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Mittwoch, 7. Januar 2015

Rezension ~ Tödlicher Frost

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Tödlicher Frost
Autor: Asbjørn Jaklin
Taschenbuch: 337 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag
Ersterscheinung: 20. Oktober 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518464817
ISBN-13: 978-3518464816
Originaltitel: Svart Frost
Genre: Krimi


Über den Autor

Der Norweger Asbjørn Jaklin ist Journalist, Historiker und Autor zahlreicher Sachbücher. Für Nordfront – Hitlers Schicksalsgebiet wurde er 2006 für den Brage-Preis nominiert. Tödlicher Frost ist sein erster Kriminalroman.


Inhaltsangabe/Klappentext

In der Nähe von Tromsø wird während der Polarnacht in einem Kuhstall ein Mann ermordet aufgefunden. Er wurde auf dem Heuboden an den Armen aufgehängt, Spuren am Tatort deuten darauf hin, dass er gefoltert wurde ... Der Afghanistan-Veteran Alexander Winther, der als Journalist bei der Zeitung »Nordlys« arbeitet, wird auf den Fall angesetzt. Sehr schnell sieht er Verbindungen zu Grausamkeiten, die sich vor sechzig Jahren am selben Ort abgespielt haben. An dem Ort, an dem die Deutschen 1942 ein Lager für jugoslawische Kriegsgefangene aufgebaut hatten, in dem Häftlinge auf brutale Art und Weise gefoltert und getötet wurden. Ein später Racheakt? Die Spuren führen ihn nach und nach auch zum Balkankrieg Anfang der 1990er Jahre – und zu einem streng gehüteten Staatsgeheimnis


Rezension/Meinung

Für mich sehr auffällig, entspricht dieser Krimi ganz eindeutig nicht dem, wie ich zum einen einen Krimi im Allgemeinen erwarten würde und zum anderen auch nicht dem, wie ich bisher die Welt der skandinavischen Krimis kennengelernt habe.

Sehr auffällig ist nämlich vor allen Dingen, dass der eigentliche Mordfall dieses Krimis eher nur nachrangig relevant ist und man eigentlich eher sehr viel Historisches erfährt und von diesen Aspekten deutlich vom aktuellen Fall abgelenkt wird. Die Spannung dieses Romans ist also allgemein nicht so hoch und wenn, ähnelt sie eher einer gewissen Neugier in Bezug darauf, wie sich die historischen Begebenheiten darstellten und auch, welche politische Brisanz das gesamte Thema hat. Verstärkt wird dieser Eindruck auch dadurch, dass man immer wieder Unterbrechungen der Erzählung der Gegenwart hat, in welchen Episoden der Vergangenheit aufgegriffen werden. Einem als Leser wird dadurch zwar der Zusammenhang von vielem schnell deutlicher, aber man muss solche Erzählungen mögen. Interessant ist es nämlich wirklich nur dann, wenn man ein gewisses Interesse für solche historischen Aspekte hat.

Dazu kommt, dass die Auslösung des Mordfalls und die vielen weiteren Informationen, die man erhält, oftmals, was wohl auch einfach aus der Fülle an historischen Informationen resultiert, nicht allzu viel miteinander zu tun haben und nur ein Bruchteil wirklich relevant ist. Wobei mir der Mord eh ein wenig zu kurz, die Auflösung zu spät im Verlauf kam und auch nicht wirklich ein Ah-Gefühl aufkommen ließ.

Ungewohnt ist auch, wie flach die Charaktere und ihre Hintergründe hier, im Verhältnis zu anderen skandinavischen Krimis bleiben, denn von ihnen erfährt man zwar manches, aber eher in den Maßen, wie man es aus deutschen oder amerikanischen Werken gewohnt ist, was ich durchaus auffällig fand. Für viele, sicherlich auch positiv, denn die stärker Fixierung auch auf die familiären Hintergründe der Ermittler und anderer Charaktere, ist nicht für jeden etwas.
Doch muss ich auch sagen, empfand ich unter anderem Vivi und Tora als eher seltsame Charaktere, deren Handeln ich oft nicht nachvollziehen konnte.

Ein kleines bisschen gestört hat mich auch, dass ab und an eine sehr seltsame Art von Sprache verwendet wurde. Vor allen Dingen von Alexanders Chef, oder was auch immer dieser Mann genau sein sollte. Vielleicht reden die Menschen in diesem Business so, aber mir kam es doch arg überzogen vor, hat diesen Charakter auch unsympathisch gemacht, was es wohl auch sollte, mir aber nicht so wirklich gefallen.

Allgemein ein sehr spezieller Krimi, den man ehrlich nur lesen sollte, wenn man sich für Historisches interessiert, denn ansonsten wird er einem wohl eher nicht so wirklich gefallen. 


Fazit


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