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Sonntag, 28. Juni 2015

Rezension ~ Die geheimen Worte

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Die geheimen Worte
Autor: Rebecca Martin
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Diana Verlag
Ersterscheinung: 9. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453357558
ISBN-13: 978-3453357556
Genre: Historischer Roman / Familiendrama




Über die Autorin

Rebecca Martin hat in Frankfurt am Main und Dublin Englisch und Deutsch studiert. Sie interessiert sich sehr für fremde Kulturen und reist dementsprechend auch gern. Im Dezember 2012 ist mit "Die verlorene Geschichte" ihr erster historischer Roman erschienen. Rebecca Martin lebt mit ihrer Familie im Nahetal.


Inhaltsangabe/Klappentext

Schuld und Verrat bestimmen das Schicksal nachfolgender Generationen Bad Kreuznach 1850: In der aufstrebenden Kurstadt verlieben sich die Schwestern Anne und Sophie in den englischen Gast James Bennett. Es ist für beide der Beginn einer heimlichen Leidenschaft: Anne ist verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter, während die viel jüngere Sophie sich nicht traut, dem überaus charmanten jungen Mann ihre Gefühle zu offenbaren. Die Katastrophe ist unausweichlich, als James beide Schwestern zurückweist. Erst zwei Generationen später kommt ans Licht, was damals geschah ...


Rezension/Meinung

Ein zu einem kleinen Teil historischer Roman, der den historischen Aspekt vor allen Dingen daher benötigt, damit die Wirkung, dessen was er erzählt auch in diesem Stil rüberkommen kann, jedoch auch ein vor allen durch Familientragödien, Irrungen und Wirrungen geprägter Roman, der von Gefühlen erzählt und dabei eine Zeit und Einstellungen aufleben lässt, die heute teils gewöhnliches auf eine gänzlich andere Art beleuchten.

Was mir allein schon sehr gut gefallen hat, ist die Tatsache, wie die beiden, eigentlich noch sehr nahen, aber doch auch schon wieder sehr unterschiedlichen Zeitperioden vor dem ersten Weltkrieg und nach diesem beschrieben werden. Allein so Kleinigkeiten, wie die Titel diverser Bücher die zu dieser Zeit aktuell waren und in welchem Alter man sie damals las, lassen diese Epochen einfach sehr schnell näher kommen. Ebenso, was damals als schicklich und unschicklich galt, wie sich gekleidet wurde und was man selbst damals noch als Freizeitvergnügen machen konnte, bebildern diese Zeit einfach sehr gut, lassen einen sehr schnell erkennen, wie das Leben damals wohl gewesen sein dürfte. Dabei finde ich es vor allem schon interessant, was sich in kurzer Zeit teils verändert hat, aber doch auch wieder noch in vielen Köpfen der Generation über geblieben ist, die vom Alter her schon noch etwas näher an der Kaiserzeit dran ist.

Leider muss ich aber auch gestehen, konnte ich mich nicht mit beiden Erzählsträngen gleicher Maßen anfreunden, da ich zwar beide Epochen und die Geschehnisse durchaus interessant fand, aber Marlenes Geschichte in den 1920er konnte mich nicht so erreichen, wie der Part um die beiden Schwestern Anne und Sophie. Das mag allein schon daran gelegen haben, dass ich Marlenes Motivation nicht richtig verstanden habe. In gewissen Aspekten schon, aber in manchem auch so gar nicht, ebenso, wie ich mit den Menschen, die sie neu kennenlernt nicht gut klar kam, weil ich auch diese nicht wirklich verstanden habe. Anne und Sophie, sowie auch James waren mir da deutlich näher. Obwohl ich Henrys Ambitionen auch nicht ganz klar sehen konnte, zumindest in Teilen nicht, aber da er nur ein Nebenschauplatz ist, denke ich, ist das auch nicht so schlimm. Mit vielem, was im Lauf der Geschichte so passiert, hatte ich in den Grundzügen irgendwie gerechnet, wenn auch nicht mit allem. Vor allem jedoch die Auflösung manches Rätsels war mir schon deutlich davor bekannt, auch wenn ich mich am Ende doch gefreut hätte, wenn etwas mehr Erklärung noch gefolgt wäre in gewissen Punkten. Dabei muss ich sagen, finde ich vor allem die Gefühle von Anne extrem gut beschrieben, wie sie, eigentlich Ehefrau und Mutter, erkennt, dass die Art von Leben, dass sie lebt, nicht alles beinhaltet, wie sie zunächst gedacht hätte und wie Gefühle einen aus der Bahn werfen können, was ich sehr gelungen empfinde.

Allgemein einfach eine ganz tolle Studie dieser Zeit, die spannend ist, mit kleinen Intrigen und anderen Problem aufwarten kann, einem viel über Gefühle, die Selbstfindung und vor allen Dingen auch, in welche Probleme und Sackgassen man sich damit eventuell auch hineinreiten kann, aufzeigt.


Fazit


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