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Donnerstag, 9. April 2015

Rezension ~ Frauenmahd

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Frauenmahd
Autor: Marc Ritter
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch
Ersterscheinung: 19. Januar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492306039
ISBN-13: 978-3492306034
Genre: Regionalkrimi
Reihe: Karl-Heinz "Gonzo" Hartinger
Band: IV


Über den Autor

Marc Ritter, geboren 1967 in München, wuchs ab dem sechsten Lebensjahr in Garmisch-Partenkirchen auf, wo er nach dem Abitur Zivildienst machte und für eine Lokalzeitung über Politik, Sport und Nachtleben berichtete. Zum Studium von Germanistik, Politikwissenschaften und Werbepsychologie sowie für eine Marketingausbildung kehrte er nach München zurück. Ritter arbeitete als Manager für große deutsche und amerikanische Print- und Online-Medien und war mehrere Jahre als Unternehmensberater tätig. Er wohnt mit seiner Familie in München. Von Marc Ritter erschienen bislang "Josefibichl" (Piper), "Transalp" (neobooks) und "Kreuzzug" (Droemer). Im März 2013 erscheint "Herrgottschrofen" (Piper). Biografie: Marc Ritter wurde 1967 im Städtischen Klinikum München-Harlaching geboren und wuchs zunächst zu einem vielversprechenden Obergiesinger heran. Seine Eltern wander­ten jedoch 1974 nach Garmisch-Partenkirchen aus. 1987 machte Marc Ritter am dortigen Werdenfels-Gymnasium Abitur. Ritter jobbte als Tankwart, Dachdecker, Gärtner, Tretbootverleiher, Stallknecht und Hilfsskilehrer. Während des damals noch unvermeidlichen Zivildien­stes begann er mit ersten journalistischen Gehversuchen und schrieb eine Lokalzeitung mit Geschich­ten aus Politik, Sport, Kultur und Klatsch und Tratsch aus Garmisch-Partenkirchen voll. Ein Studium der Neueren Deutschen Lite­ratur, Organisations­psychologie und Politikwissen­schaft an der LMU sollte den Weg in den Journalismus weiter ausbauen. Ritter arbeitete auch in München für Lokalzeitungen als Reporter und Fotograf. Nebenbei machte er Standfotos für TV-Produktionen, darunter für den BR-Klassiker "Löwengrube". Da Ritter bereits mit vierundzwanzig Jahren für eine kleine Familie zu sorgen hatte, brach er das Studium ab. Statt der erträumten Journalisten- und Autorenkarriere schlug er die eines Medienmanagers ein. Er nahm zunächst einen Job bei einer Kommunikationsagentur an und studierte am Wochenende Medien-Marketing an der Bayeri­schen Akademie für Werbung und Marketing. 1994 war Ritter beim SZ-Jugendmagazin „jetzt" für Marketing, Vertrieb, Produktion und Disposition zuständig. Mit "jetzt-online" stellte er das erste Internetprojekt des Süddeutschen Verlages ohne Genehmigung desselben live. Er wechselte 1997 zu Microsoft Sidewalk, kurz darauf zu Microsoft MSN und 1999 zu Yahoo!, wo er jeweils in leitenden Funktionen für Marketing und die Geschäftsentwicklung zustän­dig war. Nach der Internetzeit machte sich Marc Ritter 2002 mit einer Unternehmensberatung selbständig und half mit das SZ-Magazin zu retten. Zu seinen Projekten ge­hörte auch der Bau des "Hauses der Gegenwart", das 2005 von Christian Ude und Bill Gates eröffnet wurde. Marc Ritter gründete 2006 das Internetportal Sportsella.com, trat dann jedoch in die Dienste der Schörghuber Unternehmensgruppe ein, für die er das weltweite Beziehungsmanagement und das Sponsoring leitete. Ab 2009 gehört Marc Ritter zum Kreis von Senior Consultants der Digital-Unternehmensberatung aquarius consulting mit Sitz in München und Hong Kong. Parallel zu seiner Beratertätigkeit bereitete Marc Ritter die Rückkehr auf den vor knapp zwanzig Jahren verlassenen Weg ins Autorenleben zurück. 


Inhaltsangabe/Klappentext

"Der Förster schmeißt einen Mann in den Kuhflucht-Wasserfall. Die Story musst du machen!" Als Lokalreporter Karl-Heinz "Gonzo" Hartinger den Anruf von der Zeitung bekommt, ist er gerade in Berlin gelandet, um ein wildes Wochenende zu verbringen. Daraus wird nichts. Kurz darauf stürzt die grüne Landtagsabgeordnete auf einer steilen Bergwiese, der Frauenmahd, zu Tode. Zufall, dass beide Tote in der Nähe des geplanten Pumpspeicherkraftwerks gefunden werden? Oder ist eine uralte Familienfehde Hintergrund der Morde?


Rezension/Meinung

Es ist schon der vierte Krimi rund um den Journalisten Karl-Heinz “Gonzo” Hartinger und ich persönlich war begeistert, wie gut ich, trotzdem ich die ersten drei Bände nicht kenne, in diesen Roman hinein gefunden habe. Keiner der Charaktere kam mir extrem fremd vor, selbst Hartinger nicht, über den man sicher schon viel gewusst hätte, wenn man die anderen Bände kennt, lernte ich doch sehr gut kennen und irgendwie mag ich diesen verschrobenen Kerl auch sehr gern.

Gelungen ist bei diesem Krimi auch die Mischung aus Lokalkolorit, Humor und vor allen Dingen der Spannung, den bei vielen Krimis, die einen großen Teil Humor und Lokalkolorit besitzen, bleibt diese, so mein Empfinden, oftmals doch auf der Strecke, aber das genaue Gegenteil ist hier der Fall. Zumal man einfach auch super miträtseln kann, denn anhand einiger Punkte macht man sich schon recht klare Vorstellungen wer der Täter sein dürfte bzw. was man sicher schon zum Täter weiß und trotzdem kann man sehr, sehr lange miträtseln, erhält immer neue Spuren und Wendungen tun sich auf. Dabei gibt es so einige Intrigen und Verstrickungen in diesem Krimi, die alle zusammengenommen ein sehr interessantes Konglomerat ergeben. Hartinger, als Journalist ist dabei ein Charakter, den ich sehr interessant finde, da er eigentlich immer auf einem guten Weg ist, aber an vielen Stellen es auch gekonnt schafft in Fettnäpfchen zu treten oder sich erst einmal in Gefahr zu begeben. Der vernünftigste scheint er eindeutig auch nicht zu sein, aber gerade diese kleinen Macken, gepaart mit seiner Neugier und seinem Gerechtigkeitssinn machen ihn irre sympathisch. Vor allem mochte ich auch die Mitterer Kathi sehr gern, deren Rolle als Hartingers Ex, Mutter seines Sohnes und Mitbewohnerin, der er bei ihr wohnt, schon allein viele Facetten hat, die aber auch von ihrer Art her einfach genial sympathisch und ziemlich patent ist.

Ich habe auf jeden Fall an einigen Stellen sehr mitgefiebert, war über manche Wendung erstaunt, musste an mancher Stelle arg an mich halten, um nicht lautstark los zu prusten und muss zudem sagen, dass die Morde teilweise sehr gewieft sind, den vor allen Dingen beim letzten hätte ich nie erwartet, dass man auf diesem Weg jemanden umbringen könnte, auch wenn es nicht immer nur Leute in diesem Buch trifft, die mir gänzlich unsympathisch waren. Auch die kleinen Spitzen in Richtung des Klimawandels und wie sie hier teils auf die Schippe genommen werden, sind einfach grandios und ergänzen den Krimi auf eine sehr gelungene Weise.

Ein Lokalkrimi, den ich nur wärmstens empfehlen kann, da er zum einen den Lokalkolorit einfach grandios rüberbringt, einige aktuellere Themen aufgreift, verdammt viel Humor hat und einfach auch die Spannung da ist, die ich bei einem Krimi erwarte und auch die Auflösung nicht sonderlich absurd ist, sondern durchaus logisch und nachvollziehbar, zumal Gonzo einfach ein Unikat ist. 


Fazit


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