Seiten

Montag, 13. April 2015

Rezension ~ Das Mädchen, das rückwärts ging

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Das Mädchen, das rückwärts ging
Autor: Kate Hamer
Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Arche
Ersterscheinung: 1. April 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3716027243
ISBN-13: 978-3716027240
Genre: Belletristik / Gegenwartsliteratur



Über die Autorin

Kate Hamer wuchs in Pembrokeshire, England, auf und studierte Kunstgeschichte in Manchester. Sie arbeitete zehn Jahre als Dokumentarfilmerin und nahm dann 2011 ein Studium in Kreatives Schreiben auf. Für eine ihrer Kurzgeschichten wurde sie mit dem Rhys-Davies-Short-Story-Preis ausgezeichnet. „Das Mädchen, das rückwärts ging“ ist ihr Debütroman. Bereits während ihrer Arbeit daran wurde sie mit einem Preis für den besten Romananfang ausgezeichnet. Kate Hamer lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Cardiff, Wales.


Inhaltsangabe/Klappentext

Im englischen Norfolk verschwindet ein Mädchen. Bei dichtem Nebel scheint die achtjährige Carmel wie vom Erdboden verschluckt. Es gibt keine Hinweise, niemand hat sie gesehen, die Polizei tappt im Dunkeln. Carmels Mutter Beth, seit kurzem wieder Single, gibt sich voller Verzweiflung selbst die Schuld: Hat sie Signale übersehen, nicht genug achtgegeben auf ihr einziges Kind? Carmel ist ein besonderes Mädchen: Sensibel und reifer als andere in ihrem Alter, verhält sie sich oft rätselhaft, wirkt abwesend, verträumt. Zwischen Hoffnung und Ohnmacht sucht Carmels Mutter schließlich selbst nach ihr. Schritt für Schritt geht sie zurück§in der gemeinsamen Zeit, denn jede Kleinigkeit zählt. Für Carmel beginnt währenddessen eine lange und ungewöhnliche Reise. Spannend bis zur letzten Zeile erzählen Beth und Carmel im Wechsel diese zutiefst bewegende Geschichte über eine Mutter und ihr verloren gegangenes Kind.


Rezension/Meinung

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bei diesem Buch nicht wirklich wusste, auf was ich mich einlassen würde, denn letztendlich hat mich diese Geschichte extrem beeindruckt, was ich so nie vermutet hätte.

Richtig genial gemacht, ist einfach, dass sowohl Beth, als auch Carmel mit ihren Erlebnissen zu Wort kommen, man als Leser also zwar immer ein wenig mehr Wissen hat als die beiden, aber trotzdem nimmt dies in diesem Buch nicht die Spannung, wie man es sich vielleicht vorstellen mag, sondern macht alles eher noch spannender. Vor allem auch, da Carmel alles mit ihrem kleinen, achtjährigen Selbst sieht, so vieles daher auch für den Leser nicht gleich verständlich wirkt. In anderen Punkten erkennt man trotz ihrer unschuldigen Beschreibungen viel mehr, als Carmel selbst, kann erahnen, was ihr passiert. Alle diese Kleinigkeiten machen die Abschnitte um Carmel einfach extrem interessant, vor allen Dingen, da man selbst sehr lange noch im Unklaren darüber ist, warum ihr das wirklich alles passiert und worin es enden wird. Obwohl ich ab einem gewissen Punkt ein Ahnung entwickelt habe, in welche Richtung es gehen muss und es war gleichsam einfach genial, wie auch sehr stimmig.

Die Abschnitte mit Beth sind einfach so extrem emotional, da man so extrem nachvollziehen kann, wie große Sorgen sie sich um ihre kleine Tochter macht, wie groß die Vorwürfe gegenüber sich selbst sind, dass sie etwas falsch gemacht haben könnte, dass Carmel verschwinden konnte. Am beeindruckensten geschildert finde ich aber einfach, wie sehr es Beth mitnimmt, als ihr das erste Mal auffällt, dass sie eine Zeit lang nicht an Carmel gedacht hat, da sie sich mit etwas so sehr beschäftigt hat, dass sie darauf fixiert war und wie sehr sie diese Situation mitnimmt, wie sie einfach immer auf der Suche ist. Die Emotionen in diesen Abschnitten sind einfach so greifbar. Vor allen Dingen auch die Angst, ob sie Carmel jemals wiedersehen wird.

Ich bin einfach beeindruckt von diesem Buch, vor allen Dingen auch, wie sich die Geschichte immer weiter entwickelt und Carmel darum kämpft sie selbst zu sein, sowie die Frage, die man sich sehr lange stellen muss, werden Beth und Carmel sich wiedersehen und wenn ja, was wird bis dahin mit Carmel geschehen sein, wird sie alles überleben? Ein Buch, das ich nur empfehlen kann!


Fazit

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen