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Dienstag, 17. November 2015

Rezension ~ Wetterleuchten im Roussillon

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Wetterleuchten im Roussillon
Autor: Philippe Georget
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Ersterscheinung: 8. Juni 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548286151
ISBN-13: 978-3548286150
Originaltitel: Les violents de l'automne
Genre: Krimi
Reihe: Gilles Sebag
Band: II


Über den Autor

Der französische Autor Philippe Georget wurde 1963 geboren. Nach dem Journalismus-Studium arbeitete er mehrere Jahre beim Radio und Regionalfernsehen, bevor er 2001 seine Frau und seine Kinder in den Campingbus packte und mit ihnen die Mittelmehrküste entlangfuhr - von Marseille aus durch Italien, Griechenland, Türkei, Syrien, Jordanien, Libyen und Tunesien. Er ließ sich schließlich mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Perpignan nieder, wo er noch heute schreibt, die Landschaft genießt und Marathon läuft. Sein Debüt "Dreimal schwarzer Kater" gewann in Frankreich mehrfach Auszeichnungen.


Inhaltsangaeb/Klappentext

Inspecteur Gilles Sebag ist gerade aus den Sommerferien zurück, als die Leiche eines Rentners gefunden wird. Offenbar wurde er vom Mitglied einer aus dem Algerienkrieg bekannten Geheimarmee ermordet. Es stellt sich schnell heraus, dass eine 50 Jahre alte Rechnung beglichen wurde. Dann gibt es einen weiteren Toten, der auch in den Algerienkrieg involviert war, und die Sache wird so politisch, dass Gilles aufpassen muss, mit wem er spricht. Als schließlich seine Tochter in den Fall verwickelt wird, muss Gilles sich entscheiden: Karriere oder der heißgeliebte Familienfrieden?


Rezension/Meinung

Der zweite Band um Kommissar Gilles Sebag, der sich in diesem Teil einem Fall gegenüber sieht, der allein schon aufgrund seiner politischen Hintergründe, geraten doch ehemalige Algerienfranzosen in den Fokus der Ermittlungen, durchaus auch sehr verwirrend für die Ermittler ist. Für mich als Leser jedoch war das Thema in jedem Fall interessant, auch wenn ich mich zuvor weder mit den Algerienfranzosen, noch dem Algerienkrieg ausgekannt habe. Es war eher so, dass dies eine historische Begebenheit ist, von der ich eher noch gar nichts mitbekommen hatte.

Man erfährt während der Ermittlungen extrem viel über den Algerienkrieg, die Algerienfranzosen, ihre Einstellung zu dem Leben damals und wie sie ihr Leben heute, wo sie in Frankreich leben, wahrnehmen. Vieles davon finde ich sehr spannend, auch wenn durchaus nicht alles davon für den Krimi relevant ist, aber es ist doch auch immer wieder interessant die größeren Zusammenhänge zu erfahren. Vor allen Dingen auch, da es in diesem Roman bei vielen Aspekten, vor allem den historischen, so gelöst wurde, dass man dies in Rückblicken in diese Zeit, von den Charakteren damals erzählt bekommt. Dadurch werden die Schrecken dieser Zeit einfach so viel deutlicher. Vor allen Dingen, was die OAS alles für Verbrechen begangen hat. Man kann daher auch ein wenig mit dem Täter mitfühlen, auch wenn es seine Taten nicht wirklich rechtfertigt. Jedoch fällt es mir als Außenstehendem sehr schwer die Algerienfranzosen, vor allen Dingen in der Idealisierung Algerien wirklich zu verstehen.

Neben diesem Fall ermittelt Gilles Sebag noch wegen des Unfalltodes eines Freundes seiner Tochter, wobei diese die Vermutung hegt, dass es kein reiner Unfall, sondern Fahrerflucht war. Dieser kleine Nebenfall ist durchaus auch sehr interessant und gut integriert, was ich zum Ende hin sagen muss, ist, dass er vielleicht sogar ein bisschen zu sehr in die restliche Geschichte integriert wurde, um nicht ein wenig zu konstruiert zu wirken.

Wen ich aber sehr sympathisch finde, sind Gilles Sebag und sein Team selbst, auch wenn sie manchmal ein kleines bisschen wunderlich wirken. Mag aber auch einfach an dem Schlag Mensch liegen, wie ihn diese Region hervorbringt, in welcher die Geschichte spielt. Der Titel des Buches, bis auf den Hinweis nach dem Roussillon, welcher ja der Handlungsort ist, blieb mir jedoch ein wenig schleierhaft.

Allgemein ein durchaus guter Krimi, wenn man sich damit abfinden kann, dass er sehr viele historische Informationen enthält, die manchem Leser vielleicht ein bisschen zu viel werden könnten, ich aber durchaus interessant finde. 


Fazit


Kommentare:

  1. Ich kenne die Reihe nicht, aber das Buch ist mir schon mehrfach aufgefallen, weil das Cover so viele Klischees aufs Mal zeigt. Nicht nur das Bildmotiv, auch die Farbgestaltung und der Titel schreien "Regionalkrimi", so laut sie können. Obwohl ich Regionalkrimis zwar ganz gerne mag, hat das eher abschreckend gewirkt. Immerhin weiss ich nun, dass es nicht nur das Cover ist, denn Algerienkrieg etc. interessiert mich auch nur mässig...

    LG, Julia

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  2. Ja, das stimmt, es ist schon so ein typischer Stil beim Cover für Regionalkrimis in Italien oder Frankreich :D :D
    Ich finde es bei solchen Krimis häufig etwas unschön, wie extrem französisch alles angehaucht ist, da das auch echt nervig werden kann, vor allem die internen Polizeibezeichnungen und Co.

    LG,
    Themis ^.^v

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