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Freitag, 24. April 2015

Rezension ~ Mädchenmeute

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Mädchenmeute
Autor: Kirsten Fuchs
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Rowohlt Berlin
Ersterscheinung: 30. Januar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3871347647
ISBN-13: 978-3871347641
Genre: Belletristik / Jugendbuch



Über die Autorin

Kirsten Fuchs wurde am 27. Oktober 1977 in Karl-Marx-Stadt geboren. Im Anschluss an ihre Schullaufbahn entschied sie sich für ein Literaturstudium, das sie allerdings nicht beendete. Doch das Schreiben blieb ihre große Leidenschaft und so erschien im Jahr 2008 ihr erster Roman "Die Titanic und Herr Berg" bei Rowohlt, der mit großem Erfolg gefeiert wurde. In den Jahren zuvor schrieb sie Kolumnen für die "taz" und "Das Magazin". Zudem gründete sie im Jahr 2014 die monatliche Lesebühne "Fuchs und Söhne".


Inhaltsangabe/Klappentext

Nur widerwillig fährt Charlotte Nowak, fünfzehn und sehr schüchtern, mit sieben anderen Mädchen ins Sommerferiencamp. Doch dort ist schnell alles anders als erwartet: Dinge verschwinden, und als eines Morgens die Gruppenleiterin ausrastet, flüchten die Mädchen, klauen ein Hundefängerauto samt Hunden und fahren ins Erzgebirge, wo eine von ihnen einen alten Stollen kennt. Hier schlagen sie sich durch immer freiere, immer aufregendere und schönere Sommertage zwischen Waldabenteuern und nächtlichen Streifzügen zu Supermarkt-Containern – und Charly Nowak merkt, dass sie nicht nur schüchtern ist. Doch plötzlich stoßen die Mädchen auf eine brisante DDRHinterlassenschaft, die Außenwelt holt sie ein, und dann kommt auch noch die erste Liebe. Charly muss das, was sie gerade an Mut und Freundschaft entdeckt hat, unter Beweis stellen …

Mit hinreißender Direktheit und großer Wärme schildert Kirsten Fuchs Ängste und Hoffnungen und alles, was zu jeder neuentdeckten Freiheit dazugehört. Fuchs, für ihre beiden ersten Bücher von der Presse gefeiert, hat mit «Mädchenmeute» einen wunderbar reifen Roman geschrieben, der die großen Fragen des Lebens stellt – die wir am klarsten erkennen, wenn wir jung sind.


Rezension/Meinung

»Mädchenmeute« ist ein Buch, bei dem ich wirklich mit gemischten Gefühlen dabei bin, denn es auf jeden Fall einiges an positiven Aspekt, gleichzeitig ist es aber in einigen Punkten aber auch wieder so verrückt, definitiv etwas konstruiert, dass man sich schon manchmal fragen muss, wie es dazu kommen kann.

Als sehr positiv, kann ich nur sagen, sticht die Beschreibung der einzelnen Charaktere heraus, wie diese sich von ihren Persönlichkeiten unterscheiden und teils auch, wie sie sich noch entwickeln. Ich finde gerade diese bunte Mischung an Personen einfach sehr interessant gemacht, wie sie sich reiben, aber auch wie sie Pläne schmieden, mit einander verbandelt sind, welche Geheimnisse zu ihnen herauskommen etc. Allein die Interaktion in dieser Gemeinschaft ist einfach richtig genial beschrieben und hat mir super gefallen, da es einfach Spaß gemacht hat über diese Truppe zu lesen.

Etwas weniger gut hat mir allgemein die Handlung in manchen Punkten gefallen, da sie teils ein bisschen konstruiert, etwas zu absurd wirkte. Allgemein alles was im Wald zwischen den Mädchen passierte, wie sie die Umgebung wahrgenommen habe etc. das war einfach sehr stimmig und passend, aber eher alles was davor passiert ist, wie die Betreuer im Camp sich verhalten haben und wie es dann zur Handlung, dass die Mädchen in den Wald gehen, kommt, vor allen Dingen aber auch, was danach noch so passiert, ist schon in einigen Punkten etwas absurd bzw. nur möglich, da doch einige Charakter in diesem Buch eindeutig einen an der Waffel zu haben scheinen. Da gab es dann schon den ein oder anderen Moment, an dem ich mich gefragt habe, wie dass nun so passieren kann. Vor allen Dingen auch am Ende gibt es manche Stelle, ebenso wie zuvor, die nicht ganz normal verständlich erscheint. Jedoch passt es irgendwie zu diesen eher sehr individuellen Charakteren, der etwas verrückten Art, wie die Mädchen planen. Auch ist es einfach so, dass ich viele der Szenen sehr eindrücklich beschrieben finde, vor allen Dingen auch, was so manchen Vorfall anbelangt, den man nicht wirklich erleben will. Wobei ich dazu sagen muss, dass es auch manches Mal ein wenig ekliger werden kann.

Allgemein ein irgendwie sehr spezielles Buch, bei dem ich die Handlung teils einfach sehr individuell und ein wenig verrückt fand, das aber beim Lesen einfach trotzdem Spaß gemacht hat und mit einigem an Kreativität aufwarten kann, vor allen Dingen, was die Persönlichkeiten der Charaktere betrifft und wenig Emotionen auslässt, dabei kommt man vor allen Dingen Charly auch sehr nah. Selbst vor einige Rätsel wird man gestellt, bei denen einige durch bewusstes Lesen leichter zu lösen sind, andere aber wirklich lange rätselhaft bleiben und einiges am Ende hat mich dann doch deutlich überrascht. 


Fazit


Freitag, 17. April 2015

Rezension ~ Sternengreifer

Allgemeine Infromationen zum Buch


Titel: Sternengreifer
Autor: Antoinette Lühmann
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Coppenrath
Ersterscheinung: Januar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3649615355
ISBN-13: 978-3649615354
Genre: Jugendbuch



Über die Autorin

Im Frühjahr 2014 erschien Antoinette Lühmanns erster Roman "Das Geheimnis des Spiegelmachers" beim Coppenrath Verlag in Münster.

1978 in der Fachwerkstadt Celle geboren, Studium in Lüneburg und Hamburg und Ausbildung zur Märchenerzählerin. Antoinette Lühmann ist Mutter von vier Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren und wohnt in einer Kleinstadt im Westen Hamburgs. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Der 14-jährige Waisenjunge Benedict hat nur einen Traum: Er will Erfinder werden! Sein großes Vorbild ist Henri Giffard, der es geschafft hat, mit einem selbst gebauten Luftschiff in den Himmel zu steigen. Als Benedict bei einem Schuster in die Lehre gehen soll, beschließt er, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Er macht sich auf den Weg nach Paris und dort auf die Suche nach Monsieur Giffard. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Stadt nicht nur viel zu groß, sondern auch viel zu gefährlich für einen Jungen vom Land ist. Über Umwege und mit einer ordentlichen Portion Glück schafft es Benedict jedoch, den Erfinder kennenzulernen, der von dem neugierigen Jungen inspiriert ist. Er unterrichtet Benedict und gemeinsam tüfteln sie an neuen Experimenten. Doch die beiden ahnen nicht, welche Intrigen hinter ihrem Rücken geschmiedet werden – ein machtgieriger Geschäftsmann hat große Pläne, und Monsieur Giffard ist ihm dabei im Weg. Schon bald schweben sie alle in großer Gefahr ...


Rezension/Meinung

Auch wenn der Titel nur im Übertragenen Sinn etwas mit dem Inhalt des Buches zu tun hat, ist er dennoch irgendwie sehr passend und allein vom Cover macht das Buch extrem viel her. Sowohl die farbliche Gestaltung, als auch das Luftschiff und die anderen Bildelemente sind einfach richtig gelungen. Das einmal vorweg, auch wenn ich sonst eigentlich seltener auf die Covergestaltung eingehe, aber bei diesem Buch finde ich sie einfach extrem gelungen.

Abgesehen davon ist die Geschichte aber auch einfach toll und die Charaktere machen einfach mächtig Spaß. Allein schon Benedict und sein Waisenhauskumpel Albert, mit dem er bei Nonnen lebt, sind einfach klasse beschrieben, so dass man diese beiden so unterschiedlichen, sich aber doch ähnelnden Jungs einfach gern haben muss, vor allen Dingen, die sie beide sehr wissbegierig sind und eine nette, teils noch sehr unbedarfte Art haben. Dazu kommt, dass Benedict eindeutig eine tolle Entwicklung über den Roman hinweg mitmacht und man einfach merkt, wie seine Erkenntnisse ihn beeinflussen, wodurch er ein super Protagonist ist. Auch Henri Griffard, der Erfinder und erster Mensch, der es nach diesem Buch mit dem Fliegen geschafft hat, ist einfach nur klasse. Er erinnert die meiste Zeit eindeutig an einen leicht zerstreuten Wissenschaftler, ist dabei aber einfach nur sympathisch, so ein bisschen, wie Alber Einstein auf seinem Zungenfoto. Dazu kommt noch, dass alle weiteren Charaktere so ihre kleinen Macken haben, alles irgendwie zusammenhängt, und man nie aus der Spannung heraus kommt, vor allem, wenn man dann anfängt zu erkennen, wie die Dinge zusammenhängen.

Alles das kombiniert mit den Erkenntnissen zu Dampfmaschinen und dem Fliegen machen das Buch nicht nur spannend und toll zu lesen, sondern vor allen Dingen auch noch lehrreich, da man doch so einiges über Luftschiffe erfahren kann. Sehr schön gemacht finde ich dabei, dass es bei jedem Kapitelanfang einen kleinen eher leicht wissenschaftlich gehaltenen Einstiegstext gibt, den man aber auch, als nicht so erfahrene Person auf diesen Gebieten sehr gut verstehen kann. Zumal man dabei immer ein wenig am Rätseln ist, wer wohl der Autor dieser Texte sein wird und ob dieser vielleicht auch noch etwas mit der Geschichte zu tun bekommt.

Es ist einfach toll gemacht, dass in diesem Buch die Rollen nicht ganz klar verteilt sind, denn auch mancher unsympathischer Charakter handelt nicht nur rein aus bösartigen Motiven, sondern aus teils durchaus verständlichen, auch wenn ich zugeben muss, dass es nicht die Art der Handlung rechtfertigt. Zudem ist es oftmals so, dass mich einige Charaktere, aber auch Wendungen der Handlung noch ziemlich überraschen konnten.

Ein extrem tolles Buch, das ich nur empfehlen kann, vor allen Dingen auch für jüngere männliche Leser, da es zum einen vom Thema, aber zum anderen auch von den Charakteren her auch ein tolles Buch für Jungs ist. 


Fazit


Mittwoch, 15. April 2015

Rezension ~ Flammenschatten (eBook)

Allgemeine Informationen zum eBook



Titel: Flammenschatten
Autor: Traude Ailinger
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 261 Seiten
Verlag: GMEINER
Ersterscheinung: 1. Januar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-73499282-7
Genre: Krimi / Frauenroman / Cosy Crime



Inhaltsangabe/Klappentext

In einem entlegenen Internat in Schottland taucht ein dubioser Fremder auf. Dorothea Berger, Exilschwäbin und Lehrerin aus Leidenschaft, wittert sofort Unheil. Als ihr Schützling Annie, die sich hier vor ihrem gewalttätigen Vater versteckt hält, immer schwieriger wird, macht sich Dorothea mit dem gewieften Schüler Adam und dem charismatischen Musiklehrer John daran, die geheimnisvollen Vorgänge aufzuklären. Dabei gerät sie in ein Netz von Intrigen, das Annie und sie selbst in Lebensgefahr bringt …


Rezension/Meinung

Bis vor kurzem kannte ich den Begriff des Cosy Crime nicht, aber ich denke, dass es eindeutig eine Genrebeschreibung ist, die ich für dieses Buch sehr passend finde, denn auch, wenn es sich um einen Krimi handelt, ist dieser Aspekt deutlich hinten anstehend, hinter anderen Aspekten, wie einfach den Charakteren und ihren Entwicklungen sowie den allgemeinen Geschehnissen am Internat, was auch ein wenig an einen typischen Frauenroman erinnert.

Es dreht sich einfach sehr viel um Dorothea, ihre Entwicklungen, die sie durch macht, auch wie sie über andere Charaktere denkt, wie sich ihr Leben entwickelt und das vor allen Dingen in Bezug auf Adam und Annie, sowie ein paar ihrer Lehrerkollegen. Dabei ist Dorotheas Gefühlslage, wie sie zu anderen Charakteren steht und vor allen Dingen auch ihr Helferkomplex einer der wichtigsten Faktoren. Dieser sowohl in Bezug auf Annie, als auch Adam, ihren Kollegen, ihrer Familie, so dass sie eigentlich damit vollkommen überlastet ist. Dazu kommt dann noch, dass sich mysteriöse Vorfälle rund um die Schule und Annie häufen, so dass Dorothea deutlich überforderter wird, was man auch einfach spürt, vor allen Dingen, da sie doch mit ihren Einschätzungen einigen Kollegen gegenüber nicht direkt richtig liegt. Vor allem aber auch ihre Einstellung zu Beziehungen, wie ihrer Ehe oder der zu ihrer Familie, fand ich ziemlich interessant dargestellt. Gerade diese Betrachtungen machen den Roman daher auf jeden Fall schon sehr interessant, wenn sie auch eigentlich nicht wirklich etwas mit der Krimihandlung zu tun haben bzw. nur am Rande.

Teils fiel es mir manchmal etwas schwerer wirklich voll in die Geschichte einzutauchen, da die Sprüngen, vor allen Dingen oftmals auch die zeitlichen, zwischen den einzelnen Kapiteln durchaus sehr groß waren, manchmal gefühlt einige Wochen von einem zum anderen Kapitel vergangen waren und das für mich teils etwas ruppig von statten ging. Trotzdem findet man immer wieder sehr schnell in die Handlung hinein, auch wenn ich mir in manchen Abschnitten ein bisschen ausführlicheres gewünscht hätte, denn genau diese waren es meist auch, die sehr ruckartig endeten.

Allgemein lebt das Buch eindeutig von seinen Charakteren, dem Internatsleben und auch vielen alltäglichen Dingen, denn einen Krimiaspekt habe ich erst wirklich richtig auf den letzten paar Seiten gesehen, denn zuvor gab es zwar mysteriöse Vorfälle, aber wirklich krimitauglich waren diese eher weniger. Das Ende dann jedoch hat wirklich etwas von einem Krimi, auch wenn ich gestehen muss, dass ich es zwischendrin etwas verwirrend fand, da gewisse Dinge mir dann wieder zu schnell passierten und ein wenig die Erklärung fehlte, trotzdem ist das Ende, wenn man es dann zur Gänze kennt, sehr stimmig.

Ein Buch, dass weniger Krimi ist, als man vor allen Dingen durch den Titel und manche Punkte im Klappentext denken würde, das aber auf jeden Fall Spaß macht, wenn man sich nicht darauf fixiert, unbedingt einen Krimi lesen zu wollen.  


Fazit


Montag, 13. April 2015

Rezension ~ Das Mädchen, das rückwärts ging

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Das Mädchen, das rückwärts ging
Autor: Kate Hamer
Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Arche
Ersterscheinung: 1. April 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3716027243
ISBN-13: 978-3716027240
Genre: Belletristik / Gegenwartsliteratur



Über die Autorin

Kate Hamer wuchs in Pembrokeshire, England, auf und studierte Kunstgeschichte in Manchester. Sie arbeitete zehn Jahre als Dokumentarfilmerin und nahm dann 2011 ein Studium in Kreatives Schreiben auf. Für eine ihrer Kurzgeschichten wurde sie mit dem Rhys-Davies-Short-Story-Preis ausgezeichnet. „Das Mädchen, das rückwärts ging“ ist ihr Debütroman. Bereits während ihrer Arbeit daran wurde sie mit einem Preis für den besten Romananfang ausgezeichnet. Kate Hamer lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Cardiff, Wales.


Inhaltsangabe/Klappentext

Im englischen Norfolk verschwindet ein Mädchen. Bei dichtem Nebel scheint die achtjährige Carmel wie vom Erdboden verschluckt. Es gibt keine Hinweise, niemand hat sie gesehen, die Polizei tappt im Dunkeln. Carmels Mutter Beth, seit kurzem wieder Single, gibt sich voller Verzweiflung selbst die Schuld: Hat sie Signale übersehen, nicht genug achtgegeben auf ihr einziges Kind? Carmel ist ein besonderes Mädchen: Sensibel und reifer als andere in ihrem Alter, verhält sie sich oft rätselhaft, wirkt abwesend, verträumt. Zwischen Hoffnung und Ohnmacht sucht Carmels Mutter schließlich selbst nach ihr. Schritt für Schritt geht sie zurück§in der gemeinsamen Zeit, denn jede Kleinigkeit zählt. Für Carmel beginnt währenddessen eine lange und ungewöhnliche Reise. Spannend bis zur letzten Zeile erzählen Beth und Carmel im Wechsel diese zutiefst bewegende Geschichte über eine Mutter und ihr verloren gegangenes Kind.


Rezension/Meinung

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bei diesem Buch nicht wirklich wusste, auf was ich mich einlassen würde, denn letztendlich hat mich diese Geschichte extrem beeindruckt, was ich so nie vermutet hätte.

Richtig genial gemacht, ist einfach, dass sowohl Beth, als auch Carmel mit ihren Erlebnissen zu Wort kommen, man als Leser also zwar immer ein wenig mehr Wissen hat als die beiden, aber trotzdem nimmt dies in diesem Buch nicht die Spannung, wie man es sich vielleicht vorstellen mag, sondern macht alles eher noch spannender. Vor allem auch, da Carmel alles mit ihrem kleinen, achtjährigen Selbst sieht, so vieles daher auch für den Leser nicht gleich verständlich wirkt. In anderen Punkten erkennt man trotz ihrer unschuldigen Beschreibungen viel mehr, als Carmel selbst, kann erahnen, was ihr passiert. Alle diese Kleinigkeiten machen die Abschnitte um Carmel einfach extrem interessant, vor allen Dingen, da man selbst sehr lange noch im Unklaren darüber ist, warum ihr das wirklich alles passiert und worin es enden wird. Obwohl ich ab einem gewissen Punkt ein Ahnung entwickelt habe, in welche Richtung es gehen muss und es war gleichsam einfach genial, wie auch sehr stimmig.

Die Abschnitte mit Beth sind einfach so extrem emotional, da man so extrem nachvollziehen kann, wie große Sorgen sie sich um ihre kleine Tochter macht, wie groß die Vorwürfe gegenüber sich selbst sind, dass sie etwas falsch gemacht haben könnte, dass Carmel verschwinden konnte. Am beeindruckensten geschildert finde ich aber einfach, wie sehr es Beth mitnimmt, als ihr das erste Mal auffällt, dass sie eine Zeit lang nicht an Carmel gedacht hat, da sie sich mit etwas so sehr beschäftigt hat, dass sie darauf fixiert war und wie sehr sie diese Situation mitnimmt, wie sie einfach immer auf der Suche ist. Die Emotionen in diesen Abschnitten sind einfach so greifbar. Vor allen Dingen auch die Angst, ob sie Carmel jemals wiedersehen wird.

Ich bin einfach beeindruckt von diesem Buch, vor allen Dingen auch, wie sich die Geschichte immer weiter entwickelt und Carmel darum kämpft sie selbst zu sein, sowie die Frage, die man sich sehr lange stellen muss, werden Beth und Carmel sich wiedersehen und wenn ja, was wird bis dahin mit Carmel geschehen sein, wird sie alles überleben? Ein Buch, das ich nur empfehlen kann!


Fazit

Samstag, 11. April 2015

Rezension ~ Floaters

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Floaters - Im Sog des Meeres
Autor: Katja Brandis
Gebundene Ausgabe: 473 Seiten
Verlag: Beltz & Gelberg
Ersterscheinung: 2. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3407811942
ISBN-13: 978-3407811943
Genre: Jugenbuch / Ökothriller



Über die Autorin

Katja Brandis ist das Pseudonym der deutschen Journalistin und Autorin Sylvia Englert. Die Schriftstellerin, Jahrgang 1970, entschied sich nach dem Abitur für ein Studium der Amerikanistik, Germanistik und Anglistik. Das Schreiben gehörte schon immer zu ihren großen Leidenschaften und so begann sie schon im frühen Alter, Geschichten zu verfassen. Ihr erster Roman wurde unter dem Titel "Der Verrat der Feuer-Gilde" veröffentlicht. Von der Autorin sind mittlerweile zahlreiche Bücher, unter anderem Kinderbücher sowie Fantasy- und Abenteuerromane für Jugendliche und Erwachsene, erschienen.


Inhaltsangabe/Klappentext

Piraten, die damit Geld machen, Umweltaktivisten, die nicht nur dem Müll trotzen: Katja Brandis aufwühlender Roman über die Bedrohung unseres Ökosystems. 2030, mitten im Pazifik: Ein gigantischer Teppich aus Plastikmüll. Der Milliardär Benjamin Lesser will diesen Müllstrudel recyceln. Mit an Bord seines Spezialschiffes sind die Zwillinge Danilo und Malika. Doch »Floaters« und andere Müll-Piraten haben längst begonnen, die Abfälle auszubeuten und verteidigen gewaltsam ihr Revier. Lessers Schiff wird angegriffen und die Crew auf eine alte Bohrinsel verschleppt. Unter den Entführern ist der junge Arif – er scheint Malika beschützen zu wollen. Kann sie ihm vertrauen?


Rezension/Meinung

Der Müllstrudel im Pazifik ist etwas, von dem ich schon vor diesem Buch gehört habe, aber vor allem finde ich, dass einem diese Geschichte noch einmal sehr deutlich klar macht, wie schlimm es eigentlich ist, dass ein solches Gebilde entstehen konnte, was er alles anrichtet und das man wirklich etwas dagegen unternehmen sollte.

Sehr genial finde ich dabei, was für eine Geschichte um dieses Ökophänomen gesponnen wurde mit diesem Buch, da ich die Idee, dass dieser ganze Müll aus dem Meer gefischt werden soll einfach richtig gut finde. Zumal diese Geschichte einfach alles hat, ein wenig Idealismus, Spannung, Humor, Romantik und das alles in einer sehr gesunden Mischung, so dass von den Aspekten, die man in einem solchen Buch am meisten erwartet, auch am meisten vorhanden ist. Ein wenig überrascht war ich, wie brutal das Buch doch teils ist, aber es passt einfach zu den Piraten, die einfach einen sehr großen Aspekt in diesem Buch einnehmen und sicher auch relativ realitätsnah dargestellt sind, von ihrem Verhalten und ihrer Mentalität. Sehr beeindruckt hat mich aber auch, mit welchen teils sehr einfallsreichen Ideen dieses Buch punkten kann, denn so manchen Ort, manche Wendung, hätte ich nicht gerechnet. Allein viele Beschreibungen sind einfach extrem gelungen und plastisch.

Vor allem die Charaktere in diesem Buch haben mir durchweg alle extrem gut gefallen, vor allen Dingen auch, da nicht nur die Protagonisten Malika, Daniló und Arif sehr gut beschrieben sind, man ihnen Persönlichkeit anmerkt, sondern auch, die anderen Charaktere, wie Jivan und den anderen Piraten oder auch die Besatzungen der Schiffe von Lesser sind einfach nicht blass, sondern haben Charakter. Solche Aspekte sind für mich in einem Buch einfach extrem wichtig, da die Charaktere so viel zum Buch dazu geben. Vor allen Dingen mochte ich Arif einfach sehr gern, da er ein sehr gradliniger Charakter ist, ich seine Haltung und Handlungen immer sehr gut nachvollziehen konnte. Bei Malika ist es ein bisschen so, dass sie mir etwas zu idealistisch ist, was zwar in gewissem Maß ein sehr beeindruckender Charakterzug sein kann, aber ab und an war es bei ihr vielleicht ein bisschen viel.

Insgesamt bin ich von diesem Buch durchweg positiv beeindruckt, da die Geschichte einfach Spaß gemacht hat. Denn neben den vielen sehr gelungen Charakteren, der Hanldung, sie auch einfach super zu lesen ist, da sie mit dem typisch angenehmen Schreibstil eines Jugendbuchs punkten kann, dass sich super leicht und flüssig lesen lässt.

Für jeden, der sich für das Meer oder auch eine einfach spannende Geschichte interessiert, kann ich dieses Buch einfach nur empfehlen.


Fazit

Donnerstag, 9. April 2015

Rezension ~ Frauenmahd

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Frauenmahd
Autor: Marc Ritter
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch
Ersterscheinung: 19. Januar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492306039
ISBN-13: 978-3492306034
Genre: Regionalkrimi
Reihe: Karl-Heinz "Gonzo" Hartinger
Band: IV


Über den Autor

Marc Ritter, geboren 1967 in München, wuchs ab dem sechsten Lebensjahr in Garmisch-Partenkirchen auf, wo er nach dem Abitur Zivildienst machte und für eine Lokalzeitung über Politik, Sport und Nachtleben berichtete. Zum Studium von Germanistik, Politikwissenschaften und Werbepsychologie sowie für eine Marketingausbildung kehrte er nach München zurück. Ritter arbeitete als Manager für große deutsche und amerikanische Print- und Online-Medien und war mehrere Jahre als Unternehmensberater tätig. Er wohnt mit seiner Familie in München. Von Marc Ritter erschienen bislang "Josefibichl" (Piper), "Transalp" (neobooks) und "Kreuzzug" (Droemer). Im März 2013 erscheint "Herrgottschrofen" (Piper). Biografie: Marc Ritter wurde 1967 im Städtischen Klinikum München-Harlaching geboren und wuchs zunächst zu einem vielversprechenden Obergiesinger heran. Seine Eltern wander­ten jedoch 1974 nach Garmisch-Partenkirchen aus. 1987 machte Marc Ritter am dortigen Werdenfels-Gymnasium Abitur. Ritter jobbte als Tankwart, Dachdecker, Gärtner, Tretbootverleiher, Stallknecht und Hilfsskilehrer. Während des damals noch unvermeidlichen Zivildien­stes begann er mit ersten journalistischen Gehversuchen und schrieb eine Lokalzeitung mit Geschich­ten aus Politik, Sport, Kultur und Klatsch und Tratsch aus Garmisch-Partenkirchen voll. Ein Studium der Neueren Deutschen Lite­ratur, Organisations­psychologie und Politikwissen­schaft an der LMU sollte den Weg in den Journalismus weiter ausbauen. Ritter arbeitete auch in München für Lokalzeitungen als Reporter und Fotograf. Nebenbei machte er Standfotos für TV-Produktionen, darunter für den BR-Klassiker "Löwengrube". Da Ritter bereits mit vierundzwanzig Jahren für eine kleine Familie zu sorgen hatte, brach er das Studium ab. Statt der erträumten Journalisten- und Autorenkarriere schlug er die eines Medienmanagers ein. Er nahm zunächst einen Job bei einer Kommunikationsagentur an und studierte am Wochenende Medien-Marketing an der Bayeri­schen Akademie für Werbung und Marketing. 1994 war Ritter beim SZ-Jugendmagazin „jetzt" für Marketing, Vertrieb, Produktion und Disposition zuständig. Mit "jetzt-online" stellte er das erste Internetprojekt des Süddeutschen Verlages ohne Genehmigung desselben live. Er wechselte 1997 zu Microsoft Sidewalk, kurz darauf zu Microsoft MSN und 1999 zu Yahoo!, wo er jeweils in leitenden Funktionen für Marketing und die Geschäftsentwicklung zustän­dig war. Nach der Internetzeit machte sich Marc Ritter 2002 mit einer Unternehmensberatung selbständig und half mit das SZ-Magazin zu retten. Zu seinen Projekten ge­hörte auch der Bau des "Hauses der Gegenwart", das 2005 von Christian Ude und Bill Gates eröffnet wurde. Marc Ritter gründete 2006 das Internetportal Sportsella.com, trat dann jedoch in die Dienste der Schörghuber Unternehmensgruppe ein, für die er das weltweite Beziehungsmanagement und das Sponsoring leitete. Ab 2009 gehört Marc Ritter zum Kreis von Senior Consultants der Digital-Unternehmensberatung aquarius consulting mit Sitz in München und Hong Kong. Parallel zu seiner Beratertätigkeit bereitete Marc Ritter die Rückkehr auf den vor knapp zwanzig Jahren verlassenen Weg ins Autorenleben zurück. 


Inhaltsangabe/Klappentext

"Der Förster schmeißt einen Mann in den Kuhflucht-Wasserfall. Die Story musst du machen!" Als Lokalreporter Karl-Heinz "Gonzo" Hartinger den Anruf von der Zeitung bekommt, ist er gerade in Berlin gelandet, um ein wildes Wochenende zu verbringen. Daraus wird nichts. Kurz darauf stürzt die grüne Landtagsabgeordnete auf einer steilen Bergwiese, der Frauenmahd, zu Tode. Zufall, dass beide Tote in der Nähe des geplanten Pumpspeicherkraftwerks gefunden werden? Oder ist eine uralte Familienfehde Hintergrund der Morde?


Rezension/Meinung

Es ist schon der vierte Krimi rund um den Journalisten Karl-Heinz “Gonzo” Hartinger und ich persönlich war begeistert, wie gut ich, trotzdem ich die ersten drei Bände nicht kenne, in diesen Roman hinein gefunden habe. Keiner der Charaktere kam mir extrem fremd vor, selbst Hartinger nicht, über den man sicher schon viel gewusst hätte, wenn man die anderen Bände kennt, lernte ich doch sehr gut kennen und irgendwie mag ich diesen verschrobenen Kerl auch sehr gern.

Gelungen ist bei diesem Krimi auch die Mischung aus Lokalkolorit, Humor und vor allen Dingen der Spannung, den bei vielen Krimis, die einen großen Teil Humor und Lokalkolorit besitzen, bleibt diese, so mein Empfinden, oftmals doch auf der Strecke, aber das genaue Gegenteil ist hier der Fall. Zumal man einfach auch super miträtseln kann, denn anhand einiger Punkte macht man sich schon recht klare Vorstellungen wer der Täter sein dürfte bzw. was man sicher schon zum Täter weiß und trotzdem kann man sehr, sehr lange miträtseln, erhält immer neue Spuren und Wendungen tun sich auf. Dabei gibt es so einige Intrigen und Verstrickungen in diesem Krimi, die alle zusammengenommen ein sehr interessantes Konglomerat ergeben. Hartinger, als Journalist ist dabei ein Charakter, den ich sehr interessant finde, da er eigentlich immer auf einem guten Weg ist, aber an vielen Stellen es auch gekonnt schafft in Fettnäpfchen zu treten oder sich erst einmal in Gefahr zu begeben. Der vernünftigste scheint er eindeutig auch nicht zu sein, aber gerade diese kleinen Macken, gepaart mit seiner Neugier und seinem Gerechtigkeitssinn machen ihn irre sympathisch. Vor allem mochte ich auch die Mitterer Kathi sehr gern, deren Rolle als Hartingers Ex, Mutter seines Sohnes und Mitbewohnerin, der er bei ihr wohnt, schon allein viele Facetten hat, die aber auch von ihrer Art her einfach genial sympathisch und ziemlich patent ist.

Ich habe auf jeden Fall an einigen Stellen sehr mitgefiebert, war über manche Wendung erstaunt, musste an mancher Stelle arg an mich halten, um nicht lautstark los zu prusten und muss zudem sagen, dass die Morde teilweise sehr gewieft sind, den vor allen Dingen beim letzten hätte ich nie erwartet, dass man auf diesem Weg jemanden umbringen könnte, auch wenn es nicht immer nur Leute in diesem Buch trifft, die mir gänzlich unsympathisch waren. Auch die kleinen Spitzen in Richtung des Klimawandels und wie sie hier teils auf die Schippe genommen werden, sind einfach grandios und ergänzen den Krimi auf eine sehr gelungene Weise.

Ein Lokalkrimi, den ich nur wärmstens empfehlen kann, da er zum einen den Lokalkolorit einfach grandios rüberbringt, einige aktuellere Themen aufgreift, verdammt viel Humor hat und einfach auch die Spannung da ist, die ich bei einem Krimi erwarte und auch die Auflösung nicht sonderlich absurd ist, sondern durchaus logisch und nachvollziehbar, zumal Gonzo einfach ein Unikat ist. 


Fazit


Mittwoch, 8. April 2015

Rezension ~ Auf den Hengst gekommen

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Auf den Hengst gekommen
Autor: Andrea Volk
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Atlantik
Ersterscheinung: 11. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455650201
ISBN-13: 978-3455650204
Genre: Humor / Krimi



Über die Autorin

Andrea Volk lebt als Kabarettistin, Comedienne und Autorin in Köln. Die Krimi- und Pferdeliebhaberin veröffentlicht ihr viertes Buch und Hörbuch, einen Comedy-Krimi "Auf den Hengst gekommen" bei Hoffmann und Campe. Andrea liebt es ihre Geschichten vorzulesen und tritt solo (u.a. QuatschComedyClub, AIDA, WDR, SWR) sowie als Texterin des Comedy-Duos „Volk und Knecht“ auf.


Inhaltsangabe/Klappentext

Sandra, 35, frisch getrennt, sucht den Neuanfang in Köln. Sie findet ihn auf dem schlichten Reiterhof Weideland, wo sie sich prompt verliebt: in D’Artagnan, ein wunderschönes Pferd, das sie gegen alle Vernunft kauft. Denn die Prinzen, die ihr dort begegnen, sind alles andere als überzeugend – ein jähzorniger Bauer, ein ständig betrunkener Stallbursche, zwei Reiter, der eine eiskalt, der andere sprachlich in den achtziger Jahren stecken geblieben. Hof Weideland bietet weder Prinzen noch Glamour: Wären da nicht die atemberaubenden Friesenhengste, die für Pferdeshows trainiert werden. Doch dann wird einer der wertvollen Hengste erstochen. Ist es tatsächlich die Tat eines gestörten Pferderippers? Da die Polizei sich als unfähig erweist, beginnt Sandra, auf eigene Faust zu ermitteln – und begibt sich in Gefahr und amouröse Verstrickungen ...


Rezension/Meinung

Einen reinen Krimi darf man bei diesem Buch auf jeden Fall nicht erwarten, denn wie allein das Cover schon suggeriert, das Buch enthält auch sehr viel Humor, dazu kommt noch eine sehr großer Prise Frauenroman und aus dieser bunten Mischung setzt sich dann die Geschichte zusammen.

Interessant sind vor allen Dingen die Charaktere, wobei dabei teilweise mancher Nebencharakter für mich genialer und interessanter war, als Sandra, die Protagonistin, selbst. Das liegt unter anderem daran, dass mir Sandras Weltsicht ein wenig zu sehr auf die Männerwelt fixiert ist, denn bei jedem Mann der ihr begegnet, muss sie erst einmal sichten und überlegen, ob der sich als potentieller Kandidat für eine Beziehung eignen könnte und dürfte, was ich doch, vor allen Dingen, da dieser Aspekt im Verlauf des Buches immer mehr zuzunehmen scheint, doch ein kleines bisschen lästig fand. Trotzdem ist sie keine ganz schlimme Protagonistin, auch wenn sie teils ein wenig naiv wirkt und ehrlich in jedes Fettnäpfchen tritt, dass man irgendwo auf dem Weg finden kann, aber ihre Tierliebe ist durchaus sehr positiv zu erwähnen, vor allem auch, da ich First Katzi und ihre beiden Sittiche und ihre Erzählungen zu diesen sehr amüsant finde. Was ihren Pferdeverstand anbelangt, der ist vielleicht noch ein wenig ausbaufähig. Alle anderen Charaktere am Pferdehof sind aber auch äußerst interessant, teils arg überzogen, wie z.B. Thomas, der ständig und wirklich in jedem Satz einen Spruch oder zumindest typische Worte der Achtziger verpackt, Biggy, die herzensgut, aber nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen zu sein scheint und mein persönlicher Favorit, Bauer Helmut, der Leiter des Hofes. Bauer Helmut ist einfach ein genialer Charakter, mit seinem Jähzorn, aber seiner gleichzeitig eigentlich dahinter versteckten netten Art, die er aber nur ruppig zu präsentieren schafft, seiner Leidenschaft für seinen Beruf, ist er einfach ein Charakter, den man mögen muss, auch wenn er oft nicht sehr nett wirkt.

Abgesehen von den Charakteren und Sandras Fixierung auf die Männerwelt, hat der Roman aber auch eine durchaus spannende Krimihandlung zu bieten, denn die Frage stellt sich schon, wer ist für den Tod des Pferdes verantwortlich und ist es wirklich einer vom Hof, was die Umstände nahe legen? Vor allen Dingen auch die Frage, was das Motiv sein kann, beschäftigt einen durchweg. Dabei liegt der Fokus nicht wirklich auf diesem Bereich der Handlung, ist sie doch eher locker und amüsant die meiste Zeit, was aber nicht wirklich schadet. Sehr gelungen finde ich dabei, dass manches, eher pferdespezifische Wort auch gleich etwas näher erläutert wird, damit man es auch als Laie etwas leichter verstehen kann. Bei manchen der Umgangsformen auf dem Hof musste ich zwar arg meinen Kopf schütteln, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Realität leider in einigen Fällen getroffen wurde.

Ein amüsantes Buch für Zwischendurch, das beim Lesen wirklich Spaß macht, vor allem, da man es an vielen Stellen nicht ganz ernst nehmen kann, bei dem ich mir aber gewünscht hätte, dass Sandra nicht ganz so männerfixiert gewesen wäre, da mich das im Verlauf einfach immer mehr zu stören anfing. Wer eine lustige Geschichte mit einer Prise Krimi und Frauenroman lesen will und allgemein Pferden nicht abgeneigt ist, der wird mit diesem Buch durchaus seine Freude haben.


Fazit


Dienstag, 7. April 2015

Rezension ~ Schloss der Engel

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Schloss der Engel
Autor: Jessica & Diana Itterheim
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Ersterscheinung: 23. Juli 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746628555
ISBN-13: 978-3746628554
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Folgeband: Tanz der Engel


Über die Autorinnen

Jessica Itterheim ist 1995 geboren und schreibt seit ihrem achten Lebensjahr. Gerne geht sie im Wald spazieren, aber auch shoppen und ins Kino. Neben dem Schreiben und Bücherlesen gehört Filmen und Schauspielern zu ihren Hobbys, weshalb sie schon einige Filmkurse besucht hat. Ihre letzten vier Schuljahre besuchte sie das Internat Schloss Torgelow - dem Schauplatz des ersten Engelromans. Davor lebte sie in Süddeutschland und vier Jahre lang in Portugal. Auch in England war Jessica für drei Monate - wahrscheinlich ist deshalb ihr Traum eine Weltreise. Das "Schloss der Engel" ist der Debutroman von ihr und ihrer Mutter Diana.
Diana Itterheim wurde 1965 in Süddeutschland geboren, studierte in Stuttgart und arbeitete mehrere Jahre als Architektin und Immobilienmaklerin. Mit ihrem Mann, ihrer Tochter Jessica, ihren beiden Söhnen und einem kleinen Hund lebt sie heute, nach vier Jahren Portugal, in Norddeutschland. Zum Schreiben hat sie ihre Tochter Jessica gebracht, mit der sie auch am zweiten Teil der Engelstrilogie "Tanz der Engel" arbeitete. Auch Teil 3 "Fluch der Engel", welcher im August 2013 erschien, schrieben sie gemeinsam.


Inhaltsangabe/Klappentext

Verliebt in einen Racheengel Lynn wird von ihren Eltern auf ein Internat geschickt und verirrt sich in eine Schule für angehende Schutzengel. Hier begegnet sie Christopher, einem Racheengel. Nach anfänglichen Reibereien verliebt sich die sechzehnjährige Internatsschülerin in den zunächst anmaßenden und allzu selbstgefälligen Mister Perfect, der ihr die kalte Schulter zeigt. Doch Lynns Erscheinen in Christophers Welt weckt nicht nur sein, sondern auch das Interesse der anderen, der gefährlichen Seite des Universums der Engel. Zwei mächtige Wesen, die Totenwächterin und ein dunkler Wächterengel, verstricken sie bei ihrem diabolischen Kampf um Einfluss und Macht in ihr unheilbringendes Spiel. Und Christophers Entscheidung, Lynn vor beiden zu schützen, verlangt mehr von ihm, als er bereit ist zu geben. Ebenso spannend wie poetisch - die Geschichte eines jungen Mädchens und ihrer überirdischen Liebe.


Rezension/Meinung

Ein Buch mit einer sehr interessanten Idee dahinter, wie ich fand, wodurch ich es unbedingt lesen wollte, bei dem ich leider aber auch feststellen musste, dass es dann doch in der Umsetzung ein wenig anders ist, als ich es erwartet hätte und leider ist dieses anders für meinen Geschmack negativer, als meine Erwartungen waren.

Vor allen Dingen lag mein Empfinden wohl grundsätzlich an Lynn, mit der ich als Protagonistin einfach nicht wirklich klar gekommen bin. Für mich ist sie einfach kein Mädchen von sechzehn Jahren, denn von ihrem Verhalten her wirkt sie sehr oft wie ein deutlich jüngeres Mädchen, teils sogar wie ein kleines Kind. Für mich persönlich ist sie daher schon kein Charakter, mit dem ich besonders gut klarkomme. Dazu kommt dann einfach noch, dass ihre Handlungen einfach viel zu oft viel zu naiv sind, denn sie hinterfragt in so vielen Fällen einfach gar nichts. Dadurch wirkt sie zum einen vollkommen jung und zum anderen kommt dann noch dazu, dass sie extrem unbeständig ist. Nie bleibt sie bei ihrer Entscheidung, wirft alles ständig um und das aus vollkommen unkontrollierten Anlässen, denn oftmals weiß man einfach gar nicht, warum sie denn jetzt schon wieder so plötzlich ihre Meinung geändert hat. Das erinnert oft einfach an ein kleines, bockiges Kind. Es ist zwar so, dass sie mit Situationen und Dingen teils konfrontiert wird, die einen durchaus überfordern und verwirren können, aber sie geht damit extrem naiv um. Vor allen Dingen auch, wie sie auf Christopher reagiert, den sie gerade wenige Male gesehen hat und dem sie hinterherläuft und glaubt zu Lieben und unbedingt bei ihm sein zu müssen, nur, weil sie sich einmal geküsst haben. Das ist einfach irre unglaubwürdig.

Auch Christopher ist ein Charakter, den ich leider etwas seltsam finde, denn auch, wenn er schon deutlich sympathischer ist, als Lynn, da er reifer wirkt, verhält er sich mit seiner Art, dass er ständig alles für sie macht, sie aus jedem Schlamassel rettet etc. auch sehr seltsam, weil an vielen Stellen wunderte es mich ehrlich, dass er noch loszog, wo sie doch durch ihre eigene Dummheit und Naivität wieder dort gelandet ist, weil sie einfach ständig unüberlegte Entscheidungen fällt. Jedoch wirkt seine Gefühlswelt für mich etwas nachvollziehbarer als ihre.

Leider fehlt es der Geschichte aber deutlich an Handlung und an Tiefgang, denn beide Charaktere wirken einfach oberflächlich, wohl auch, weil sie mir so unverständlich blieben und dazu kommt dann noch, dass das Buch eher wenig wirkliche Handlung hat, sondern es nur darum geht, dass die beiden irgendwie zusammenkommen und -sein wollen. Für mich ist das eindeutig zu wenig Inhalt, was ich einfach schade finde. Selbst vom Ende her fehlt noch einiges, so dass man jedoch sofort merkt, dass nach diesem Band noch weitere folgen werden.

Allgemein will ich für die Reihe hoffen, dass die anderen Bände vor allem Kraft darein stecken, dass sich die Charaktere weiterentwickeln und etwas mehr Handlung hinzu kommt, denn dann hat die Geschichte noch eine Chance, aber wenn Lynn sich nicht verändert, dann sind die anderen Bände definitiv nichts für mich. 


Fazit


Montag, 6. April 2015

Rezension ~ Waidwund

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Waidwund
Autor: Max Stadler
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: ars vivendi verlag
Ersterscheinungsdatum: 30. September 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3869134747
ISBN-13: 978-3869134741
Genre: Krimi



Über den Autor

Max Stadler, Jahrgang 1981, studierte Sinologie, Geschichte und Skandinavistik in Berlin, Straßburg und Stockholm und arbeitet seit 2005 als literarischer Übersetzer. Er hat über 50 Bücher aus dem Englischen, Französischen und Schwedischen übertragen und veröffentlichte die gemeinsam mit Lucille Clauss verfassten Oberpfalzkrimis »Monatsend« (2008) und »Waldverein« (2010). 2014 erschien sein Roman »Waidwund« bei ars vivendi.


Inhaltsangabe/Klappentext

Ein ebenso wohlhabender wie einflussreicher und gewissenloser Großbauer stirbt, grausam, den »Tod der tausend Schnitte«. Sofort beginnt die Hatz auf dem Dorf und der ein oder andere Schuldige scheint schnell gefunden, wird von der Meute in die Enge getrieben. Parallel nimmt das Team um den ruppigen Polizisten Leitner die Jagd nach dem Täter auf. Lokale Seilschaften machen den Ermittlern das Leben schwer, als unter der Oberfläche brodelnde Skandale ans Tageslicht kommen. Aber der Mörder schlägt Haken, und er hat sein nächstes Opfer schon im Visier. Ein nervenaufreibender bayerischer Krimi mit viel Lokalkolorit, der sich um Freundschaft, Missgunst und Verrat dreht und den gebannten Leser bis in die Weiten Afrikas entführt.


Rezension/Meinung

Ich muss bei diesem Buch leider gestehen, dass ich das Cover zwar grundsätzlich zum Titel und Thema des Buches passend, aber grundsätzlich eher etwas weniger ansprechende finde. Abschrecken sollte man sich davon aber nicht lassen, denn das Buch verbirgt eindeutig eine ziemlich gute Kriminalgeschichte, die einfach Spaß macht, vor allem da das Buch nicht ganz der typische Krimi, dabei aber richtig gelungen ist.

Man verfolgt während der Ermittlungen um den Tod Nüblers nämlich nicht nur den Kommissar Peter Leitner, sondern erhält auch Einblicke bei Personen, die zunächst scheinbar nicht mit diesem Fall und allem, was noch in dessen Zusammenhang passieren wird zu tun haben, was jedoch auch einfach interessant ist, zumal man bei diesen Abschnitten auch immer wieder das Gefühl hat, dass auch die drei Jugendlichen, um die es dort geht, etwas gewagteres vor haben. Zudem gibt es noch einen dritten Handlungsstrang in Afrika, bei dem zunächst nur wenig klar ist, was dieser wohl mit den Geschehnissen in Bayern zu tun haben dürfte, jedoch kommt man da sehr bald dahinter und spätestens ab diesem Punkt, wird es immer spannender, da man langsam versteht, wie die drei Handlungsstränge zusammenhängen dürften.

Vor allen Dingen ist es interessant, da man durch die Abschnitte mit den drei Jugendlichen immer wieder ein wenig aus den Ermittlungen herausgerissen wird, diese nicht den vollen Fokus des Romans einnehmen, also der Krimi an sich teils ein wenig unterbunden wirkt, was ich aber, im Gegensatz zu vielen anderen Krimis, hier nicht störend empfand, da ich sehr neugierig war, was die drei Jugendlichen eigentlich vor haben, auch wenn Tim mir doch ein wenig zu sehr auf seine Überlegungen zur Frauenwelt fixiert schien. Jedoch mag ich seinen Freund Muffel sehr gern, der mir auch einen der genialsten Leseaugenblicke in diesem Buch beschert hat, als er seine Meinung zum Ökostrom und allgemein dieser Bewegung kundtut. Leitner als Polizist ist mir durchaus sympathisch, auch wenn er teilweise ein wenig eingefahren in seiner Meinung ist, aber es scheint mir durchaus typisch bayrisch bzw. Klischee in diese Richtung, dass die Bayern alles, was nicht das Bayern in ihrer direkten Umgebung ist, als seltsam und komisch abtun, genauso sieht es auch der Leitner. Trotzdem und obwohl er manchmal ein wenig langsam ist, gefällt er mir als eigentlich recht fähiger Ermittler sehr gut, zumal er durchaus einen sehr fairen Gerechtigkeitssinn hat. Rein Toby Tanser, dem man in Afrika folgt, ist ein Charakter, mit dem ich mich weniger wohl gefühlt habe, da er doch ein wenig seltsam ist und trotzdem konnte ich ihn manchmal verstehen.

Von Anfang bis Ende ein Buch, das mir einfach sehr gut gefallen hat, auch wenn der Kriminalfall nicht den alleinigen Fokus hatte und bei dem es zudem auch noch so ist, dass mich das Ende doch auch ein wenig überrascht hat, denn mit einer Person, die an allem beteiligt war, habe ich erst sehr spät in dieser Rolle gerechnet, da es ein kleines Indiz gibt, dass sie verdächtig macht. Am meisten Mitleid hatte ich jedoch mit dem Elch, dem eine sehr tragische Rolle in diesem Krimi zukommt.

Allgemein aber ein Krimi, den ich nur empfehlen kann, vor allen Dingen, wenn man nichts dagegen hat, wenn nicht nur der Fall im Fokus steht und einem die bayrische Urart auch zusagt.


Fazit


Sonntag, 5. April 2015

Rezension ~ Cassia & Ky - Die Ankunft

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Cassia & Ky - Die Ankunft
Autor: Ally Condie
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag:
FISCHER FJB
Ersterscheinung: 7. Januar 2013
Sprache:
Deutsch
ISBN-10:
3841421512
ISBN-13:
978-3841421517
Originaltitel: Reached
Genre: Jugendbuch / Dystopie
Reihe: Cassia & Ky
Band: III


Über die Autorin

Nachdem Ally Condie ihr Studium an der Brigham Young University abgeschlossen hatte, unterrichtete sie einige Jahre Englische Literatur in New York. Mit ihrer Bestesellerromanreihe um "Cassia & Ky", welche sie zunächst neben dem Beruf schrieb, gelang ihr ein internationaler Erfolg. Die Übersetzungsrechte wurden mehr als 30 Sprachen zugesichert. Ihre Bücher wurden bisher in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. Die Walt Disney Company hat die Filmrechte erworben. Mittlweile arbeitet Condie Vollzeit als Autorin und lebt zusammen mit ihrem Mann und drei Söhnen in Salt Lake City, Utah.


Inhaltsangabe/Klappentext

WENN JEMAND STIRBT, DEN DU LIEBST – WÜRDEST DU DEN RETTEN, DER IHN GETÖTET HAT?
Das fulminante Finale über die Liebesgeschichte von Cassia & Ky beschert den Leserinnen ein unvergessliches Leseerlebnis.

Stell dir vor, du konntest fliehen – vor dem System, das dir befohlen hat, wie du leben und wen du lieben sollst. Unter Lebensgefahr hast du deine Liebe wiedergefunden – eine Liebe, die das System töten wollte.
Jetzt willst du das System besiegen, doch dafür musst du zurück. Zurück in dein altes Leben. Zurück zu einem Geheimnis, das tief in dir verborgen ist.
Es wird alles verändern.
Dein Leben.
Deine Liebe.

In den zerklüfteten Schluchten der Canyons hat Cassia nicht nur ihre große Liebe Ky wiedergefunden– sondern auch die Erhebung, eine Untergrundbewegung, die das System stürzen will. Als sich beide der Erhebung anschließen, müssen sie sich jedoch trennen. Ky wird auf einem Stützpunkt in einer Äußeren Provinz zum Piloten ausgebildet und Cassia in die Hauptstadt beordert. Dort trifft sie auf Xander, der als Funktionär für die Gesellschaft arbeitet. Kann sie sich ihm anvertrauen? Als eine tödliche Seuche ausbricht und die gesamte Bevölkerung zu vernichten droht, muss Cassia eine Entscheidung treffen …

***Noch spannender, noch überraschender und noch dramatischer!***


Rezension/Meinung

Nach dem zweiten Band der Trilogie, den ich doch eher ernüchternd fand, war ich dennoch neugierig, wie sich alles auflösen würde. Vor allen Dingen hatte ich auch einfach noch die Hoffnung, dass es mit diesem Band noch ein wenig spannender wieder werden würde. Enttäuscht wurde ich in dieser Hoffnung nicht, denn der dritte Band ist wieder deutlich besser, als der zweite und kann zudem weitaus mehr Handlung aufweisen, als es bei den ersten beiden Bänden zusammen der Fall war.

Interessant ist, dass auch hier in der Erzählperspektive ein weitere Charakter zu Wort kommt, denn nicht nur Cassia und Ky zählen in diesem Band zu den erzählenden Protagonisten, sondern auch Xanders Rolle wird noch ein wenig größer, denn auch er erhält seine eigene Erzählperspektive. Darüber habe ich mich ehrlich gefreut, denn ich mag ihn als Charakter sehr gern und vor allen Dingen sind die Passagen, die man durch Xanders Augen erfährt richtig spannend und interessant, da er als Arzt und Funktionär deutlich mehr Wissen hat und man viel tiefere Einblicke in die Gesellschaft erhält. Ebenso muss ich sagen, bessert sich für mein Empfinden die ganze Geschichte auf eine gewisse Weise, denn auch in den Abschnitten von Cassia und Ky geht es nicht mehr vorrangig um ihre Gefühle zueinander, sondern es existiert wirklich richtige Handlung, bei der man Neues erfährt und die interessant und spannend ist. Ein deutlicher Fortschritt, da man sich jetzt alles, die Gesellschaft und wie sie funktioniert, aber auch die Rebellen, die Erhebung, deutlich besser vorstellen kann und einen Eindruck davon bekommt, was sie eigentlich wirklich wollen. Die Entwicklungen in der Gesellschaft, aber auch der Erhebung werden einfach deutlicher und machen die gesamte Handlung viel spannender und interessanter, als es jede Liebesgeschichte hätte schaffen können. Zumal es einfach so ist, dass ich nach dem zweiten Band auch ehrlich es nicht mehr hätte lesen wollen, da es zu öde wurde.

Dadurch, dass das Buch einfach viel mehr Handlung hat, deutlich detail- und spannungsreicher ist, macht es einfach viel mehr Spaß es zu lesen und auch, dass man die unterschiedlichen Sichtweisen der Drei hat, machen es für mich deutlich besser, als noch den zweiten Teil.

Einzig seltsam finde ich persönlich das Ende, das mir für eine Trilogie, bei der so lange auf dieses hingearbeitet wurde, einfach ein wenig zu offen geblieben ist. Es bleiben einige Fragen und Hintergründe einfach unerklärt und ungelöst, was ich sehr schade fand, denn diese hätte man sicherlich gut lösen können, auch in dieser Seitenzahl, hätte man z.B. den zweiten Band nicht ganz so langatmig konzipiert.

Alles in allem aber ein deutlich besseres Ende, als ich nach Band zwei erwartet hätte, auch wenn es gern noch ein bisschen mehr Dampf hätte haben können, denn irgendwie wirkte für mich der gesamte Aufstand irgendwie sehr harmlos. Zudem noch ein etwas runderes Ende und das Buch hätte richtig, richtig gut werden können, so ist es einfach nur gut.


Fazit


Samstag, 4. April 2015

Rezension ~ Tiefe Wunden

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Tiefe Wunde
Autor: Nele Neuhaus
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: List Taschenbuch
Ersterscheinung: 12. August 2009
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548609023
ISBN-13: 978-3548609027
Genre: Krimi
Reihe: Pia Kirchhoff & Oliver von Bodenstein
Band: III


Über die Autorin

Nele Neuhaus schreibt seit ihrer Kindheit und wollte auch schon immer Schriftstellerin werden. Schon als Kind hatte sie eine tiefe Verbundenheit zu Pferden, sogar ihr Fahrrad wurde durch ein Seil einfach zum Pferd umfunktioniert. Sie lernte dann auch reiten, traute sich jedoch nie ans Springreiten heran. Sie arbeitete in einer Werbeagentur und studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Seit sie ihren Erstlingsroman und die ersten beiden Krimis mit den Ermittlern Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff im Selbstverlag veröffentlichte, wuchs ihre Fangemeinde rasant. Ihr viertes Buch "Tiefe Wunden" erschien im Ullstein-Verlag, mit "Schneewittchen muss sterben" gelang Nele Neuhaus 2010 der Durchbruch. Mittlerweile umfasst die Taunuskrimireihe sieben Bände, im Juni 2014 veröffentlichte die Autorin unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg ihren ersten belletristischen Roman mit dem Titel "Sommer der Wahrheit". Bei Thienemann-Esslinger erscheinen ihre beiden Jugendbuchreihen "Charlottes Traumpferd" und "Elena - Ein Leben für Pferde", in denen die Autorin ihre beiden Leidenschaften Schreiben und Pferde kombiniert. Fünf der Taunuskrimis wurden bereits für das ZDF verfilmt, die Hauptrollen spielen Tim Bergmann und Felicitas Woll. Die Krimis von Nele Neuhaus erscheinen mittlerweile in 27 Sprachen. Die Autorin lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihrem Hund im Vordertaunus.


Inhaltsangabe/Klappentext

Der 92-jährige Holocaust- Überlebende David Josua Goldberg wird in seinem Haus im Taunus mit einem Genickschuss getötet. Bei der Obduktion macht der Arzt eine seltsame Entdeckung: Goldbergs Arm trägt die Reste einer Blutgruppentätowierung, wie sie bei Angehörigen der SS üblich war. Dann geschehen zwei weitere Morde, die Hinrichtungen gleichen. Welches Geheimnis verband die Opfer miteinander? Die Ermittlungen führen Hauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff weit in die Vergangenheit: nach Ostpreußen im Januar 1945...


Rezension/Meinung

Mit dem dritten Fall für Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein hat Nele Neuhaus den meiner Meinung nach bisher besten Teil der Reihe um die beiden Kommissare geschaffen. Zum einen finde ich es sehr interessant, wie in diesem Teil die Beziehung zwischen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein langsam anfängt, sich zu ändern und ebenso auch, ist der Fall, an dem die beiden ermitteln sehr interessant.

Allein die Tatsache, welche Hintergründe am Ende hinter den Taten stehen, welche Motive dazu geführt haben und wie die Verstrickungen zwischen den unterschiedlichen Personen in diesem Fall sind, machen diesen Fall extrem interessant. Zumal sich diese Fakten und Zusammenhänge erst nach und nach immer mehr offenbaren und man selbst einfach super Möglichkeiten hat mit zu rätseln, wie alles wohl zusammenhängen könnte, denn dass es einen glasklaren Zusammenhang geben muss, das wird sehr schnell klar. Allgemein ist dabei auch ein sehr interessanter Faktor, dass es Zusammenhänge zur Nazizeit gibt, die nicht zu übertrieben aufgebläht sind, wie es oftmals bei diesem Thema gemacht wird, sondern es einfach sehr interessant und gekonnt mit eingebracht wird in diesen Fall, ebenso, wie es dadurch nur noch spannender wird, dass die Familie Kaltensee, zu der immer wieder Fäden in den Ermittlungen führen, eher zu einer sehr hohen sozialen Gesellschaftsschicht zählen und das die Ermittlungen durchaus auch sehr stark beeinflusst. Genau diese vielen Kleinigkeiten sind vor allem einer der Punkte, aufgrund derer ich diesen Fall als einen der spannendsten empfinde bisher.

Dazu kommt, dass sich sowohl bei Pia, als noch viel mehr in diesem Teil, bei Oliver von Bodenstein einiges auch im privaten Bereich tut, was einen noch viel mehr über diese beiden Charaktere erfahren lässt und zudem auch noch dazu führt, dass die in diesem Fall auch wieder ein wenig die Ermittlungen beeinflusst. Auch andere neue Charaktere im Polizeidienst, die in diesem Fall zum ersten Mal auftauchen, bringen noch ein bisschen mehr Spannung und Spannungen in den Roman ein, so dass es wirklich einige Aspekte gibt, die diesen Roman für mich einfach sehr spannend machen.

Ich muss ehrlich sagen, dass dies wieder ein sehr guter Teil der Reihe um Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein ist, an dem man, wie ich finde deutlich merkt, dass sich die Reihe vom ersten Band an eindeutig gesteigert hat und vor allen Dingen auch, dass es Entwicklungen bei den Charakteren gibt und diese auch wirklich leben und nicht stagnieren.


Fazit

Freitag, 3. April 2015

Rezension ~ Cassia & Ky - Die Flucht

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Cassia & Ky - Die Flucht
Autor: Ally Condie
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: FISCHER FJB
Ersterscheinung: 20. Januar 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 384142144X
ISBN-13: 978-3841421449
Originaltitel: Crossed
Genre: Jugendbuch / Dystopie
Reihe: Cassia & Ky
Band: II


Über die Autorin

Nachdem Ally Condie ihr Studium an der Brigham Young University abgeschlossen hatte, unterrichtete sie einige Jahre Englische Literatur in New York. Mit ihrer Bestesellerromanreihe um "Cassia & Ky", welche sie zunächst neben dem Beruf schrieb, gelang ihr ein internationaler Erfolg. Die Übersetzungsrechte wurden mehr als 30 Sprachen zugesichert. Ihre Bücher wurden bisher in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. Die Walt Disney Company hat die Filmrechte erworben. Mittlweile arbeitet Condie Vollzeit als Autorin und lebt zusammen mit ihrem Mann und drei Söhnen in Salt Lake City, Utah.


Inhaltsangabe/Klappentext

Nach ›Die Auswahl‹ von Ally Condie jetzt endlich der 2. Band der Bestsellerserie um Cassia & Ky
Wie durch ein Wunder gelingt Cassia die Flucht in die Äußeren Provinzen. Sie will nach Ky suchen, ihrer großen Liebe.
Dort kämpft Ky als Soldat für die Gesellschaft und ist ununterbrochen brutalen Angriffen ausgesetzt. Als Cassia endlich auf eine Spur von Ky stößt, ist er bereits entkommen und auf dem Weg in die wilden Canyons in den Grenzgebieten.
Verzweifelt macht sich Cassia auf den lebensgefährlichen Weg.  Was wird sie am Ende der ihr bekannten Welt finden? Zwischen steinigen Schluchten und staubigen Pfaden sucht Cassia nicht nur nach Ky  –  sondern auch nach sich selbst.


Rezension/Meinung

Der zweite Band der Cassia & Ky-Trilogie ist doch deutlich anders, als noch der Vorgängerband. Nicht nur, da jetzt die Erzählperspektive nicht mehr auf Cassia beschränkt ist, sondern auch Ky zu Wort kommt, sondern viel mehr auch daher, dass er von seinem Handlungsverlauf so ganz anders ist.

Zunächst beginnt er ehrlich noch interessant und spannend, denn Cassia hat sich dazu entschieden nach Ky, der in den Äußeren Provinzen arbeiten muss, zu suchen und ist daher, obwohl sie einen angenehmeren Job hätte bekommen können, in ein Arbeitslager gegangen. In dieser Phase spürt man noch sehr, wie die beiden kämpfen und auch, von den neuen Umständen beeinflusst werden. Irgendwie ist es sogar zu diesem Zeitpunkt richtig interessant beide Perspektiven zu erleben, auch wenn es einem ein bisschen die Spannung nimmt, was mit Ky passiert ist, schließlich weiß man es schon. Mir ein wenig zu schnell geht diese Phase des Romans jedoch zu Ende und ab diesem Punkt nahm das Buch von seiner Qualität her leider rapide ab.

Im Großteil der Handlung dieses Romans, ist ebendiese extrem langatmig, es wiederholen sich Dinge einfach nur sehr häufig und zu allem Überfluss wird etwas als extrem gefährlich geschildert, bei dem man einfach nur den Eindruck bekommt, dass es vielleicht etwas Unbekanntes ist, aber gefährlich wirkt es an keiner Stelle. Selbst die Liebesgeschichte, die mir ein wenig zu sehr aufgebauscht wird in diesem Teil, denkt Cassia eigentlich an nichts anderes mehr, als ihre Beziehung sowohl zu Ky, als auch zu Xander, wirkt auf Dauer einfach nur öde und vor allen Dingen wirkt es auch einfach unglaubwürdig. Selbst Auseinandersetzungen in diesem Rahmen schaffen es nicht, dass etwas interessantes Neues passiert, denn meist kommt es zu denen nicht wirklich oder sie werden stillschweigend ausgesessen. Es ist also schlicht und ergreifend so, dass die Spannung auf der Strecke bleibt, alles ziemlich flach bleibt, sowohl die Charaktere, als auch die Handlung.

Daher ist dieser Band einfach irgendwie seltsam, denn auch wenn er sich sehr flüssig lesen lässt, will einfach keine Atmosphäre und Spannung aufkommen. Gepaart mit dem sehr seltsamen Ende, was bei der Mitte einer Trilogie zwar ab und an vorkommt, muss ich leider gestehen, ist bei dieser Trilogie genau das passiert, was leider ab und an dem mittleren Band einer solchen passiert, er wirkt irgendwie etwas stiefmütterlich behandelt.


Fazit

Donnerstag, 2. April 2015

Rezension ~ Die Zerrissenen

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Die Zerrissenen
Autor: Stephanie Fey
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Ersterscheinung: 9. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453417607
ISBN-13: 978-3453417601
Genre: Krimi
Reihe: Carina Kyreleis
Band: III



Über die Autorin

Stephanie Fey, 1967 in Starnberg (Bayern) geboren. Nach einer Ausbildung zur Grafik-Designerin arbeitete sie als Illustratorin für Kinder- und Jugendbücher, bevor sie Schriftstellerin wurde. Sie wohnt mit ihrer Familie am Starnberger See bei München.

"Die Gesichtslosen" ist der Auftakt der Thrillerreihe um die Münchner Rechtsmedizinerin Carina Kyreleis, genannt "die Elster", die Gesichter rekonstruiert und so den Toten ihre Identität zurück gibt. Im Februar 2013 erschien die Fortsetzung "Die Verstummten". Teil 3 "Die Zerrissenen" ist am 9. Februar 2015 erschienen.
Für die Anthologie "Totenstille Nacht" schrieb sie eine kriminelle Adventskalendergeschichte.

Im Februar 2014 ist ihr erstes Sachbuch, das sie mit der Gesichtsrekonstrukteurin Constanze Niess zusammen geschrieben hat, erschienen, die ihr auch bei der Recherche ihrer Thriller hilft: "Die Gesichter der Toten", mit farbigen Abbildungen und Illustrationen (von Stephanie Fey).

Für "Die Gesichtslosen" erhielt sie 2012 als erste Autorin den Amazon Autorenpreis. Sie konnte sich zudem gegen drei weitere Rundensieger als Jahressiegerin 2012 durchsetzen.


Inhaltsangabe/Klappentext

Der dritte Thriller rund um die Münchner Rechtsmedizinerin und Gesichtsrekonstrukteurin Carina Kyreleis! Bevor die Münchner Rechtsmedizinerin und Gesichtsrekonstrukteurin Carina Kyreleis auf einen Unbekannten stößt, der Frauenleichen ausgräbt, obduziert sie den Ex-Kollegen ihres Vaters, der erhängt in seiner Zelle aufgefunden wurde. Kriminalhauptkommissar Matte Kyreleis glaubt fest daran, dass Kurt Krallinger ermordet worden ist, und sieht Parallelen zu RAF-Terroristen, deren angebliche Selbstmorde ähnliche Ungereimtheiten aufweisen. Unter dessen kämpft Carina gegen Panikattacken und fühlt sich verfolgt. Zu recht, denn jemand will unbedingt verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt.


Rezenison/Meinung

Ein kleines Manko hat dieser Thriller für mich schon gleich auf den ersten Blick, denn im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden hat er ein vollkommen anderer Aufmachung, als die ersten beiden Bände um Carina Kyreleis, wodurch ich den Zusammenhang zwischen den drei Teilen gar nicht erkennt habe. Das ich den ersten Band schon kennen, wurde mir erst beim Lesen richtig bewusst, als mir klar wurde, die Charaktere kommen mir alle irgendwie bekannt vor.

Allgemein ist es sicher, wenn man diesen dritten Teil lesen möchte, von großem Vorteil, wenn man beide ersten Teile schon kennt, da mir allein das Wissen aus dem ersten Band nicht aussreichte, um alle Hintergrundaspekte, die von vorangegangenen Ereignissen berichten, wirklich zu verstehen und greifen zu können. Mir fehlte eindeutig Wissen, denn auch, wenn Vieles noch etwas weitreichender erwähnt wird, ist es doch nicht alles, was passiert sein muss. Trotzdem baut sich ein sehr interessanter Fall hinter dem Fall auf, um welchen es in diesem Thriller eigentlich geht.
Genau dieser Punkt ist für mich auch der Interessantese an diesem Buch, denn es ist so, dass es zum einen um Leichen geht, welche in den falschen Gräbern entdeckt wurden und die durch Carina und ihre Gesichtsrekonstruktionen identifiziert werden können und die Ermittler auf eine sehr spanennde Spur führen, auch darum, dass Carina und ihr Vater in Carinas Vergangenheit und der ihrere Mutter fahnden. Durch diesen Aspekt erhält das Buch auch einen extrem interessanten Aufbau, denn man folgt gleichzeitig drei Erzählzeiten und vier unterschiedlichen Handlungen. Zum einen erfährt man sehr viel über Carinas Mutter, den Täter, und die Ermittlungen rund um den aktuellen Fall, so wie die familieninternen Ermittlungen. Und trotzdem man immer wieder aus einem Part herausgerissen wird oder vielleicht auch gerade deswegen, ist es so richtig spannend.

Ich mochte es dabei sehr gern, dass die einzelnen Kapitel eher kurz gehalten waren, denn dadurch entwickelte der Thriller einfach ein sehr angenehmes und zu solchen Geschichten sehr stimmiges Tempo.

Auch mochte ich wieder sehr gern, was man zu den einzelnen Charakteren erfährt, denn sie bleiben auf jeden Fall nicht blass, haben Persönlichkeit und vor allem auch Menschlichkeit, was man in einer Szene mit Carina, wie ich fand, deutlich spürt. Vor allem ist es auch sehr angenehm, dass man immer mal wieder auch ermittlungsfernes Privates erfährt, wie kleine Geschichte rund um Carinas Schwester Wand und ihren Sohn Sandro, die in diesem Band bei Carina unterkommen.

Einzig das Ende hat mich dann doch sehr überrascht zurückgelassen, denn mit diesem Showdown, der auch noch in einem von mir nicht unbedingt erwarteten Handlungspart stattfand, hätte ich nie im Leben gerechnet. Ich bin ehrlich neugierig, ob die Autorin die Geschichte um Carina Kyreleis noch fortsetzen wird, denn mit diesem Paukenschlag zum Ende war ich doch etwas aus dem Konzept gerissen. Trotzdem ein sehr guter Thriller, den ich nur empfehlen kann!


Fazit


Rezension ~ Mordsfreunde

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Mordsfreunde
Autor: Nele Neuhaus
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: List
Ersterscheinung: 2008
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548608868
ISBN-13: 978-3548608860
Genre: Krimi
Reihe: Pia Kirchhoff & Oliver von Bodenstein
Band: II


Über die Autorin

Nele Neuhaus schreibt seit ihrer Kindheit und wollte auch schon immer Schriftstellerin werden. Schon als Kind hatte sie eine tiefe Verbundenheit zu Pferden, sogar ihr Fahrrad wurde durch ein Seil einfach zum Pferd umfunktioniert. Sie lernte dann auch reiten, traute sich jedoch nie ans Springreiten heran. Sie arbeitete in einer Werbeagentur und studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Seit sie ihren Erstlingsroman und die ersten beiden Krimis mit den Ermittlern Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff im Selbstverlag veröffentlichte, wuchs ihre Fangemeinde rasant. Ihr viertes Buch "Tiefe Wunden" erschien im Ullstein-Verlag, mit "Schneewittchen muss sterben" gelang Nele Neuhaus 2010 der Durchbruch. Mittlerweile umfasst die Taunuskrimireihe sieben Bände, im Juni 2014 veröffentlichte die Autorin unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg ihren ersten belletristischen Roman mit dem Titel "Sommer der Wahrheit". Bei Thienemann-Esslinger erscheinen ihre beiden Jugendbuchreihen "Charlottes Traumpferd" und "Elena - Ein Leben für Pferde", in denen die Autorin ihre beiden Leidenschaften Schreiben und Pferde kombiniert. Fünf der Taunuskrimis wurden bereits für das ZDF verfilmt, die Hauptrollen spielen Tim Bergmann und Felicitas Woll. Die Krimis von Nele Neuhaus erscheinen mittlerweile in 27 Sprachen. Die Autorin lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihrem Hund im Vordertaunus.


Inhaltsangabe/Klappentext

Ein Tierpfleger des Opel-Zoos im Taunus macht eine grausige Entdeckung: im Elefantengehege liegt eine menschliche Hand. Die dazu gehörige Leiche finden Kommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff von der Hofheimer Kripo in einer frisch gemähten Wiese gegenüber dem Zoogelände. Der Tote war ein Lehrer und vehementer Umweltschützer, der wegen seines Charismas von vielen Schülern glühend verehrt wurde - und von einigen Einwohnern der Stadt ebenso sehr gehasst. Doch liegt hier das Motiv für einen Mord?


Rezension/Meinung

Der zweite Fall von Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein und wie ich finde ein noch deutlich besserer, als noch der erste Fall der beiden.

Allein schon die Idee, wie und wo das Opfer aufgefunden wurde, finde ich sehr gelungen. Zumal ich es interessant finde, dass die Personen, die in diesem Teil bei den Ermittlungen auftauchen allein schon dadurch interessant sind, da es sich größten Teils um noch sehr junge Menschen handelt, da das Opfer ja Lehrer war. Genau dieses Umfeld mit den Schülern, in Kombination damit, dass der Lehrer auch noch sehr im Umweltschutz engagiert war, macht die Atmosphäre dieses Krimis einfach sehr interessant.

Dazu kommt, dass man Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein auch immer noch besser kennenlernt. Dabei finde ich die Verstrickungen, die vor allen Dingen Pia mit diversen möglichen Verdächtigen bzw. Beteiligten am Fall eingeht auch sehr spannend. Sowohl mit dem Leiter des Opel-Zoos, in welchem Teile der Leiche gefunden werden, als auch mit einem der verdächtigen Schüler bzw. Umweltschützer geht sie doch ein wenig Laxer um, als ich es in einer solchen Konstellation bei einer Polizistin erwarten würde. Gleichzeitig wird sie von einigen Altlasten aus ihrem Leben durchaus auch psychisch noch ein wenig geplagt, was ich sehr gut eingewoben fand und ihr zudem ein wenig mehr Persönlichkeit gegeben hat, man sie jetzt deutlich besser verstehen kann. Unter anderem jedoch machte das Verstehen in diesem Kontext, manche andere Reaktion von ihr, bzw. dass sie nicht weiter nachgedacht hat, in manchen Situationen, etwas unglaubwürdiger.

Trotzdem muss ich sagen, habe ich den Krimi sehr gern gelesen. Vor allem da die Ermittlungen, trotz dem Ganzen, das man noch über Pia Kirchhoff erfährt, nicht nachrangig wirken, sondern den komplexesten und intensivsten Part des Krimis ausmachen. Es gibt durchaus immer wieder neue Einblicke in Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren, diverse Wendungen dadurch und durch andere Aspekte, so dass es durchweg spannend bleibt und man sich immer wieder selbst die Frage stellen kann, wen man gerade im Verdacht hat. Zusammen mit den kleinen regionalen Aspekten, die einen Regionalkrimi für mich immer noch besser machen, ist dieses Buch einfach gelungen und das noch besser, als es der Auftakt geschafft hat.


Fazit

Mittwoch, 1. April 2015

Rezension ~ Das Land der verlorenen Träume

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Das Land der verlorenen Träume
Autor: Caragh O'Brien
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Ersterscheinung: 20. Februar 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453267281
ISBN-13: 978-3453267282
Originaltitel: Prized
Genre: Jugendbuch / Dystopie
Reihe: Birthmarked
Band: II


Über die Autorin

Caragh O’Brien ist eine US-amerikanische Schriftstellerin. Sie wuchs in Minnesota auf und studierte Literatur und Kreatives Schreiben. Anschließend arbeitete sie als Lehrerin und veröffentliche mit "Die Stadt der verschwundenen Kinder" ihr erstes Jugendbuch, welches in den USA und Großbritannieren viel Aufsehen erregte. Es bildet zugleich den Auftakt der Birthmarked Reihe, die mit "Das Land der verlorenen Träume" und "Der Weg der gefallenen Stern" fortgesetzt wurde. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Conneticut.


Inhaltsangabe/Klappentext

Sei stark und mutig, Gaia! Die sechzehnjährige Gaia Stone, eine junge Hebamme, muss aus ihrer Heimat fliehen, mit nichts als den Kleidern am Leib und ihrer neugeborenen Schwester im Arm. Alles wurde ihr genommen – sind doch ihre Eltern ermordet und die Liebe ihres Lebens verhaftet worden, und die zerstörte Welt, in der sie lebt, straft unbarmherzig jede Schwäche. Als ein Fremder sie mitten im Ödland vor dem Verdursten bewahrt, scheint sie zunächst gerettet. Doch das Dorf des Fremden nimmt Gaia erst die Schwester und dann auch noch die Freiheit. Verzweifelt und entmutigt gibt sie beinahe auf. Schließlich besinnt sich Gaia jedoch darauf, dass vor allem anderen das Leben zählt – und sie stellt sich ihrem Schicksal, ihrer Verantwortung für ihre Schwester und einer neuen, zarten Liebe …


Rezension/Meinung

Der zweite Band der Birthmarked-Trilogie und ich muss ehrlich zugeben, ich finde, dass die Geschichte immer schlechter wird, denn so wirklich gefallen hat mir dieser Band so gar nicht mehr richtig, wo ich den ersten noch, bis auf den sehr unpassenden deutschen Titel, doch recht gern mochte.

Unter anderem habe ich die ganze Geschichte nicht verstanden, warum die Menschen dort in den Randgebieten bleiben müssen, so richtig verständlich und logisch erscheinen mir die Erklärungen einfach nicht, was allein schon dazu führte, dass ich das gesamte Gebilde ein wenig wacklig fand. Dazu kommt, dass ich es nicht wirklich verstanden habe, wie die Strukturen, der Gesellschaft in diesem Bereich sich aufgebaut und entwickelt haben, da sie für mich nicht wirklich sinnvoll wirkten bzw. ich mich ehrlich gewundert habe, warum keiner etwas dagegen unternommen hat, denn so kompliziert wäre es sicher nicht gewesen, da es ja doch keine so große Gesellschaft ist und fair ist das Leben dort bei weitem nicht. Glatt weniger fair, als in der Stadt, aus der Gaia gerade erst geflohen ist. Insgesamt gibt es viele Beschreibungen zu dem Leben, was die Menschen dort führen und zunächst auch dazu, wie Gaia es empfindet und aufgenommen wird. Dabei muss ich gestehen, passiert teilweise so wenig Spannendes oder wirklich Interessantes passiert, dass ich es doch etwas langatmig und sich in die Länge ziehend empfand. Sehr schade eigentlich, denn den ersten Ansatz der Geschichte mochte ich sehr gern.

Ich kann Gaia auch in diesem Abschnitt der Geschichte des Öfteren nicht so ganz verstehen, was ein wenig schade ist, da ich sie im ersten Band auch noch sehr gern mochte, aber ihr Verhalten ändert sich doch sehr radikal und ich muss zugeben, für die Entwicklung, die sie durch den Lauf der Geschichte durchmachen soll, ist ihr Verhalten, wie auch das von Leon durchaus stimmig, auch wenn es mir nicht zugesagt hat. Besonders in zwiespältigen und schwierigen Entscheidungssituationen hat sie oft für mich seltsam reagiert. Allgemein ist es auch wieder so, dass ihre Gefühlslage sehr intensiv behandelt wird. Vor allem ihre Liebesbeziehung wird mir im Handlungsverlauf ein wenig zu sehr breitgetreten, nimmt etwas zu viel Raum ein, aber das ist bei Büchern dieser Art irgendwie sehr häufig der Fall.

Allgemein kein richtig schlechtes Buch, da man es sehr gut lesen kann, aber irgendwie finde ich die Fortsetzung nicht so gelungen, wie noch den ersten Band, finde sie einfach weniger glaubwürdig. Ob ich den letzten Teil noch irgendwann lesen werde, weiß ich nicht wirklich.


Fazit