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Montag, 16. Februar 2015

Rezension ~ Guten Morgen Revolution - du bist zu früh

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Guten Morgen Revolution - Du bist zu früh
Autor: Kirsten Ellerbrake
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch
Ersterscheinung: 15. August 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462045458
ISBN-13: 978-3462045451
Genre: Belletristik / Gegenwartsliteratur



Über die Autorin

Kirsten Ellerbrake wurde 1959 in Bremen geboren. Nach einem Studium der Germanistik, Publizistik und Politikwissenschaft war sie in den Achtzigerjahren Sprecherin der Grünen/GAL in Hamburg und arbeitet seit den Neunzigern als Film- und Fernsehproduzentin. »Guten Morgen, Revolution – du bist zu früh« ist ihr erster Roman. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Noras Tochter Charlie, 20, ist verhaftet worden, wegen der Blockade eines Castortransports. Unfassbar - war Nora nicht gerade selbst noch 20 und wollte die Welt aus den Angeln heben? »Atomkraft - nein danke«, freie Liebe statt Zweierkiste, Wohngemeinschaft statt Spießertum, »Legalize alles - außer es tut weh«. Als Nora ihre Tochter von der Polizei abholt, erntet sie keine Dankbarkeit, sondern Vorwürfe: Warum war sie nicht bei der Demonstration? Nora beschließt, ihre Tochter zu unterstützen - und trommelt die Kampfgefährten von damals zusammen. Sie taucht tief ein in eine heute exotisch anmutende Ära, mit Menstruationskalendern, kalten Nächten in besetzten Häusern, Cannabispflanzen und dem unbedingten Willen, die Welt anders, besser, glücklicher zu machen. Doch die Vergangenheit ist auch gespickt mit Liebesdramen - und das hat, wie Nora plötzlich merkt, Folgen bis heute. Eine turbulente und liebevolle Annäherung zwischen Tochter und Mutter, eine unterhaltsame Zeitreise durch die Achtziger im WG-Milieu, das Revival einer alten Liebesgeschichte - und die Frage, ob man zuerst die Welt retten oder das eigene Leben schöner machen soll.


Rezension/Meinung

Mir vollkommen unbekannt, tauchte ich mit diesem Buch zum einen in die revolutionäre Zeit der 80er Jahre ein, wie auch ein wenig in das Verhalten der Atomkraftgegner in der heutigen Zeit. Zum anderen hat es einem aber auch eine doch recht niedliche Mutter-Tochter-Beziehung gezeigt, bei der ich zwar nicht immer ganz durch gestiegen bin, was aber glaube ich, auch nicht ganz so schlimm ist.

Allgemein muss ich zwar sagen, konnte ich Charlie, die Tochter, in vielen Punkten nicht so wirklich verstehen, denn ich halte es zwar für durchaus nur sehr verständlich, dass man gegen Atommüll ist, jedoch kann ich es bis heute nicht nachvollziehen, dass man den Transport versucht zu blockieren, denn ich will nicht wissen, wie gefährlich das wäre, wenn so ein Zug wirklich mal entgleist und es dadurch irgendwie passiert, dass das Zeug so offen in der Gegend herumliegt. Davon abgesehen, hat Charlie eh eine etwas seltsame Einstellung zum demonstrieren, denn in einigen Szenen wirkt sie eher so, als nehme sie die ganze Sache, die in ihren Erläuterungen immer Todernst klingt, nicht wirklich ernst und sieht alles nur als großes Event, bei dem man einfach dabei sein muss und wenn es halt langweilt, dann geht man wieder.
Genau das kritisiert sie aber an der Mutter und deren revolutionärem Verhalten in den 80er Jahren, dass damals alles nicht so ernst genommen wurde. Charlie ist einfach ein Charakter, bei dem ich mich öfter ehrlich fragen musste: "Was hat sie denn bitteschön jetzt wieder erwartet?", denn für mich kamen die Dinge oft so, wie ich es einfach für passend und nur logisch hielt, sie hingegen oftmals nicht.

Es war dabei so, dass ich Charlies Mutter Nora deutlich besser verstehen konnte, denn nicht jeder ist so ambitioniert Revolutionär zu sein, zumal ihre Erzählungen von damals ehrlich schön sind und mir teils als ernsthaftere Demonstrationen etc. vorkommen, als das, von dem Charlie berichtet. Wobei ich auch gestehen muss, dass Nora kein Charakter werden konnte, der mir wirklich sympathisch ist, da ich ihre Vergangenheit doch etwas seltsam fand. Vor allen Dingen auch, was die Männer anbelangte. Und gleichzeitig ist sie, trotzdem sie vermutlich als Jugendliche viel schlimmer war als die Tochter, eine typische Mutter, was ich irgendwie passend finde.

Die Handlung in der Gegenwart ist dabei irgendwie nicht ganz so mein Fall gewesen, etwas zu viel hin und her, dass noch, in meinen Augen unnötig hineingepackt wurde und zwar nicht vollkommen schlecht war, aber mich auch nicht ganz gefangen nehmen konnte. Ich habe viel lieber von damals gelesen, da der Part zwar auch irgendwie durcheinander wirkte, aber eher etwas, wie ein Hippie-Durcheinander und nicht einfach nur nach zu viel.

Eine auf jeden Fall recht niedliche Geschichte über die Revolutionäre der 80er, was aus ihnen heute geworden ist und wer ihre Revolution versucht weiterzuführen, ein Mutter-Tochter-Gespann, dass sich ähnlich und doch vollkommen verschieden ist und die ein Ende aufweist, dass super zur Unterhaltungsliteratur passt, wenn auch etwas weiter weg von der Realität ist. Wer gern Bücher mit ein bisschen nostalgischem Flair liest, dem kann ich das Buch nur empfehlen. 


Fazit

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