Seiten

Montag, 2. März 2015

Rezension ~ Der katholische Bulle

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Der katholische Bulle
Autor: Adrian McKinty
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag
Ersterscheinung: 14. Juli 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518465236
ISBN-13: 978-3518465233
Originaltitel: The Cold Cold Ground
Genre: Krimi
Reihe: Sean Duffy
 Band: I


Über den Autor

Adrian McKinty wird 1968 geboren. Er wird in Carrickfergus, in der Nähe von Belfast, groß. In Oxford sudierte er Philosophie und zog anschließend nach New York. 2001 zog McKinty nach Denver und wohnt nun seit 2008 mit seiner Familie in Melbourne.


Inhaltsangabe/Klappentext

Belfast befindet sich im Ausnahmezustand. Detective Sergeant Sean Duffy ist neu in der Stadt, und gleich bei seinem ersten Fall der Suche nach einem Serienkiller muss er sich ins Zentrum des Terrors begeben.

Sean Duffy ist wahrscheinlich der einzige katholische Bulle in ganz Nordirland, denn es ist 1981, und "katholisch sein" steht vor allem für eines: IRA. Die Paramilitärs haben der Polizei den Krieg erklärt, nehmen sie, wo es nur geht, unter Beschuss, jagen Polizeiautos in die Luft. Ihnen gilt Duffy als Verräter. Doch auch unter den Kollegen in Carrickfergus, einem Vorort von Belfast, wohin er nach seiner Beförderung gerade erst versetzt wurde, muss sich der junge Polizist sein Ansehen erkämpfen. Entlang der Frontlinien ermittelt Duffy in zwei Mordfällen, hinter denen ein Serienkiller zu stecken scheint. Eines der Opfer stand in Verbindung mit den höchsten IRA-Kreisen, wo Duffy auf eine Mauer des Schweigens trifft, da jeder, der den Mund aufmacht, mit dem Schlimmsten rechnen muss


Rezension/Meinung

Dieses Buch entführt einen nach Nordirland, in die Zeit des Nordirlandkonflikts, was man in der Atmosphäre des Buches sehr stark spürt. In meinen Augen einer der gelungeneren Aspekte an diesem Krimi. Obwohl es leider auch so ist, dass der Nordirlandkonflikt einfach als bewusste Tatsache angenommen wird, die Situation und das Drumherum nur denen wirklich klar sein können, die sich mit diesem Teil der irisch-britischen Geschichte ein wenig auseinandergesetzt haben, denn erläutert wird so gut wie nichts.

Zunächst fiel mir der Einstieg in dieses Buch nämlich sehr schwer, aufgrund der Tatsache, dass man direkt in eine verwirrende Situation mit vielen unbekannten Charakteren geworfen wird und nicht richtig nachvollziehen kann, worüber sie sprechen, was sie da eigentlich genau gerade machen, wo sie eigentlich sind etc. Als Einstieg in meinen Augen eine seltsame Wahl, kam ich danach doch zunächst erst mal sehr schleppend nur in das Buch hinein.

Erschwerend kam hinzu, dass ich mit dem Protagonisten und Titelgeber, Sean Duffy, nicht richtig warm werden konnte, war er doch in meinen Augen ein eher sehr seltsamer Kommissar, da es sich bei ihm ständig um Alkohol, Sex und Drogen drehte, was ich doch durchaus eigenartig fand, besonders auch durch seinen Job. Es ist nicht so, dass er mir vollkommen unsympathisch fand, aber er war einfach kein Charakter, der für mich so richtig stimmig war, auch wenn die Situation und Zeit, in welcher er lebt sicher zu solch einer Art führen können.

Ansonsten jedoch ist der Krimi eigentlich durchaus spannend, wenn auch eher etwas trockener geschrieben, jedoch hat er einfach sehr viele interessante Aspekte, welche diesen trockeneren Schreibstil durchaus aufwiegen. Zumal ich es einfach mochte, dass er noch in einer Zeit spielt, in der Handys noch nicht existierten und die Forensik in vielen Bereichen auch noch sehr in den Kinderschuhen steckte, was einfach die Ermittlungen komplizierter und etwas komplexer macht. Allein aus diesem Grund weicht der Krimi schon sehr vom Gros ab. Gekoppelt mit der Tatsache, dass der Nordirlandkonflikt noch so einige Besonderheiten in der Atmosphäre, wie auch  den Gegebenheiten rund um den Fall ausmachen, fand ich diesen Aspekt wirklich sehr interessant.

Ein etwas anderer Krimi, bei dem ich es durchaus von Vorteil finde, wenn man sich mit dem Nordirlandkonflikt ein wenig besser auskennt und den ich nur dann empfehlen kann, wenn man auch mit einem verwirrenden Einstieg und eher trockenem Schreibstil klar kommt.


Fazit

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen