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Dienstag, 10. März 2015

Rezension ~ Wo die Angst ist

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Wo die Angst ist
Autor: Dinah Marte Golch
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: KiWi-Paperback
Ersterscheinung: 10. September 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462045636
ISBN-13: 978-3462045635
Genre: Krimi


 

Über die Autorin

Dinah Marte Golch wurde 1974 in München geboren. Sie begann 1999, nach einer Karriere als Werbetexterin, für das Fernsehen zu schreiben und wurde 2011 für ihr Drehbuch Tatort: Nie wieder frei sein mit dem Adolf-Grimme-Preis und dem Deutschen FernsehKrimi-Preis ausgezeichnet.
Inzwischen wurden mehr als fünfzig ihrer Drehbücher für Tatort und Serien wie Edel & Starck, Der Bulle von Tölz und Berlin, Berlin verfilmt. Von 2004-2007 schrieb sie ihre eigene Krimi-Reihe Stadt, Land, Mord! und betreute die Spielfilme auch als Producerin. Seit 2011 unterrichtet sie regelmäßig als Gastdozentin an der Filmhochschule München. Dinah Marte Golch hat eine Ausbildung zur Trainerin in Gewaltfreier Kommunikation und lebt in Berlin.


Inhaltsangabe/Klappentext

Zwei Wochen vor Weihnachten: Ein türkischer Abiturient wird ins Koma geprügelt, der einzige Zeuge muss um das Leben seiner Familie fürchten, und der verzweifelte Vater des Opfers will nur eins: den Täter bestraft sehen.

Ausgerechnet die unkonventionelle Psychologin Alicia Behrens soll Sigi Kamm, den forschen Hauptkommissar der Potsdamer Mordkommission, in diesem Fall unterstützen. Beide überschreiten in ihrer Arbeit Grenzen. Sie provokant, aber moralisch gerechtfertigt. Er nicht immer juristisch sauber, aber erfolgreich. Dabei kommen sie sich heftig in die Quere.
Als auf Noyan Akay, den Gründer einer Anti-Rassismus-Bewegung, ein Mordanschlag verübt wird, betreut Alicia Behrens den Vater des Komapatienten. Und kümmert sich zudem um den einzigen Zeugen: Rüdiger Brandt. Während der Kommissar versucht, eben diesen Zeugen zum Reden zu bringen. Doch Brandt wird bedroht und schweigt aus Angst vor dem Täter und aus Sorge um seine Familie. Am Bett seines Sohnes, der vielleicht nie mehr aus dem Koma erwachen wird, treibt der Wunsch nach Gerechtigkeit Mutasim Akay in tiefe Verzweiflung. Und bald stehen sich die beiden Väter in Wut und Ohnmacht gegenüber. Und ein gefährliches Psychospiel beginnt. Mittendrin: Brandts pubertierende Tochter, die von einem Fremden erpresst wird. Und ihre Mutter, die bereit ist, alles für ihr Kind zu tun. Während die Grenzen zwischen Opfer und Täter verschwimmen, realisieren Alicia Behrens und Sigi Kamm, dass es in diesem Fall keine Gewissheit gibt außer der, dass nichts ist, wie es scheint.



Rezension/Meinung

Mit diesem Buch behandelt die Autorin ein Thema, das wohl so bald nicht an Aktualität verlieren wird, denn Rassismus ist und bleibt ein Thema, dass unsere Gesellschaft wohl nicht so leicht besiegen wird. Zudem ist es natürlich in gewisser Weise auch ein brisantes Thema, wird in diesem Roman ja ein junger, nicht deutschstämmiger Mann so stark verletzt, eventuell bei einem Mordanschlag, dass er nun im Koma liegt und vermeintlich alles nur, weil er sich für eine Anti-Rassismus-Organisation stark gemacht hat. Die Autorin schafft es jedoch auf jeden Fall, dieses Thema so zu behandelt, dass man keinen Anstoß daran nehmen kann, die Sachlage, wie sie durchaus vorkommen kann, sehr gut aufgegriffen und in diesem Krimi verarbeitet ist.

Was ich jedoch sehr schade fand, ist die Tatsache, mit welcher Art von Protagonisten man in diesem Buch konfrontiert wird. Denn Alicia Behrens ist ehrlich eine der unsympathischsten Protagonistinnen, die mir bisher untergekommen ist. Ständig will sie alles mit irgendwelchen theoretischen Erkenntnissen aus der Psychologie angehen, sieht alles nur aus ihrem sehr extrem psychologisch geprägten Standpunkt und kann vor allen Dingen auch nicht einsehen, dass man in gewissen Situationen andere Wege gehen oder mit den Dingen anders umgehen muss. Dazu kommen ihre eigenen tiefgreifenden Probleme, die ihre Ansichten zur Welt nicht besser machen und sie noch mehr auf eine negative Art beeinflussen. Es war sogar wirklich so, dass mir der andere Protagonist, Sigi Kamm von der Polizei, regelrecht Leid tat, da sie extrem schroff und unangenehm wurde, wenn andere Charaktere nicht ihrer Meinung sind, die extrem festgefahren ist. Sigi Kamm hingegen ist ein sehr sympathischer und auf mich auch kompetent wirkender Polizist, der einzige Lichtblick bei den Charakteren beim Lesen.

Ansonsten ist das Buch vor allen Dingen auch so durch Charakterstudien getrieben, wie die Eltern der Beschuldigten, aber auch des Anschlagsopfers mit der Situation umgehen, auf neue Erkenntnisse reagieren etc. Ein Aspekt, den ich persönlich sehr spannend fand. Gepaart mit noch ein paar Wendungen, die ich meist so nicht erwartet hätte auf jeden Fall eine interessante Geschichte, die mich durchaus auch manchmal überrascht hat und richtig gut hätte werden können, müsse man nicht mit Alicia Behrens leben, die zwar teilweise dafür gesorgt hat, dass der Roman überhaupt diese Wege laufen kann, wie er es tat, aber ebenso auch deutlich auch vieles behindert hat.

Ein etwas anderer Krimi, bei dem mich persönlich einfach ein wenig die Protagonistin gestört hat, der ansonsten aber durchaus gut ist.


Fazit


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