Roman, die nach und nach aufgetaucht sind, von denen man auch so einiges erfahren hat und bei denen es vor allem so war, dass man einfach irgendwann sehr viele Verdächtige bekam, da irgendwie durch das Wissen was man schon hatte und neue weitere Erkenntnisse man als Leser zwar super mitermitteln konnte, aber doch auch noch so viele Optionen offen hatte, dass die Spannung nie gänzlich abflaute. Und obwohl ich immer einen sehr genauen Verdacht hatte, welcher der vielen Verdächtigen es in meinen Augen am ehesten gewesen sein dürfte, war ich mir bis zu Auflösung nie ganz sicher.

Es macht also einfach Spaß diesen Krimi zu lesen, der ein wenig in den höheren Kreisen fischt, sowie in einer Umgebung, die mir scheint dafür bekannt zu sein und mit seiner Thematik unter anderem rund um die Schönheit, auch wohl lange recht aktuell bleiben wird. Dabei sind die Charaktere einfach alle auf ihre Weise sehr interessant und vor allen Dingen plastisch genug, dass sie, trotzdem viele nur Nebencharaktere waren, realitätsnah genug auf mich wirkten. Wobei ich Nick, den Protagonisten, wie er wähnt nicht wirklich sympathisch fand und auch seine Begründungen oftmals nicht ganz nachvollziehen kann.

Trotzdem, da der Krimi also solcher ziemlich gut ist, kann ich ihm jedem Krimifan, vor allem, wenn man gern miträtselt, nur empfehlen.


Fazit

Samstag, 5. April 2014

Rezension ~ Die Wahrheit ist ein Schlund

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Die Wahrheit ist ein Schlund
Autor: Maria Zaffrana
Taschenbuch: 116 Seiten
Verlag: publifair
Ersterscheinung: 16. Oktober 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3944616081
ISBN-13: 978-3944616087
Genre: Humor

 

Über die Autorin

Maria Zaffarana, Jahrgang 1973, war zehn Jahre lang als Promi-Reporterin bei zwei Illustrierten tätig und promovierte nebenher in Literaturwissenschaften. Sie machte sich 2009 als Freie Journalistin selbstständig und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Köln. Ihre Liebe zur Literatur entdeckte sie mit gerade einmal zwölf Jahren. Ungefähr zur gleichen Zeit keimte in ihr der Wunsch auf, einen eigenen Roman zu schreiben. Doch erst jetzt fand sie die Zeit und die nötige Muße dazu.


Inhaltsangabe/Klappentext

Du beobachtest uns ja. Warum? Was geht dir durch den Kopf?“ Diese unerwartete Frage seiner dominanten, überlauten Mutter nimmt der zwölfjährige Tim zum Anlass, seine ahnungslosen Liebsten mit seinen ureigensten Gefühlen zu konfrontieren. „Ihr ekelt mich an“ gesteht er seiner Familie unbedarft und aufrichtig – und entfesselt damit einen gewaltigen Sturm, der alle mitreißt und Tims Kindheit gründlich durcheinander wirbelt. Nach einem Reigen endloser Therapieversuche gelangt er zu der bitteren Erkenntnis, dass die Wahrheit keine Tugend, sondern ein Schlund ist, in den hineinzufallen sich nur wenige trauen. Mit sarkastischem Humor lässt Maria Zaffarana ihren Protagonisten, den Literaturprofessor Tim Zobern, vierzig Jahre später auf den Tag zurückblicken, der sein Leben veränderte und ihn zum vermeintlichen „Sonderling“ machte. Nicht verbittert, sondern mit Wärme und einem Augenzwinkern erinnert er sich der abenteuerlichen Odyssee, die er bestehen musste, um nach vielen Irrungen und Wirrungen endlich zu sich selbst zu finden.


Rezension/Meinung

elten habe ich ein Buch gelesen, bei dem ich so schwer sagen kann, was es mir eigentlich genau vermitteln sollte, dass ich aber trotzdem irgendwie mochte, auch wenn sich mir nicht ganz erschlossen hat, worum es in diesem Buch eigentlich genau ging.

Was es auf jeden Fall geschafft hat, ist sehr einzigartige Charaktere zu zeichnen, die einen irgendwie berührt haben, wenn auch oftmals eher auf eine sehr negative Weise, welche sich darin äußerte, dass man den Ekel Tims einfach nur zu gut verstehen konnte. Ich selbst hätte, da bin ich mir ziemlich sicher, mit seiner Familie doch sehr große Probleme bekommen, da sie alle einfach durchweg Eigenschaften besaßen, die mich einfach nur irre gemacht haben, schon allein beim Lesen und mit ihnen wirklich zusammenleben zu müssen, ein Graus. Ebenso erging es mir mit jedem neuen Psychiater, dem Tim begegnet ist und ich finde den Ansatz der Erzählung, diese leise Kritik an der Gesellschaft, dass vielleicht ein wenig zu viel therapiert wird, eigentlich sehr schön, denn ehrlich, was die Mutter hier wegtherapieren lassen will, ist einfach lachhaft.

Gleichzeitig, konnte ich aber auch Tim nur sehr wenig abgewinnen, was vielleicht ein bisschen seltsam ist, da ich doch viele seiner Ansichten so deutlich verstanden habe, sie mir so klar waren, aber es ist auch einfach so, dass er dabei immer noch ein sehr sonderbarer Mensch ist, was zwar keineswegs verwerflich, aber eindeutig mir nicht wirklich sympathisch ist, zumindest nicht auf seine Art sonderbar zu sein.

Dabei war es aber, trotz aller sonderbaren Charakter und Verhaltensweisen so, dass sich hinter den Dingen ein gewisser, oft auch sehr düsterer Humor verbarg, der einen nicht immer direkt ansprang, der aber irgendwie da war und das Buch auch durchaus sehr bereichert hat. Doch trotz des hohen Anteils an Humor in diesem Roman, ist es eindeutig kein Buch, das man einfach so schnell weg lesen kann, zumindest ging es mir so, dass ich für die 113 Seiten deutlich länger benötigt habe, als man es bei der nicht sehr hohen Seitenzahl vermuten würde, da ich einfach sehr bewusst lesen musste, um auch wirklich alles mitzubekommen, da einfach so viel auf diesen wenigen Seiten verborgen liegt.

Es handelt sich hier eindeutig nicht um ein Buch für zwischendurch und ich glaube auch, dass es einige Leute geben wird, die mit seinem Inhalt so gar nichts anfangen können, da es einfach sehr speziell ist. Mir hat es auf eine gewisse Art gefallen, auch wenn es anstrengend war und ich nicht ganz dahinter gekommen bin, was es mir wirklich sagen wollte. Von daher werde ich auch keine klare Leseempfehlung geben, da dieses Buch einfach zu denen gehört, die man nicht empfehlen kann, sondern auf die man irgendwie von selbst stoßen muss.


Fazit

Donnerstag, 3. April 2014

Rezension ~ Radieschen von unten

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Radieschen von unten
Autor: Frida Mey
Taschenbuch: 282 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Ersterscheinung: 8. November 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746629764
ISBN-13: 978-3746629766Genre: Krimi / Humor
Reihe: Elfie Ruhland
Band: II

 

Über die Autorin

Frida Mey, das sind zwei – Autorinnen, nämlich Friedlind Lipsky (Frida) und Ingeborg Struckmeyer (Mey). Sie haben sich bei den „Mörderischen Schwestern“, einer Vereinigung deutschsprachiger Krimifrauen, kennengelernt und festgestellt, dass sie ihre Figuren am liebsten gemeinsam um die Ecke bringen.

Friedlind Lipsky stammt aus Hameln an der Weser. Bücher waren schon immer ihre Welt. Als Kind las sie bereits die Gemeindebücherei rauf und runter. Sie studierte in München Englisch und Französisch und arbeitete zunächst als Gymnasiallehrerin.. Dann wechselte sie in eine PR-Agentur, anschließend in den Journalismus. Die letzten zehn Jahre schrieb sie vor allem für den Regionalteil der Süddeutschen Zeitung.

Ingeborg Struckmeyer ist im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen. Nach Abschluss ihrer Ausbildung in Münster und Köln war sie als Diplom-Bibliothekarin tätig. Von Berufs wegen also stets von Büchern umgeben, begann sie vor etwa fünfzehn Jahren selbst zu schreiben, verfasste eine Reihe von Kurzkrimis, die in zwei Sammelbänden erschienen sind und für die sie mehrere Preise erhielt.

Friedlind Lipsky lebt heute in Kirchheim vor den Toren Münchens, Ingeborg Struckmeyer wohnt seit 2004 in München-Moosach. „Manchmal muss es eben Mord sein“ war der erste gemeinsame Krimi der beiden Autorinnen. Jetzt haben sie mit "Radieschen von unten" die Fortsetzung vorgelegt.


Inhaltsangabe/Klappentext

Mopsfidel und mausetot

Die patente Elfie Ruhland bringt Ordnung in jeden Betrieb. Selbst wenn sie dazu erst die fiesen Vorgesetzten aus dem Weg räumen muss, die ihren Angestellten das Leben zur Hölle machen - wie etwa die tyrannische Chefin der Bestatterkette "Pietas". Als dann in einem Grab die falsche Leiche liegt, kommt Kommissarin Alex ins Spiel, und Elfie, stets begleitet vom Mops Amadeus, muss dringend herausfinden, wer hier eigentlich wen unter die Erde bringen will. Der zweite Fall: Selten wurde so nett und freundlich gemordet wie von Elfie Ruhland


Rezension/Meinung

Ich hatte mich mächtig gefreut Elfie Ruhland in diesem Buch wieder zu treffen, da mir schon der erste Band mit ihr »Manchmal muss es eben Mord sein«, so gut gefallen hat und ich kann schon vorweg sagen, meine Vorfreude war nicht umsonst, denn auch dieses Buch hat mich wieder begeistert.

Es ist einfach klasse, die vielen schon bekannten Charaktere wieder zu treffen, wie natürlich Elfie, Alex, ihren Chef Brause, Paul-Friedrich, Ludwig oder auch Tante Lydia und ihren Mops Amadeus. Und das Schöne an dem Ganzen ist auch, dass obwohl man eindeutig kleine Veränderungen an den Charakteren bemerkt, sie sich also merklich weiter entwickeln, ist es immer noch so, dass sie ihre spezielle Art nicht verloren haben und man sich sofort zu Hause fühlt. Neben den ganzen alten Charakteren tauchen natürlich durch Elfies neuen Job etliche weitere auf, die alle einfach nur grandios ausgearbeitet sind und die beim Lesen einfach Spaß machen, weil sie einfach so plastisch und bildhaft sind, dass man zu jedem sofort eine Person im Kopf entwickelt. Dabei wirken sie auch alle irgendwie real und haben immer etwas ihnen eigenes, wo es für mich auch einfach wichtig ist, dass man bei den Charakteren merkt, dass sie sowohl negative, als auch positive Eigenschaften haben, egal welche Rolle sie genau spielen. Und solche kleinen Macken, wie eine starke Versessenheit auf Gummibären, einen sehr individuellen Kleidungsstil etc. machen die Charaktere einfach liebenswert.

Zudem hat das Buch einfach so viel Situationskomik und auch Wortwitz, dass man einfach immer wieder Schmunzeln und Lachen muss. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass es doch auch emotional ist, ein klein wenig auch an Tiefgang hat und vor allen Dingen durch die Morde auch eine gewisse Spannung erhalten wird, bei der man einfach neugierig bleibt und wissen will, wer steckt hinter dem Ganzen, was steckt hinter dem Ganzen und wie sind die Charaktere alle wirklich einzuschätzen.

Vor allen Dingen aber die Entwicklungen der Charaktere haben mich auch begeistert, wie Elfi langsam ein wenig auftaut, aber ihren Ludwig immer noch so gern hat und ihn oft besuchen geht und vor allen Dingen aber auch Mops Amadeus, der einfach nur eine geniale Rolle in diesem Roman hat und von einem Charakter, für den ich eher nur Mitleid übrigen hatte, zu einem meiner großen Favoriten geworden ist.

Einfach ein grandioses Buch, das Witz, Spannung und tolle Charaktere miteinander vereint und eine Krimireihe, die für mich unter den ganzen amüsanten Krimis auch noch heraussticht und bei der ich mich schon sehr auf die Fortsetzung freue, denn ich vermisse Elfie, Amadeus und alle anderen jetzt schon wieder!


Fazit

Mittwoch, 2. April 2014

Rezension ~ Nr. 13

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Nr. 13
Autor: Laura Wulff
Broschiert: 364 Seiten
Verlag:
MIRA Taschenbuch
Ersterscheinung: 10. Februar 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10:
3862788709
ISBN-13:
978-3862788705 
Genre: Krimi/Thriller
Vorgängerband: Leiden sollst du
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Über die Autorin

Laura Wulff ist das Pseudonym der bekannten deutschen Autorin Sandra Henke, die in der Nähe von Köln lebt und arbeitet. Obwohl sie das Gelübde "Bis dass der Tod euch scheidet" ernst nimmt, hofft sie, dass ihr Name trotzdem nie in einer Ermittlungsakte der Kriminalpolizei auftauchen wird. Sie trinkt gerne ein Glas blutroten Wein, findet, dass Neid die Seele vergiftet, und könnte nicht für Schuhe morden, sondern für ein gutes Buch.



Inhaltsangabe/Klappentext

"Er trug die Kutte eines Mönchs …", so beschreibt die verwirrte alte Frau den Mörder, den sie in der gegenüberliegenden Wohneinrichtung für rehabilitierte Sexualstraftäter beobachtet haben will. Einzig mit dieser Aussage kann der Kölner Kriminalkommissar Daniel Zucker – nach einem Unfall, der ihn an den Rollstuhl fesselte, wieder frisch im Dienst – jedoch nicht anfangen zu Ermitteln, ohne einen Eklat zu verursachen. Als Zeichnerin zu dem Fall hinzugezogen, stößt seine Frau Marie auf Hinweise, die ihren Chef in Verbindung mit den Straftätern bringen. Währenddessen beschließt Maries Cousin Ben, um Daniel zu helfen und seine eigenen Dämonen zu besiegen, das Vertrauen der Bewohner zu gewinnen. Wird es ihm gelingen, etwas über den Mord zu erfahren, ohne sich selbst in Lebensgefahr zu bringen?


Rezension/Meinung

Es gibt wenige Krimis, die ich bisher gelesen habe, die bei mir ein leicht schales Gefühl zurücklassen und auf mich auch von ihrem Thema so ernst wirken, wie es bei diesem Roman der Fall war.

Gerade das Thema der Pädophilen, die unter allerlei Verdächtigungen standen, nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis, sowie natürlich auch Anfeindungen aus ihrer Nachbarschaft, macht den Krimi allein vom Thema sehr ernst. Und ich bin ehrlich überrascht gewesen, wie der Krimi immer mal wieder Bogen schlug, von den Pädophilen, zurück zum eigentlichen Fall soweit man ihn kannte und auch anderen Dingen.

Zu Beginn des Romans war ich nämlich ehrlich noch ein wenig verwirrt, der Einstieg fiel mir ein wenig schwer, war zum einen mit den Sprüngen zusammenhing, denn Prolog und darauf folgende Kapitel wollten sich mir im Zusammenhang zunächst so gar nicht wirklich erschließen. Zum anderen hatte ich zunächst derbe Probleme mit dem Charakter des Daniel Zucker.

Es ist interessant einen Kommissar zu haben, der nicht wie alle anderen ist und vor allem auch seine Gehbehinderung machte das Buch noch zusätzlich interessant, weil man es einfach sonst nie hat, dass es einen solchen Charakter gibt und dennoch musste ich mich zunächst an ihn gewöhnen. In manchen Punkten fiel es mir auch schwerer, als in anderen, aber im Nachhinein glaube ich, dass es einfacher hätte sein können, wenn mir vor diesem Buch klar gewesen wäre, dass es schon einen Vorgängerband gab. Denn es hab immer mal wieder Anspielungen und ähnliches auf Dinge, die mir so fremd schienen und sicherlich mit dem anderen Band ihre Erklärung gefunden hätten. Vor allem auch die Beziehung von Daniel und Marie, sowie Marie selbst wirkten etwas fern und nicht richtig durchschaubar, nicht so klar, weil zwar einiges dazu gesagt wurde, man aber immer das Gefühl hatte, es fehlt etwas. Marie war mir doch ziemlich fremd das gesamte Buch über.

Dafür muss ich sagen, ist mir ihr Cousin Ben sehr ans Herz gewachsen, auch wenn es zu ihm sicherlich auch noch vieles gegeben hätte, was nicht mehr erwähnt wurde, aber gerade bei ihm merkte man sehr starke Emotionen, die teils auch widersprüchlich, einem sehr zum Nachdenken brachten, vor allen Dingen auch in Bezug auf die Pädophilen, die immer wieder eine Rolle spielten und von ihren Persönlichkeiten her extrem interessant gezeichnet waren, was dem Buch eine sehr eigene, teils bedrückende, aber auch interessante und spannende Atmosphäre verschafft hat.

Bei den Ermittlungen fand ich es zwar zwischendrin seltsam, dass noch etwas eingestreut wurde, was für mich nicht hätte sein müssen und irgendwie zu einer eher sinnlosen Unterbrechung führte, aber vielleicht ein wenig mehr Realität zeigen sollte, denn es kommt ja immer mal was vollkommen anderes dazwischen. Der Fall an sich ist jedoch auch schon sehr vielschichtig und ich war durchaus sehr in meinem Element bei dem Versuch zu ergründen, was genau vorgefallen sein könnte und es war immer wieder spannend, wie sehr man doch von seiner Einstellung zu den Männern aus Haus Nr. 13 beeinflusst wurde.

Ein spannendes Buch, mit einer Teils bedrückenden Handlung, dass oftmals auch sehr hart sein kann, interessante Charaktere zu bieten hat, auch wenn ich bei Daniel Zucker deutlich länger gebraucht habe, um mit ihm warm zu werden, anders bei Ben und Leander, Daniels Kollegen, und dabei ein Thema zur Sprache bringt, dass nicht gerade einfach ist.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung für dieses Buch, auch wenn es sicherlich gut ist, wenn man zunächst den ersten Band mit Daniel Zucker gelesen hat. 


Fazit

Zudem möchte ich mich ganz herzlich beim »mira Taschenbuch Verlag«, wie auch bei »Blogg dein Buch« für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken.

Dienstag, 1. April 2014

Rezension ~ Drecksspiel

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Drecksspiel
Autor: Martin Krist
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Ersterscheinung: 11. Oktober 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548285376
ISBN-13: 978-3548285375 
Genre: Krimi / Thriller


 

Über den Autor

Martin Krist, geboren 1971, ist das Pseudonym eines erfolgreichen Schriftstellers aus Berlin. Nach über 30 Sachbüchern, darunter die Biografien einer Rotlicht-Größe aus dem Ruhrgebiet, der Hamburger Kiez-Ikone Tattoo-Theo, der Punk-Diva Nina Hagen (ausgezeichnet mit der Corine Internationaler Buchpreis 2003), den Rap-Rüpel Sido sowie der Grunge-Ikone Kurt Cobain schreibt er seit 2005 überwiegend Krimis und Thriller.


Inhaltsangabe/Klappentext

Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und ... sieht Handschuhe voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: Er darf Millie nicht finden! - Hannahs Tochter schläft im ersten Stock. Seit der Expolizist David Gross vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal ist es ein grauenvoller Entführungsfall ...


Rezension/Meinung

Für mein Empfinden hatte dieser Thriller mal einen Ansatz, der so vielleicht nicht vollkommen neu ist, mir aber bisher eher seltener begegnete und daher auch einfach mal etwas ganz anderes wieder war. Selten hatte ich es nämlich, dass einer der Ermittler ein so unsympathischer Typ war, wie es in diesem Buch der Fall ist.

Aber genau an diesem Punkt, hat der Autor eh etwas geschafft, was ich aus meiner Sicht nur loben kann. Die Charaktere haben in meinen Augen nämlich alle durchaus Charakter. Der korrupte Polizist, der mich einfach nur genervt hat von seiner Art, mit dem ich aber ab und an doch glatt auch ein wenig Mitleid hatte, denn egal, wie unsympathisch er mir war, wusste ich doch, was er auf jeden Fall nicht getan hat. Dann David, als ein Charakter, der irgendwie auch nicht ganz glatt war, aber trotz seiner Macken, Ecken und Kanten, einfach doch ein ganzes Stück sympathischer wirkte, auch wenn ich mich immer noch frage, was alles genau hinter ihm steckt, denn es gibt so viele Hinweise, aber keine vollständige Erklärung, was mich jedoch immer noch auf einen Nachfolger hoffen lässt, ebenso, wie das Ende, das, wenn auch relativ abgeschlossen, noch einige Stränge offen gelassen hat und das auf eine Weise, wo meines Erachtens nach, einfach noch etwas kommen muss!

Und nicht nur die Protagonisten sind einfach sehr gut gearbeitet, es ist auch so, dass die vielen kleinen Nebencharaktere so plastisch und real wirken, dass sie den Roman eindeutig bereichern und nicht nur wie Statisten wirken, die ein Rolle haben und eigentlich aber flach wie das Blatt Papier sind, auf denen ihre Aktionen stehen. Allein das hat mir an dem Roman schon sehr gefallen.

Dazu kam, dass mir lange nicht klar war, wie am Ende alles zusammenhängen würde, aber, dass es irgendwo einen Zusammenhang geben musste, war klar. Und es hat einfach Spaß gemacht, mitzuerleben, wie die einzelnen Fäden der Geschichte langsam anfingen ein einheitliches und klarer erkennbares Muster zu ergeben, dass eine sehr harte Geschichte erzählt, aber gerade das, fand ich an dem Buch gut. Es war einfach mal so anders, dass es keinen für mich auch nur irgendwie klar erkennbaren guten gab, denn irgendwie war alles zumindest hellgrau.

Eine sehr düster gezeichnete Geschichte, mit einigem an Spannung, die mir richtig gut gefallen hat, auch wenn ich gern die losen Fäden jetzt schon noch weiter ergründen würde, weil doch auch noch so viel offen geblieben ist, das mich vor allen Dingen neugierig machte.


Fazit