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Samstag, 28. Februar 2015

Rezension ~ Tilda und der Duft der Welt

Allgemeine Informationen zum Buch


Titel: Tilda und der Duft der Welt
Autor: Karin Koch
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten
Verlag: Peter Hammer
Ersterscheinung: 1. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3779505169
ISBN-13: 978-3779505167
Empfohlenes (Vor-)Lesealter: 6 - 8 Jahre
Genre: Kinderbuch


Über die Autorin

Die Autorin: Karin Koch, geboren 1961, lebt in einem kleinen Dorf bei Karlsruhe und arbeitet als Physiotherapeutin in eigener Praxis. Sie schreibt Kinderbücher, Kurzgeschichten und Mundart. Für ihre Mundartgeschichten wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Das Buch "Wär ich Pirat" (illustriert von André Rösler) gewann den Kinderbuchpreis 2013 des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Illustratorin: Iris Wolfermann, geboren 1972, studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste in Berlin. Nachdem sie mit einem Schiff um die Erde gefahren war, begann sie Kinderbücher zu illustrieren. Neben ihrer Tätigkeit als Illustratorin unterrichtet sie an der Akademie für Illustration und Design in Berlin. Sie lebt und arbeitet mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Hauptstadt. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Was Tilda mag und was nicht , sagt ihr ihre Nase. Sehr gern mag Tilda Papas Geruch. Er duftet nach Holz und Erde und ein bißchen nach Muskatnuss. Seit der Vater nicht mehr bei ihnen wohnt, können Tilda und ihr kleiner Bruder Hans ihn nur noch manchmal besuchen. Bei Papa ist alles anders. Sie dürfen beim Baden alles unter Wasser setzen, und wenn Hans auf dem Sofa einschläft, trägt Papa ihn einfach ins Bett, ohne Zähneputzen. Aber Mama will nur wissen, ob er sich noch immer nicht rasiert und wieder vor dem Fernseher eingeschlafen ist. Eines Tages dürfen sie Papa gar nicht mehr besuchen. Hans schließt sich vor Wut im Gartenschuppen ein und endlich merken die Großen, dass die Kleinen nicht alles schlucken. Karin Koch erzählt einfühlsam von einer zerrissenen Familie. Der Blick ihrer kleinen Heldin - naiv und unbestechlich zugleich - lässt Hilflosigkeit, Wut und Verletzung auf allen Seiten spürbar werden. Deutlich wird aber auch, dass immer ein Weg offen bleibt für ein Familienleben, das der Sehnsucht nach beiden Elternteilen gerecht wird. Mit schöner Heiterkeit begleiten Iris Wolfermanns Illustrationen die Geschichte.


Rezension/Meinung

Mit diesem Kinderbuch habe ich zum ersten Mal ein Buch in der Hand, das zwar für Kinder ist, aber ein doch deutlich ernstes Thema behandelt, nämlich die Situation, dass die Eltern getrennt leben und auch sichtlich nicht mehr sonderlich gut miteinander umgehen können, ein Elternteil sogar etwas aus der Routine gefallen ist und sein Leben nicht mehr ganz im Griff hat.

Dabei beschreibt es die Autorin sehr gekonnt, wie die Kinder versuchen mit dieser Situation umzugehen, wie sie teilweise die Dinge wahrnehmen, z.B. die schlechte Luft in der Wohnung des Vaters und dass sie daher immer die Balkontüre aufmachen müssen, wenn sie ankommen, dass Papas Vorräte beim Essen oft schon so gut wie alle sind und vor allen Dingen auch ihre Unsicherheit, warum sie nicht mehr so oft oder auch gar nicht zu ihrem Vater dürfen. Welche Phantasien und Ideen die Kinder dann entwickeln und wie sehr es sie auch verwirrt, dass z.B. die Mutter sie für ihr empfinden plötzlich vom Vater wegholt, obwohl doch nach ihrem Verständnis dafür gar kein klarer Grund besteht, denn sie versehen können. Und auch, was sie teilweise für Ideen haben und auch machen, damit sie die Möglichkeit zurückerhalten den geliebten Elternteil wieder zu sehen, so wie es Tildas kleiner Bruder im Buch macht.

Ich mag es einfach sehr, wie die kindlichen Gefühle beim Leser ankommen und vor allen Dingen auch, in welcher kindgerechten Sprache alles verfasst ist, denn es klingt, als hätte Tilda wirklich selbst diese Geschichte erzählt, dabei ist sie angenehm fehlerfrei und nicht, wie ich es auch schon erleben musste, dass Worte, so wie es Kindern eventuell passieren könnte, im Text falsch geschrieben sind, was ich gar nicht mag. Daher finde ich diese Umsetzung einfach sehr gut.

Unterstützt wird das Buch noch durch tolle Illustrationen, welche nicht zu aufdringlich sind, in der Menge zum Text sehr angenehm, da es ja kein Bilderbuch sein soll, aber es schaffen das erzählte in Teilen immer sehr schön zu untermalen, wie die Vorstellung Tildas, wie ihr Vater wohl, nach der Zeit, die sie ihn nicht gesehen haben, aussehen mag.

Die Gerüche, welche im Titel vorkommen, spielen immer wieder eine kleine Nebenrolle in Tildas Erzählung, sind aber nicht vorrangig wichtig, auch wenn man merkt, dass sie vieles auch über diese verknüpft und zusammenbringt. Eine sehr niedliche Idee, wie ich finde.

Ein Kinderbuch, das mit sehr gefallen hat, da es ein ernstes Thema, das ich bisher so noch nie aufgegriffen gesehen habe sehr schön und in meinen Augen, auch für Kinder verständlich, aufzeigt.


Fazit

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