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Mittwoch, 11. Februar 2015

Rezension ~ Gib jedem seinen eigenen Tod

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Gib jedem seinen eigenen Tod
Autor: Veit Heinichen
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Paul Zsolnay Verlag
Ersterscheinung: 5. Februar 2001
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3552049959
ISBN-13: 978-3552049956
Genre: Krimi
Reihe: Proteo Laurenti
Band: I


Über den Autor

Veit Heinichen wurde 1957 in Villingen-Schwenningen, Deutschland geboren. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft arbeitete er als Buchhändler und für verschiedene Verlage. Er war Mitbegründer des Berlin Verlags und bis 1999 dessen Geschäftsführer. Seine Romane um den Commissario Proteo Laurenti wurden vielfach prämiert und von der ARD verfilmt. Sein Buch »Die Toten vom Karst« erhält 2003 den Preis »Bester italienischer Kriminalroman«. Heinichen lebt mit seiner Familie in Triest, Italien


Inhaltsangabe/Klappentext

Triest im Hochsommer. Eine Luxusjacht läuft in den frühen Morgenstunden mit voller Fahrt auf die Küste auf. Als sie gefunden wird, ist sie leer, von ihrem Eigner fehlt jede Spur. Kommissar Proteo Laurenti stößt bei den Ermittlungen auf einen alten Widersacher: Der Vermisste stand vor langer Zeit unter dem Verdacht, seine Frau Elisa umgebracht zu haben - beweisen konnte man es ihm nie. In der mörderischen Hitze des Triester Sommers bekommt es Laurenti mit organisierter Kriminalität, Menschenschmuggel, Geldwäsche und Mord zu tun. Dabei hat er auch privat einiges am Hals: Seine Frau will eine neue Wohnung, der 80. Geburtstag seiner Schwiegermutter steht an, und seine Tochter bewirbt sich zu seinem Entsetzen für die Wahl zur Miss Triest...


Rezension/Meinung

In diesem Fall ist es zum ersten Mal so, dass ich bei einem Krimi ehrlich den eigentlichen Fall zwar mitbekommen habe, er mir aber so gut wie gar nicht im Gedächtnis bleiben wollte, weil alles andere um diesen Fall herum so aufdringlich war, dass es mir viel mehr in den Gedanken haften geblieben ist, als es bei dem eigentlichen Punkt an einem Krimi, nämlich dem Kriminalfall, der Fall war.

Zunächst lag das wohl vor allen Dingen daran, dass der Autor dazu neigt, die Szenerie in der etwas spielt, die Umgebung der Stadt, die Stadt selbst, das Wetter, etc. so ausführlich zu beschreiben, dass man viel über die Gegend um Triest und auch die Stadt und andere Städte, die eine Rolle spielen erfährt und vieles auch sehr malerisch klingt, ich aber über Straßennamen, Wegbeschreibungen, Beschreibungen der Umgebungen etc. deutlich von der eigentlichen Handlung abgelenkt wurde, weil dies, gefühlt, ziemlich viel Raum eingenommen hat. Dazu kommt dann noch, dass Proteo Laurentis eigene persönliche Probleme, mit seiner Frau, die unbedingt umziehen will und seiner Tochter, die bei der Miss Triest antreten möchte, auch sehr viel Raum in dem Denken des Kommissars einnehmen, so dass ich ehrlich teilweise sehr abgelenkt war.

Ansonsten ist es so, dass der Fall bei weitem nicht uninteressant war, aber irgendwie überlagern die Gedanken an das andere einfach meine Erinnerungen, was bisher so noch nicht vorgekommen ist. Allgemein ist es zwar kein sonderliche überraschender Fall, was dessen Lösung anbelangt, denn diese kann man schon relativ früh erahnen, da zu viele Fäden in diese Richtung weisen, aber es macht durchaus Spaß, die solide Ermittlungsarbeit zu verfolgen, so lange man noch in diesem Stadium ist und nicht wieder von anderen Belangen eingeholt wird. Zudem ist es einfach, dass der Roman sehr ruhig ist, man das Gefühl bekommt, dass für alles eigentlich alle Zeit der Welt vorhanden ist und die Aufklärung des Falls ruhig ein wenig dauern kann. Aber vielleicht ist das auch die italienische Mentalität.

Dabei wirkt Proteo Laurenti eigentlich sehr sympathisch, hätte er nicht teilweise sehr verschrobene Ansichten, jedoch machen diese Kanten die Charaktere meistens ja eher nur noch besser und man kann durchaus erkennen, dass sich Veit Heinichen sehr viel Mühe bei der Entwicklung seiner Charaktere gegeben hat.

Alles in allem ein Krimi, der nicht wirklich spannungsgeladen ist, mich doch teilweise deutlich zu sehr vom Krimi selbst abgelenkt hat, aber wäre das nicht gewesen, durchaus ein guter Fall wäre. 


Fazit

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