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Mittwoch, 15. Juli 2015

Rezension ~ Zapotek und die schlafenden Hunde

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Zapotek und die schlafenden Hunde
Autor: Claudia Rusch
Broschiert: 316 Seiten
Verlag: Mare Verlag
Ersterscheinung: 10. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866482078
ISBN-13: 978-3866482074
Genre: Unterhaltungsliteratur / Krimi



Über die Autorin

Claudia Rusch, geboren 1971, wuchs auf der Insel Rügen, in der Mark Brandenburg und seit 1982 in Berlin auf. Sie studierte Germanistik und Romanistik, arbeitete sechs Jahre als Fernseh-Redakteurin und lebt als Autorin in Berlin. 2003 erschien ihr Bestseller »Meine freie deutsche Jugend«.


Inhaltsangabe/Klappentext

Kriminalhauptkommissar Henning Zapotek geht es prächtig: Der Hamburger Sommer zeigt sich von seiner besten Seite, die Arbeit hält sich in Grenzen, und selbst die Wochenendbeziehung zu seiner Jugendliebe Ulrike läuft erstaunlich gut. Seit sich die beiden dreißig Jahre nach Zapoteks Flucht aus der DDR wiederbegegnet sind, bewohnt Ulrike sein Elternhaus in dem Ostseedorf Klokenzin. Doch eines Tages erhält Zapotek überraschend Nachricht von seiner alten Bekannten Gitti, durch die er einst in Ermittlungen in seinem Heimatort verwickelt wurde. Nun wendet sie sich erneut hilfesuchend an Zapotek, weil ihr geliebter Hund entführt wurde und sie eine Million Euro Lösegeld zahlen soll. Zapotek kann ihr seine Unterstützung nicht abschlagen - nicht ahnend, dass er durch seine Nachforschungen in dieser Sache schlafende Hunde ganz anderer Art wecken und es bald mit einem Verbrechen größerer Dimension zu tun haben wird: Gitti verschwindet, und in Klokenzin geschieht ein brutaler Mord. Henning Zapotek, in seiner Freizeit segelnder, alltags Motorrad fahrender Hamburger Kommissar, ermittelt in seinem neuen Fall wieder unfreiwillig und außerdienstlich in seinem Heimatdorf vor Rügen - und wird von einem fatalen Fehler aus seiner Vergangenheit eingeholt.


Rezension/Meinung

Es ist schon der zweite Band um Henning Zapotek, aber das merkt man dem Buch nur in einigen kleinen Punkten an, vor allem wohl, weil immer wieder kleine Hinweise und Anekdoten zum ersten Fall von Zapotek gegeben werden, die man aber auch, ohne den ersten Band zu kennen, in einen Zusammenhang bringen und leicht nachvollziehen und verstehen kann. Von daher kann ich schon ganz klar sagen, den ersten Band nicht zu kennen, macht glaube ich keine großen Probleme, wenn man an diesem Buch hier Spaß haben will.

Sicherlich wichtig zu erwähnen, man sollte bei »Zapotek und die schlafenden Hunde« keinen typischen Krimi erwarten, denn auch, wenn es einige Rätsel zu lösen, Entführungen und eine Leiche gibt, ist der Fokus nicht in dem Maß auf die Ermittlungen und die Täterfindung gelegt, wie man es aus den üblichen Krimis kennt. Allgemein geht es in diesem Buch alles etwas ruhiger zu, es strahlt beim Lesen auf einen eine gewisse Gelassenheit aus. Dabei hat man zwar durchaus auch das ein oder andere Mal das Gefühl, dass Zapotek nicht unbedingt der vollkommen geeignetste Polizist ist, denkt er doch sehr starr in eine Richtung, nicht vielschichtig und vor allen Dingen aber bei der Auswahl seiner Ermittlungsrichtung extrem komplex und kompliziert. Er ist also schon ein sehr spezieller Charakter, was man auch an so kleinen Macken von ihm merkt, vor allen Dingen, was er von der ehemaligen DDR hält, aus der er gebürtig stammt und vor allen Dingen, die Erinnerungen durch Bauwerke u.ä. die es ja immer noch gibt. Manches Mal musste ich an diesen Stellen durchaus schmunzeln, da ich es sehr amüsant fand, wie sich jemand so arg über Plattenbauten erregen kann. Man erfährt einfach irre viel über die Charaktere, die teils sehr überzogen wirken, aber irgendwie noch stimmig, was, wie ich finde, eine sehr interessante Kombination ist. Vor allen Dingen fällt das bei Gitti auf, deren Hund zu Beginn des Buches entführt wird. Irgendwie muss man sie gern haben, auch wenn sie extrem naiv und vielleicht auch nicht gerade sehr klug wirkt, aber hinter der doch mehr steckt, als man teils denkt, vor allem, man merkt einfach, wie herzensgut Gitti ist.

Es handelt sich also durchaus fast eher um einen lockeren, lustigen Unterhaltungsroman, denn um einen typischen Krimi, auch wenn es einige Krimielemente gibt, die am Ende zu einem verständlichen Motiv führen und durchaus nicht an Spannung fehlen lassen, auch wenn es in manchen Fällen etwas zu schnell klar ist, was passiert sein muss, aber, genau diese Art passt einfach zu diesem Roman, weil man ihm anmerkt, dass es genauso sein soll, man soll sich angenehm, locker unterhalten fühlen, das Buch einfach so weglesen können. Es wird viel mit den Charakteren, ihren kleinen Macken etc. gespielt und vor allem auch gerade auf dieser Ebene macht das Buch richtig Spaß.


Fazit

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