Seiten

Mittwoch, 18. November 2015

Rezension ~ Der eiserne Sommer

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Der eiserne Sommer
Autor: Angelika Felenda
Taschenbuch: 435 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag
Ersterscheinung: 18. August 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518465422
ISBN-13: 978-3518465424
Genre: Krimi



Über die Autorin

Angelika Felenda hat Geschichte und Germanistik studiert und arbeitet als literarische Übersetzerin in München. Der eiserne Sommer ist ihr erster Roman.


Inhaltsangabe/Klappentext

Juni 1914: Zwei Schüsse fallen in Sarajewo, und die Welt rückt an den Abgrund. Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, ist tot. Zur gleichen Zeit steht Kommissär Reitmeyer in München vor einer schwierigen Entscheidung. Er hat es satt, die Marionette des Polizeipräsidenten zu sein. Die Leiche eines jungen Mannes führt ihn von den Arbeitervierteln bis in die Villen der Großbürger. Und in das berüchtigte Café Neptun, Vergnügungsort der Offiziere. Der Polizeipräsident drängt ihn, nicht noch tiefer zu schürfen, und gegen das Militär darf er per Gesetz nicht ermitteln. Da macht Reitmeyer eine ungeheuerliche Entdeckung, die nicht nur ihn selbst zum Abschuss freigibt, sondern die das ganze Land in den Untergang stürzen könnte.


Rezension/Meinung

Mein erster Eindruck von diesem Roman war wirklich, oh hoffentlich geht das nicht so weiter, denn gewisse Abschnitte dieses Buches sind in der Form eines Protokolls geschrieben, welches sich sehr unangenehm lesen lässt, da teils die Zusammenhänge nicht deutlich sind, es einfach auch sehr stichpunkthaft wirkt. In diesem Augenblick und da auch direkt der erste Part des Buches so geschrieben ist, hatte ich ehrlich ein wenig Bedenken, was da noch auf mich zukommen würde. Jedoch gibt es deutlich mehr Stellen im Roman, die in einer normalen Form abgefasst sind, was ich doch dann nur sehr begrüßt habe.

Allgemein hat die Autorin es nämlich sehr gut geschafft vor allen Dingen die Zeit zu treffen, in welcher der Roman spielt. Zum einen die typische preußische Korrektheit, Strenge und Art, die man den deutschen teils heute noch zuschreibt, wie auch einfach die Sprache und das Leben zu dieser Zeit. Das wird allein schon dadurch sofort sichtbar, dass es nicht Kommissar Sebastian Reitmeyer ist, der die Hauptrolle inne hat, sondern Kommissär Sebastian Reitmeyer, ein Wort, das einem fast ein bisschen noch einem Schreibfehler aussieht. Zum anderen sind die Spannungen, die damals, so kurz vor dem ersten Weltkrieg in der Luft lagen einfach super getroffen, wie auch jedwede politische Sichtweise dieser Zeit.

Ich selbst musste mich jedoch zunächst in diesen Stil des Romans gewöhnen, der doch sehr auch von seiner Sprache und Art an diese Zeitepoche angelehnt ist. Jedoch ist es auch so, dass je mehr ich mich an die Art gewöhnt habe, desto besser wurde der Roman und desto höher wurde für mich auch die Spannung des Krimis, da man irgendwann mehr anfangen konnte auf die Handlung zu achten, da ich nicht mehr so vom Schreibstil abgelenkt wurde.

Des Weiteren muss ich auch einfach sagen, dass Sebastian Reitmeyer ein Charakter ist, den ich sehr sympathisch finde. Zwar gegängelt von seinem Vorgesetzten und der politischen Lage, bleibt er sich durch den gesamten Krimi hinweg treu und gibt die Ermittlungen nicht auf, die noch zu einem spannenden und interessanten Motiv und Ergebnis führen.

Für mich ein Krimi, der durchaus sehr lesenswert ist, wenn man sich einmal in ihn einlesen konnte, da er einfach von seiner Epoche und Handlung sehr gelungen ist, auch wenn ich zunächst Schwierigkeiten mit diesem sehr nah an der Handlungszeit liegenden Stils hatte.


Fazit


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen