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Freitag, 29. Mai 2015

Rezension ~ Geliebte Angst

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Geliebte Angst
Autorin: Rebekka Knoll
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: cbt
Ersterscheinung: 23. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570163261
ISBN-13: 978-3570163269
Empfohlenes Lesealter: Ab 14 Jahren
Genre: Jugendbuch / Thriller



Über die Autorin

Rebekka Knoll wurde 1988 in Kassel geboren und wuchs auf dem Land auf. Um Germanistik und Theaterwissenschaft zu studieren, zog sie in verschiedene Städte: zunächst nach Erlangen und von dort nach Bern, später nach Frankfurt und dann nach Berlin, wo sie derzeit lebt. 2010 wurde sie als Nachwuchsautorin der Literaturstiftung Bayern im Rahmen des Festivals »Literatur Update Bayern« ausgewählt. »Das Kratzen bunter Kreide« ist ihr Debütroman. Für diesen und den zweiten Roman, der im Jahr 2013 erscheinen wird, ist sie mit dem Kurd-Laßwitz-Stipendium der Stadt Gotha ausgezeichnet worden, das es ihr ermöglicht, ein halbes Jahr als Stadtschreiberin in Gotha zu leben und zu schreiben.


Inhaltsangabe/Klappentext

Gestalkt von einem Toten! Maricos Trauerfeier ist ein buntes Feuerwerk für ihn will Emilia es zum letzten Mal funkeln und knallen lassen. Er war die Liebe ihres Lebens und die Achtzehnjährige ist immer noch von Trauer betäubt, als sie eine Nachricht von Maricos Facebook-Profil bekommt mit einer Liebesbotschaft. Es folgen SMS von seinem Handy und E-Mails von seinem Account. Jemand gibt sich für Marico aus und führt sie Schritt für Schritt durch ihre vergangenen Dates dieser Jemand weiß alles! Emilia beginnt eine Jagd auf den unbekannten Schreiber, doch gleichzeitig wird ihr Wunsch immer stärker, ihm jedes Wort zu glauben ...


Rezension/Meinung

Ein Ansatz, der mich extrem neugierig gemacht hat. Ein Toter, unter dessen facebook-Account plötzlich Nachrichten an seine Freundin verschickt werden und der selbst noch SMS von seinem Handy aus an sie schickt. Die Frage, wer wohl dahinter stecken könnte und was dejenige genau damit bezwecken will, allgegenwärtig. Dazu kommt dann noch, dass es nicht einfach Nachrichten sind, in denen es um Belanglosigkeiten geht, nein, es sollen von Emilia ihre Dates nachgespielt werden.

An sich also, eine spannende, interessante Idee, wären da nicht so einige Punkte, die mich wirklich gestört haben. Zum einen wirkt Emilia extrem naiv. Anstatt, dass sie nach der ersten Meldung auf facebook direkt mit Maricos Eltern gesprochen und wäre ziemlich bald zur Polizei gegangen, aber alles das macht Emilia nicht, sondern spricht nur mit ihren zwei Freundinnen und will unbedingt selbst den Täter stellen und das auf eine sehr naive Art und Weise, zumal sie sich das gesamte Buch durch vom Täter total manipulieren lässt. Teils hat mich ihr naives Verhalten extrem auf die Palme gebracht, vor allen Dingen, in den Szenen, in denen sie beginnt wie eine Verrückte Alkohol in sich hinein zu kippen, nur, weil das Telefon das von ihr in dem SMS verlangt, aber mal ehrlich, wer trinkt wegen so etwas freiwillig in wenigen Minuten 4 Mixgetränke, wie Gin Tonic oder schafft es sich ohne Alkoholvergiftung mehr als 1 Flasche Wein, fast 2, hinunter zu stürzen? Allein das sind schon Punkte für mich, die dem Buch, vor allem, da es sich um ein Jugendbuch handelt, große Abzüge eingehandelt haben. Ich fand es unglaubwürdig und eine gute Darstellung für Personen dieses Alters bietet es auch ehrlich mal gar nicht. Ebenso ist es auch einfach so, dass ich keinen der handelnden Charaktere wirklich groß im Gedächtnis behalten hätte, weil sie sich alle sehr ähneln, nicht wirklich durch prominente Unterschiede in der Persönlichkeit hervorstechen.

Es ist zwar auch irgendwie spannend, zu lesen, was dieses Mädchen in ihrer gnadenlosen Naivität und dem vollkommen verrückten Wunsch, dass ihr toter Freund doch vielleicht wirklich hinter den Meldungen steckt, alles zu tun bereit ist und was sie dabei noch so herausfindet, aber trotzdem ist vieles für mich so extrem weit hergeholt und am Ende die Auflösung viel zu simpel gewesen, da ich den Täter schon sehr früh im Verdacht hatte, da mal wieder eine kleine Anmerkung, für einen Leser, der viele Krimis bzw. Thriller liest und relativ genau liest, einfach zu deutlich ist. Jedoch weiß ich auch, das andere mit der Auflösung deutlich weniger gerechnet hätten, es kommt wohl also wirklcih darauf an, wie viele Krimis man so liest.

Ein Buch, das sich zwar gut lesen lässt, mich aber weder von den Charakteren, noch von seiner Handlung wirklich überzeugen konnte und in einigen Aspekten auch einfach zu realitätsfremd ist. Von daher kann ich es nicht wirklich empfehlen, ich will aber auch keinem davon abraten es zu lesen.


Fazit


Donnerstag, 28. Mai 2015

Rezension ~ Aprikosensommer

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Aprikosensommer
Autor: Deniz Selek
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch
Ersterscheinung: 26. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3733500660
ISBN-13: 978-3733500665
Genre: Belletristik / Jugendbuch



Über die Autorin

Deniz Selek wurde in Hannover geboren und verbrachte ihre Kindheit in Istanbul. Schon früh begann sie Geschichten zu schreiben, die sie selbst illustrierte. Nach einigen Semestern Germanistik und Pädagogik studierte sie Innenarchitektur, und beschloss dann doch lieber Ihren Kindheitstraum vom Bücherschreiben zu verwirklichen. Als waschechte Halbtürkin liebt sie Süßes und Saures, Abendrot und Aberglauben, Kitsch und Klunker, Hut und Häkelwerk und natürlich Sommer, Sonne und Südseestrand. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Berlin.


Inhaltsangabe/Klappentext

Die berührende Suche eines Mädchens nach ihrem Vater, nach der eigenen Identität und die Geschichte einer ersten Liebe: Eve fliegt mit ihrer Mutter nach Istanbul, um ihren Vater ausfindig zu machen. Fünfzehn Jahre lang hat ihre Mutter alle Fragen nach ihm abgeblockt. Als er dann tatsächlich vor Eve steht, hat sie das Gefühl, endlich den fehlenden Teil ihrer Identität gefunden zu haben. Und dann ist da auch noch ihr Dolmetscher Sinan, in den sie sich Hals über Kopf verliebt...


Rezension/Meinung

Gleichzeitig eine leichte Geschichte, die nicht zu sehr von ihrem Inhalt heruntergedrückt wird, aber doch ein ernsteres Thema behandelt, zu schreiben, ist sicher nicht einfach und doch hat es Deniz Selek mit »Aprikosensommer« geschafft.
Wie muss es wohl für jemanden sein, wenn man nicht wirklich weiß, woher man stammt, weil einem das Wissen um einen Elternteil fehlt? Vor allen Dingen, wenn man weiß, dass die eigene Mutter einem zumindest einige Informationen gebne könnte, aber mit diesen hinter dem Berg hält! Genau diese Fragen und Empfindungen von Eve, die aus ihrer Situation resultieren, dem Leser deutlich zu machen, schafft Deniz Selek sofort. Man kann Eve vom ersten Augenblick an einfach vollkommen verstehen, denn wäre man in ihrer Situation, hätte man sich die gleichen Fragen, würde sich die gleichen Gedanken machen. Und eine ganze Zeit lang fragt man sich auch ehrlich, warum ihre Mutter ihr eigentlich nichts sagen will.

Mit der Zeit lernt man auch ein wenig zu verstehen, woher die Bedenken von Eves Mutter kommen, dass sie bisher nicht über ihren Vater sprach, auch wenn ich ehrlich gestehen muss, in Ordnung ist es nicht, denn wenigstens das, was sie mit Sicherheit wusste, hätte sie ihrer Tochter eigentlich sagen müssen. Eine andere Situation wäre es für mich, wenn man wirklich auch als Mutter nichts weiß, da es ein One-Night-Stand war, aber so ist es in diesem Fall ja nicht. Gerade aber auch Eves Gedankenspiele, ihre Furcht vor Gewissen Handlungen, als sie noch in Berlin ist, sind einfach extrem gut dargestellt, denn auch, wenn man eigentlich gern alles Wissen würde, was für einer großer Schritt muss es sein, sich an vollkommen Fremde zu wenden, um irgendwie die Antworten zu finden, die man sucht und dann, wie in ihrem speziellen Fall, eine solche Reise zu wagen.

Vor allen Dingen finde ich Eves Gefühle extrem gut dargestellt in diesem Roman und auch ihre Mutter kann man ein wenig verstehen, auch wenn ich ihr Verhalten in einigen Belangen einfach nicht gutheißen kann. Was mich ein wenig irritiert hat, ist die Tatsache, dass Eve in manchen Gedankengängen fast ein wenig zu reif für ihr Alter wirkt. Vor allem, wie sie ihre Beziehung, welche auf den ersten Seiten des Romans in die Brüche geht, im Nachhinein Beleuchtet, ist fast ein wenig zu reif. Trotzdem weißt sie eine Persönlichkeit auf, die durchaus sehr sympathisch ist, auch wenn ich sie nicht 100% stimmig finde.

Sehr schön sind auch einfach die Szenen in Istanbul, auch wenn ich über diese gar nicht so viel Schreiben mag, um nicht zu viel über den Roman zu verraten. Aber eins kann ich sagen, man kann sich die postiven Seiten dieser großen und so besonderen Stadt Istanbul danach extrem gut vorstellen, man schwebt sogar ein klein wenig in diesem Traum von Tausend und einer Nacht gepaart mit der weltoffenen westlichen Seite dieser Stadt.

Eine sehr schöne, bunte und lebhafte Geschichte, die ein ernstes Thema, irgendwie leicht erzählt, mit dem Zauber Istanbuls aufwarten kann und sich einfach toll lesen lässt.


Fazit


Mittwoch, 27. Mai 2015

Rezension ~ Tod im Misthaufen

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Tod im Misthaufen
Autor: Pfridolin Pferd
Taschenbuch: 228 Seiten
Verlag: Books on Demand
Ersterscheinung: 6. Mai 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373478896X
ISBN-13: 978-3734788963
Genre: humoristischer Kriminalroman



Über den Autor

Pfridolin Pferd: Pfridolin ist ein gutaussehender Hannoveraner, dessen größte Schwäche seine natürliche Bescheidenheit ist. Von Beruf ist er Freizeitpferd, mit Betonung auf Freizeit. Er verbringt seine Tage und Nächte in einem Reitstall mit Herdenauslaufhaltung, was ihm ganz gut gefällt. Einziger Wermutstropfen ist seine grauslig schief geschnittene Mähne, wegen der er seiner Meinung nach bisher keine Freundin hatte. Er ist bislang Deutschlands einziger Pferdeblogger (alle anderen schreiben über Pferde, hier schreibt das Pferd selbst!).
Auf https://pfridolinpferd.wordpress.com/ kann man seine Ansichten über das Leben und die sozialen Verwicklungen in seiner zwei- und vierbeinigen Umgebung nachlesen. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Eigentlich ist Pfridolin ein Freizeitpferd, das höchstens vom Gedanken an die nächste Mahlzeit oder dem Wunsch nach einem Liebesleben geplagt wird. Sein bester Kumpel Faxe hat ebenfalls die Ruhe weg. Als beide unverhofft eine Leiche finden, hat die beschauliche Zweisamkeit ein Ende. Mit einem Mal überschlagen sich die Ereignisse - die Beiden gehen auf Mörderjagd und Pfridolin hat trotz seiner abscheulich schief geschnittenen Mähne erstaunliche Erfolge beim anderen Geschlecht. Auch die Farbe Rosa, der Pfridolin als Fast-Hengst sonst eher ablehnend gegenübersteht, spielt eine wichtige Rolle bei den Ermittlungen des nicht ganz so dynamischen Duos. „Ich sehe schon, sie müssen hier durch. Die Pferde wollen nach Hause, das sieht sogar ein Blinder.“ – kleiner Seitenhieb zu dem Giftzwerg, der böse guckte, aber nicht zu widersprechen wagte. Das lag wahrscheinlich daran, dass der nette Polizist ranghöher als der Giftzwerg war. Wie bei uns in der Wallachherde halt. Wir Pferde kennen uns mit sowas aus.


Rezension/Meinung

Man will etwas mit Humor und Spannung lesen, mag zudem Pferde und Krimis, dann ist man mit diesem Buch von Pfridolin Pferd auf jeden Fall genau beim richtigen Werk gelandet.

Das vor allen Dingen geniale an diesem Buch ist, dass es aus Sicht von Pfridolin, einem Hannoveraner Wallach geschrieben ist, welcher, nachdem im Misthaufen des Hofes, auf dem Pfridolin lebt, eine Leiche gefunden wurde, den Fall schnellstmöglich aufklären will, da er einfach nicht damit zurecht kommt, dass seine Besitzerin Dana und die anderen Menschen auf dem Hof so sehr von diesem Leichenfund eingenommen sind, dass sich eigentlich gar nicht mehr ausreichend, so empfindet es Pfridolin, um die eigentlich wichtigen Dinge, gekümmer wird. Unterstützt wird Pfridolin dabei zum einen von seinem Tinker-Freund Faxe und zum anderen einigen weiteren pferdischen Bewohnern des Hofes, die ihm als Zeugen und Informationsquellen dienen. Ebenso aber ist festzustellen, dass die menschlichen Charakter und Ermittler in diesem Krimi auch nicht ganz untätig sind. Die Auflösung des Falls jedoch ist, teils etwas unerwartet, aber plausibel und vor allen Dingen hält sie noch eine gute Überraschung für einen bereit.

Dabei erfährt man in diesem Krimi jedoch auch noch so einiges über Erzähler Pfridolin, sein Leben, die Beziehung zu seiner Besitzerin Dana, die er nur “die Frau” nennt, sowie zu einigen anderen Pferden des Hofes, vor allem der holden Weiblichkeit, die leider nicht so sehr von Pfridolin beeindruckt ist, wie er es gern hätte. Verantwortlich ist daran übrigens die Frau, welche ihm seinen männlichen Charm durch diverse Aktionen nimmt, die sie an ihm durchführt. Allein Pfridolins Erzählweise ist göttlich und ich habe so oft mit einem Grinsen im Gesicht da gesessen. Vor allen Dingen auch Faxe ist einfach genial, wenn er sich mal wieder durch diverse Grasbüschel, Heu und anderes Fressbares von dem ablenken lässt, um das es eigentlich gerade ging. Also allein die pferdischen Charaktere sind schon genial. Und auch bei den menschlichen hatte ich meine Freude. Und auch, wenn sowohl Dana, als auch Pfridolin ab und an von den Ermittlungen etwas zu anderen privaten Themen abschwenken, passt das einfach sehr zur Geschichte. Zudem erfährt man nebenbei so einiges über Pferde, ihre Sicht der Welt und wie man sich vielleicht als Mensch besser verhalten sollte, was gerade auch für Pferdefreunde echt genial ist, aber wie ich auch denke, selbst denjenigen nicht stören sollte, der bisher nicht ganz so viel mit Pferden am Hut hatte. Auch wenn dieser Krimi natürlich vor allen Dingen gerade für Pferdefreunde genau das richtige ist.

Ein Buch mit extrem viel Humor, einem genialen Protagonisten, denn Pfridolin ist einfach nur cool, ein Pferd, das einem seine Welt erklärt und nebenbei noch einen Mord löst, wenn auch nicht so ganz ohne Hilfe und zudem einem Krimiplot, der wirklich interessant ist und mit einem Ende punkten kann, dass sehr harmonisch ist, ich so aber nie erwartet hätte. Für jeden Pferde- und Krimifreund zu empfehlen, vor allem, wenn man wie ich beides sehr gern mag!


Fazit

PS: Wer gern eine Vorstellung davon entwickeln möchte, wie sich Pfridolins Roman wohl so lesen wird, der kann sich davon ein richtig gutes Bild auf seinem Blog (oben unter "Über den Autor" gennant) machen!

Dienstag, 26. Mai 2015

Rezension ~ Böse Absichten

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Böse Absichten
Autor: Keigo Higashino
Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Klett-Cotta
Ersterscheinung: 23. Mai 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 360898027X
ISBN-13: 978-3608980271
Originaltitel: Akui
Genre: Krimi



Über den Autor

Keigo Higashino, wurde 1958 in Osaka, Japan, geboren. Nach seinem Ingenieurs-Studium begann der Kapitän einer Bogenschützenmannschaft Kriminalromane zu schreiben. Viele seiner Kriminalromane wurden für Kino und Fernsehen adaptiert und mit Preisen ausgezeichnet. Sein größter Erfolg war »Verdächtige Geliebte«, das sich in seiner Heimat mehr als zwei Millionen Mal verkauft hat. Er lebt zurückgezogen in Tokio.


Inhaltsangabe/Klappentext

Am Tatort erkennt Kommissar Kyochiro Kaga den besten Freund des Ermordeten wieder. Vor vielen Jahren unterrichteten er und Nonoguchi gemeinsam an einer öffentlichen Schule. Kaga ging in den Polizeidienst, während Nonoguchi den Lehrerberuf an den Nagel hängte, um sich mit mäßigem Erfolg dem Schreiben zu widmen. Im Laufe der Ermittlungen findet Kaga Hinweise, dass die Beziehung der beiden Schriftsteller alles andere als freundschaftlich war. Doch die eigentliche Frage ist nicht wer oder wie, sondern warum. Wenn Kaga kein Motiv für den Mord nachweisen kann, wird die Wahrheit nie ans Licht kommen. In einem brillanten Katz-und-Maus-Spiel kämpfen der Kommissar und der Killer um die Vergangenheit und den tatsächlichen Tathergang.


Rezension/Meinung

Bisher habe ich noch kein Buch eines japanischen Autors gelesen, das kein Manga war, trotzdem muss ich gestehen, hat dieses Buch wirklich genau das, was ich als Stil irgendwie typisch japanisch empfinde, ebenso auch, wie viele der verwendeten japanischen Namen mir schon bekannt waren. Bisher kannte ich wirklich als japanische Krimis nur die Detektiv Conan Mangareihe und trotzdem, irgendwie hat mich dieser ganz normale Krimi durchaus ein wenig auch an diese erinnert, vor allen Dingen auch vom Aufbau und dem Schreibstil des Romans.

Ich muss sogar gestehen, dass ich vor allen Dingen auch den Aufbau des Roman genial gemacht finde, denn er ist vor allen Dingen aus zwei Sichten geschrieben, zum einen den Aufzeichnungen zu den Geschehnissen um den Mord herum vom Freund des Opfers Nonoguchi, der den toten Hidaka zusammen mit dessen Frau Rie findet, zum anderen den Ermittlungen des Kommissars Kaga. Man erlebt die Geschehnisse in diesen Abschnitten immer genau nach den Angaben, die man vom jeweiligen Erzähler erhält, wobei man Nonoguchis Ausführungen als schriftliche Ausarbeitung von ihm sehen muss, was die gesamte Erzählung dadurch interessant macht, dass man nie genau weiß, was alles davon stimmt. Hingegen beruhen Kagas Ausführungen auf den Tatsachen die man erlebt. Es kommt durch diesen Aufbau und so manche andere Kleinigkeit dazu, dass es extrem viele Wendungen in diesem Krimi gibt, mit denen man nicht hätte rechnen können, die aber vollkommen logisch sind und die man selbst hätte erkennen können, wenn man wirklich selbst ermitteln wollte, aber es ist alles sehr geschickt gemacht. Allein dadurch hat der Krimi was geniales. Zumal ich auch einfach diesen typischen japanischen Stil, dieses etwas trockene, sehr spezielle sehr gern habe. Grundsätzlich ist dieses Gefühl, dieser Eindruck, aber sehr schwer zu beschreiben. Letztendlich bin ich aber sehr beeindruckt gewesen, wie sich die Tat letztendlich aufklärt, denn darauf wäre ich zunächst nun wirklich nicht gekommen, aber es ist wirklich alles sehr logisch aufgebaut.

Dabei sind Nonoguchi und Kaga, sowie selbst das Opfer Hidaka sehr interessante Charaktere, zu denen sich teils die eigene Einstellung von Abschnitt zu Abschnitt etwas verändert. Zumindest bei Nonoguchi und Hidaka. Allein schon aus dem Grund dass die einzelnen Protagonisten die Beziehung von Nonoguchi und Hidaka zueinander immer wieder ein wenig anderes erleben lassen, man dadurch immer wieder ein bisschen von sein Sympathien schwankt. Einfach ein verdammt geniales Vorgehen.

Etwas irritierend war für mich zunächst, dass Computer in diesem Roman so dargestellt wurden, als wären sie etwas noch relativ Besonders, was mich ehrlich etwas irritiert hat, denn Japan ist ja nun eher ein moderneres Land. Jedoch hat dann ein Blick auf das Ersterscheinungsjahr in Japan schnell Aufluss geliefert, denn auch wenn das Buch erst 2015 in Deutschland erscheint, erschien es schon 2001 in Japan, von daher muss man sich nicht wundern, dass die Einstellungen zu Handys und Computern noch etwas andere sind, als heute bei uns. Das tut dem Krimi jedoch keinen Abbruch, macht ihn vielleicht sogar noch ein bisschen interessanter.

Alles in allem ein sehr ungewöhnlicher Krimi, den ich aber nur empfehlen kann, vor allen Dingen, wenn man den typisch japanischen Stil für Krimis gern mag oder mal etwas ungewöhnlicheres lesen will.


Fazit


Freitag, 22. Mai 2015

Rezension ~ Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich
Autor: Shelly King
Broschiert: 336 Seiten
Verlag: Kindler
Ersterscheinung: 27. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 346340656X
ISBN-13: 978-3463406565
Originaltitel: The Moment of Everything
Genre: Belletristik



Über die Autorin

Shelly King hat ihre Heimat in den Südstaaten verlassen und ist rechtzeitig zum Internet-Boom ins Silicon Valley gezogen. Dort arbeitet sie in der Social Media-Abteilung einer größeren Softwarefirma. Ihre Geschichten wurden bereits in mehreren Zeitschriften veröffentlicht. Sie lebt zusammen mit ihrem Ehemann in den Santa Cruz Mountains. »Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich« ist ihr erster Roman. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Ein hinreißendes Debut für alle Buchliebhaber!

Maggie hat gerade ihren hochdotierten Job in einem kalifornischen Internet-Startup verloren und findet Trost im Dragonfly Books , einem verstaubten Antiquariat um die Ecke. Statt auf Jobsuche zu gehen, liest sie eine Schmonzette nach der anderen, freundet sich mit dem schrulligen Besitzer des Dragonfly an und lernt nebenbei den geheimnisvollen Fahrradfreak Rahjit kennen. Ihr bester Freund indessen sorgt sich um Maggies Zukunft und verschafft ihr Zutritt zum Lesezirkel einer wichtigen Managerin von Silicon Valley. D.H. Lawrences "Lady Chatterleys Lover" steht auf dem Programm. Als Maggie die uralte Ausgabe bei "Dragonfly Books" aufschlägt, entdeckt sie einen in das Buch gekritzelten Briefwechsel, der sie augenblicklich in ihren Bann zieht. Die leidenschaftlichen Botschaften zwischen zwei unbekannten Liebenden berühren sie zutiefst und öffnen ungeahnte Türen in ihrem eigenen Leben.

Ein humorvoller Feelgood-Roman für alle, die insgeheim daran glauben, dass die große Liebe durch Bücher gefunden werden kann und trotzdem in der Welt von heute leben


Rezension/Meinung

Den Titel dieses Buches kann ich nicht wirklich nachvollziehen, auch wenn in ihm ein Fahrrad durchaus eine Rolle spielt, aber entweder habe ich etwas überlesen oder ich weiß auch nicht, denn irgendwie ist mir nicht klar, wer Mr. Lawrence ist. An sich finde ich den Titel für dieses Buch eher etwas seltsam, aber davon abgesehen ist es ein besonderes Buch, ein durchaus spezielles Buch, das sowohl einiges an positiven, wie aber auch negativen Seiten hat.

Es ist nämlich ein sehr ruhiges Buch, was nicht jedem gefallen wird, denn über viele Strecken passieren zwar Dinge, aber sie sind eher sehr alltäglich, allgemein, nichts, wo man mitfiebern kann, sondern eher einfach Situationen, die man beobachtet, in denen man entspannen kann, gucken, was die Charaktere so machen, aber wo alles eher ruhig dahin plätschert. Man sollte also nicht erwarten, dass dieses Buch wirklich Aktionismus der Charaktere bietet. Es ist eher etwas verträumt und das muss man mögen. Ich persönlich fand es dabei einfach toll vom Dragonfly zu lesen, da ich Antiquariate irgendwie mag, auch wenn ich selbst immer sehr umsichtig mit meinen Büchern bin, aber solche Orte haben einfach Charme. Vor allen Dingen wirkt des Dragonfly wie ein Ort, der geliebt wird, auch wenn er nicht einer modernen, ordentlichen Welt entspricht, wie sie in den meisten heutigen Läden zu finden es. Er hat einfach etwas an sich, durch das man träumen kann. Vor allem mochte ich so manche kleine Anspielung auf bestimmte Bücher, kleine nerdige Eigenheiten der Charaktere, die einen durchaus zum Schmunzeln bringen können. Es sind aber alles eher leise Töne, die angeschlagen werden. Etwas störend fand ich fast schon die weiteren Beschreibungen der Jobs im Silicon Valley, über welche Maggie manchmal nachdenkt, denn es sind sehr IT-lastige Themen, die nicht zu den Büchern passen wollen, nicht für jeden etwas sind, der gern liest, da sie in eine gänzlich andere Richtung speziell sind.

Punkten kann das Buch durch einige seiner Charaktere, wie die gesamten Stammkunden des Dragonfly, die herrliche kleine Macken haben und vor allen Dingen auch Hugo, den Besitzer des Ladens und Jason, seinen Angestellten, mit dem Maggie sich öfters in die Quere kommt. Ihre Art ist einfach sehr besonders beschrieben und ich mochte diese beiden Charaktere sehr gern. Hugo ist mir sogar deutlich mehr ans Herz gewachsen als Maggie, die ich zwar in ihrer Bücherliebe sehr mochte, die aber sonst teils sehr merkwürdige Ansichten zu sich, der Welt und dem Leben hat. Ebenso war Rahjit zwar ein interessanter Charakter, aber keiner, der mich umgehauen hätte, so wie andere. Es ist aber spannend zu erleben, wie sich die Meinungen voneinander und die Beziehungen zwischen den Charakteren langsam entwickeln, denn viel mehr kann man über lange Strecken in diesem Buch nicht großartig beobachten. Bis zu zwei Wendungen, die noch einmal etwas Spannung in die Geschichte bringen und ohne die ich es auch deutlich negativer hätte bewerten müssen, da es dann zu ruhig gewesen wäre. Manche Wendung ist zwar schmerzhaft gewesen, aber sie waren einfach sehr stimmig und ich mag das Ende, auch wenn es knapp an zu viel rosarotem Zuckerguss vorbeigeschrammt ist.

Ein besonderes, da ruhiges Buch, mit teils interessanten Charakteren, dass Spaß macht beim Lesen, da es irgendwie entspannend ist, man zur Ruhe kommen kann, von dem man aber keine großen Spannungen erwarten sollte, und weniger, wie ich finde eine Liebesgeschichte zwischen Menschen, als eine, bei der es um die Entdeckung des eigenen Lebenswegs geht, dass man sich treu bleiben sollte, wenn man einmal gelernt hat, was einem im Leben wirklich glücklich macht. 


Fazit


Mittwoch, 20. Mai 2015

Rezension ~ Schmerz

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Schmerz
Autor: Lisa Gardner
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: rororo
Ersterscheinung: 24. April 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499269244
ISBN-13: 978-3499269240
Originaltitel: Fear Nothing
Genre: Thriller
Reihe: D.D. Warren
Band: VII


Über die Autorin

Bestsellerautorin Lisa Gardner lebt mit ihrer Familie und zwei Hunden in New England/USA, wo sie an ihrem neuen Buch arbeitet. Gardner ist eine der erfolgreichsten Thrillerautoren Amerikas


Inhaltsangabe/Klappentext

Ich war drei, als meine Schwester entdeckte, was das Besondere an mir ist. Aufgrund einer genetischen Störung bin ich außerstande, Schmerz zu empfinden. Meine Schwester Shana ist eine verurteilte Mörderin, die tötet, seit sie vierzehn ist. Unser Vater ist Harry Day, der legendäre Serienmörder, der ganz Amerika in Atem hielt. Er ist nun schon seit vierzig Jahren tot, aber dieser "Rosen-Killer" weiß Dinge über ihn, die er eigentlich nicht wissen dürfte. Meine Schwester sagt, sie ist die Einzige, die ihn stoppen kann. 

Auf dem Bett eine tote Frau. Auf dem Nachttisch Champagner und eine langstielige rote Rose. Als Detective D.D. Warren den Tatort inspizieren will, geht plötzlich das Licht aus. Dielenböden knarren, fremder Atem an ihrem Ohr ... Später heißt es, aus ihrer Pistole seien drei Schüsse abgefeuert worden. D.D. selbst ist schwer verletzt. Sechs Wochen später schlägt der "Rosen-Killer" wieder zu. Ohne eine Spur zu hinterlassen. D.D. Warren versucht verzweifelt, sich an Details jener Nacht zu erinnern, doch es gelingt ihr nicht. Dafür erinnert sich der Mörder umso besser ...


Rezension/Meinung

Ich bin eigentlich kein konstanter Leser der D.D. Warren Reihe und kannte bisher auch nur einen Teil dieser. Trotzdem war mir bewusst, dass es sich um den Band einer Reihe handelt, man vom Drumherum der Ermittlerin also durchaus auch damit rechnen muss, dass einiges an Wissen schon vorhanden ist, wie diverse Beziehungsgeflechte aussehen und entstanden sind, die Charaktere einfach schon ein wenig kennt. Jedoch ist es leider so, dass mir D.D. von ihrem Verhalten her in diesem Band einfach sehr fremd geblieben ist. Einige ihrer Entscheidungen konnte ich gar nicht nachvollziehen und vor allen Dingen auch ihren Umgang mit ihren Schmerzen und wie intensiv teilweise über diese gesprochen wurde, fand ich eher etwas ungeschickt, bis langatmig, auch wenn es zu Beginn noch interessant war. Leider zogen sich diese Beschreibungen dann doch sehr, was ich etwas anstrengend empfand.

Bei den weiteren Charakteren in diesem Buch ist es zudem so, dass sie wieder sehr speziell sind, was mir schon beim mir bisher bekannten Band der Reihe aufgefallen ist. Allerdings scheint es mir in diesem Band hier etwas arg übertrieben in manchen Belangen, zwei Schwestern, die eine, Shana, eine brutale Mörderin, die schon im zarten Alter von vier Jahren zu gewalttätigem Verhalten neigte und im Gefängnis sitzt, die andere, Adeline, schmerzunempfindlich, Schmerztherapeutin und noch rechtzeitig, durch seinen Freitod, aus der Schusslinie des mordenden und extrem gewalttätigen Vaters gekommen, der ein bekannter Serientäter ist. Alles in allem also gleich zwei Personen mit extrem üblem Hintergrund, seltsamem Verhalten bei beiden Schwestern und ziemlich viel Müll, den sie scheinbar mit sich herumschleppen. Dazu ein Täter, der seine Morde an die des Vaters der beiden anlehnt. An sich durchaus ein spannender Ansatz, auch wenn ich das Verhalten beider Schwestern zueinander, vor allen Dingen auch im Verlauf des Romans nicht besonders glaubhaft fand, es ging einiges einfach zu schnell, wollte nicht ganz mit dem zusammen passen, was man schon von den ersten Seiten her wusste. Interessant sind jedoch auf jeden Fall die Beschreibungen rund um Adelines Schmerzunempfindlichkeit, die ich sehr interessant fand, auch wenn man sich manches, was wohl damit auch einhergehen soll, gar nicht richtig vorstellen kann.

Schade ist, dass die Geschichte, trotz durchaus interessantem Ansatz und ja eher etwas aufgebauschten Hintergründen der Teilnehmer, irgendwie nicht richtig in Schwung kommen mag. Es ist nicht so, dass sie vollkommen langweilig wäre und sie lässt sich auch gut lesen, aber irgendwie hat man immer wieder das Gefühl, dass eigentlich nicht viel passiert und vom Thrill eines Thrillers war für mich auch gar nichts zu spüren. Es fehlte einfach irgendwie die richtige Spannung, man kann die Handlung eher als interessant beschreiben, aber sie ist nicht richtig mitreißend. Zumal ich auch oft das Gefühl hatte, dass um Spannung zu erzeugen extra sehr spektakuläre Szenen eingefügt wurden, die dann eher abwegig wirkten. Ebenso ging es mir zu leicht auf den Täter zu kommen. Leider.

Ein Buch, das sich gut lesen lässt, aber definitiv nichts Besonderes ist, zumal mir keiner der Charaktere wirklich richtig sympathisch war, eher wirkten sie alle etwas eigenartig. Dazu kommt noch, dass ich das Ende als etwas seltsam empfand, es ging einfach etwas zu schnell, zu leicht, als sollte eigentlich Spannung durch Zeitdruck und Geschwindigkeit entstehen, was etwas in die Hose gegangen ist. 


Fazit


Montag, 18. Mai 2015

Rezension ~ Schnucken gucken

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Schnucken gucken
Autor: Andrea Hackenberg
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Knaur TB
Ersterscheinung: 2. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426514265
ISBN-13: 978-3426514269
Genre: Belletristik / Liebesroman



Über die Autorin

Andrea Hackenberg, Jahrgang 1973, studierte Geisteswissenschaften und arbeitete danach bei einer Tageszeitung in Lüneburg als Journalistin. Nebenbei machte sie eine Ausbildung zur Kosmetikerin, bevor sie in ihren eigentlichen Beruf zurückkehrte. In Celle und im Landkreis Gifhorn arbeitete sie zunächst als Lokal-Reporterin und wechselte dann ins Mode- und Beauty-Ressort einer Frauenzeitschrift nach Süddeutschland. Seit zwei Jahren ist sie als Redakteurin für ein Fachmagazin in Frankfurt am Main tätig.


Inhaltsangabe/Klappentext

Sie stand immer auf der Seite der Schwachen und Entrechteten. Jetzt steht sie knietief im Dispo: Billi Sander, Umweltaktivistin und frisch gefeuerte Enthüllungsreporterin, landet da, wo sie nie wieder hinwollte: zu Hause in der Heide. Um wieder zu Geld zu kommen, heuert Billi im Feuilleton der Lokalzeitung an. Unter Laienschauspielern, Freizeit-van Goghs und korrupten Landespolitikern stellt sie schließlich fest: Die Heide ist tatsächlich eine Kulturlandschaft. Und ihr Exfreund sieht besser aus, als sie ihn in Erinnerung hatte …


Rezension/Meinung

Wer einen amüsanten Roman lesen möchte, der irgendwo auch noch ein bisschen Tiefe besitzt, vor allen Dingen mit sehr genialen Charakteren glänzen kann, zudem noch einen Teil an Spannung besitzt, die über die reine Frage “Werden sie zusammenkommen?” hinausgeht, der ist mit diesem Buch auf dem allerbesten Weg einen tollen Weggefährten für einige Lesestunden zu finden.

Ich persönlich bin einfach extrem begeistert von »Schnucken gucken«, bei dem mich nicht nur Titel und Cover begeistern, denn ehrlich mal, die Schnucke vom Cover ist doch so extrem süß, sondern auch und vor allen Dingen die Charaktere. Sowohl Protagonistin Billi, die mit ihrer sehr klaren Einstellung zum Journalismus, denn dort sollte man seinen Idealen, die bei Billi sehr ausgeprägt sind, treu bleiben, am besten niederträchtige Machenschaften aufdecken, um so oder auch mit unlauteren Mitteln, den armen und geknechteten Hilflosen zu helfen, sich oftmals in diverse Fettnäpfchen und unschöne Situationen stürzt, als auch ihre Schwester Franzi, die kleptomanisch veranlagt, aber einfach nur extrem niedlich, lieb und ein wenig aufgekratzt ist, sind einfach nur klasse. Ebenso, wie viele der anderen Charaktere, wie Antonia, Bernd, Manolo etc. Eigentlich kann ich bei keinem der Charaktere auch nur ein Wort verlieren, das ihn als negativer dastehen lässt, als er es durch sein Verhalten in der Geschichte schafft. Von daher ist das Buch allein schon durch diese bunte Mischung an teils sehr durchgeknallten Persönlichkeiten einfach genial.

Ergänzt wird alles durch eine Handlung, die einfach nur super ist, denn neben Billis Liebesleben, ihrem Neustart bei der Lokalpresse, der sie in ein Metier zum Berichten führt, welches ihr bisher sehr fremd war, da es weit ab aller Ideale ist, als auch eine Leiche und so mancher Skandal. Dabei sind manche Szenen einfach so genial, dass ich ehrlich lachend am Boden lag, da mein Kopf teilweise ehrlich durch die Beschreibungen Kapriolen schlug. Zumal alles auch einfach mit so viel Humor beschrieben wurde, die Wortwahl einfach nur zu stimmig ist, man nicht anders kann, als sein Kopfkino zu starten. Dazu die teils sehr amüsanten Reaktionen der Charaktere und das Chaos ist perfekt. Trotzdem hat das Buch aber noch einiges an ernsten Themen, die aber gekonnt verpackt sind, so dass sie nicht lächerlich wirken, aber auch nicht das am amüsanten Leseerlebnis geschmälert wird.

Ein Buch, dass ich ehrlich nur empfehlen kann, vor allem, wenn man amüsante, leichte und lockere Lesestunden vor sich haben will, mit einem bunten Strauß an Charakteren, die man so verrückt auf einem Haufen selten hat, aber irre sympathisch sind und eine paar Dingen, die man in einem solchen Roman vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte. Ich hoffe auf jeden Fall darauf, dass es eine Fortsetzung geben wird, am liebsten mit Franzi, da bei ihr noch einiges offen ist zum Ende und ich sie einfach toll finde. 


Fazit


Samstag, 16. Mai 2015

Rezension ~ Reisaren - Das Erwachen

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Reisaren - Das Erwachen
Autor: Melinda Gauss
Broschiert: 410 Seiten
Verlag: edition zweihorn
Ersterscheinung: September 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3943199177
ISBN-13: 978-3943199178
Genre: Fantasy
Reihe: Reisaren
Band: I



Über die Autorin

Melinda Gauss über sich selbst: »Fremde Welten, Fabelwesen, Magie und Zauberei - all das hat mich seit frühester Kindheit fasziniert. Schon in der Grundschule verschlang ich Fantasy-Bücher regelrecht und begann bereits, mir auch eigene, kleine Geschichten auszudenken und sie aufzuschreiben. Als ich etwa fünfzehn Jahre alt war, nahm dann eine größere Geschichte mit komplexer Handlung in meinem Kopf Gestalt an, und die Worte wollten einfach zu Papier gebracht werden, ich konnte quasi nichts dagegen tun. So enstand die Welt von "Reisaren". Der vorliegende Band, "Reisaren - Das Erwachen", ist der erste Teil einer voraussichtlich mehrteiligen Fantasy-Reihe, mehrere Folgebände sind bereits in Arbeit. Ich wurde 1993 in Chemnitz geboren. Nach der Schule absolvierte ich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr auf einem Falkenhof und studiere seit Herbst 2013 Forstwissenschaften an der TU Dresden/Tharandt. In meiner Freizeit schreibe und lese ich und mache viel Musik - mit Geige, Klavier und Schlagzeug«

 

Inhaltsangabe/Klappentext

„Und dann geschah etwas Sonderbares, das alles bisher Geschehene weit in den Schatten stellte. Das graue Gestein der Statue, ebenso grau wie der Schleier, der sie umgab, bekam plötzlich Farbe. Die Federn am Körper des Greifes wurden braun wie die Erde, seine Klauen und sein Schnabel orangegelb wie die untergehende Sonne. Seine Schwungfedern dagegen waren blau und violett wie die von tropischen Vögeln. Dann öffnete der Greif seine Augen, die die Farbe von blühenden Veilchen hatten, und warf mit einem Schlag seiner mächtigen Schwingen allen Schnee von sich, der sich während seiner Starre angesetzt hatte. Er stieß einen gellenden Ruf aus.“ Damit hätten Alina und ihr Freund Giuseppe wirklich nicht gerechnet: Eigentlich wollten sie nur dem Jungen Norgann helfen, der eines Tages verwirrt und verängstigt mitten im Wald auftaucht. Nun aber finden sie sich plötzlich in einer anderen Welt wieder, in der alle Anzeichen auf Krieg stehen – ein Krieg, der nicht nur jene fantastische und fremdartige Welt in Chaos und Gefühllosigkeit stürzen soll, sondern gleichzeitig auch die Erde und alles Leben darauf bedroht. Da entdeckt Alina, dass sie außergewöhnliche Kräfte besitzt. Soll sie sich in den gefährlichen Kampf gegen den Machthungrigen Grauen König einmischen?


Rezension/Meinung

Was man zu diesem Buch zunächst auf jeden Fall wissen sollte, man aber durchaus auch schon am Titel erkennen kann, es handelt sich um den Teil einer Reihe, genau genommen sogar den ersten Teil dieser. Von daher sollte man nicht erwarten, dass einem dieses Buch ein abgeschlossenes Ende präsentiert, da ja noch weitere Bände folgen werden. Ich muss zwar ehrlich sagen, dass mich in diesem Fall das Ende auch ein wenig überrascht hat, trotzdem ich wusste, dass es offen sein würde, aber dazu später mehr.

Zunächst will ich einmal zu den Charakteren kommen, die dieses Buch bevölkern. Zum einen erlebt man Szenen in unserer Welt, aus der auch die Protagonisten Alina und Guiseppe kommen, wie auch in Sarath Menen, einer weiteren Welt, die wir als Leser in diesem Buch kennenlernen dürfen. Sehr gefallen hat mir dabei, dass die Lebewesen Sarath Menens wirklich auch teils mal wieder etwas Besonderes waren und nicht die immer gleichen Fantasy- und Fabelwesen, die man aus jedem Buch kennt, auch wenn natürlich von diesen auch welche Sarath Menen bevölkern, wie Drachen oder Greifen. Manches dieser vollkommen neuen Geschöpfe konnte ich mir nur manchmal etwas schwerer vorstellen, auch wenn es eine sehr gute Beschreibung gab, wobei ich daher nicht recht sagen kann, wo mein Knoten im Kopf dabei genau kam. Aber allein schon die Phantasie zu haben, auf solche Wesen zu kommen, finde ich klasse.

Bei den Charakteren selbst ist es ein wenig so, dass ich Alina manches Mal nicht so ganz verstehen konnte, da sie alle Dinge, die auf sie zukommen, so unerwartet sie auch sind, so unglaublich teils, von ihr einfach hingenommen werden, als wäre das doch vollkommen normal und selbstverständlich, dass die Dinge sich so verhalten. Das war mir manchmal ein wenig zu viel des einfachen Hinnehmens. Ein bisschen mehr Skepsis und Verwunderung, die eine solche Situation meiner Meinung nach mit sich bringt, hätte eindeutig nicht geschadet, da war mir Sepp sehr lieb, der doch öfters sehr ungehalten, teils aggressiv ect. reagiert, weil er die Situation einfach nicht begreifen kann. Er reagiert zwar teils auch sehr heftig, aber ich finde es doch irgendwie verständlicher, als Alinas Reaktionen. Zudem ist mir Alina gleichzeitig ein bisschen zu naiv und lernt dafür dann aber alles so schnell, auch wenn es eigentlich irre komplex und kompliziert sein soll, ein wenig mehr Schwierigkeiten hätte ich ihr dann doch gewünscht. Ansonsten mag ich die beiden aber, auch wenn beide noch etwas reifen müssen, teils noch sehr jung wirken. Bei den anderen Charakteren jedoch muss ich sagen, haben sich Tan’hepi und vor allem auch Xarafeng, die für mich auch fast schon zu den Protagonisten zählt, schnell in mein Herz gestohlen, auch wenn ich über diese beiden hier nicht zu viel verraten will.

Die Handlung ist auf jeden Fall sehr spannend, was nur ein wenig fies ist, über die Bösen wird man in diesem Buch nur sehr wenig erfahren und muss sich noch auf weitere Teile gedulden, denn da bleibt man, wie auch die Charaktere, noch extrem im Dunklen, auch wenn immer mal Namen und Motive für ihre Taten Fallen, die vermutet werden, aber wirklich etwas Genaues erfährt man als Leser nicht. Dafür ist es aber einfach spannend Alina und Sepp auf ihrem Weg durch diese doch sehr besondere Welt zu verfolgen, zu erleben, was ihnen alles begegnet und wie sich ihre Beweggründe und Motive langsam ein wenig ändern, von dem Wunsch wieder in ihre Welt zu kommen, in die Richtung, dass sie dieser Welt, in der sie nun sind, helfen wollen. Dabei schafft es diese Welt durch ihre Magie zu bezaubern und vor allem auch, da einiges von der Autorin sehr bildhaft beschrieben ist, so dass man selbst sehr schnell in der Szene drin ist.

Auf jeden Fall ein guter Auftakt, bei dem man aber wirklich das nächste Buch lesen muss, sonst fühlt man sich ein wenig auf halbem Weg stehen gelassen.


Fazit


Donnerstag, 14. Mai 2015

Rezension ~ Die Stadt der schweigenden Berge

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Die Stadt der schweigenden Berge
Autor: Carmen Lobato
Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Knaur TB
Ersterscheinung: 2. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426514559
ISBN-13: 978-3426514559
Genre: Historischer Roman / Abenteurroman
 


Über die Autorin

Carmen Lobato ist Romanistin und leidenschaftliche Reisende. Sie ist als Dozentin tätig, was ihrer Liebe zum Reisen entgegenkommt und lebt daher mit ihrer Familie in verschiedenen europäischen Städten. Die Kultur der Hethiter (ein Volk, das im Altertum in Anatolien lebte) und das Schicksal des armenischen Volkes sind ihr ein besonderes Anliegen.


Inhaltsangabe/Klappentext

Berlin 1931: Die junge Amarna ist fasziniert von der Kultur der Hethiter und vor allem von deren alter, versunkener Hauptstadt. Sie träumt davon, selbst einmal dorthin zu fahren, und vertieft sich in die Lektüre der Schriften jener Zeit. Doch ihr Vater, ein Altorientalist, verweigert ihr die Reise, obwohl er die Leidenschaft seiner Tochter teilt. Was ist auf jener Expedition passiert, die ihn einst in die verlorene Stadt führte? Und warum spricht er nie von der Mutter, an die Armana kaum eine Erinnerung hat? Mit Hilfe ihres Freundes Paul, der Amarna schon lange liebt, gelingt es ihr schließlich, ihren Traum zu verwirklichen – der sich jedoch bald als Alptraum entpuppt.


Rezension/Meinung

Alte Kulturen haben mich schon immer sehr fasziniert, vor allen Dingen die Hochkultur des alten Ägypten. Wenn man sich Informationen über diese Kultur such, schrammt man eventuell auch mal an den Hethitern vorbei, die bis heute eine allgemein noch eher unbekanntere Hochkultur hatten, die ich aber ebenso faszinierend finde. Von daher war ich extrem gespannt auf dieses Buch, nachdem ich erfahren habe, dass es unter anderem um die Hethiter gehen würde.

Vor allen Dingen kann ich Carmen Lobato dafür loben, wie sie ihre Charaktere ausgebaut hat, ebenso, wie die Aufteilung des Romans, die ich einfach sehr gelungen finde. Vor allen Dingen auch die kleinen Rücksprünge in die Zeit der Hethiter finde ich sehr gelungen. Zum einen auch, da dort der Stil des Buches, wie die Leute sprechen etc. sich ein wenig ändert und dadurch einfach sehr gut auch zu einer so anderen Zeit passt und man zudem, noch mehr über ihre Kultur erfahren kann, als es in den anderen Abschnitten hätte sein können, da es so einfach noch spannender ist. Dazu kommt, dass der eigentlichen Handlung ehrlich an wenig fehlt, es gibt Intrigen, Romanzen, Spannung und auch durchaus einiges an Humor. Vor allen Dingen die Verständigungsschwierigkeiten zwischen Amarna und Arman sind einfach teils urkomisch, da sie sehr gern Sprichwörter und ähnliche Redewendungen nutzt, die Arman als nicht Muttersprachler doch des Öfteren etwas verwirren, was einfach zu komisch sein kann. Ich mag es auch einfach sehr gern, dass man wirklich ziemlich bis zum Ende noch einige Punkte hat, an denen man Rätseln kann, vor allen Dingen, warum es auch Amarna immer so sehr nach Hattûssa zieht, wieso aber andere Personen in ihrem Umfeld diese Gegend unter so großen Umständen meiden wollen. Dabei offenbart so mancher Charakter im Lauf des Geschehens Wesenszüge, die ich so nicht unbedingt erwartet hätte, die sie aber wirklich auch sehr vielschichtig machen.

Aber allein die Charaktere finde ich schon extrem gelungen, auch wenn ich Amarna in einigen Augenblicken echt verflucht habe, weil sie gleichzeitig so extrem naiv ist und neugierig, aber oftmals gar nicht wirklich Ahnung von der Welt zu haben scheint, da ihr Vater sie so sehr abgeschirmt hat, dass sie gar nicht versteht, wie das Leben eigentlich wirklich ist. Dabei ist es dann schön, dass ihr Arman als Gegenpart in dieser Geschichte gegenüber steht, da er einfach extrem viele Erfahrungen schon im Leben und mit der Welt machen musste und so ganz anders ist. Ein etwas dunkler Typ, den man aber einfach irgendwie mögen muss, weil einen guten Kern in ihm spürt man, so empfand ich es, den gesamten Roman über, deutlich. Dabei bin ich ehrlich immer wieder überrascht, wie liebenswürdig doch die anderen Charaktere, vor allen Dingen auch Paul, mit Amarna umgehen, da sie die Gefühle andere so oft gar nicht richtig bemerkt oder auch nur im geringsten bedenkt, aber es passt einfach zu ihr und gibt allem durchaus ein wenig Würze. Als sehr interessanten Charaktere habe ich auch Amarnas Mentor Merten empfunden, der durch die Geschichte hinweg einfach extrem viele Facetten der menschlichen Natur offenbar und bei dem ich vor allem seine Motive hinter den Taten letztendlich extrem interessant fand.

Allgemein ein Buch, das sehr viel Inhalt bietet und vielschichtig ist, sogar so weit, dass es mir schwer fällt, wirklich darüber zu schreiben, dabei das zu sagen, was ich will und nicht ausversehen doch aber etwas zu verraten, das einem das Leseerlebnis schmälern könnte. Ich kann das Buch auf jeden Fall nur empfehlen, da man etwas über eine unbekannte Kultur lernt und zudem auch noch einen extrem spannenden, gut geschrieben Roman vor sich hat. 


Fazit

 


Dienstag, 12. Mai 2015

Rezension ~ Unschuldslamm

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Unschuldslamm
Autor: Judith Arendt
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Ersterscheinung: 4. Januar 2014
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548285643
ISBN-13: 978-3548285641
Genre: Krimi
Reihe: Ruth Holländer
Band: I



Über die Autorin

Judith Arendt ist das Pseudonym einer erfolgreichen Krimi-Autorin. Sie schreibt gelegentlich Drehbücher für deutsche Fernsehserien und sieht umso lieber amerikanische. Ihre Leidenschaft gilt dem Kriminalroman, insbesondere dem skandinavischen und britischen. Judith Arendt lebt mit ihrer Familie seit einigen Jahren in der Nähe von München. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Ruth Holländer kann sich nicht beklagen: Die Scheidung ist durch, der Sohn aus dem Haus, und die 16-jährige Tochter pubertiert fast nicht mehr. Auch Ruths französisches Bistro läuft erfreulich gut. Aber dann kommt ein Bescheid vom Amtsgericht: Zu ihrem Entsetzen wird Ruth zur Schöffin berufen. Sie muss in einem Mordfall beisitzen. Schon bald hegt sie Zweifel an der Schuld des Hauptangeklagten: Hat der junge Mann wirklich seine Schwester getötet? Ruth beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Und schon nach den ersten Fragen im Umfeld des vermeintlichen Mörders wird ihr klar, dass sie mitten im gefährlichsten Abenteuer ihres Lebens gelandet ist ...


Rezension/Meinung

Mein erster Gedanke zu diesem Buch war ehrlich “Was zum Henker machen Schöffen?”, denn dieses Amt war mir zuvor eigentlich gar nicht bekannt. Das kann unter anderem damit zusammenhängen, dass ich mich nicht so sehr für die Justiz interessiere, dass ich mich freiwillig auf ein solches Amt bewerben würde, zum anderen aber auch damit, dass ich selbst auch noch nicht in diese Position gelost wurde. Auf jeden Fall aber finde ich diesen Ansatz für einen Krimi richtig gut, da es mal etwas vollkommen anderes ist und von dem Bekannten abweicht.

Allgemein führt dieser Punkt dazu, dass es sich um einen eher ruhigen Krimi handelt, da Ruth weder zu Polizei gehört, noch Detektiv oder anderes ist, man also ihr mit den Informationen hauptsächlich folgen kann, die ihr im Gericht zugetragen werden. Diese reichen Ruth zwar nicht aus und man erfährt noch deutlich mehr, was in mehreren Punkten für Spannung sorgt, da Ruth ihre Informationen sicherlich auf diesem Weg nicht einholen dürfte und man zudem weiter in verschiedenste Denkrichtungen gelenkt wird, welche mit der Anklage wenig zu tun haben. Dazu kommt außerdem, dass Ruth einfach eine sehr sympathische Person und durch ihre Tochter, die fast im gleichen Alter, wie das Opfer und auf der gleichen Schule ist, sehr nah an der Tat dran ist. Ich finde es einfach eine extrem gelungene Kombination aus Kriminalroman, der einfach spannend ist und bei dem man gute Chancen hat, sich Täter und Motiv ermitteln zu können und den familiären und eher ruhigen Informationen rund um Ruth und ihre Familie. Vor allen Dingen gefällt mir ihr Bistro auch einfach klasse.

Insgesamt finde ich auch die Charaktere sehr gut gelungen mit Ruth, die sich als Alleinerziehende geschafft hat ihr Bistro aufzubauen und durch ihre quirlige Art doch auch ein wenig konfus ist manches Mal, aber einfach irre sympathisch ist, ihren Schöffenkollegen, der durch seine altkluge Art durchaus auch mir als Leser mächtig auf die Nerven gegangen ist, aber auch Ruths Familie, ihre Kollegin und vor allem auch das Opfer und die Menschen in ihrer Umgebung haben ausreichend Persönlichkeit, dass man sie sich vorstellen, ihre Art zu handeln erkennen kann und so auch in Richtung des Mordmotivs kommen kann. Dabei muss ich ja ehrlich gesehen, dass ich auch die Beziehung von Mutter und Tochter bei Ruth sehr gut dargestellt finde, vor allem auch die kleinen, typischen Meinungsverschiedenheiten, die durch den Schöffenfall bei Ruth teils noch eine Tiefe bekommen, die ungewöhnlich ist.

Wer einmal einen etwas anderen Krimi lesen möchte und es auch mag, wenn nicht nur der Kriminalfall im Fokus steht, sondern auch etwas mehr das Privatleben der Charaktere, ist mit diesem Buch auf jeden Fall auf der richtigen Spur. 


Fazit