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Freitag, 22. Mai 2015

Rezension ~ Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich
Autor: Shelly King
Broschiert: 336 Seiten
Verlag: Kindler
Ersterscheinung: 27. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 346340656X
ISBN-13: 978-3463406565
Originaltitel: The Moment of Everything
Genre: Belletristik



Über die Autorin

Shelly King hat ihre Heimat in den Südstaaten verlassen und ist rechtzeitig zum Internet-Boom ins Silicon Valley gezogen. Dort arbeitet sie in der Social Media-Abteilung einer größeren Softwarefirma. Ihre Geschichten wurden bereits in mehreren Zeitschriften veröffentlicht. Sie lebt zusammen mit ihrem Ehemann in den Santa Cruz Mountains. »Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich« ist ihr erster Roman. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Ein hinreißendes Debut für alle Buchliebhaber!

Maggie hat gerade ihren hochdotierten Job in einem kalifornischen Internet-Startup verloren und findet Trost im Dragonfly Books , einem verstaubten Antiquariat um die Ecke. Statt auf Jobsuche zu gehen, liest sie eine Schmonzette nach der anderen, freundet sich mit dem schrulligen Besitzer des Dragonfly an und lernt nebenbei den geheimnisvollen Fahrradfreak Rahjit kennen. Ihr bester Freund indessen sorgt sich um Maggies Zukunft und verschafft ihr Zutritt zum Lesezirkel einer wichtigen Managerin von Silicon Valley. D.H. Lawrences "Lady Chatterleys Lover" steht auf dem Programm. Als Maggie die uralte Ausgabe bei "Dragonfly Books" aufschlägt, entdeckt sie einen in das Buch gekritzelten Briefwechsel, der sie augenblicklich in ihren Bann zieht. Die leidenschaftlichen Botschaften zwischen zwei unbekannten Liebenden berühren sie zutiefst und öffnen ungeahnte Türen in ihrem eigenen Leben.

Ein humorvoller Feelgood-Roman für alle, die insgeheim daran glauben, dass die große Liebe durch Bücher gefunden werden kann und trotzdem in der Welt von heute leben


Rezension/Meinung

Den Titel dieses Buches kann ich nicht wirklich nachvollziehen, auch wenn in ihm ein Fahrrad durchaus eine Rolle spielt, aber entweder habe ich etwas überlesen oder ich weiß auch nicht, denn irgendwie ist mir nicht klar, wer Mr. Lawrence ist. An sich finde ich den Titel für dieses Buch eher etwas seltsam, aber davon abgesehen ist es ein besonderes Buch, ein durchaus spezielles Buch, das sowohl einiges an positiven, wie aber auch negativen Seiten hat.

Es ist nämlich ein sehr ruhiges Buch, was nicht jedem gefallen wird, denn über viele Strecken passieren zwar Dinge, aber sie sind eher sehr alltäglich, allgemein, nichts, wo man mitfiebern kann, sondern eher einfach Situationen, die man beobachtet, in denen man entspannen kann, gucken, was die Charaktere so machen, aber wo alles eher ruhig dahin plätschert. Man sollte also nicht erwarten, dass dieses Buch wirklich Aktionismus der Charaktere bietet. Es ist eher etwas verträumt und das muss man mögen. Ich persönlich fand es dabei einfach toll vom Dragonfly zu lesen, da ich Antiquariate irgendwie mag, auch wenn ich selbst immer sehr umsichtig mit meinen Büchern bin, aber solche Orte haben einfach Charme. Vor allen Dingen wirkt des Dragonfly wie ein Ort, der geliebt wird, auch wenn er nicht einer modernen, ordentlichen Welt entspricht, wie sie in den meisten heutigen Läden zu finden es. Er hat einfach etwas an sich, durch das man träumen kann. Vor allem mochte ich so manche kleine Anspielung auf bestimmte Bücher, kleine nerdige Eigenheiten der Charaktere, die einen durchaus zum Schmunzeln bringen können. Es sind aber alles eher leise Töne, die angeschlagen werden. Etwas störend fand ich fast schon die weiteren Beschreibungen der Jobs im Silicon Valley, über welche Maggie manchmal nachdenkt, denn es sind sehr IT-lastige Themen, die nicht zu den Büchern passen wollen, nicht für jeden etwas sind, der gern liest, da sie in eine gänzlich andere Richtung speziell sind.

Punkten kann das Buch durch einige seiner Charaktere, wie die gesamten Stammkunden des Dragonfly, die herrliche kleine Macken haben und vor allen Dingen auch Hugo, den Besitzer des Ladens und Jason, seinen Angestellten, mit dem Maggie sich öfters in die Quere kommt. Ihre Art ist einfach sehr besonders beschrieben und ich mochte diese beiden Charaktere sehr gern. Hugo ist mir sogar deutlich mehr ans Herz gewachsen als Maggie, die ich zwar in ihrer Bücherliebe sehr mochte, die aber sonst teils sehr merkwürdige Ansichten zu sich, der Welt und dem Leben hat. Ebenso war Rahjit zwar ein interessanter Charakter, aber keiner, der mich umgehauen hätte, so wie andere. Es ist aber spannend zu erleben, wie sich die Meinungen voneinander und die Beziehungen zwischen den Charakteren langsam entwickeln, denn viel mehr kann man über lange Strecken in diesem Buch nicht großartig beobachten. Bis zu zwei Wendungen, die noch einmal etwas Spannung in die Geschichte bringen und ohne die ich es auch deutlich negativer hätte bewerten müssen, da es dann zu ruhig gewesen wäre. Manche Wendung ist zwar schmerzhaft gewesen, aber sie waren einfach sehr stimmig und ich mag das Ende, auch wenn es knapp an zu viel rosarotem Zuckerguss vorbeigeschrammt ist.

Ein besonderes, da ruhiges Buch, mit teils interessanten Charakteren, dass Spaß macht beim Lesen, da es irgendwie entspannend ist, man zur Ruhe kommen kann, von dem man aber keine großen Spannungen erwarten sollte, und weniger, wie ich finde eine Liebesgeschichte zwischen Menschen, als eine, bei der es um die Entdeckung des eigenen Lebenswegs geht, dass man sich treu bleiben sollte, wenn man einmal gelernt hat, was einem im Leben wirklich glücklich macht. 


Fazit


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