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Dienstag, 10. Februar 2015

Rezension ~ Alleine war gestern

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Alleine war gestern
Autor: Beatrice Meier
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch
Ersterscheinung: 9. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462047507
ISBN-13: 978-3462047509
Genre: Belletristik / Humor / Gegenwartsliteratur



Über die Autorin

Beatrice Meier wurde 1969 in Bochum geboren und studierte an der Universität Düsseldorf Literaturübersetzen. 2002 war sie Stipendiatin der Drehbuchwerkstatt München und nahm 2006 am Autorenprogramm an der Internationalen Filmschule Köln (ifs) teil. Für ihr Drehbuch zum Kinofilm »Abseitsfalle«, der auf vielen Festivals, aber auch auf DGB-Veranstaltungen und im Europäischen Parlament gezeigt wurde, erhielt sie 2013 beim Festival des Deutschen Films den Drehbuchpreis. »Alleine war gestern« ist ihr erster Roman. Er ist gerade verfilmt worden und wird im Frühjahr 2015 in der ARD ausgestrahlt. Beatrice Meier arbeitet und lebt in Straßburg.


Inhaltsangabe/Klappentext

»Wer sich auszieht, zieht aus!« WG-Leben für Fortgeschrittene Ein herrlich skurriler, anrührender Roman über fünf Anfang Sechzigjährige, die ihrem Leben noch einmal einen neuen Dreh geben wollen. Sie heißen Ricarda, Philip, Uschi, Harry und Eckart. Sie sind allesamt Anfang bis Mitte sechzig, haben keine Lust alleine zu leben und gründen eine WG. Philip war über dreißig Jahre Arzt in Afrika, sein alter Studienfreund Harry fährt immer noch Taxi, Ricarda hat Probleme mit ihrer Tochter, Uschi verkauft Wurst und gute Sprüche, und Eckart hat den Grabstein seiner Frau dabei. Mit all ihren Macken, Hoffnungen und dem Kopf voller Pläne raufen sie sich zusammen. Doch dann hat ausgerechnet die flotte Uschi einen Schlaganfall. Mitten in der WG ein Pflegefall? Jetzt, wo der Spaß am dritten Lebensabschnitt gerade losging? Vorbei die weinseligen Doppelkopfrunden, fortan heißt es Teamgeist, Disziplin und vor allem: Nicht den Humor verlieren. Wunden reißen auf, Ideale zerplatzen, echte Freundschaften wachsen. Und mittendrin werden Ricarda und Philip mit voller Wucht von lang vergessenen Gefühlen getroffen ...


Rezension/Meinung

Dieses Buch hat alles, was gute Unterhaltung haben muss, sympathische und weniger sympathische Charaktere bunt durcheinander gewürfelt, Humor, Tragik, Drama, Tiefgang und vor allen Dingen einen Dackel. Naja gut, den Dackel braucht es nicht unbedingt, aber er war für mich das kleine i-Tüpfelchen in diesem Buch, da ich diesen Hund einfach klasse fand.

Allein schon die Idee von einer solchen Senioren-WG spinnt glaube ich fast jeder in seinem Leben einmal, meint es dann aber eher scherzhaft. Hier wird diese Idee aber umgesetzt und das so spontan, dass mit Uschi, Ricarda, Eckart, Philip, Harry und Dackel Ralf eine extrem bunte Mischung zusammenkommt. Jeder der Charaktere hatte so seine kleinen Eigenheiten, die ihn beim Lesen einem etwas liebenswürdiger oder vielleicht auch unsympathischer machen konnten. Eckart, der den Grabstein seiner verstorbenen Frau Lotte mit in die Wohnung bringt, ansonsten aber sehr zurückhaltend ist, Ricarda, die gerne alles kontrollieren und sich um alles kümmern will, das aber aus bester Absicht, Harry, der einfach immer sagt, was er denkt, ohne Rücksicht auf Verluste, aber allein durch seine grundehrliche Treffsicherheit, mir gefallen hat, Philip, der einfach irgendwie sympathisch ist, ohne besonders herauszustechen, Ralf, der mit seinen viel zu kurzen Beinen und seinem dicken Bauch einfach klasse ist und Uschi, die Frohnatur, mit einem Hang zu verrücken Dekoartikeln. Mir persönlich waren die sympathischsten Charaktere, Uschi, Harry, Eckart und Ralf.

Vor allem auch sehr genial gemacht, fand ich, dass jeder Mal aus seiner Sicht ein Kapitel erzählt und die Kapitel vor allen Dingen auch nicht so lang waren. Überrascht hat mich dabei nur, es gibt sogar Kapitel aus Ralfs Sicht, zu genial! Auf jeden Fall lernt man so jeden Charakter und seine Persönlichkeit noch mehr kennen, was einfach toll ist.

Der Humor kommt bei diesen unterschiedlichen Charakteren natürlich nicht zu kurz und auch gegen Ende des Romans, wo es dann doch alles ein wenig tiefgründiger, ernster und dramatischer wird, fehlt der Humor immer noch nicht und man hat so einige Stellen, an denen man Schmunzeln muss, fühlt aber vor allem auch mit den Charakteren mit. Dabei fand ich es interessant, dass mich gewisse Dinge am Ende gar nicht mehr so interessiert haben, wie noch zu Beginn, wurde doch andere Aspekte für mich viel wichtiger.

Das Buch ist einfach eine klasse Unterhaltungslektüre, bei der man einfach Spaß haben muss, die man super zwischendrin lesen kann, die tolle Charaktere hat und ich nur jedem empfehlen kann, der gerne ein wenig Humor, aber auch Ernsteres miteinander kombiniert haben und sich gut unterhalten fühlen will.


Fazit

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