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Donnerstag, 28. Mai 2015

Rezension ~ Aprikosensommer

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Aprikosensommer
Autor: Deniz Selek
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch
Ersterscheinung: 26. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3733500660
ISBN-13: 978-3733500665
Genre: Belletristik / Jugendbuch



Über die Autorin

Deniz Selek wurde in Hannover geboren und verbrachte ihre Kindheit in Istanbul. Schon früh begann sie Geschichten zu schreiben, die sie selbst illustrierte. Nach einigen Semestern Germanistik und Pädagogik studierte sie Innenarchitektur, und beschloss dann doch lieber Ihren Kindheitstraum vom Bücherschreiben zu verwirklichen. Als waschechte Halbtürkin liebt sie Süßes und Saures, Abendrot und Aberglauben, Kitsch und Klunker, Hut und Häkelwerk und natürlich Sommer, Sonne und Südseestrand. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Berlin.


Inhaltsangabe/Klappentext

Die berührende Suche eines Mädchens nach ihrem Vater, nach der eigenen Identität und die Geschichte einer ersten Liebe: Eve fliegt mit ihrer Mutter nach Istanbul, um ihren Vater ausfindig zu machen. Fünfzehn Jahre lang hat ihre Mutter alle Fragen nach ihm abgeblockt. Als er dann tatsächlich vor Eve steht, hat sie das Gefühl, endlich den fehlenden Teil ihrer Identität gefunden zu haben. Und dann ist da auch noch ihr Dolmetscher Sinan, in den sie sich Hals über Kopf verliebt...


Rezension/Meinung

Gleichzeitig eine leichte Geschichte, die nicht zu sehr von ihrem Inhalt heruntergedrückt wird, aber doch ein ernsteres Thema behandelt, zu schreiben, ist sicher nicht einfach und doch hat es Deniz Selek mit »Aprikosensommer« geschafft.
Wie muss es wohl für jemanden sein, wenn man nicht wirklich weiß, woher man stammt, weil einem das Wissen um einen Elternteil fehlt? Vor allen Dingen, wenn man weiß, dass die eigene Mutter einem zumindest einige Informationen gebne könnte, aber mit diesen hinter dem Berg hält! Genau diese Fragen und Empfindungen von Eve, die aus ihrer Situation resultieren, dem Leser deutlich zu machen, schafft Deniz Selek sofort. Man kann Eve vom ersten Augenblick an einfach vollkommen verstehen, denn wäre man in ihrer Situation, hätte man sich die gleichen Fragen, würde sich die gleichen Gedanken machen. Und eine ganze Zeit lang fragt man sich auch ehrlich, warum ihre Mutter ihr eigentlich nichts sagen will.

Mit der Zeit lernt man auch ein wenig zu verstehen, woher die Bedenken von Eves Mutter kommen, dass sie bisher nicht über ihren Vater sprach, auch wenn ich ehrlich gestehen muss, in Ordnung ist es nicht, denn wenigstens das, was sie mit Sicherheit wusste, hätte sie ihrer Tochter eigentlich sagen müssen. Eine andere Situation wäre es für mich, wenn man wirklich auch als Mutter nichts weiß, da es ein One-Night-Stand war, aber so ist es in diesem Fall ja nicht. Gerade aber auch Eves Gedankenspiele, ihre Furcht vor Gewissen Handlungen, als sie noch in Berlin ist, sind einfach extrem gut dargestellt, denn auch, wenn man eigentlich gern alles Wissen würde, was für einer großer Schritt muss es sein, sich an vollkommen Fremde zu wenden, um irgendwie die Antworten zu finden, die man sucht und dann, wie in ihrem speziellen Fall, eine solche Reise zu wagen.

Vor allen Dingen finde ich Eves Gefühle extrem gut dargestellt in diesem Roman und auch ihre Mutter kann man ein wenig verstehen, auch wenn ich ihr Verhalten in einigen Belangen einfach nicht gutheißen kann. Was mich ein wenig irritiert hat, ist die Tatsache, dass Eve in manchen Gedankengängen fast ein wenig zu reif für ihr Alter wirkt. Vor allem, wie sie ihre Beziehung, welche auf den ersten Seiten des Romans in die Brüche geht, im Nachhinein Beleuchtet, ist fast ein wenig zu reif. Trotzdem weißt sie eine Persönlichkeit auf, die durchaus sehr sympathisch ist, auch wenn ich sie nicht 100% stimmig finde.

Sehr schön sind auch einfach die Szenen in Istanbul, auch wenn ich über diese gar nicht so viel Schreiben mag, um nicht zu viel über den Roman zu verraten. Aber eins kann ich sagen, man kann sich die postiven Seiten dieser großen und so besonderen Stadt Istanbul danach extrem gut vorstellen, man schwebt sogar ein klein wenig in diesem Traum von Tausend und einer Nacht gepaart mit der weltoffenen westlichen Seite dieser Stadt.

Eine sehr schöne, bunte und lebhafte Geschichte, die ein ernstes Thema, irgendwie leicht erzählt, mit dem Zauber Istanbuls aufwarten kann und sich einfach toll lesen lässt.


Fazit


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