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Samstag, 16. Mai 2015

Rezension ~ Reisaren - Das Erwachen

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Reisaren - Das Erwachen
Autor: Melinda Gauss
Broschiert: 410 Seiten
Verlag: edition zweihorn
Ersterscheinung: September 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3943199177
ISBN-13: 978-3943199178
Genre: Fantasy
Reihe: Reisaren
Band: I



Über die Autorin

Melinda Gauss über sich selbst: »Fremde Welten, Fabelwesen, Magie und Zauberei - all das hat mich seit frühester Kindheit fasziniert. Schon in der Grundschule verschlang ich Fantasy-Bücher regelrecht und begann bereits, mir auch eigene, kleine Geschichten auszudenken und sie aufzuschreiben. Als ich etwa fünfzehn Jahre alt war, nahm dann eine größere Geschichte mit komplexer Handlung in meinem Kopf Gestalt an, und die Worte wollten einfach zu Papier gebracht werden, ich konnte quasi nichts dagegen tun. So enstand die Welt von "Reisaren". Der vorliegende Band, "Reisaren - Das Erwachen", ist der erste Teil einer voraussichtlich mehrteiligen Fantasy-Reihe, mehrere Folgebände sind bereits in Arbeit. Ich wurde 1993 in Chemnitz geboren. Nach der Schule absolvierte ich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr auf einem Falkenhof und studiere seit Herbst 2013 Forstwissenschaften an der TU Dresden/Tharandt. In meiner Freizeit schreibe und lese ich und mache viel Musik - mit Geige, Klavier und Schlagzeug«

 

Inhaltsangabe/Klappentext

„Und dann geschah etwas Sonderbares, das alles bisher Geschehene weit in den Schatten stellte. Das graue Gestein der Statue, ebenso grau wie der Schleier, der sie umgab, bekam plötzlich Farbe. Die Federn am Körper des Greifes wurden braun wie die Erde, seine Klauen und sein Schnabel orangegelb wie die untergehende Sonne. Seine Schwungfedern dagegen waren blau und violett wie die von tropischen Vögeln. Dann öffnete der Greif seine Augen, die die Farbe von blühenden Veilchen hatten, und warf mit einem Schlag seiner mächtigen Schwingen allen Schnee von sich, der sich während seiner Starre angesetzt hatte. Er stieß einen gellenden Ruf aus.“ Damit hätten Alina und ihr Freund Giuseppe wirklich nicht gerechnet: Eigentlich wollten sie nur dem Jungen Norgann helfen, der eines Tages verwirrt und verängstigt mitten im Wald auftaucht. Nun aber finden sie sich plötzlich in einer anderen Welt wieder, in der alle Anzeichen auf Krieg stehen – ein Krieg, der nicht nur jene fantastische und fremdartige Welt in Chaos und Gefühllosigkeit stürzen soll, sondern gleichzeitig auch die Erde und alles Leben darauf bedroht. Da entdeckt Alina, dass sie außergewöhnliche Kräfte besitzt. Soll sie sich in den gefährlichen Kampf gegen den Machthungrigen Grauen König einmischen?


Rezension/Meinung

Was man zu diesem Buch zunächst auf jeden Fall wissen sollte, man aber durchaus auch schon am Titel erkennen kann, es handelt sich um den Teil einer Reihe, genau genommen sogar den ersten Teil dieser. Von daher sollte man nicht erwarten, dass einem dieses Buch ein abgeschlossenes Ende präsentiert, da ja noch weitere Bände folgen werden. Ich muss zwar ehrlich sagen, dass mich in diesem Fall das Ende auch ein wenig überrascht hat, trotzdem ich wusste, dass es offen sein würde, aber dazu später mehr.

Zunächst will ich einmal zu den Charakteren kommen, die dieses Buch bevölkern. Zum einen erlebt man Szenen in unserer Welt, aus der auch die Protagonisten Alina und Guiseppe kommen, wie auch in Sarath Menen, einer weiteren Welt, die wir als Leser in diesem Buch kennenlernen dürfen. Sehr gefallen hat mir dabei, dass die Lebewesen Sarath Menens wirklich auch teils mal wieder etwas Besonderes waren und nicht die immer gleichen Fantasy- und Fabelwesen, die man aus jedem Buch kennt, auch wenn natürlich von diesen auch welche Sarath Menen bevölkern, wie Drachen oder Greifen. Manches dieser vollkommen neuen Geschöpfe konnte ich mir nur manchmal etwas schwerer vorstellen, auch wenn es eine sehr gute Beschreibung gab, wobei ich daher nicht recht sagen kann, wo mein Knoten im Kopf dabei genau kam. Aber allein schon die Phantasie zu haben, auf solche Wesen zu kommen, finde ich klasse.

Bei den Charakteren selbst ist es ein wenig so, dass ich Alina manches Mal nicht so ganz verstehen konnte, da sie alle Dinge, die auf sie zukommen, so unerwartet sie auch sind, so unglaublich teils, von ihr einfach hingenommen werden, als wäre das doch vollkommen normal und selbstverständlich, dass die Dinge sich so verhalten. Das war mir manchmal ein wenig zu viel des einfachen Hinnehmens. Ein bisschen mehr Skepsis und Verwunderung, die eine solche Situation meiner Meinung nach mit sich bringt, hätte eindeutig nicht geschadet, da war mir Sepp sehr lieb, der doch öfters sehr ungehalten, teils aggressiv ect. reagiert, weil er die Situation einfach nicht begreifen kann. Er reagiert zwar teils auch sehr heftig, aber ich finde es doch irgendwie verständlicher, als Alinas Reaktionen. Zudem ist mir Alina gleichzeitig ein bisschen zu naiv und lernt dafür dann aber alles so schnell, auch wenn es eigentlich irre komplex und kompliziert sein soll, ein wenig mehr Schwierigkeiten hätte ich ihr dann doch gewünscht. Ansonsten mag ich die beiden aber, auch wenn beide noch etwas reifen müssen, teils noch sehr jung wirken. Bei den anderen Charakteren jedoch muss ich sagen, haben sich Tan’hepi und vor allem auch Xarafeng, die für mich auch fast schon zu den Protagonisten zählt, schnell in mein Herz gestohlen, auch wenn ich über diese beiden hier nicht zu viel verraten will.

Die Handlung ist auf jeden Fall sehr spannend, was nur ein wenig fies ist, über die Bösen wird man in diesem Buch nur sehr wenig erfahren und muss sich noch auf weitere Teile gedulden, denn da bleibt man, wie auch die Charaktere, noch extrem im Dunklen, auch wenn immer mal Namen und Motive für ihre Taten Fallen, die vermutet werden, aber wirklich etwas Genaues erfährt man als Leser nicht. Dafür ist es aber einfach spannend Alina und Sepp auf ihrem Weg durch diese doch sehr besondere Welt zu verfolgen, zu erleben, was ihnen alles begegnet und wie sich ihre Beweggründe und Motive langsam ein wenig ändern, von dem Wunsch wieder in ihre Welt zu kommen, in die Richtung, dass sie dieser Welt, in der sie nun sind, helfen wollen. Dabei schafft es diese Welt durch ihre Magie zu bezaubern und vor allem auch, da einiges von der Autorin sehr bildhaft beschrieben ist, so dass man selbst sehr schnell in der Szene drin ist.

Auf jeden Fall ein guter Auftakt, bei dem man aber wirklich das nächste Buch lesen muss, sonst fühlt man sich ein wenig auf halbem Weg stehen gelassen.


Fazit


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