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Mittwoch, 20. Mai 2015

Rezension ~ Schmerz

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Schmerz
Autor: Lisa Gardner
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: rororo
Ersterscheinung: 24. April 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499269244
ISBN-13: 978-3499269240
Originaltitel: Fear Nothing
Genre: Thriller
Reihe: D.D. Warren
Band: VII


Über die Autorin

Bestsellerautorin Lisa Gardner lebt mit ihrer Familie und zwei Hunden in New England/USA, wo sie an ihrem neuen Buch arbeitet. Gardner ist eine der erfolgreichsten Thrillerautoren Amerikas


Inhaltsangabe/Klappentext

Ich war drei, als meine Schwester entdeckte, was das Besondere an mir ist. Aufgrund einer genetischen Störung bin ich außerstande, Schmerz zu empfinden. Meine Schwester Shana ist eine verurteilte Mörderin, die tötet, seit sie vierzehn ist. Unser Vater ist Harry Day, der legendäre Serienmörder, der ganz Amerika in Atem hielt. Er ist nun schon seit vierzig Jahren tot, aber dieser "Rosen-Killer" weiß Dinge über ihn, die er eigentlich nicht wissen dürfte. Meine Schwester sagt, sie ist die Einzige, die ihn stoppen kann. 

Auf dem Bett eine tote Frau. Auf dem Nachttisch Champagner und eine langstielige rote Rose. Als Detective D.D. Warren den Tatort inspizieren will, geht plötzlich das Licht aus. Dielenböden knarren, fremder Atem an ihrem Ohr ... Später heißt es, aus ihrer Pistole seien drei Schüsse abgefeuert worden. D.D. selbst ist schwer verletzt. Sechs Wochen später schlägt der "Rosen-Killer" wieder zu. Ohne eine Spur zu hinterlassen. D.D. Warren versucht verzweifelt, sich an Details jener Nacht zu erinnern, doch es gelingt ihr nicht. Dafür erinnert sich der Mörder umso besser ...


Rezension/Meinung

Ich bin eigentlich kein konstanter Leser der D.D. Warren Reihe und kannte bisher auch nur einen Teil dieser. Trotzdem war mir bewusst, dass es sich um den Band einer Reihe handelt, man vom Drumherum der Ermittlerin also durchaus auch damit rechnen muss, dass einiges an Wissen schon vorhanden ist, wie diverse Beziehungsgeflechte aussehen und entstanden sind, die Charaktere einfach schon ein wenig kennt. Jedoch ist es leider so, dass mir D.D. von ihrem Verhalten her in diesem Band einfach sehr fremd geblieben ist. Einige ihrer Entscheidungen konnte ich gar nicht nachvollziehen und vor allen Dingen auch ihren Umgang mit ihren Schmerzen und wie intensiv teilweise über diese gesprochen wurde, fand ich eher etwas ungeschickt, bis langatmig, auch wenn es zu Beginn noch interessant war. Leider zogen sich diese Beschreibungen dann doch sehr, was ich etwas anstrengend empfand.

Bei den weiteren Charakteren in diesem Buch ist es zudem so, dass sie wieder sehr speziell sind, was mir schon beim mir bisher bekannten Band der Reihe aufgefallen ist. Allerdings scheint es mir in diesem Band hier etwas arg übertrieben in manchen Belangen, zwei Schwestern, die eine, Shana, eine brutale Mörderin, die schon im zarten Alter von vier Jahren zu gewalttätigem Verhalten neigte und im Gefängnis sitzt, die andere, Adeline, schmerzunempfindlich, Schmerztherapeutin und noch rechtzeitig, durch seinen Freitod, aus der Schusslinie des mordenden und extrem gewalttätigen Vaters gekommen, der ein bekannter Serientäter ist. Alles in allem also gleich zwei Personen mit extrem üblem Hintergrund, seltsamem Verhalten bei beiden Schwestern und ziemlich viel Müll, den sie scheinbar mit sich herumschleppen. Dazu ein Täter, der seine Morde an die des Vaters der beiden anlehnt. An sich durchaus ein spannender Ansatz, auch wenn ich das Verhalten beider Schwestern zueinander, vor allen Dingen auch im Verlauf des Romans nicht besonders glaubhaft fand, es ging einiges einfach zu schnell, wollte nicht ganz mit dem zusammen passen, was man schon von den ersten Seiten her wusste. Interessant sind jedoch auf jeden Fall die Beschreibungen rund um Adelines Schmerzunempfindlichkeit, die ich sehr interessant fand, auch wenn man sich manches, was wohl damit auch einhergehen soll, gar nicht richtig vorstellen kann.

Schade ist, dass die Geschichte, trotz durchaus interessantem Ansatz und ja eher etwas aufgebauschten Hintergründen der Teilnehmer, irgendwie nicht richtig in Schwung kommen mag. Es ist nicht so, dass sie vollkommen langweilig wäre und sie lässt sich auch gut lesen, aber irgendwie hat man immer wieder das Gefühl, dass eigentlich nicht viel passiert und vom Thrill eines Thrillers war für mich auch gar nichts zu spüren. Es fehlte einfach irgendwie die richtige Spannung, man kann die Handlung eher als interessant beschreiben, aber sie ist nicht richtig mitreißend. Zumal ich auch oft das Gefühl hatte, dass um Spannung zu erzeugen extra sehr spektakuläre Szenen eingefügt wurden, die dann eher abwegig wirkten. Ebenso ging es mir zu leicht auf den Täter zu kommen. Leider.

Ein Buch, das sich gut lesen lässt, aber definitiv nichts Besonderes ist, zumal mir keiner der Charaktere wirklich richtig sympathisch war, eher wirkten sie alle etwas eigenartig. Dazu kommt noch, dass ich das Ende als etwas seltsam empfand, es ging einfach etwas zu schnell, zu leicht, als sollte eigentlich Spannung durch Zeitdruck und Geschwindigkeit entstehen, was etwas in die Hose gegangen ist. 


Fazit


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