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Mittwoch, 18. November 2015

Rezension ~ Heimweh

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Heimweh
Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Ersterscheinung: 8. Juni 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548286909
ISBN-13: 978-3548286907
Autor: Marc Raabe
Genre: Thriller



Über den Autor

Marc Raabe wurde 1968 in Köln geboren. Mit 15 Jahren entdeckte er seine Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen und begann mit einem Freund Filme zu drehen. Drei Jahre später entstand daraus eine Produktionsfirma für Industriefilme, Musikvideos und Fernsehen. Zusätzlich studierte er Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften sowie Germanistik, beendete jedoch das Studium vorzeitig, um sich ganz seiner Firma zu widmen. Heute ist er Gesellschafter und Geschäftsführer einer Fernsehproduktion und lebt mit seiner Familie in Köln. Sein Thriller-Debüt »Schnitt« erschien 2012 im Ullstein Verlag und stand mehrere Wochen auf der Spiegel Online Bestsellerliste, ebenso wie sein zweiter Thriller »Der Schock«. Seine Bücher erscheinen in sechs Sprachen, »Schnitt« stand 2012 auf der Krimi Short-List des LovelyBooks Leserpreises und wurde zudem beim Krimi Blitz 2012 von Krimi-Couch.de zum drittbesten deutschen Krimi gekürt.


Inhaltsangabe/Klappentext

Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über seine Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt für Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen. Berg ist klar, dass er selbst das Ziel des Anschlags ist. Eine langvergessene Schuld drängt ans Licht. Um Isa zu finden, muss er das tun, was er nie wollte: zurück in seine Vergangenheit. Zurück ins Heim. Dort hat er gelernt, sich zu wehren, und dort wäre er beinahe getötet worden. Berg nimmt die Kampfansage an. Denn für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen.


Rezension/Meinung

Der dritte Thriller aus der Feder von Marc Raabe und der in meinen Augen bisher Beste von ihm. Denn auch, wenn ich schon relativ früh eine Vermutung hatte, was hinter den Geschehnissen in diesem Thriller stecken könnte, war er einfach extrem gut gemacht, die Charaktere interessant, vor allen Dingen auch die Sequenzen, in denen man auf Jesses Leben im Heim zurück blickt, einfach sehr spannend, ebenso, wie die Geschehnisse, die sich rund um den Mord an seiner Exfrau und die Entführung seiner Tochter drehen.

Zunächst finde ich ja allein schon die Idee total spannend, die Handlung in ein ehemaliges Kinderheim zu legen, bei dem doch einige der ehemaligen Heimbewohner noch sehr nah dran leben und zudem das Heim selbst eher in einer extrem abgelegenen Ecke liegt. Allein durch die Aussagen der ehemaligen Mitbewohner von Jesse und dem Wissen, was man selbst aus den rückblickenden Sequenzen mitbekommt, geben für einen als Leser ein Bild, dass gerade dadurch spannend ist, dass es nicht richtig passen will und immer dann, wenn ein Charakter auftaucht, bei dem man die Hoffnung hegt, dass dieser etwas wissen könnte, was einem das Bild klarer macht, dann ist dieser plötzlich verschwunden oder ähnliches. Dazu kommt dann noch, dass Jesse als Charakter sehr spannend gestaltet ist, da er eine Amnesie betreffend seine jungen Jahre im Heim hat, so dass er seinen eigenen Charakter, seine Vergangenheit und viele andere Dinge gar nicht richtig einschätzen kann. Man selbst als Leser hat zwar die Vermutung, dass der Grund daran an der Szene aus dem Prolog liegt, aber trotzdem bleibt auch für einen selbst, solange es in den Rückblicken nicht erwähnt wird, so einges im Dunklen.

Aufgrund dieser Tatsachen weiß man selbst auch nie so recht, ob man Jesse wirklich trauen kann, auch wenn er einen von Grund auf sympathischen Eindruck bei mir hinterlässt. Trotzdem er nicht immer zu allen Menschen, denen er begegnet vollkommen nett bleibt, aber das ist, vor allem in seiner speziellen Situation, auch kein großes Wunder. Nebenbei wird einem auch das Heim und was damals alles dort passiert ist immer etwas suspekter, denn man merkt, dass einiges nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann und es wird einfach immer spannender, wie bloß alles zusammenhängt.

Dies und ein gewisser brutaler Aspekt, den es wohl in jedem Thriller irgendwo gibt, machen das Buch ehrlich richtig spannend und auch, wenn ich durch manchen kleinen Hinweis schon früh einen Verdacht gehegt habe, was Jesse und sein Verhalten damals so nachhaltig verändert hat, blieb das Buch und auch der Showdown spannend.

Ein Thriller, den ich wirklich nur empfehlen kann, ebenso wie den Autor dieses Buches.


Fazit


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