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Samstag, 28. Februar 2015

Rezension ~ Tilda und der Duft der Welt

Allgemeine Informationen zum Buch


Titel: Tilda und der Duft der Welt
Autor: Karin Koch
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten
Verlag: Peter Hammer
Ersterscheinung: 1. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3779505169
ISBN-13: 978-3779505167
Empfohlenes (Vor-)Lesealter: 6 - 8 Jahre
Genre: Kinderbuch


Über die Autorin

Die Autorin: Karin Koch, geboren 1961, lebt in einem kleinen Dorf bei Karlsruhe und arbeitet als Physiotherapeutin in eigener Praxis. Sie schreibt Kinderbücher, Kurzgeschichten und Mundart. Für ihre Mundartgeschichten wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Das Buch "Wär ich Pirat" (illustriert von André Rösler) gewann den Kinderbuchpreis 2013 des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Illustratorin: Iris Wolfermann, geboren 1972, studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste in Berlin. Nachdem sie mit einem Schiff um die Erde gefahren war, begann sie Kinderbücher zu illustrieren. Neben ihrer Tätigkeit als Illustratorin unterrichtet sie an der Akademie für Illustration und Design in Berlin. Sie lebt und arbeitet mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Hauptstadt. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Was Tilda mag und was nicht , sagt ihr ihre Nase. Sehr gern mag Tilda Papas Geruch. Er duftet nach Holz und Erde und ein bißchen nach Muskatnuss. Seit der Vater nicht mehr bei ihnen wohnt, können Tilda und ihr kleiner Bruder Hans ihn nur noch manchmal besuchen. Bei Papa ist alles anders. Sie dürfen beim Baden alles unter Wasser setzen, und wenn Hans auf dem Sofa einschläft, trägt Papa ihn einfach ins Bett, ohne Zähneputzen. Aber Mama will nur wissen, ob er sich noch immer nicht rasiert und wieder vor dem Fernseher eingeschlafen ist. Eines Tages dürfen sie Papa gar nicht mehr besuchen. Hans schließt sich vor Wut im Gartenschuppen ein und endlich merken die Großen, dass die Kleinen nicht alles schlucken. Karin Koch erzählt einfühlsam von einer zerrissenen Familie. Der Blick ihrer kleinen Heldin - naiv und unbestechlich zugleich - lässt Hilflosigkeit, Wut und Verletzung auf allen Seiten spürbar werden. Deutlich wird aber auch, dass immer ein Weg offen bleibt für ein Familienleben, das der Sehnsucht nach beiden Elternteilen gerecht wird. Mit schöner Heiterkeit begleiten Iris Wolfermanns Illustrationen die Geschichte.


Rezension/Meinung

Mit diesem Kinderbuch habe ich zum ersten Mal ein Buch in der Hand, das zwar für Kinder ist, aber ein doch deutlich ernstes Thema behandelt, nämlich die Situation, dass die Eltern getrennt leben und auch sichtlich nicht mehr sonderlich gut miteinander umgehen können, ein Elternteil sogar etwas aus der Routine gefallen ist und sein Leben nicht mehr ganz im Griff hat.

Dabei beschreibt es die Autorin sehr gekonnt, wie die Kinder versuchen mit dieser Situation umzugehen, wie sie teilweise die Dinge wahrnehmen, z.B. die schlechte Luft in der Wohnung des Vaters und dass sie daher immer die Balkontüre aufmachen müssen, wenn sie ankommen, dass Papas Vorräte beim Essen oft schon so gut wie alle sind und vor allen Dingen auch ihre Unsicherheit, warum sie nicht mehr so oft oder auch gar nicht zu ihrem Vater dürfen. Welche Phantasien und Ideen die Kinder dann entwickeln und wie sehr es sie auch verwirrt, dass z.B. die Mutter sie für ihr empfinden plötzlich vom Vater wegholt, obwohl doch nach ihrem Verständnis dafür gar kein klarer Grund besteht, denn sie versehen können. Und auch, was sie teilweise für Ideen haben und auch machen, damit sie die Möglichkeit zurückerhalten den geliebten Elternteil wieder zu sehen, so wie es Tildas kleiner Bruder im Buch macht.

Ich mag es einfach sehr, wie die kindlichen Gefühle beim Leser ankommen und vor allen Dingen auch, in welcher kindgerechten Sprache alles verfasst ist, denn es klingt, als hätte Tilda wirklich selbst diese Geschichte erzählt, dabei ist sie angenehm fehlerfrei und nicht, wie ich es auch schon erleben musste, dass Worte, so wie es Kindern eventuell passieren könnte, im Text falsch geschrieben sind, was ich gar nicht mag. Daher finde ich diese Umsetzung einfach sehr gut.

Unterstützt wird das Buch noch durch tolle Illustrationen, welche nicht zu aufdringlich sind, in der Menge zum Text sehr angenehm, da es ja kein Bilderbuch sein soll, aber es schaffen das erzählte in Teilen immer sehr schön zu untermalen, wie die Vorstellung Tildas, wie ihr Vater wohl, nach der Zeit, die sie ihn nicht gesehen haben, aussehen mag.

Die Gerüche, welche im Titel vorkommen, spielen immer wieder eine kleine Nebenrolle in Tildas Erzählung, sind aber nicht vorrangig wichtig, auch wenn man merkt, dass sie vieles auch über diese verknüpft und zusammenbringt. Eine sehr niedliche Idee, wie ich finde.

Ein Kinderbuch, das mit sehr gefallen hat, da es ein ernstes Thema, das ich bisher so noch nie aufgegriffen gesehen habe sehr schön und in meinen Augen, auch für Kinder verständlich, aufzeigt.


Fazit

Freitag, 27. Februar 2015

Rezension ~ Ritter Reloaded - Die Tafelrunde kehrt zurück

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Ritter Reloaded - Die Tafelrunde kehrt zurück
Autor: K.T. Milner
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Kerle in Herder
Ersterscheinung: 10. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3451712954
ISBN-13: 978-3451712951
Empfohlenes Lesealter: 10 - 11 Jahre
Genre: Kinderbuch / Fantasybuch
Reihe: Ritter Reloaded
Band: I


Über den Autor

Der Autor K. T. Milner ist seit Langem fasziniert vom frühen Mittelalter in Großbritannien und insbesondere von den Legenden um König Artus. Er lebt in Cornwall, England, und träumt davon, selbst Hausherr einer stattlichen Burg zu sein. Der Illustrator Timo Grubing, geb. 1981, hat an der FH Münster Design mit Schwerpunkt Illustration & Mediendesign studiert. Seit 2007 arbeitet er als freier Illustrator im Herzen des Ruhrgebiets. Dass er die Wiedergeburt des früheren Bochumer Grafen Engelbert ist, konnte er bisher allerdings nicht feststellen.


Inhaltsangabe/Klappentext

Als ob die erneute Hochzeit seiner Mutter mit einem Millionär und die Tatsache, dass er ab sofort einen absolut ätzenden Stiefbruder hat, nicht genug wären. Plötzlich wird Michael auch noch von seltsam schleimigen Kreaturen angegriffen, und einvermeintlich Obdachloser stellt sich ihm als unsterblicher Zauberer Merlin vor. Von ihm erfährt er, dass ER, Michael, ein Ritter der Tafelrunde ist und die Welt vor der Rückkehr des bösen Mordred bewahren muss. Wird es Michael gelingen, die anderen Ritter zu finden und die Aufgabe zu erfüllen, die das Schicksal ihm zugedacht hat?


Rezension/Meinung

Als Auftakt zu einer neuen Reihe ist dieses Buch einfach richtig gut gelungen. Zum einen wird man sehr gut in die Geschichte an sich eingeführt, lernt die wichtigen Charaktere schon ziemlich gut kennen, hat allein mit diesem Buch schon eine spannende Handlung vor sich, bei der sich zum Ende zwar so einige Fragen klären, aber immer noch ausreichend offen bleibt, dass die Geschichte sehr gut fortgesetzt werden kann und man auch neugierig auf diese Fortsetzung ist.

Sehr schön sind auch die kleinen Illustrationen zu Beginn jedes Kapitels, die diese sehr schön kenntlich machen, sehr gut zum Thema passen und auch nicht zu überladen, so dass man dem Buch auch sofort anmerkt, dass es eher schon an ältere Kinder und nicht mehr an die ganz junge Zielgruppe gerichtet ist.

Zum einen finde ich die Idee schon sehr gut die Ritter der Tafelrunde, samt Artus wiedergeboren sein zu lassen, vor allem auch, da es denjenigen nicht gleich vollkommen klar ist, sondern sie sich selbst und ihre Fähigkeiten erst einmal entdecken müssen. Zum anderen ist der Aufbau der Geschichte einfach sehr gelungen, so dass man immer mehr von den Hauptcharakteren rund um Michael erfährt und mit ihnen langsam auf die Spur kommt, was ihre Aufgabe ist. Dabei sind Michael und die anderen echt Charaktere, die ich sehr gern mag und vor allen Dingen auch die kleinen Reiberein in der Gruppe, die noch etwas mehr die Persönlichkeiten der einzelnen herausstellen, wie Nathans leichte Arroganz und Ähnliches, ist dadurch einfach sehr gut gelungen. Auch andere Charaktere, wie Michaels neuen, angeheirateten Stiefbruder Edwin, den man einfach nicht mögen kann, sind extrem gut gelungen.

Zudem ist das Buch einfach spannend gemacht, hat ein paar sehr interessante Wesen, die von der Seite des Bösen ausgeschickt werden, die mir bisher noch neu waren, aber sehr plastisch beschrieben wurden und teilweise echt eklig und gemein wirkten. Dabei bleibt es die ganze Zeit über sehr spannend, weil man nie so genau weiß, was als nächstes passieren wird. Vor allen Dingen aber das Ende fand ich, in der Kombination damit, dass die Reihe noch weitergehen wird sehr stimmig und super gelöst.

Einzig stelle ich mir ehrlich die Frage, warum das Buch, so habe ich es zumindest gelesen, für Kinder ab 10 Jahren sein soll, da ich es eher für etwas ältere, so ab 12 sehen würde, da das dann auch mit dem Alter der Protagonisten deutlich harmonischer wäre.


Fazit

Donnerstag, 26. Februar 2015

Rezension ~ Ein Sommer am Chiemsee

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Ein Sommer am Chiemsee
Autor: Johanna Nellon
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Ersterscheinung: 14. Mai 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548285589
ISBN-13: 978-3548285580
Genre: Belletristik / Liebesroman



Über die Autorin

Johanna Nellon lebt im Rheinland, ist aber gerne auf Reisen. Diese macht sie zum Beispiel in den Chiemgau oder das Dreiländereck, da sie beide Orte gerne mag.


Inhaltsangabe/Klappentext

Als Hannah Scheifart von einem Tag auf den anderen ihren Blumenladen schließen muss, bricht schon eine Welt für sie zusammen. Aber dann noch ihren Freund mit einer anderen im Bett zu erwischen, stürzt sie in ihre größte Krise. Sie flüchtet zu ihrem Cousin an den Chiemsee, wo bayerische Gemütlichkeit, grüne Wiesen, gut gelaunte neue Freunde und eine neue Liebe auf sie warten...


Rezension/Meinung

Wie einen das Cover schon vermuten lässt, handelt es sich bei diesem Roman um ein ideales Sommer- und Urlaubsbuch, das man locker und leicht zwischendrin lesen kann, einen nicht zu sehr herausfordert, aber gut unterhält. Zudem ist es natürlich eindeutig eher eine Lektüre für die Frauenwelt, als dass sie es schaffen dürfte die meisten Männer vollkommen in ihren Bann zu ziehen.

Die Charaktere sind ein wenig stereotyp, so dass man schon sehr weit am Anfang, bzw. beim ersten Auftreten des jeweiligen Charakters sehr gut einschätzen kann, aber er zu den sympathischen nett und guten Charakteren gehören wird oder zu denen zählt, die noch Schwierigkeiten machen werden, Intrigen anzetteln oder auf irgendeine andere Weise ihren unsympathischen Charakter offenbaren. Jedoch ist es eine angenehm abwechslungsreiche Mischung an Charakteren, die einem begegnet und man neigt nicht dazu irgendwem mit jemand anderem zu verwechseln. Dabei waren mir Hannahs Cousin und sein Freund, mitunter die sympathischsten Nebencharaktere.

Durch einige eher unerwartete Wendungen und doch so manche kleine Intrige, die versucht wird zu spinnen, so wie manchen nicht so sonderlich sympathischen Charakter, bietet das Buch durchaus auch noch einiges an Spannung und einen recht guten Unterhaltungswert. Auch, wenn man bei einigen Charakteren schon deutlich erwartet, dass von diesen noch irgendwelche eher negativen Aktionen geschehen werden.

Wenn man also eine locker, teils lustige, teils etwas rasantere, dramatische Sommer- und Urlaubslektüre sucht oder einfach auch so nur eine entspannende Unterhaltungslektüre lesen möchte, der ist bei diesem Buch auf jeden Fall richtig bedient. Wenn man noch tiefgreifender Literatur sucht, dann jedoch wählt man mit diesem Roman eindeutig etwas vollkommen Falsches aus. 


Fazit

 

Mittwoch, 25. Februar 2015

Rezension ~ Albert - Ein glorreiches Schnabeltier

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Albert - Ein glorreiches Schnabeltier
Autor: Howard L. Anderson
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover
Ersterscheinung: 8. März 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3550088949
ISBN-13: 978-3550088940
Originaltitel: Albert of Adelaide. A Story of Old Australia
Genre: Belletristik / Western / Humor


Über den Autor

Howard L. Anderson hat schon einiges erlebt: Er arbeitete auf einem Fischereiboot in Alaska, in den Stahlwerken von Pittsburgh, als Lastwagenfahrer in Houston und als Drehbuchautor in Hollywood. Er studierte Jura, und gegenwärtig vertritt er als Strafverteidiger Mexikaner, denen Straftaten auf amerikanischen Boden vorgeworfen werden.


Inhaltsangabe/Klappentext

Albert ist ein Schnabeltier, und man hat ihn einmal zu oft mit Popcorn beworfen. Bei der ersten Gelegenheit bricht er aus dem Zoo von Adelaide aus und macht sich auf die Suche nach dem legendären Alten Australien, wo Tiere wie er eine Heimat haben. Auf seiner Reise durch die australische Wüste begegnet er jeder Menge verrückter Gestalten: einem pyromanischen Wombat, einem kleinkriminellen Waschbären, Bandicoots, Kängurus, Dingos und sogar einem echten Tasmanischen Teufel. Die einen werden zu Weggefährten, die anderen wollen ihn lieber am nächsten Baum aufknüpfen. Die Wüste ist ein rauer Ort, aber zwischen Kneipenschlägereien, Verfolgungsjagden und brennenden Dörfern lernt Albert viel über Zugehörigkeit, Loyalität und Mut. Und findet dabei Freunde fürs Leben.

Wie "Farm der Tiere" ohne Farm, dafür mit Schnaps, Schusswaffen und Beuteltieren und viel lustiger.


Rezension/Meinung

Was der Autor mit diesem Buch wirklich erreichen und aussagen möchte, ist mir beim Lesen nicht wirklich klar geworden. Er bietet einem eine sehr wilde Mischung aus einer sehr wilden Geschichte, mit einer eher etwas seltsamen Handlung, auch wenn diese im Klappentext noch recht klar wirkt, einem Haufen vollkommen durchgeknallter Tiere, die sich, trotzdem sie Australien bevölkern, eigentlich wie im wilden Westen fühlen und wirklich alle ihre Probleme mit Schießereien zu lösen versuchen und der Frage, was soll das eigentlich alles.

Also wirklich einen Sinn habe ich bei der Handlung nicht mehr gefunden, auch wenn sie zunächst sehr simple klang, wenn man im Klappentext liest, auch welche Suche Albert sich zunächst macht. Jedoch wird durch die Begegnungen mit den anderen Bewohnern des Outback, denen dieses Leben durchweg nicht zu bekommen scheint, vollkommen in andere, sehr wirre Bahnen gelenkt. Feststellen muss man auf jeden Fall, dass man als Tier nicht im Outback wohnen sollte, denn dort wird man ziemlich sicher zum Säufer und sollte das nicht reichen, zum Irren. Eigentlich gibt es, außer dem zunächst noch sehr naiven Albert, kein einziges Tier in dieser Geschichte, was irgendwie nicht einen an der Waffel hätte. Zudem sind alle Tiere extrem brutal veranlagt und ich hatte den Eindruck, dass kein mir bekannter Western oder auch moderner Actionfilm mit der Anzahl an Schießereien und brutalen Szenen mithalten könnte, die einem dieses Buch bietet, in dem eigentlich viele sehr possierliche und von mir eher als liebenswürdig eingeschätzte Tiere mitspielen.

Dabei kommt es leider auch zu einigen Längen in diesem Buch, da der Mittelteil der Geschichte eigentlich aus vielen Wiederholungen, nämlich einer Schießerei nach der anderen zu bestehen scheint und man sich durchaus dem Gefühl nicht ganz verwehren kann, dass man eigentlich immer wieder das gleiche liest und nicht wirklich etwas Neues passiert. Ein wenig Auftrieb bekommt das Buch in diesen Szenen und auch im Allgemeinen dadurch, dass es zumindest immer mal wieder eine amüsante Szene gibt, wobei man auch da sagen muss, diese sind eher von einem düsteren und sehr sarkastischen Humor geprägt.

Aus der Grundidee des Romans hätte man sicher einiges machen können, wenn nicht alles so übertrieben hätte sein müssen, wie es leider der Fall ist. Schade in meinen Augen, denn das Buch wirkte sehr vielversprechend, so war es eher nur Mittelmaß und lässt mich auch ein wenig irritiert zurück, wie man als Autor auf eine solche Story kommen kann.


Fazit

Dienstag, 24. Februar 2015

Rezension ~ Superdaddy

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Superdaddy
Autor: Sören Sieg
Broschiert: 304 Seiten
Verlag: List Hardcover
Ersterscheinung: 8. Juni 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3471350764
ISBN-13: 978-3471350768
Genre: Humor


Über den Autor

Sören Sieg, geb. 1966, ist Texter, Komponist und Sänger von LaLeLu, einer vierköpfigen A cappella-Comedy-Gruppe . Bereits als Kind war er sehr musikalisch. Nach dem Abitur arbeitete er ein Jahr für die taz und studierte dann Soziologie in Hamburg und Bielefeld. 1991 begann Sieg ein Studium an der Hamburger Musikhochschule. Er wurde u.a. mit dem Gabriel-Laub-Satirikerpreis ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Hamburg-Hoheluft.


Inhaltsangabe/Klappentext

Superdaddy ist eine Extremsportart. Es ist die Steigerung von Zehnkampf und Ironman. Der Superdaddy kann gleichzeitig seine Tochter von der Polizei abholen, seinen großen Sohn nach Läusen absuchen, eine unbezahlte Kolumne schreiben, seine Schwiegereltern bekochen, seinen kleinen Sohn über einen Alptraum hinwegtrösten und eine neue Tagesmutter suchen. Auf seiner To-do-Liste steht er selbst an letzter Stelle. Das will er ändern. Nur wie?


Rezension/Meinung

Nachdem ich das Cover gesehen und dann den Klappentext gelesen hatte, war ich mir zunächst nicht ganz sicher, ob dieses Buch wohl meinen Geschmack treffen könnte, da ich doch die Befürchtung hatte, dass es deutlich alberner wäre, als es sich dann letztendlich herausgestellt hat. Es war sogar eher sehr angenehm amüsant, wenig überzogen und locker leicht zu lesen.

Ansonsten ist es so, dass ich auch feststellen musste, dass man dem Klappentext nicht so wirklich glauben schenken sollte, denn wirklich überfordert, wie es dort heißt, ist der Vater, Philipp nicht, sondern eher einfach zu sehr abgelenkt von seiner neuen Karriere als Komiker, die ihn so sehr fesselt, dass er gar nicht mehr wirklich auf seine Kinder achtet. Dazu muss ich auch sagen, dass es mir etwas zu extrem war, wie sehr auf die Komikerkarriere von Phillip eingegangen wird, denn an dieser Stelle wäre manchmal etwas weniger mehr gewesen, weil es einfach etwas langatmig war und mich auch deutlich weniger interessiert hat, als der andere Part der Geschichte, welche doch die eigentliche Handlung ausgemacht hat.

Vor allen Dingen aber die Kinder fand ich toll beschrieben, da sie einem ziemlich schnell sehr sympathisch wurden und man von ihnen auch sofort Bilder im Kopf hatte, sie sich durch ihre Charakterzüge, vor allem aber auch durch die kleinen und oftmals irgendwie süßen und niedlichen Macken bzw. Eigenarten, die sie haben, extrem gut vorstellen konnte. Sogar noch besser als den Vater, welcher mir zu sehr auf das Komiker-Sein reduziert wurde.

Was mir beim Lesen nicht so sehr zugesagt hat, sind die vielen doch sehr abrupten Sprünge und zeitlichen Wechsel in der Geschichte, da diese irgendwie oftmals einen etwas aus dem Zusammenhang reißen, zu viel Zeit zwischen den gerade gelesenen Ereignissen und dem neuen gelegen hat und man einfach erst mal wieder etwas braucht, um wieder genau Fuß in der aktuellen Situation zu fassen. Zudem ist es einfach so, dass die Geschichte in vielen Facetten extrem unrealistisch ist, vor allen Dingen, was Philipps Karriere anbelangt.

Für Zwischendurch auf jeden Fall eine gelungene Lektüre, wenn man es mal etwas simpler und amüsant haben möchte, aber nichts Großartiges und Gott sei Dank nicht vollkommen albern.


Fazit

Montag, 23. Februar 2015

Rezension ~ Die Poison Diaries - Liebe ist unheilbar

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Die Poison Diaries - Liebe ist unheilbar
Autor: Maryrose Wood
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Fischer FJB
Ersterscheinung: 1. Juni 2011
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841421245
ISBN-13: 978-3841421241 
Originaltitel: The Poison Diaries 1
Gerne: Fantasy / Jugendbuch
Reihe: Die Poison Diaries
Band: I


Über die Autorin

Maryrose Wood wuchs auf Long Osland, New York auf und zog im Alter von 17 Jahren nach New York City um an der New York University Schauspiel zu studieren. Später begann sie mit dem Schreiben für Theater und Film und arbeitete viele Jahre als Schauspielerin, Regisseurin und Bühnenautorin. Im Jahr 2004 veröffentlichte sie dann ihr Debüt »Sex Kittens and Horn Dawgs Fall in Love« – »Die Poison Diaries« ist ihr erster Roman, der auch in deutscher Sprache erscheint. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin unterrichtet sie auch »Kreatives Schreiben« an ihrer Alma Mater. Wood lebt mit ihren zwei Kindern und ihren Haustieren in New York.


Inhaltsangabe/Klappentext

Die Poison Diaries – der Beginn einer lebensgefährlichen Liebe

Um 1800: Jessamine lebt mit ihrem Vater in einer verlassenen Kapelle im Norden Englands. Sie führen ein stilles, von Jahreszeiten geprägtes Leben. Jessamines Vater ist Botaniker, seine Leidenschaft sind Heil- und Giftpflanzen. In einem verborgenen Giftgarten züchtet er mächtige tödliche Gewächse, sorgsam darauf bedacht, seine Tochter von der Gefahr fernzuhalten. Als eines Tages Weed auftaucht, ein rätselhafter Fremder mit absinthgrünen Augen, verfällt Jessmine ihm sofort. Doch kaum haben die beiden zueinander gefunden, wird das Mädchen sterbenskrank. Was ist Weeds dunkles Geheimnis? Ist er ihre Rettung oder bringt er den Tod? Eine Geschichte, so geheimnisvoll wie die unergründliche Welt der Pflanzen. Denn ob Belladonna heilt oder tötet, darüber entscheidet am Ende die Liebe …


Rezension/Meinung

Hinter diesem Buch steht auf jeden Fall eine gute Idee, wie ich finde, die mich zu Beginn auch noch sehr neugierig gemacht hat, jedoch im Verlauf des Buches deutlich an Qualität verloren hat, was vor allem daran lag, dass vieles eher abgehackt behandelt wurde, teils die Dinge nicht so richtig stimmig auf mich wirken wollten.

Was zunächst sehr auffällig ist, Jessamine hat nicht nur einen etwas seltsamen Namen, es ist auch so, dass man diesem Buch sehr anmerkt, in welcher Zeit es spielen soll, weil sie doch eine sehr altmodische Wortwahl an vielen Stellen nutzt, was auch sehr stringent durchgeführt worden ist bei der Übersetzung, man also sofort merkt, wir sind in einem vergangenen Jahrhundert. Ab und an fand ich das zwar ein wenig befremdlich, aber trotzdem passte es auch irgendwie. Jessamine selbst ist ein Charakter, den ich oftmals nicht so ganz verstehen konnte, da sie auf eine gleichzeitig relativ erwachsene Weise sehr naiv ist. Unter anderem vermutlich auch, weil man in dieser Zeit, zu welcher das Buch spielt, mit 16 sicher nicht mehr als Kind gegolten hat, sie sich aber immer noch als solches bezeichnen lässt, was für mich nicht ganz stimmig war. Zudem finde ich ihren Vater einen sehr seltsamen Charakter, der zwar viel von einem typischen Wissenschaftler mit extrem großem Forschungsdrang hat, aber irgendwie für mich nicht sehr sympathisch war. Interessantester Charakter ist auf jeden Fall Weed, dessen Gabe ich als sehr interessant empfunden habe, vor allen Dingen in den Kapiteln, die von ihm erzählt werden, kommt man seinem Charakter dort doch eindeutig ein wenig näher.

Was ich jedoch sehr schade finde, ist die Tatsache, dass die Pflanzenthematik zum Ende des Buches hin, wo sie alles eigentlich immer mehr zuspitzt, fast schon keine richtige Relevanz mehr hat, sondern eher auf eine andere Ebene gehoben wird und alles eher symbolischen Charakter auf einer Metaebene zu bekommen scheint. Vielleicht auch, weil ich manchen, unter anderen Erzählpunkten vielleicht magisch wirken könnenden Aspekt, etwas eigenartig eingebunden fand, als das er mich wirklich überzeugt hätte. Vor allen Dingen vieles, was sich auf Jessamine bezieht. Ebenso ging mir die Gefühlsentwicklung zwischen ihr und Weed fast auch ein bisschen zu schnell, obwohl es, wenn ich bedenke, welche Zeitstrecke im Buch beschrieben wird, nicht wirklich schnell war, aber es kam mir beim Lesen, vielleicht durch dieses Gefühl, dass alles etwas abgehackt war, sehr schnell vor.

Das alles ist aber noch gut lesbar und in gewisser Weise interessant, erinnert mich durchaus an ein etwas verrückteres Märchen, jedoch war ich mit dem Ende so gar nicht zufrieden, auch wenn ich weiß, dass es noch einen weiteren Band gibt. Es waren nämlich weniger die noch offenen Punkte, die mich gestört haben, als wie die Auflösung, die man durchaus erahnen konnte, sich dann darstellte und welche Folgen sie hatte.

Kein schlechtes Buch, aber nicht wirklich mein Buch, auch wenn ich den Ansatz, die Idee hinter der Geschichte in vielen Punkten sehr gelungen und interessant finde. 


Fazit


Sonntag, 22. Februar 2015

Rezension ~ Auch die Liebe hat drei Seiten

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Auch die Liebe hat drei Seiten
Autor: Susann Rehlein
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Ersterscheinung: 9. August 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548284884
ISBN-13: 978-3548284880
Genre: Belletristik / Gegenwartsliteratur



Über die Autorin

Susann Rehlein, geboren in Leipzig, arbeitet als Journalistin und Lektorin. Sie stammt zwar nicht aus Brandenburg und besitzt derzeit auch kein Schaf, aber sie kennt und liebt Kreuzberg. "Auch die Liebe hat drei Seiten" ist ihr erster Roman.


Inhaltsangabe/Klappentext

Sie hat einen Zahlenfimmel, ein größeres Problem mit menschlicher Nähe und ist auch ansonsten nicht besonders alltagstauglich. Zum Glück stellt Neuberlinerin Lisbeth, dreiundzwanzig Komma sieben Jahre alt, schnell fest, dass Kreuzberg genauso ein gemütliches Dorf ist wie das heimatliche Bückschitz in Brandenburg. Nur ein Problem hat sie noch: Edgar – der einzige Mensch, dessen Nähe sie ertragen kann, ohne ihn sofort durchzählen zu müssen. Zwar bringt er höchstpersönlich ihr Lieblingsschaf Paul nach Berlin. Dann aber lässt er Lisbeth, die gegen jeden Ansturm seinerseits gewappnet ist, viel mehr Raum, als sie eigentlich haben will …


Rezension/Meinung

Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem mir die Protagonistin so extrem unsympathisch ist, wie es bei diesem Buch der Fall war. Lisbeth ist irgendwie ein Charakter mit dem ich so gar nicht klar kam. Weniger, weil sie alles zählt, was zwar eine nervige Macke sein kann, als wegen den anderen Aspekten ihrer Psyche, denn im Allgemeinen wirkt sie extrem psychisch gestört, als wäre sie im besten Fall autistisch veranlagt und in den schlimmeren einfach sehr, sehr krank. Für mich auf jeden Fall daher ein Charakter, mit dem ich mich zum einen so gar nicht identifizieren konnte und der mir zum anderen auch noch mächtig auf die Nerven gegangen ist. Das mag auch daran gelegen haben, dass ich verdammt viele ihrer Ansichten und wie Aktionen, um aus ihrem Problem heraus zu kommen, wie sie es oftmals im Roman erwähnt, einfach extrem seltsam fand und so gar nicht nachvollziehen konnte.

Dazu kommt dann noch, dass dieses Buch für mich keinen wirklich erkennbaren roten Faden hatte, außer vielleicht der Tatsache, dass Lisbeth wirklich ziemlich verrückt ist und es auch noch schafft extrem viele Menschen, die zwar auf eine etwas andere Weise als sie, aber trotzdem ebenso verrückt sind, um sich zu scheren. Was mir das jedoch genau erzählen und sagen sollte, wollte mir einfach nicht klar werden. Ich habe mir einfach nur immer wieder denken müssen, um was für einen Haufen unsympathischer Charaktere es sich handelt. Zumal, wenn meine Theorie stimmt, dass Lisbeth psychisch nicht wirklich gesund ist, dann handeln in diesem Buch ehrlich alle samt extrem verantwortungslos. Der einzig normale Charakter in diesem Buch ist eindeutig das Schaf.

Die Kombination aus der für mich vollkommen unsinnigen Handlung, die eigentlich nicht wirklich eine ist, sondern eine wilde Aneinanderreihung von Ereignissen, die durch seltsame, unsympathische Charaktere ausgelöst wird, der ich einfach nichts abgewinnen konnte, weder Humor, noch Sinn, noch irgendwas, außer, dass sie mich nervte, gepaart mit einem Titel, der zu dem Buch für mich gar nicht passen wollte, außer dem Zusammenhang, dass dort ebenso unsinnig etwas gezählt wird, wie teilweise von Lisbeth, hat mir deutlich klar gemacht, dass dies einfach nicht mein Buch ist.

Manchen mag es wohl gefallen, aber empfehlen kann ich es nicht, außer man möchte mal eine extrem wirre und abwegige Geschichte lesen.


Fazit

Samstag, 21. Februar 2015

Rezension ~ Die Tage in Paris

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Die Tage in Paris
Autor: Jojo Moyes
Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
Verlag: rororo
Ersterscheingung: 23. Januar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 349926790X
ISBN-13: 978-3499267901
Genre: Belletristik / Liebesroman


 

Über die Autorin

Jojo Moyes wurde 1969 im britischen London geboren. Nach verschiedenen Jobs wie z.B. dem Kontrollieren von MiniCabs und dem Schreiben von Blindenschrift-Anweisungen machte sie ihren Abschluss am Royal Holloway und Bedford New College der Universität London. Im Jahr 1992 gewann sie ein Stipendium der Zeitung "The Independent", für die sie weitere zehn Jahre schrieb - abgesehen von einem kurzen Auslandsaufenthalt in HongKong im Jahr 1994 und ihrer dortigen Tätigkeit für die "Sunday Morning Post". Seit dem Jahr 2002 arbeitet Jojo Moyes hauptberuflich als Schriftstellerin. Mit dem Roman "Ein ganzes halbes Jahr" erreichte sie den weltweiten Durchbruch. Sie lebt auf einer Farm in Essex mit ihrem Mann, Journalist Charles Arthur, und ihren drei Kindern. Im Frühjahr 2014 ist ihr Roman "Weit weg und ganz nah" erschienen.


Inhaltsangabe/Klappentext

Honeymoon in Paris - davon träumen Brautpaare überall auf der Welt. Sophie und Liv leben diesen Traum. Im Paris der Belle Époque verbringt Sophie die ersten Tage an der Seite ihres Mannes, dem Maler Édouard Lefèvre. Die Welt, die er ihr, dem Mädchen aus der Provinz, zeigt, ist aufregend und neu. Doch das Leben als Frau eines verarmten Künstlers hat auch seine Schattenseiten.§Über hundert Jahre später begibt sich eine andere Braut auf Hochzeitsreise in die Stadt der Liebe. Hals über Kopf haben Liv und David geheiratet. Doch die Tage in Paris sind nicht ganz so unbeschwert und romantisch, wie Liv sich das erhofft hat. Hat sie gerade den Fehler ihres Lebens begangen? Erst ein Gemälde bringt die Liebenden einander wieder näher

Die romantische Vorgeschichte zu "Ein Bild von dir".


Rezension/Meinung

Zunächst war mir, als ich dieses Buch in einem Adventskalender gewonnen habe, nicht klar, was mich wirklich erwartet, daher war ich durchaus überrascht, dass es sich bei diesem Werk um ein kleines niedliches Buch von etwas über 100 Seiten handeln würde.

Eigentlich ist es kein großes Wunder, dass es sich um kein dickeres Buch handelt, da es sich nur um das Prequel zu einem anderen Roman der Autorin »Ein Bild von dir« handelt und eher eine kleine Beigabe zu diesem Werk zu sein scheint. Jedoch ist das Buch sehr niedlich gemacht, vor allen Dingen, da es auch dezent bebildert ist. Innerhalb jedes Kapitels des Buches befindet sich nämlich ein kleines Bild, in Farbe, was ich sehr schön gemacht finde, ebenso, wie die Wahl von farbigen Seitenzahlen, die optisch einfach etwas Besonders aus diesem kleinen Buch machen.

Die Geschichte um die beiden Beziehungen bzw. Frauen ist zwar sehr vorhersehbar, besonders, wenn man den Klappentext zum eigentlichen Buch, dessen Prequel man hier in der Hand hält, schon kennt. Jedoch sind Liv und Sophie zwei sehr sympathische Damen, wobei mir vor allen Dingen Sophie etwas sehr naiv vorkommt, zumindest in der Beziehung, wem sie so ihren Glauben schenkt, wenn man so manchen der Nebencharaktere betrachtet. Auch die beiden Männer wirken durchaus ganz nett, auch wenn ich Liv da bei ihren Bedenken und den Gedanken, die sie sich macht, deutlich mehr verstehen kann, als Sophie.

Allgemein ein kurzweiliges, niedliches, aber auch durchaus emotionales Buch, das eine schöne Atmosphäre schafft, schon einen kleinen Ausblick auf gewisse Charaktere gibt und mir durchaus gut gefallen hat, auch wenn ich gestehen muss, dass ich es mir, allein durch seine Kürze wohl nicht wirklich gekauft hätte, da ich nicht der Typ für so extrem kurze Werke bin, wenn die denn auch wirklich etwas erzählen wollen, denn mehr, als so etwas sehr kurzweiliges und knappes, hätte man in der Seitenzahl auch nicht berichten können.

Wer jedoch neugierig auf die Vorgeschichte zu »Ein Bild von dir« ist, dem kann ich die Lektüre durchaus empfehlen.


Fazit

Freitag, 20. Februar 2015

Rezension ~ Eine unbeliebte Frau

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Eine unbeliebte Frau
Autor: Nele Neuhaus
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: List Taschenbuch
Ersterscheinung: 3. April 2009
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548608876
ISBN-13: 978-3548608877
Genre: Krimi
Reihe: Kirchhoff und Bodenstein
Band: I 


Über die Autorin

Nele Neuhaus schreibt seit ihrer Kindheit und wollte auch schon immer Schriftstellerin werden. Schon als Kind hatte sie eine tiefe Verbundenheit zu Pferden, sogar ihr Fahrrad wurde durch ein Seil einfach zum Pferd umfunktioniert. Sie lernte dann auch reiten, traute sich jedoch nie ans Springreiten heran. Sie arbeitete in einer Werbeagentur und studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Seit sie ihren Erstlingsroman und die ersten beiden Krimis mit den Ermittlern Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff im Selbstverlag veröffentlichte, wuchs ihre Fangemeinde rasant. Ihr viertes Buch "Tiefe Wunden" erschien im Ullstein-Verlag, mit "Schneewittchen muss sterben" gelang Nele Neuhaus 2010 der Durchbruch. Mittlerweile umfasst die Taunuskrimireihe sieben Bände, im Juni 2014 veröffentlichte die Autorin unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg ihren ersten belletristischen Roman mit dem Titel "Sommer der Wahrheit". Bei Thienemann-Esslinger erscheinen ihre beiden Jugendbuchreihen "Charlottes Traumpferd" und "Elena - Ein Leben für Pferde", in denen die Autorin ihre beiden Leidenschaften Schreiben und Pferde kombiniert. Fünf der Taunuskrimis wurden bereits für das ZDF verfilmt, die Hauptrollen spielen Tim Bergmann und Felicitas Woll. Die Krimis von Nele Neuhaus erscheinen mittlerweile in 27 Sprachen. Die Autorin lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihrem Hund im Vordertaunus.


Inhaltsangabe/Klappentext

Eine Ladung Schrot aus dem eigenen Jagdgewehr beschert dem Frankfurter Oberstaatsanwalt ein schnelles, wenn auch sehr hässliches Ende. Die schöne junge Frau, die tot am Fuß eines Aussichtsturms im Taunus liegt, ist viel zu unversehrt, um an den Folgen eines Sturzes gestorben zu sein. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff sind sich einig: Der erste Todesfall war ein Selbstmord, der zweite jedoch ein Mord. Bald häufen sich sowohl die Motive als auch die Verdächtigen. Doch was hat den Staatsanwalt in den Tod getrieben?


Rezension/Meinung

Nachdem ich den fünften Band der Reihe als Wanderbuch hatte und dieser mir eigentlich ziemlich gut gefallen hat, vor allen Dingen auch durch die beiden Protagonisten Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein, war ich dann nun auch sehr neugierig auf die vier Vorgängerbände.

Zunächst war es für mich dann doch irgendwie sehr ungewohnt, wie fremd sich in diesem ersten Band Pia und Bodenstein sind, wodurch ich jedem nur raten würde auch wirklich am Anfang anzufangen und nicht mit einem der anderen Bände einzusteigen, weil das echt verwirren kann. Es passt natürlich in diesem Band sehr gut, lernen die beiden sich als Kollegen zunächst auch erst noch neu kennen. Dabei finde ich es hier durchaus gelungen, wie viel man jeweils über die beiden Protagonisten erfährt, denn es ist so viel, dass ich mir von ihnen ein Bild machen kann, welches nicht vollkommen blass ist, sondern schon recht detailliert, aber noch lange nicht so detailliert, dass nicht noch neue Facetten hinzukommen könnten in weiteren Bänden, welche das Bild durcheinanderbringen oder überladen würden. Dabei lernt man natürlich auch sehr viele weitere Charaktere kennen, die teilweise deutlich weniger klar werden, wobei die den beiden sehr nah stehenden Charaktere durchaus ausreichend facettenreich sind. Im Zusammenspiel finde ich Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein gerade deswegen sehr interessant, da sie doch aus so gänzlich unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kommen. Er doch deutlich näher am alten Adel und durch seine Frau Cosima an der High Society und Pia eher aus normalen bürgerlichen Verhältnissen. Trotzdem verstehen und ergänzen sich die beiden sehr gut.

Der Fall selbst ist auch zum großen Teil spannend und interessant, auch wenn ich zugeben muss, dass es doch arg viele Personen waren, die in den Ermittlungen auftauchen, sowohl unter den Verdächtigen, als auch dann noch die anderen Kollegen bei der Polizei, so dass es zwischendrin auch leicht ein kleines bisschen unübersichtlicher werden konnte. Zumal die Ermittlungen teilweise auch ein wenig langatmig waren, aber das kann man natürlich auch als Stilmittel erfassen, denn ich kann mir gut vorstellen, dass Ermittlungen in höheren Kreisen oftmals langatmig und langwierig sind. Dennoch wird der Krimi zum Ende hin immer energiegeladener und schneller in seinen Abläufen, was die Spannung wieder so weit steigert, dass manche etwas langatmigere Stelle durchaus gut in Vergessenheit geraten kann. Zumal es auch die ein oder andere interessante und spannende Wendung über den gesamten Fall hinweg gibt.

Allgemein handelt es sich um einen Krimi mit einigem an Lokalkolorit, der aber durch seinen sehr klassischen Krimistil sehr angenehm zu lesen ist und eine gelungene Atmosphäre aufweist. Zudem weiß ich schon, dass sich die Fälle eher steigern, außer der mir bekannte ist eine Ausnahme, wodurch ich auch allein diesen Auftakt nur empfehlen kann, da ich es immer besser finde, am Anfang einer Reihe zu beginnen.


Fazit

Donnerstag, 19. Februar 2015

Rezension ~ Schwarzer Schmetterling

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Schwarzer Schmetterling
Autor: Bernard Minier
Broschiert: 688 Seiten
Verlag: Droemer HC
Ersterscheinung: 1. März 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426199289
ISBN-13: 978-3426199282
Originaltitel: Glacé
Genre: Thriller


Über den Autor

Bernard Minier wird im Jahr 1960 geboren und ist im Südwesten von Frankreich aufgewachsen. Er schreibt seit seiner Kindheit die verschiedensten Geschichten, seine Kurzgeschichten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. "Scharzer Schmitterling" ist sein Debütroman. Er möchte damit nicht nur unterhalten sondern auch "ein Bild unserer Zeit zeichnen". Hierfür wurde er u.a. mit dem Prix Polar 2011 für den besten Roman geehrt. Mit seiner Frau und zwei Kindern lebt er heute in der Nähe von Paris.


Inhaltsangabe/Klappentext

Eisiger Winter in den französischen Pyrenäen. Ein abgeschiedenes Dorf. Eine geschlossene Anstalt. Ein hochintelligenter Psychopath mit einem teuflischen Plan. In 2000 Meter Höhe machen Arbeiter eine verstörende Entdeckung: ein grauenvoll inszenierter Tierkadaver auf schnee- und blutbedeckten Felsen. Das Werk eines Wahnsinnigen? Am Tatort werden Spuren eines gefährlichen Serienmörders gefunden, doch dieser sitzt seit Jahren im hermetisch abgeriegelten Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Anstalt. Während Commandant Servaz und die junge Anstaltspsychologin Diane Berg verzweifelt versuchen, das Rätsel zu lösen, wird der kleine französische Ort Saint-Martin von einer kaltblütig inszenierten Mordserie erschüttert …


Rezension/Meinung

Vom Cover des Romans her, hätte ich dieses Buch eher nicht zur Hand genommen, aber da ich es vor einiger Zeit bei einem Gewinnspiel erhalten hatte, wollte ich meinen Gewinn nun ja dann auch irgendwann mal lesen. Vom Klappentext her jedoch, muss ich auch ehrlich gestehen, hat mir das Buch durchaus sehr zugesagt, denn es klang irgendwie interessant.

Leider war es jedoch so, dass die Geschichte dann doch etwas absurder wurde, als ich es erwartet hätte und auch die Charaktere teils von ihren Rollen deutlich untergeordneter wirkten, als man es zunächst durch den Klappentext hätte vermuten können. Vor allen Dingen Diane Berg und das Institut schienen mir die meiste Zeit irgendwie keine wirklich relevante Rolle zu spielen, obwohl sie im Klappentext noch so wichtig wirkten. Auch war es so, dass lange Zeit der wirkliche Zusammenhang zwischen dem Institut und den Mordfällen nicht so wirklich klar wurde, alles so für sich einzeln stand, außer dem Bezug zum Insassen Julian Hirtmann, der mir aber auch zu lose schien. Außerdem hatte er für mich eine deutlich zu kleine Rolle, hätte ich doch mehr Relevanz bei diesem Charakter erwartet.

Auch die Ermittlungen um das Team von Servaz, der mir als Charakter jedoch durchaus sehr sympathische war, sind teilweise etwas absurd, beginnend damit, dass der erste Fall sich um ein Tier dreht, dass durch seine Größe allein schon vollkommen absurd ist da so hingekommen zu sein, wo man es aufgefunden hat. Da hätte es einige ebenso schockierend zu beschreibende Möglichkeiten gegeben, die nicht ganz so absurd gewirkt hätten, aber vielleicht wirken solche Passagen auf Menschen, die sich weniger mit Pferden auskennen, nicht ganz so gestellt, wie auf mich. Allgemein wird mir bei den Taten ein bisschen zu arg auf den ersten Fall der Fokus gelegt und die eigentlichen Morde an Menschen wirken teilweise fast belanglos dagegen, auch wenn es wenigstens ab und an neue Erkenntnisse gibt, die es für einen durchaus spannender machen. Leider ahnt man irgendwann schon, wer hinter den Taten stecken wird, einfach weil diese Person in allem was sie macht verdächtig und seltsam wirkt, auch wenn man eigentlich keine Ahnung hat, was für ein Motiv eventuell hinter den Taten stehen könnte und sich wenigstens das nur langsam herauskristallisiert.

Insgesamt muss ich jedoch auch gestehen, hat mir das Ende einfach nicht gefallen, da einiges dann doch sehr absurd wurde, es alles ein bisschen konstruiert wirkte, das Motiv dann doch etwas weit hergeholt, vor allen Dingen, der Aufwand, der hinter allem stand, wie alles wirklich zusammenhängt und wer weswegen ausgenutzt wurde.

Man hätte sicher einiges aus der Idee rausholen können, aber diese Umsetzung lies sich zwar ganz gut lesen und war auch immer wieder durchaus spannend, aber die Auflösung hat mir einfach nicht gefallen, Psycho war an dem Thriller auch nichts und vor allen Dingen fand ich die Prioritäten etwas seltsam gesetzt.


Fazit

Mittwoch, 18. Februar 2015

Rezension ~ Jagdhunde

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Jagdhunde
Autor: Jørn Lier Horst
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Grafit
Ersterschienung: 11. Oktober 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3894256702
ISBN-13: 978-3894256708
Originaltitel: Jakthundene
Genre: Krimi


Über den Autor

Jørn Lier Horst, geboren 1970 in Bamble, ist leitender Kriminalbeamter bei der norwegischen Polizei. Deswegen kennt er sowohl das Milieu als auch die polizeilichen Ermittlungsmethoden, die er beschreibt, ganz genau. 2004 debütierte er als Kriminalschriftsteller und schrieb sich seitdem mit seinen Romanen um den Polizisten William Wisting in die erste Liga der norwegischen Krimiautoren. 2011 wurde er für Winterfest mit dem Bokhandlerprisen ausgezeichnet, mit dem die Mitglieder der norwegischen Buchhändlervereinigung ihr Lieblingsbuch des Jahres küren. Für Die Jagdhunde erhielt er den Vestfold Litteraturpris sowie den norwegischen Krimipreis Riverton Pris 2012 .


Inhaltsangabe/Klappentext

Skandinavischer Krimipreis 2013!
Norwegischer Krimipreis 2012!

Ungemütliche Zeiten für Hauptkommissar William Wisting: Wegen des Vorwurfs, Beweise manipuliert zu haben, wird er vom Dienst suspendiert. Der Fall, um den es geht, liegt schon siebzehn Jahre zurück, gilt aber bis heute als einer der aufsehenerregendsten der Kriminalgeschichte Norwegens. Damals war die junge Cecilia Linde erst verschwunden und wurde dann ermordet aufgefunden. Wisting hatte den Täter überführen können, doch nun stellt sich heraus, dass die Beweise gefälscht waren eine Topstory für die Medien.
Plötzlich ist der Hauptkommissar in der Rolle des Gejagten. Seine Kollegen drehen jeden Stein um, den er je angefasst hat, und die Journalistenmeute heftet sich unerbittlich an seine Fersen. Ihm bleibt nur ein einziger Weg: selbst herauszufinden, was damals wirklich geschah.
Trotz tatkräftiger Unterstützung seiner Tochter Line, einer Kriminalreporterin, entwickelt sich die Geschichte schnell zu einem nervenzerreißenden Wettlauf gegen die Zeit. Denn wieder verschwindet eine junge Frau und die Parallelen zu Cecilia Linde sind offensichtlich ...

Ausgezeichnet als bester skandinavischer Krimi des Jahres! (Glassnøkkelen)


Rezension/Meinung

Als Krimifan passiert es mir, wie soll es auch anders sein, immer häufiger, dass mir sehr ähnliche Ideen in den Krimis begegnen, was ja aber nicht vollkommen verwunderlich ist. Ich mag es auch eigentlich ganz gern, wenn Krimis noch einen so typischen älteren Stil haben, finde es aber genauso gut, wenn mir mal Dinge begegnen, die ich so bisher in einem Krimi noch gar nicht hatte.

Und genau das ist für mich einer der großen Pluspunkte dieses Krimis, denn von seiner Art her, ist er einfach einmal so ganz anders. Allein dadurch, dass der Protagonist so früh suspendiert wird und sich ein wenig eigenmächtig daran macht, den Dingen auf den Grund zu gehen, ändert die Art der Handlung einfach ungemein. Dabei hat es mir auch einfach mächtig Spaß gemacht, zum einen den Versuch zu wagen, herauszufinden, wer in dem alten und den neuen Fällen der Täter ist, aber auch, wer damals wohl wirklich die Beweise manipuliert hat, denn als Leser denkt man eindeutig an keiner Stelle groß daran, dass es wirklich Wisting selbst gewesen sein könnte, da es so gar nicht zu seiner Art passt.

Und auch die Verknüpfungen mir anderen kleinen Nebenschauplätzen, vor allen Dingen auch dem, was Wistings Tocher durch ihren Beruf noch so alles herausfindet, macht das Ganze einfach nur immer noch spannender und man fängt auch relativ schnell an, Vermutungen zu hegen, wer hinter dem Ganzen steck und wie einiges zusammenhängen könnte und ist sich doch immer nicht ganz sicher, ob man wirklich richtig liegen wird. Dabei hat es mir auch einfach enormen Spaß gemacht, darüber zu lesen, welche Wege Wisting abseits der normalen geht, da er ja eigentlich offiziell gar nicht ermitteln dürfte und er ihm dann so alles hilft, zumal da auch einige sehr interessante Charaktere aufgetaucht sind, die für mich auch diese Geschichte einfach bereichert haben.

Ich bin auf jeden Fall sehr begeistert von diesem relativ ruhigen, aber einfach extrem interessant gemachten Krimi, den ich einfach nur empfehlen kann, wenn man mal einen Krimi lesen möchte, der ein wenig von der Norm abweicht, dabei aber einfach nur klasse bleibt und jedem, der gern ein wenig mitermittelt beim Lesen, super Ansätze gibt, die einen auch auf die richtige Spur bringen können.


Fazit

Dienstag, 17. Februar 2015

Rezension ~ Küssen hat noch nie geschadet

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Küssen hat noch nie geschadet
Autor: Rachel Gibson
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Ersterscheinung: 19. Dezember 2011
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442476283
ISBN-13: 978-3442476282
Originaltitel: Any Man of Mine
Genre: Liebesroman


Über die Autorin

Rachel Gibson wurde im US-Bundesstaat Idaho geboren. Seitdem sie sechzehn Jahre alt ist, schreibt sie Geschichten. 1998 wurde ihre erste Geschichte in den USA veröffentlicht. 2002 erschien ihr erster Roman "Liebe, fertig, los!". Mittlerweile ist sie damit sehr erfolgreich und wurde mit dem »Golden Heart Award« der Romance Writers of America und dem »National Readers Choice Award« ausgezeichnet. Rachel Gibson lebt mit ihrem Ehemann, drei Kindern, zwei Katzen und einem Hund heute in Boise, Idaho.


Inhaltsangabe/Klappentext

Autumn sucht in Las Vegas das Glück – und findet einen Ehemann ... Autumn Haven hatte eigentlich vor, bei einem Kurztrip nach Las Vegas ihr Glück im Spielcasino zu versuchen – und nicht nach einer feuchtfröhlichen Nacht neben dem Eishockeyspieler Sam Leclaire aufzuwachen, der sich auch noch als ihr frischgebackener Ehemann herausstellt. Doch Sam scheint es mit dem Bund fürs Leben nicht so ernst zu nehmen, denn ehe sie sich versieht, ist er auf und davon. Zwei Jahre später kreuzen sich ihre Wege ein zweites Mal, und für Autumn stellt sich die Frage, ob sie damals in Vegas nicht vielleicht doch eine Glückssträhne hatte ...


Rezension/Meinung

Trotzdem ich, wie schon mehrfach erwähnt, eigentlich nicht großartig ein Leser von typischer Frauenliteratur bin, sind mir doch irgendwie ein paar dieser Romane in die Hände gefallen, wie auch dieser hier.

Wie jeder seiner Art, hat er natürlich den obligatorischen Ablauf mit Happy End, aber was erwartet man auch anderes? Und auch die Ausgangssituation ist eine von vielen bekannten, denn wenn sich die Protagonisten nicht ganz neu kennenlernen, dann kannten sie sich von früher schon und treffen sich zufällig oder auch abgesprochen wieder, wobei sie sich dann nicht immer von Beginn an grün sein müssen.

In diesem Fall ist es so, dass Sam und Autumn sich lange nicht mehr gesehen haben und das aus gutem Grund, denn die beiden mögen sich einfach nicht besonders. Das liegt wohl daran, dass Sam ein ziemlicher Aufreißertyp ist, der durch seine Sportkarriere auch gute Chance bei der Frauenwelt hat und sich natürlich auch eher zu den schönen Ladys hingezogen fühlt. Er wirkt dadurch natürlich sehr oberflächlich. Autumn hingegen entspricht diesem Frauenideal nicht wirklich und kennengelernt haben sie sich in nicht ganz nüchternem Zustand in Vegas und es kam, was kommen musste, ein etwas zu schnelle Hochzeit. Verbunden sind die beiden jedoch nur noch durch ihren gemeinsamen Sohn.

Nach und nach lernt man die beiden Charaktere Sam und Autumn immer näher kennen, lernt beide immer besser zu verstehen und merkt zum einen auch, dass man selbst und auch Autumn ihn vielleicht ein wenig falsch eingeschätzt hat, wobei man aber auch die ganze Zeit mit Autumn mitfühlen muss. Das Buch ist auf jeden Fall sehr niedlich geschrieben und hat einige sehr süße Szenen, sowie auch ein paar durchaus amüsante. Allgemein ist es natürlich nichts Neues, so dass man sich beim Lesen einfach entspannen kann, denn die Geschichte ist einfach super für etwas. Sowohl vom Schreibstil, als auch vom Inhaltlichen her.

Insgesamt ein niedliches, aber typisches Frauenbuch, was ich jedem empfehlen kann, der das Genre mag, denn ich fand es auf jeden Fall nicht schlecht, auch wenn ich nicht viel zum Vergleichen habe, denn es ist süß geschrieben und klar, man weiß wie es endet, aber das ist wohl auch oft der Grund, warum man auch mal ein solches Buch oder vorwiegend Bücher dieser Art liebt, weil man einfach diese leicht kitschigen Happy Ends gern hat.


Fazit

Montag, 16. Februar 2015

Rezension ~ Guten Morgen Revolution - du bist zu früh

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Guten Morgen Revolution - Du bist zu früh
Autor: Kirsten Ellerbrake
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch
Ersterscheinung: 15. August 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462045458
ISBN-13: 978-3462045451
Genre: Belletristik / Gegenwartsliteratur



Über die Autorin

Kirsten Ellerbrake wurde 1959 in Bremen geboren. Nach einem Studium der Germanistik, Publizistik und Politikwissenschaft war sie in den Achtzigerjahren Sprecherin der Grünen/GAL in Hamburg und arbeitet seit den Neunzigern als Film- und Fernsehproduzentin. »Guten Morgen, Revolution – du bist zu früh« ist ihr erster Roman. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Noras Tochter Charlie, 20, ist verhaftet worden, wegen der Blockade eines Castortransports. Unfassbar - war Nora nicht gerade selbst noch 20 und wollte die Welt aus den Angeln heben? »Atomkraft - nein danke«, freie Liebe statt Zweierkiste, Wohngemeinschaft statt Spießertum, »Legalize alles - außer es tut weh«. Als Nora ihre Tochter von der Polizei abholt, erntet sie keine Dankbarkeit, sondern Vorwürfe: Warum war sie nicht bei der Demonstration? Nora beschließt, ihre Tochter zu unterstützen - und trommelt die Kampfgefährten von damals zusammen. Sie taucht tief ein in eine heute exotisch anmutende Ära, mit Menstruationskalendern, kalten Nächten in besetzten Häusern, Cannabispflanzen und dem unbedingten Willen, die Welt anders, besser, glücklicher zu machen. Doch die Vergangenheit ist auch gespickt mit Liebesdramen - und das hat, wie Nora plötzlich merkt, Folgen bis heute. Eine turbulente und liebevolle Annäherung zwischen Tochter und Mutter, eine unterhaltsame Zeitreise durch die Achtziger im WG-Milieu, das Revival einer alten Liebesgeschichte - und die Frage, ob man zuerst die Welt retten oder das eigene Leben schöner machen soll.


Rezension/Meinung

Mir vollkommen unbekannt, tauchte ich mit diesem Buch zum einen in die revolutionäre Zeit der 80er Jahre ein, wie auch ein wenig in das Verhalten der Atomkraftgegner in der heutigen Zeit. Zum anderen hat es einem aber auch eine doch recht niedliche Mutter-Tochter-Beziehung gezeigt, bei der ich zwar nicht immer ganz durch gestiegen bin, was aber glaube ich, auch nicht ganz so schlimm ist.

Allgemein muss ich zwar sagen, konnte ich Charlie, die Tochter, in vielen Punkten nicht so wirklich verstehen, denn ich halte es zwar für durchaus nur sehr verständlich, dass man gegen Atommüll ist, jedoch kann ich es bis heute nicht nachvollziehen, dass man den Transport versucht zu blockieren, denn ich will nicht wissen, wie gefährlich das wäre, wenn so ein Zug wirklich mal entgleist und es dadurch irgendwie passiert, dass das Zeug so offen in der Gegend herumliegt. Davon abgesehen, hat Charlie eh eine etwas seltsame Einstellung zum demonstrieren, denn in einigen Szenen wirkt sie eher so, als nehme sie die ganze Sache, die in ihren Erläuterungen immer Todernst klingt, nicht wirklich ernst und sieht alles nur als großes Event, bei dem man einfach dabei sein muss und wenn es halt langweilt, dann geht man wieder.
Genau das kritisiert sie aber an der Mutter und deren revolutionärem Verhalten in den 80er Jahren, dass damals alles nicht so ernst genommen wurde. Charlie ist einfach ein Charakter, bei dem ich mich öfter ehrlich fragen musste: "Was hat sie denn bitteschön jetzt wieder erwartet?", denn für mich kamen die Dinge oft so, wie ich es einfach für passend und nur logisch hielt, sie hingegen oftmals nicht.

Es war dabei so, dass ich Charlies Mutter Nora deutlich besser verstehen konnte, denn nicht jeder ist so ambitioniert Revolutionär zu sein, zumal ihre Erzählungen von damals ehrlich schön sind und mir teils als ernsthaftere Demonstrationen etc. vorkommen, als das, von dem Charlie berichtet. Wobei ich auch gestehen muss, dass Nora kein Charakter werden konnte, der mir wirklich sympathisch ist, da ich ihre Vergangenheit doch etwas seltsam fand. Vor allen Dingen auch, was die Männer anbelangte. Und gleichzeitig ist sie, trotzdem sie vermutlich als Jugendliche viel schlimmer war als die Tochter, eine typische Mutter, was ich irgendwie passend finde.

Die Handlung in der Gegenwart ist dabei irgendwie nicht ganz so mein Fall gewesen, etwas zu viel hin und her, dass noch, in meinen Augen unnötig hineingepackt wurde und zwar nicht vollkommen schlecht war, aber mich auch nicht ganz gefangen nehmen konnte. Ich habe viel lieber von damals gelesen, da der Part zwar auch irgendwie durcheinander wirkte, aber eher etwas, wie ein Hippie-Durcheinander und nicht einfach nur nach zu viel.

Eine auf jeden Fall recht niedliche Geschichte über die Revolutionäre der 80er, was aus ihnen heute geworden ist und wer ihre Revolution versucht weiterzuführen, ein Mutter-Tochter-Gespann, dass sich ähnlich und doch vollkommen verschieden ist und die ein Ende aufweist, dass super zur Unterhaltungsliteratur passt, wenn auch etwas weiter weg von der Realität ist. Wer gern Bücher mit ein bisschen nostalgischem Flair liest, dem kann ich das Buch nur empfehlen. 


Fazit

Sonntag, 15. Februar 2015

Rezension ~ Täuscher

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Täuscher
Autorin: Andrea Schenkel
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH
Ersterscheinung: 16. August 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455404294
ISBN-13: 978-3455404296
Genre: historischer Krimi



Über die Autorin

Andrea Maria Schenkel, geboren am 21. März 1962 in Regensburg, ist eine deutsche Kriminalautorin. Nach der Schule absolviert Andrea Maria Schenkel eine Ausbildung bei der Post. Sie bekommt 1992 ihr erstes Kind und wird Hausfrau. Erst im Jahr 2006 feiert sie mit dem Krimiroman „Tannöd“ ihr Debüt als Schriftstellerin. Die Geschichte basiert auf einem authentischen und bis heute nicht aufgeklärten Mord im oberbayerischen Weiler Hinterkaifeck, bei dem 1922 in einer Nacht alle sechs Bewohner brutal erschlagen wurden. „Tannöd“ ist ein gigantischer Erfolg und verkauft sich bis heute über eine halbe Million Mal. Der Roman hält sich in der Spiegel-Bestsellerliste über 3 Monate auf dem ersten Platz. Andrea M. Schenkel erhält für „Tannöd“ den „Deutschen Krimi Preis“, den „Friedrich Glauser-Preis“ und den „Schwedischen Krimipreis“. Auf das Buch folgte eine ebenfalls preisgekrönte Hörbuchvariante. Auch für ihr zweites Werk „Kalteis“ erhält Andrea M. Schenkel den „Deutschen Krimipreis“. Das Buch basiert ebenfalls auf einem historischen Vorbild. Es handelt vom Serienvergewaltiger und Frauenmörder Johann Eichhorn, der 1939 hingerichtet wurde, nachdem er während der Dreißiger Jahre in München zahlreiche Frauen auf bestialische Weise vergewaltigt, verstümmelt und ermordet hatte. Ihr neustes Buch „Bunker“ ist ein rein fiktives Werk. In dem Kriminalroman entführt ein Mann nach einem Überfall auf ein Autohaus eine Frau. Er hält sie in einem Bunker unter einer Waldmühle fest, um sie dort zu quälen. Ihr Buch „Tannöd“ gerät in den Fokus der Öffentlichkeit, nachdem der Journalist Peter Leuschner eine Klage gegen sie einreicht, da er ihr Werk für ein Plagiat seiner Dokumentation über den Mord von Hinterkaifeck hält. Das Münchner Landgericht widerlegt aber die Plagiatsvorwürfe 2008. Andrea M. Schenkel lebt heute mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg.


Inhaltsangabe/Klappentext

Landshut 1922: Die Musiklehrerin Clara Ganslmeier und ihre Mutter wurden in ihrer Wohnung ermordet, ihr Schmuck ist gestohlen. Die polizeilichen Ermittlungen und Aussagen diverser Zeugen führen rasch auf die Spur von Hubert Täuscher, dem Verlobten von Clara Ganslmeier. Die Indizien scheinen erdrückend und er wird trotz seiner Unschuldsbeteuerungen schuldig gesprochen, das Todesurteil vollstreckt. Aber hat er tatsächlich den Mord begangen?


Rezension/Meinung

Bei diesem historischen Krimi merkt man auf jeden Fall sofort, wie sich doch die Ermittlungstechniken verändert haben, was es daher sicherlich auch für Unterschiede bei den Ergebnissen einer Ermittlung gibt und vor allen Dingen auch, wie interessant es doch auch immer wieder ist, was früher so über Alltägliches von heute gedacht wurde.

Unter anderem musste ich nämlich doch etwas schmunzeln, als ich die Meinung zur Abnahme von Fingerabdrücken am Tatort gelesen habe, was damals wohl noch als »neumodischer Schnick-Schnack« galt, der nicht wirklich vertrauenswürdig war. Ebenso galt das Kino damals noch als gefährlich, da man nie wusste, was für Flausen es den Menschen in den Kopf setzt und ob die schnelle Bildfolge nicht eventuell das Gehirn aufweicht. Und ich finde es ehrlich dabei spannend, wie man Parallelen zu neuen Technologien heutzutage ziehen kann, wie sich doch immer wieder alles wiederholt.

Die Geschichte an sich ist dabei auch noch sehr interessant aufgebaut, da die Autorin mit den Kapiteln von einer Zeit zur anderen sprint und das auch nicht gerade nach einem leicht erklärbaren Muster, da erlebt man Szenen direkt nach dem Mord, weit vor dem Mord und von der Verhandlung über den Mord, vollkommen durcheinander. Das Ganze noch gemischt, mit ab und an einem Artikel aus der Zeitung, der sich mit dem Mord beschäftigt. Und das wundersame daran, trotz dieser sehr wirr wirkenden zeitlichen Abfolge, die bar jeder Chronologie ist, macht alles genau so, in dieser Reihenfolge einen Sinn.

Dabei ist es dann auch so, dass man immer mal wieder leicht anderen Vermutungen erliegt, auch wenn sich ab einem bestimmten Punkt eine sehr starke Vermutung herauskristallisiert, die einen auch ab da an, bis zum Ende verfolgen wird. Besonders macht das Rätseln auch dadurch Spaß, dass die Charaktere gleichzeitig so durchschaubar wirken und dann sich doch ab und an mal wieder etwas an ihnen offenbart, was man so nicht unbedingt erwartet hätte. Besonders bei Täuscher selbst, war ich mir nie so ganz sicher, ob ich ihn jetzt richtig einschätze oder doch vollkommen daneben liege. Zumal auch alle, vor allen Dingen durch ihre doch sehr dörfische Art, oftmals sehr interessant waren und vor allen Dingen die Wortwahl der Autorin, die in der wörtlichen Rede oftmals im Dialekt gehalten war und auch relativ altmodisch wirkte, einfach eine sehr stimmige Atmosphäre dieser Zeit hat entstehen lassen.

Einzig das Ende hat mir eher nicht so sonderlich gefallen, denn auch wenn der Tathergang erklärt wurde, blieben einfach noch einige Fragen offen, die ich gern geklärt bekommen hätte, besonders, da mir eine Person die gesamte Geschichte hindurch als relevant für den Fall vorkam und dann am Ende einfach unter den Tisch fiel. Solche Dinge mag ich einfach nicht, da ich mich ungern viel mit Charakteren beschäftige, die am Ende scheinbar sinnlos waren.

Für Krimifans, die auch gern mal etwas in einem historischen Setting lesen und denen es nichts ausmacht, wenn die Tat nicht vollkommen undurchschaubar ist, auf jeden Fall ein gutes Buch. 


Fazit

Samstag, 14. Februar 2015

Rezension ~ Winterstürme

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Winterstürme
Autorin: Elisabeth Büchle
Gebunden: 512 Seiten
Verlag: Weltbild
Ersterscheinung: Mai 2010
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863655508
ISBN-13: 9783863655501
Genre: Belletristik
Originaltitel: Die Magd des Gutsherren 


Über die Autorin

1969 in Trossingen geboren, dort als kleiner Wildfang und übermütige Abenteurerin aufgewachsen und mit einer ungeheuer großen Fantasie ausgestattet, schrieb ELISABETH BÜCHLE bereits als Kind unzählig viele kleine Geschichten. Sie erlernte den Beruf einer Bürokauffrau im Groß- und Außenhandel und wurde anschließend noch examinierte Altenpflegerin. Inzwischen verheiratet und mit fünf Kindern eindeutig noch immer eine Abenteurerin, wagte sie es im Jahr 2006 ein Manuskript an einen Verlag zu schicken. Daraus wurde ihr Debütroman: Im Herzen die Freiheit Ihr Markenzeichen sind gut recherchierte, romantische und äußerst spannende Romane, die, so begeisterte Leser, Suchtcharakter besitzen. Im März 2014 erschien der aktuelle historische Roman "Hoffnung eines neuen Tages".


Inhaltsangabe/Klappentext

Schwarzwald, 1866. Theresa ist eine junge Magd im Gutshaus des Lukas Biber. Er selbst hat sie in einer eiskalten Winternacht dem Tode nahe gefunden. Die junge Frau kann sich weder daran erinnern, woher sie kommt, noch wer sie ist. Ohne jegliche Identität darf sie als Theresa im Hause ihres Retters arbeiten. Sie ist dankbar für diese Hilfe, aber ihre Amnesie quält sie in jeder Minute ihres Lebens und so versucht sie, so oft es ihr möglich ist, etwas über sich selbst herauszufinden. Sie geht jedem Hinweis nach und verliert nie die Hoffnung, ihre wahre Herkunft aufzuspüren. Doch auch ihre Familie hat Theresa nie aufgegeben und versucht, die verlorene Tochter zu finden ... 


Rezension/Meinung

Wie schon von dem ersten Buch von Elisabeth Büchle, bin ich auch von diesem weiteren im Schwarzwald angesiedelten Roman extrem beeindruckt. Ihr gelingt es einfach so lebensnahe, lebhaft und einfach wunderbare Charaktere zu erschaffen, dass man an das Buch einfach emotional gebunden wird und einfach mitfühlen muss. Zumal einem jeder einzelne der Charaktere, wie ein guter Freund ans Herz wächst. Dabei ist es aber nicht einmal nur so, dass man hauptsächlich eine Handlung hat, die sich mit den Emotionen der Charaktere beschäftigt, sondern in ihr noch viel mehr liegt und einfach auch immer ein wenig Spannung in diesen Büchern vorhanden ist, die einem die Fragen: Warum? Wieso? und Wann? sehr schnell ins Gedächtnis bringt.

In dieser Geschichte ist es einfach so, dass man Theresa, bei der man als Leser ja weiß, um wen es sich handelt, auch wenn sie selbst ja ihr Gedächtnis verloren hat, einfach extrem schnell ins Herz schließt. Denn auch wenn sie doch zu Beginn oft Fehler macht und ziemlich tollpatschig und ungeschickt wirkt, hat sie einfach eine so warme und sympathische Art, dass man sie einfach gern haben muss und auch, wie ihr Umgang mit den Kindern im Haus beschrieben wird ist einfach zu schön. Natürlich ist neben Theresas Suche nach ihrem Gedächtnis vor allen Dingen ihre Beziehung zu dem Gutsherrn Lukas natürlich ein wichtiger Punkt der Geschichte und die beiden zusammen sind einfach toll. Das Spiel zwischen den beiden, dass sie irgendwie langsam Gefühle entwickeln, sie nicht zulassen wollen, sich manchmal bevormunden, auf eine irgendwie süße Art und auch teilweise ihre Dialoge sind einfach herzerfrischend. Zumal Lukas auch einfach, trotz seiner manchmal sehr abweisend wirkenden Art, ein brummiger Charakter ist, den man ins Herz schließen muss. Wie auch die direkten Nachbarn und Angestellten von Lukas, die einfach eine Großfamilie sind, die ganz toll ist.

Dazu kommt dann noch der historische Faktor, was sich die Leute unter anderem so zusammen spinnen, und einfach sie Spannung darum, warum Theresa das alles passiert ist, wann sie wohl ihr Gedächtnis wiederfinden wird und wie Theresa dann reagieren wird. Was wird ihr Entschluss sein, wenn sie wieder weiß wer sie ist und eventuell dadurch auch aus diesem Leben, was sie immer mehr lieben lernt, wie auch die Menschen dort, herausgeworfen wird. Zumal man immer den Eindruck hat, eigentlich hätte ihr mehr passieren sollen, als dass sie nur ihr Gedächtnis verliert. All das und auch die Nebenläufige Handlung, um Theresas Familie, die nicht weiß, was mit ihr wohl geschehen sein mag, machen das Buch zusätzlich einfach noch spannender.

Eine wunderbare Geschichte, bei der ich froh bin, dass ich sie lesen durfte, weil sie einem ehrlich ans Herz geht. Und das ich nur jedem empfehlen kann, der auch eher im historischen Bereich angesiedelte Geschichten mag, die einfach von allem etwas haben, viele Emotionen, Spannung, tolle Charaktere und einfach super zum Entspannen sind, denn trotz der Spannung und allem, fühlt man sich nach dieser Lektüre einfach erholt.  


Fazit

Freitag, 13. Februar 2015

Rezension ~ Aber bitte für immer

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Aber bitte für immer
Autor: Meg Cabot
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
Ersterscheinung: 16. Januar 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442375681
ISBN-13: 978-3442375684
Originaltitel: Every Boy's got one (03)
Genre: Liebesroman


Über die Autorin

Meg Cabot studierte Philologie an der Universität Indiana. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Illustratorin. Diesen Beruf legte sie aber schnell wieder ab, um sich mehr dem Schreiben widmen zu können. Noch heute illustriert sie ihre Bücher selbst. Am 01.04.1993 heiratete sie den Schriftsteller Benjamin D. Egnatz. Dieses Datum wählten die beiden, da sie der Meinung waren dass nur Scherzkekse heiraten. Für ihre Hochzeit floh das Paar nach Italien. Ihre Flucht ist Grundlage für das Buch "Every boy´s got on." Meggin Cabot, bekannt unter dem Autorennamen Meg Cabot, wurde durch ihre Prinzessin-Buchreihe, beginnend mit "Plötzlich Prinzessin" weltberühmt. Grund hierfür waren nicht zuletzt die Verfilmungen mit Schauspielerin Anne Hathaway in der Hauptrolle, die die Mia Thermopolis spielt. Plötzlich Prinzessin ist sehr autobiografisch. Auch Cabots Mutter war alleinerziehend und hatte eine Beziehung mit Megs Lehrer. Meg wollte als Kind immer, dass alle netter zu ihr sein müssen, da bald ihre echten Eltern kommen würden, der König und die Königin, um sie abzuholen. Mit "Eternity" startete Meg Cabot eine neue Buch-Reihe. 2012 erschien mit Band 2 "Endless" die Fortsetzung. Heute lebt die in Indiana geborene Autorin mit ihren zwei Katzen, über die sie sehr häufig bloggt, und ihrem Mann in Florida. In ihrer Freizeit lebt sie abwechselnd in einem Apartment in New York und in einer umgebauten Scheune in Indiana.


Inhaltsangabe/Klappentext

Vier Freunde und ein Hochzeitsfall … Jane Harris kann es kaum erwarten, das erste Mal nach Europa zu reisen. Und dann auch noch in geheimer Mission: als Trauzeugin für ihre beste Freundin Holly, die in Italien heimlich heiraten möchte. Schade nur, dass sie den Trauzeugen des Bräutigams, Reporter und Womanizer Cal Langdon, bereits am Flughafen trifft und erkennt: Es ist aufrichtige Abneigung auf den ersten Blick! Und sie haben eine Woche in einer toskanischen Villa vor sich! Doch dann müssen Jane und Cal alles tun, um die Hochzeit ihrer Freunde zu retten. Und lernen Amor und sich selbst von einer neuen Seite kennen …


Rezension/Meinung

Von außen sieht dieses Buch nach einem unscheinbaren, typischen Frauenroman aus, den ich auch irgendwie erwartet hätte. Jedoch wäre es eine gute Idee gewesen das Buch erst einmal aufzuklappen, denn es erwartet einen doch ein bisschen etwas anderes.

Dazu ist zu erwähnen, meine Überraschung beim Aufschlagen des Buches hat weniger etwas mit dessen Handlung zu schaffen, denn diese ist genau, wie erwartet, eine amüsante Liebesgeschichte, viel mehr lag es daran, dass mich kein typischer Fließtext erwartete. Statt des erwarteten Fließtextes bestand der Roman nämlich aus verschiedensten Formen der Notizen, Kommunikationen und ähnlichem. Tagebucheinträgen der Protagonistin Jane, PDA Einträge von Cal, Restaurantrechnungen, Speisekarten, Anträge, Tickets und Emails zwischen den einzelnen Charakteren. Es war durchaus interessant ein Buch mal auf eine solche Weise zu lesen, waren doch direkte Unterhaltungen nicht wirklich möglich, einzig, durch sehr kurze Emails, die ja dann aber doch wieder sichtbar getrennt waren, da man immer sehr gut erkennen konnte, um was für eine Art Kommunikation es sich grade handelt. Allgemein fand ich das aber auch sehr interessant gemacht, vor allen Dingen, da so auch ab und an Personen zu Wort kamen, die eigentlich in der Geschichte gar nicht vor Ort waren.

Von den Charakteren her, ist die Geschichte sehr klischeehaft, wie ich ehrlich zugeben muss, denn Jane glaubt an die wahre Liebe, ist ein wenig tollpatschig, eigentlich ganz niedlich und in vielen Dingen ziemlich naiv und erfüllt zudem noch das Klischee des typischen Amerikaners, der hier in Europa alles zu klein findet und sich wundert, dass die Schilder etc. in Italien nicht auf Englisch sind. Cal hingegen ist eher etwas ruppiger, aber eigentlich doch ganz nett und sieht natürlich super aus und ist ein Womenizer. Also allgemein Dinge, wie man sie in solchen Büchern einfach erwartet, wenn man vom Klischee ausgeht. Trotzdem ist das Buch irgendwie niedlich gemacht, auch wenn man irgendwie schon weiß, wie es ausgehen wird, aber vor allem durch den besonderen Aufbau dieses Romans ist es einfach irgendwie interessant und selbst eher platte Unterhaltungen wirken einfach anders, da sie ja nie direkt geführt werden. Zudem erfährt man sehr viel über die beiden wichtigsten Charaktere, da sie schließlich beide eine Art Tagebuch führen und man dadurch sehr direkt an ihren Gedanken teilhat.

Allgemein ein niedliches, typisches Frauenbuch, das von inhaltlichen mit wenig neuem aufwarten kann, das man nicht schon in anderen, ähnlichen Büchern entdecken durfte, aber durch seinen stilistischen Aufbau doch ein bisschen etwas Besonders bietet.


Fazit

Donnerstag, 12. Februar 2015

Rezension ~ Der Frauenjäger

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Der Frauenjäger
Autor: Petra Hammesfahr 
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Wunderlich
Ersterscheinung: 24. Februar 2011
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805250142
ISBN-13: 978-3805250146
Genre: Thriller



Über die Autorin

Petra Hammesfahr, geboren am 10. Mai 1951 in Titz, Kreis Düren ist eine der erfolgreichsten deutsche Krimi- und Drehbuch-Autorinnen. Die gelernte Einzelhandelskauffrau fängt bereits im jungen Alter von 17 Jahren mit dem Schreiben an. Sie kann über einen langen Zeitraum keinen Verlag finden, der sich bereit erklärt, ihre Geschichten zu veröffentlichen. Sie erhält dabei über 159 Ablehnungen, bis endlich das Männermagazin Playboy im Juni 1989 eine ihrer Kurzgeschichte abdruckt. 1991 erscheint Hammesfahrs erster Thriller-Roman. Seither gehört sie zu den erfolgreichsten deutschen Krimi-Autoren und hat an die 34 Bücher verfasst. Mitte der Neunziger beginnt sie auch Drehbücher für das Fernsehen zu verfassen. Sie schreibt zwei Episoden für die Kriminalserie „Der Fahnder“, das Drehbuch zur Verfilmung ihres eigenen Romans „Der stille Herr Genardy“ und den Film- und Buchstoff zu „Heiss und kalt“. Für ihren Roman „Der gläserne Himmel“ erhält sie den „Rheinischen Literaturpreis“. Ihren Romane „Die Sünderin“ und „Der Puppengräber“ erobern auf Anhieb die Bestsellerlisten. Petra Hammesfahr ist in zweiter Ehe verheiratet und hat drei Kinder. Sie wohnt mit ihrer Familie in einem Reihenhaus in Kerpen im Rhein-Erft-Kreis.


Inhaltsangabe/Klappentext

Keiner weiß, dass es ihn gibt. Niemand hat die Zeichen erkannt, niemand die Frauen gefunden. Frauen, die seiner Meinung nach Parasiten sind, die sich von ihren Männern aushalten lassen und diese betrügen. Auch Marlene muss nicht arbeiten. Ihr Mann ist erfolgreicher Unternehmensberater, sie hat zwei wohlgeratene Kinder, ein Haus – kurz: alles, was man braucht. Nur das Gefühl, gebraucht zu werden, fehlt ihr oft. Nur zu gerne hilft sie daher ihrem alten Freund aus der Klemme. Kurz darauf erwacht Marlene in totaler Finsternis ...


Rezension/Meinung

Petra Hammesfahr ist eine doch eher bekannte Autorin, auch wenn dies das erste Buch von ihr ist, das ich gelesen habe. So richtig sicher, ob ich mir ihrem Stil wirklich warm geworden bin, bin ich mir aber irgendwie nicht. Es lag vielleicht daran, dass sie manches Mal Anreden für mich seltsam benutze, die Aufteilung des Buches mich manchmal nicht so ansprach, aber eher weniger daran, was wirklich in der Handlung enthalten war, denn diese war durchaus nicht schlecht.

Ich finde es vor allen Dingen sehr seltsam, dass immer dann, wenn über die Kinder der 4 Freundinnen, welche auch noch 4 Freunde geheiratet haben, gesprochen wird, der Nachname an ihren Vornamen gehängt wird, da heißt es oft nicht einfach Julia, sondern Julia Jäger, was ich einfach beim Lesen seltsam fand. Einzig nämlich Marlenes Kinder, vielleicht weil es sich bei Marlene um die Protagonistin handelt, wurden immer nur mit ihrem Vornamen genannt. Dieses Vorgehen hat des Öfteren meinen Lesefluss ein wenig gestört. Ansonsten fand ich es auch etwas eigenartig, wie die Aufteilung der Abschnitte gedacht war, gibt es, irgendwie noch teilweise Kapitel über den Einzelnen Abschnitten, die mir aber zunächst gar nicht richtig aufgefallen sind. Erst in den letzten Abschnitten wurde mir das wirklich bewusster.

Die Charaktere in diesem Buch finde ich teilweise sehr seltsam, vor allen Dingen Marlenes Freundinnen Ulla und Karola wären beides Menschen, die so, wie sie in dem Buch dargestellt wurden, zu denen gehören, die ich nicht kennenlernen wollen würde. Vor allen Dingen Karola, die mir eine notorische Lügnerin und extrem auf sich bezogen wirkt, mochte ich nicht wirklich und auch Ulla, obwohl sie eher eine kleinere Rolle spielte, konnte mir nicht sympathisch werden. Bei Marlene ist es so, dass ich ihre Gefühle, Ansichten und ähnliches in einigen Punkten sehr gut verstehen konnte, aber oftmals waren ihre Reaktionen auch ehrlich unverständlich, da will sie mehr als Hausfrau sein, weil sie sich gebraucht fühlen will, aber ein Ehrenamt geht gar nicht. Ebenso, wie sie teilweise bei ihren Meinungen vom Höckchen aufs Stöckchen kommt, fand ich eher etwas seltsam.

Jedoch gelingt es der Autorin auf jeden Fall es spannend zu machen, weniger in dem Bereich herauszufinden, wer der Täter ist, denn das gelang mir irgendwie wieder ein wenig zu leicht, sondern viel mehr in die Richtung, ob es Marlene schaffen wird, der Dunkelheit zu entkommen und vor allen Dingen, wie sie dies bewerkstelligen könnte und ebenso, wie sie in diese missliche Lage genau geraten ist. Vor allen Dingen ist es einfach auch spannend, wie doch die Atmosphäre in der Umgebung, wo sie gefangen gehalten wird, beschrieben ist.

Allgemein kein schlechter Krimi bzw. Thriller, bei dem es nur leider einfach so ist, dass ich mit manchen Aspekten im Stil der Autorin nicht ganz warm werden konnte, mir manchmal die Charaktere in ihren Haltungen und Handlungen etwas unsympathisch waren und be dem es für mich leider zu leicht zu erkennen war, wer der Täter ist.


Fazit

Mittwoch, 11. Februar 2015

Rezension ~ Gib jedem seinen eigenen Tod

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Gib jedem seinen eigenen Tod
Autor: Veit Heinichen
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Paul Zsolnay Verlag
Ersterscheinung: 5. Februar 2001
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3552049959
ISBN-13: 978-3552049956
Genre: Krimi
Reihe: Proteo Laurenti
Band: I


Über den Autor

Veit Heinichen wurde 1957 in Villingen-Schwenningen, Deutschland geboren. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft arbeitete er als Buchhändler und für verschiedene Verlage. Er war Mitbegründer des Berlin Verlags und bis 1999 dessen Geschäftsführer. Seine Romane um den Commissario Proteo Laurenti wurden vielfach prämiert und von der ARD verfilmt. Sein Buch »Die Toten vom Karst« erhält 2003 den Preis »Bester italienischer Kriminalroman«. Heinichen lebt mit seiner Familie in Triest, Italien


Inhaltsangabe/Klappentext

Triest im Hochsommer. Eine Luxusjacht läuft in den frühen Morgenstunden mit voller Fahrt auf die Küste auf. Als sie gefunden wird, ist sie leer, von ihrem Eigner fehlt jede Spur. Kommissar Proteo Laurenti stößt bei den Ermittlungen auf einen alten Widersacher: Der Vermisste stand vor langer Zeit unter dem Verdacht, seine Frau Elisa umgebracht zu haben - beweisen konnte man es ihm nie. In der mörderischen Hitze des Triester Sommers bekommt es Laurenti mit organisierter Kriminalität, Menschenschmuggel, Geldwäsche und Mord zu tun. Dabei hat er auch privat einiges am Hals: Seine Frau will eine neue Wohnung, der 80. Geburtstag seiner Schwiegermutter steht an, und seine Tochter bewirbt sich zu seinem Entsetzen für die Wahl zur Miss Triest...


Rezension/Meinung

In diesem Fall ist es zum ersten Mal so, dass ich bei einem Krimi ehrlich den eigentlichen Fall zwar mitbekommen habe, er mir aber so gut wie gar nicht im Gedächtnis bleiben wollte, weil alles andere um diesen Fall herum so aufdringlich war, dass es mir viel mehr in den Gedanken haften geblieben ist, als es bei dem eigentlichen Punkt an einem Krimi, nämlich dem Kriminalfall, der Fall war.

Zunächst lag das wohl vor allen Dingen daran, dass der Autor dazu neigt, die Szenerie in der etwas spielt, die Umgebung der Stadt, die Stadt selbst, das Wetter, etc. so ausführlich zu beschreiben, dass man viel über die Gegend um Triest und auch die Stadt und andere Städte, die eine Rolle spielen erfährt und vieles auch sehr malerisch klingt, ich aber über Straßennamen, Wegbeschreibungen, Beschreibungen der Umgebungen etc. deutlich von der eigentlichen Handlung abgelenkt wurde, weil dies, gefühlt, ziemlich viel Raum eingenommen hat. Dazu kommt dann noch, dass Proteo Laurentis eigene persönliche Probleme, mit seiner Frau, die unbedingt umziehen will und seiner Tochter, die bei der Miss Triest antreten möchte, auch sehr viel Raum in dem Denken des Kommissars einnehmen, so dass ich ehrlich teilweise sehr abgelenkt war.

Ansonsten ist es so, dass der Fall bei weitem nicht uninteressant war, aber irgendwie überlagern die Gedanken an das andere einfach meine Erinnerungen, was bisher so noch nicht vorgekommen ist. Allgemein ist es zwar kein sonderliche überraschender Fall, was dessen Lösung anbelangt, denn diese kann man schon relativ früh erahnen, da zu viele Fäden in diese Richtung weisen, aber es macht durchaus Spaß, die solide Ermittlungsarbeit zu verfolgen, so lange man noch in diesem Stadium ist und nicht wieder von anderen Belangen eingeholt wird. Zudem ist es einfach, dass der Roman sehr ruhig ist, man das Gefühl bekommt, dass für alles eigentlich alle Zeit der Welt vorhanden ist und die Aufklärung des Falls ruhig ein wenig dauern kann. Aber vielleicht ist das auch die italienische Mentalität.

Dabei wirkt Proteo Laurenti eigentlich sehr sympathisch, hätte er nicht teilweise sehr verschrobene Ansichten, jedoch machen diese Kanten die Charaktere meistens ja eher nur noch besser und man kann durchaus erkennen, dass sich Veit Heinichen sehr viel Mühe bei der Entwicklung seiner Charaktere gegeben hat.

Alles in allem ein Krimi, der nicht wirklich spannungsgeladen ist, mich doch teilweise deutlich zu sehr vom Krimi selbst abgelenkt hat, aber wäre das nicht gewesen, durchaus ein guter Fall wäre. 


Fazit

Dienstag, 10. Februar 2015

Rezension ~ Alleine war gestern

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Alleine war gestern
Autor: Beatrice Meier
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch
Ersterscheinung: 9. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462047507
ISBN-13: 978-3462047509
Genre: Belletristik / Humor / Gegenwartsliteratur



Über die Autorin

Beatrice Meier wurde 1969 in Bochum geboren und studierte an der Universität Düsseldorf Literaturübersetzen. 2002 war sie Stipendiatin der Drehbuchwerkstatt München und nahm 2006 am Autorenprogramm an der Internationalen Filmschule Köln (ifs) teil. Für ihr Drehbuch zum Kinofilm »Abseitsfalle«, der auf vielen Festivals, aber auch auf DGB-Veranstaltungen und im Europäischen Parlament gezeigt wurde, erhielt sie 2013 beim Festival des Deutschen Films den Drehbuchpreis. »Alleine war gestern« ist ihr erster Roman. Er ist gerade verfilmt worden und wird im Frühjahr 2015 in der ARD ausgestrahlt. Beatrice Meier arbeitet und lebt in Straßburg.


Inhaltsangabe/Klappentext

»Wer sich auszieht, zieht aus!« WG-Leben für Fortgeschrittene Ein herrlich skurriler, anrührender Roman über fünf Anfang Sechzigjährige, die ihrem Leben noch einmal einen neuen Dreh geben wollen. Sie heißen Ricarda, Philip, Uschi, Harry und Eckart. Sie sind allesamt Anfang bis Mitte sechzig, haben keine Lust alleine zu leben und gründen eine WG. Philip war über dreißig Jahre Arzt in Afrika, sein alter Studienfreund Harry fährt immer noch Taxi, Ricarda hat Probleme mit ihrer Tochter, Uschi verkauft Wurst und gute Sprüche, und Eckart hat den Grabstein seiner Frau dabei. Mit all ihren Macken, Hoffnungen und dem Kopf voller Pläne raufen sie sich zusammen. Doch dann hat ausgerechnet die flotte Uschi einen Schlaganfall. Mitten in der WG ein Pflegefall? Jetzt, wo der Spaß am dritten Lebensabschnitt gerade losging? Vorbei die weinseligen Doppelkopfrunden, fortan heißt es Teamgeist, Disziplin und vor allem: Nicht den Humor verlieren. Wunden reißen auf, Ideale zerplatzen, echte Freundschaften wachsen. Und mittendrin werden Ricarda und Philip mit voller Wucht von lang vergessenen Gefühlen getroffen ...


Rezension/Meinung

Dieses Buch hat alles, was gute Unterhaltung haben muss, sympathische und weniger sympathische Charaktere bunt durcheinander gewürfelt, Humor, Tragik, Drama, Tiefgang und vor allen Dingen einen Dackel. Naja gut, den Dackel braucht es nicht unbedingt, aber er war für mich das kleine i-Tüpfelchen in diesem Buch, da ich diesen Hund einfach klasse fand.

Allein schon die Idee von einer solchen Senioren-WG spinnt glaube ich fast jeder in seinem Leben einmal, meint es dann aber eher scherzhaft. Hier wird diese Idee aber umgesetzt und das so spontan, dass mit Uschi, Ricarda, Eckart, Philip, Harry und Dackel Ralf eine extrem bunte Mischung zusammenkommt. Jeder der Charaktere hatte so seine kleinen Eigenheiten, die ihn beim Lesen einem etwas liebenswürdiger oder vielleicht auch unsympathischer machen konnten. Eckart, der den Grabstein seiner verstorbenen Frau Lotte mit in die Wohnung bringt, ansonsten aber sehr zurückhaltend ist, Ricarda, die gerne alles kontrollieren und sich um alles kümmern will, das aber aus bester Absicht, Harry, der einfach immer sagt, was er denkt, ohne Rücksicht auf Verluste, aber allein durch seine grundehrliche Treffsicherheit, mir gefallen hat, Philip, der einfach irgendwie sympathisch ist, ohne besonders herauszustechen, Ralf, der mit seinen viel zu kurzen Beinen und seinem dicken Bauch einfach klasse ist und Uschi, die Frohnatur, mit einem Hang zu verrücken Dekoartikeln. Mir persönlich waren die sympathischsten Charaktere, Uschi, Harry, Eckart und Ralf.

Vor allem auch sehr genial gemacht, fand ich, dass jeder Mal aus seiner Sicht ein Kapitel erzählt und die Kapitel vor allen Dingen auch nicht so lang waren. Überrascht hat mich dabei nur, es gibt sogar Kapitel aus Ralfs Sicht, zu genial! Auf jeden Fall lernt man so jeden Charakter und seine Persönlichkeit noch mehr kennen, was einfach toll ist.

Der Humor kommt bei diesen unterschiedlichen Charakteren natürlich nicht zu kurz und auch gegen Ende des Romans, wo es dann doch alles ein wenig tiefgründiger, ernster und dramatischer wird, fehlt der Humor immer noch nicht und man hat so einige Stellen, an denen man Schmunzeln muss, fühlt aber vor allem auch mit den Charakteren mit. Dabei fand ich es interessant, dass mich gewisse Dinge am Ende gar nicht mehr so interessiert haben, wie noch zu Beginn, wurde doch andere Aspekte für mich viel wichtiger.

Das Buch ist einfach eine klasse Unterhaltungslektüre, bei der man einfach Spaß haben muss, die man super zwischendrin lesen kann, die tolle Charaktere hat und ich nur jedem empfehlen kann, der gerne ein wenig Humor, aber auch Ernsteres miteinander kombiniert haben und sich gut unterhalten fühlen will.


Fazit