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Sonntag, 15. Februar 2015

Rezension ~ Täuscher

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Täuscher
Autorin: Andrea Schenkel
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH
Ersterscheinung: 16. August 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455404294
ISBN-13: 978-3455404296
Genre: historischer Krimi



Über die Autorin

Andrea Maria Schenkel, geboren am 21. März 1962 in Regensburg, ist eine deutsche Kriminalautorin. Nach der Schule absolviert Andrea Maria Schenkel eine Ausbildung bei der Post. Sie bekommt 1992 ihr erstes Kind und wird Hausfrau. Erst im Jahr 2006 feiert sie mit dem Krimiroman „Tannöd“ ihr Debüt als Schriftstellerin. Die Geschichte basiert auf einem authentischen und bis heute nicht aufgeklärten Mord im oberbayerischen Weiler Hinterkaifeck, bei dem 1922 in einer Nacht alle sechs Bewohner brutal erschlagen wurden. „Tannöd“ ist ein gigantischer Erfolg und verkauft sich bis heute über eine halbe Million Mal. Der Roman hält sich in der Spiegel-Bestsellerliste über 3 Monate auf dem ersten Platz. Andrea M. Schenkel erhält für „Tannöd“ den „Deutschen Krimi Preis“, den „Friedrich Glauser-Preis“ und den „Schwedischen Krimipreis“. Auf das Buch folgte eine ebenfalls preisgekrönte Hörbuchvariante. Auch für ihr zweites Werk „Kalteis“ erhält Andrea M. Schenkel den „Deutschen Krimipreis“. Das Buch basiert ebenfalls auf einem historischen Vorbild. Es handelt vom Serienvergewaltiger und Frauenmörder Johann Eichhorn, der 1939 hingerichtet wurde, nachdem er während der Dreißiger Jahre in München zahlreiche Frauen auf bestialische Weise vergewaltigt, verstümmelt und ermordet hatte. Ihr neustes Buch „Bunker“ ist ein rein fiktives Werk. In dem Kriminalroman entführt ein Mann nach einem Überfall auf ein Autohaus eine Frau. Er hält sie in einem Bunker unter einer Waldmühle fest, um sie dort zu quälen. Ihr Buch „Tannöd“ gerät in den Fokus der Öffentlichkeit, nachdem der Journalist Peter Leuschner eine Klage gegen sie einreicht, da er ihr Werk für ein Plagiat seiner Dokumentation über den Mord von Hinterkaifeck hält. Das Münchner Landgericht widerlegt aber die Plagiatsvorwürfe 2008. Andrea M. Schenkel lebt heute mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg.


Inhaltsangabe/Klappentext

Landshut 1922: Die Musiklehrerin Clara Ganslmeier und ihre Mutter wurden in ihrer Wohnung ermordet, ihr Schmuck ist gestohlen. Die polizeilichen Ermittlungen und Aussagen diverser Zeugen führen rasch auf die Spur von Hubert Täuscher, dem Verlobten von Clara Ganslmeier. Die Indizien scheinen erdrückend und er wird trotz seiner Unschuldsbeteuerungen schuldig gesprochen, das Todesurteil vollstreckt. Aber hat er tatsächlich den Mord begangen?


Rezension/Meinung

Bei diesem historischen Krimi merkt man auf jeden Fall sofort, wie sich doch die Ermittlungstechniken verändert haben, was es daher sicherlich auch für Unterschiede bei den Ergebnissen einer Ermittlung gibt und vor allen Dingen auch, wie interessant es doch auch immer wieder ist, was früher so über Alltägliches von heute gedacht wurde.

Unter anderem musste ich nämlich doch etwas schmunzeln, als ich die Meinung zur Abnahme von Fingerabdrücken am Tatort gelesen habe, was damals wohl noch als »neumodischer Schnick-Schnack« galt, der nicht wirklich vertrauenswürdig war. Ebenso galt das Kino damals noch als gefährlich, da man nie wusste, was für Flausen es den Menschen in den Kopf setzt und ob die schnelle Bildfolge nicht eventuell das Gehirn aufweicht. Und ich finde es ehrlich dabei spannend, wie man Parallelen zu neuen Technologien heutzutage ziehen kann, wie sich doch immer wieder alles wiederholt.

Die Geschichte an sich ist dabei auch noch sehr interessant aufgebaut, da die Autorin mit den Kapiteln von einer Zeit zur anderen sprint und das auch nicht gerade nach einem leicht erklärbaren Muster, da erlebt man Szenen direkt nach dem Mord, weit vor dem Mord und von der Verhandlung über den Mord, vollkommen durcheinander. Das Ganze noch gemischt, mit ab und an einem Artikel aus der Zeitung, der sich mit dem Mord beschäftigt. Und das wundersame daran, trotz dieser sehr wirr wirkenden zeitlichen Abfolge, die bar jeder Chronologie ist, macht alles genau so, in dieser Reihenfolge einen Sinn.

Dabei ist es dann auch so, dass man immer mal wieder leicht anderen Vermutungen erliegt, auch wenn sich ab einem bestimmten Punkt eine sehr starke Vermutung herauskristallisiert, die einen auch ab da an, bis zum Ende verfolgen wird. Besonders macht das Rätseln auch dadurch Spaß, dass die Charaktere gleichzeitig so durchschaubar wirken und dann sich doch ab und an mal wieder etwas an ihnen offenbart, was man so nicht unbedingt erwartet hätte. Besonders bei Täuscher selbst, war ich mir nie so ganz sicher, ob ich ihn jetzt richtig einschätze oder doch vollkommen daneben liege. Zumal auch alle, vor allen Dingen durch ihre doch sehr dörfische Art, oftmals sehr interessant waren und vor allen Dingen die Wortwahl der Autorin, die in der wörtlichen Rede oftmals im Dialekt gehalten war und auch relativ altmodisch wirkte, einfach eine sehr stimmige Atmosphäre dieser Zeit hat entstehen lassen.

Einzig das Ende hat mir eher nicht so sonderlich gefallen, denn auch wenn der Tathergang erklärt wurde, blieben einfach noch einige Fragen offen, die ich gern geklärt bekommen hätte, besonders, da mir eine Person die gesamte Geschichte hindurch als relevant für den Fall vorkam und dann am Ende einfach unter den Tisch fiel. Solche Dinge mag ich einfach nicht, da ich mich ungern viel mit Charakteren beschäftige, die am Ende scheinbar sinnlos waren.

Für Krimifans, die auch gern mal etwas in einem historischen Setting lesen und denen es nichts ausmacht, wenn die Tat nicht vollkommen undurchschaubar ist, auf jeden Fall ein gutes Buch. 


Fazit

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