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Donnerstag, 14. Mai 2015

Rezension ~ Die Stadt der schweigenden Berge

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Die Stadt der schweigenden Berge
Autor: Carmen Lobato
Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Knaur TB
Ersterscheinung: 2. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426514559
ISBN-13: 978-3426514559
Genre: Historischer Roman / Abenteurroman
 


Über die Autorin

Carmen Lobato ist Romanistin und leidenschaftliche Reisende. Sie ist als Dozentin tätig, was ihrer Liebe zum Reisen entgegenkommt und lebt daher mit ihrer Familie in verschiedenen europäischen Städten. Die Kultur der Hethiter (ein Volk, das im Altertum in Anatolien lebte) und das Schicksal des armenischen Volkes sind ihr ein besonderes Anliegen.


Inhaltsangabe/Klappentext

Berlin 1931: Die junge Amarna ist fasziniert von der Kultur der Hethiter und vor allem von deren alter, versunkener Hauptstadt. Sie träumt davon, selbst einmal dorthin zu fahren, und vertieft sich in die Lektüre der Schriften jener Zeit. Doch ihr Vater, ein Altorientalist, verweigert ihr die Reise, obwohl er die Leidenschaft seiner Tochter teilt. Was ist auf jener Expedition passiert, die ihn einst in die verlorene Stadt führte? Und warum spricht er nie von der Mutter, an die Armana kaum eine Erinnerung hat? Mit Hilfe ihres Freundes Paul, der Amarna schon lange liebt, gelingt es ihr schließlich, ihren Traum zu verwirklichen – der sich jedoch bald als Alptraum entpuppt.


Rezension/Meinung

Alte Kulturen haben mich schon immer sehr fasziniert, vor allen Dingen die Hochkultur des alten Ägypten. Wenn man sich Informationen über diese Kultur such, schrammt man eventuell auch mal an den Hethitern vorbei, die bis heute eine allgemein noch eher unbekanntere Hochkultur hatten, die ich aber ebenso faszinierend finde. Von daher war ich extrem gespannt auf dieses Buch, nachdem ich erfahren habe, dass es unter anderem um die Hethiter gehen würde.

Vor allen Dingen kann ich Carmen Lobato dafür loben, wie sie ihre Charaktere ausgebaut hat, ebenso, wie die Aufteilung des Romans, die ich einfach sehr gelungen finde. Vor allen Dingen auch die kleinen Rücksprünge in die Zeit der Hethiter finde ich sehr gelungen. Zum einen auch, da dort der Stil des Buches, wie die Leute sprechen etc. sich ein wenig ändert und dadurch einfach sehr gut auch zu einer so anderen Zeit passt und man zudem, noch mehr über ihre Kultur erfahren kann, als es in den anderen Abschnitten hätte sein können, da es so einfach noch spannender ist. Dazu kommt, dass der eigentlichen Handlung ehrlich an wenig fehlt, es gibt Intrigen, Romanzen, Spannung und auch durchaus einiges an Humor. Vor allen Dingen die Verständigungsschwierigkeiten zwischen Amarna und Arman sind einfach teils urkomisch, da sie sehr gern Sprichwörter und ähnliche Redewendungen nutzt, die Arman als nicht Muttersprachler doch des Öfteren etwas verwirren, was einfach zu komisch sein kann. Ich mag es auch einfach sehr gern, dass man wirklich ziemlich bis zum Ende noch einige Punkte hat, an denen man Rätseln kann, vor allen Dingen, warum es auch Amarna immer so sehr nach Hattûssa zieht, wieso aber andere Personen in ihrem Umfeld diese Gegend unter so großen Umständen meiden wollen. Dabei offenbart so mancher Charakter im Lauf des Geschehens Wesenszüge, die ich so nicht unbedingt erwartet hätte, die sie aber wirklich auch sehr vielschichtig machen.

Aber allein die Charaktere finde ich schon extrem gelungen, auch wenn ich Amarna in einigen Augenblicken echt verflucht habe, weil sie gleichzeitig so extrem naiv ist und neugierig, aber oftmals gar nicht wirklich Ahnung von der Welt zu haben scheint, da ihr Vater sie so sehr abgeschirmt hat, dass sie gar nicht versteht, wie das Leben eigentlich wirklich ist. Dabei ist es dann schön, dass ihr Arman als Gegenpart in dieser Geschichte gegenüber steht, da er einfach extrem viele Erfahrungen schon im Leben und mit der Welt machen musste und so ganz anders ist. Ein etwas dunkler Typ, den man aber einfach irgendwie mögen muss, weil einen guten Kern in ihm spürt man, so empfand ich es, den gesamten Roman über, deutlich. Dabei bin ich ehrlich immer wieder überrascht, wie liebenswürdig doch die anderen Charaktere, vor allen Dingen auch Paul, mit Amarna umgehen, da sie die Gefühle andere so oft gar nicht richtig bemerkt oder auch nur im geringsten bedenkt, aber es passt einfach zu ihr und gibt allem durchaus ein wenig Würze. Als sehr interessanten Charaktere habe ich auch Amarnas Mentor Merten empfunden, der durch die Geschichte hinweg einfach extrem viele Facetten der menschlichen Natur offenbar und bei dem ich vor allem seine Motive hinter den Taten letztendlich extrem interessant fand.

Allgemein ein Buch, das sehr viel Inhalt bietet und vielschichtig ist, sogar so weit, dass es mir schwer fällt, wirklich darüber zu schreiben, dabei das zu sagen, was ich will und nicht ausversehen doch aber etwas zu verraten, das einem das Leseerlebnis schmälern könnte. Ich kann das Buch auf jeden Fall nur empfehlen, da man etwas über eine unbekannte Kultur lernt und zudem auch noch einen extrem spannenden, gut geschrieben Roman vor sich hat. 


Fazit

 


Kommentare:

  1. Klingt eigentlich gut, aber Amarna als Personenname geht ja gar nicht! Auch wenn es dafür die Erklärung gibt, dass der Vater Archäologe ist. Und dann noch Arman dazu, was bei schnellem oder etwas unkonzentriertem Lesen daoch zwangsläufig für Verwirrung sorgt...

    LG, Julia

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    1. :D Ja, die Erklärung ist wirklich, dass sie einfach nach der Stadt benannt wurde, ohne Rücksicht auf Verluste ;o)
      Ich muss ehrlich gestehen, ich fand es, trotz der sehr gleichen Namen, immer klar, um wen der beiden es grad geht... warum auch immer :D

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

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