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Samstag, 18. Juli 2015

Rezension ~ Zurück nach Hollyhill

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Zurück nach Hollyhill
Autor: Alexandra Pilz
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Ersterscheinung: 14. April 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453534743
ISBN-13: 978-3453534742
Empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Genre: Jugendbuch / Fantasy / Zeitreiseroman
Reihe: Hollyhill
Band: I

 

Über die Autorin

Alexandra Pilz hat am gleichen Tag Geburtstag wie Jane Austen. Die Journalistin liebt England, hat eine Schwäche für komplizierte Liebesgeschichten, lebt mit Mann und Katze in München und träumt von einem Cottage in Cornwall. "Zurück nach Hollyhill" ist ihr Debütroman. Mit "Verliebt in Hollyhill" erschien 2014 der Folgeband.


Inhaltsangabe/Klappentext

Wie weit würdest du gehen, um das Geheimnis deiner Herkunft zu lüften, den Jungen deiner Träume zu bekommen und deine Freundin zu retten? Für die 17-jährige Emily werden diese Fragen plötzlich entscheidend, als sie nach dem Abitur in das geheimnisvolle Dartmoor reist, um das Dorf ihrer verstorbenen Mutter zu finden. Ein Dorf, das auf keiner Karte eingezeichnet ist. Das jedoch genau der Junge kennt, der in Emily von der ersten Sekunde an Gefühle auslöst, die irgendwo zwischen Himmel und Hölle schwanken ... Eine packende Zeitreise, die Spannung und Magie mit den Träumen und Sehnsüchten junger Leserinnen nach der ersten Liebe, Abenteuer und der Suche nach den eigenen Wurzeln verbindet.


Rezension/Meinung

Ein Jugendbuch und wie ich erst gar nicht so richtig wusste, man sollte sich vielleicht den Klappentext immer vollständig durchlesen, ein Zeitreiseroman. Ich muss gestehen, dass ich bisher eher wenige Zeitreiseromane gelesen haben, bei diesem hier das Konzept hinter den Zeitreisen und vor allen Dingen, wie sie stattfinden, bisher mitunter am besten fand. Irgendwie mochte ich die die Idee, wieso die Zeitreisen stattfinden und vor allen Dingen, wie es dazu kommt, dass man Zeitreisender wird und wie sich das vielleicht auch auf einen auswirkt.

Dazu kommt dann noch, dass ich allein die Beschreibung von Hollyhill richtig klasse finde, wie die einzelnen, sehr besonderen, auffälligen, kleinen hutzligen Cottages aus diesem Ort beschrieben werden, ist einfach toll. Ich hatte wirklich das Gefühl mir das Dörfchen sofort bildlich vorstellen zu können und zudem wirkte es auf mich so richtig urgemütlich, als wäre es schön dort zu leben. Auch wie die Umgebung Hollyhills beschrieben wird, macht es irgendwie sympathisch, versteckt im Dartmoor, umgeben von Wiesen und Weiden, mit Schafen und Pferden, dazu noch ein kleiner Fluss mit einer niedlichen Brücke. Also ein Ort, den ich zu gern einmal sehen würde. Wie auch so manches Haus in Hollyhill von innen, denn die Beschreibungen haben mir auch extrem gut gefallen, da man es sich einfach auch so super vorstellen konnte.

Was die Charaktere anbelangt, ich mag Emily irgendwie, auch wenn sie doch in manchen Szenen einfach zu naiv ist, vor allen Dingen auch bei ihrer Ankunft in Dartmoor bei der ich sehr schmunzeln musste. Ebenso ist es auch im weiteren Verlauf der Geschichte, dass man bei ihr in einigen Situationen das Gefühl bekommt, dass sie häufig nicht wirklich weit denkt. Trotzdem ist sie mir sympathisch, da sie solche Anfälle von Naivität häufig so hat, dass sie für mich als Leser eher amüsant waren und zudem nicht so geballt auftreten, dass man sie für vollkommen hilflos halten muss, wie ich es schon bei anderen Büchern hatte. Matt, den männlichen Part der Story, mag ich auch irgendwie, er ist zwar sehr stereotyp für die männliche Rolle in solchen Romanen, aber damit muss man wohl einfach rechnen. Meine beiden Lieblinge sind aber eindeutig Silly und Joe, die ebenso schräg, wie sympathisch und lustig sind. Quayle, den Antagonisten hätte ich mir ein bisschen plastischer gewünscht, auch wenn er durchaus keine vollkommen farblose Figur geblieben ist.

Bei der Handlung an sich ist es auf jeden Fall so, dass sie beim Lesen Spaß macht und auch durchaus auch mal spannend ist, ich wollte auf jeden Fall wissen, wie es weitergehen wird, was noch alles erlebt wird, wie sich am Ende diverse Zusammenhänge darstellen würden, etc. Ein einziger Punkt hat mich doch gestört, dann an einer Stelle im Roman, passiert etwas so plötzlich, dass ich erst überlegen musste, ob Emily nicht eventuell gerade nur am Träumen ist, weil ich mich extrem aus der ursprünglichen Szene herausgerissen gefühlt habe. Vollkommen unpassend ist das in dieser Szene sicher nicht, aber für mich war es erst einmal verwirrend. Dazu kommt, dass die Geschichte zwischen Matt und Emily vielleicht ein bisschen sehr klischeehaft für dieses Genre ist, und einfach wohl nicht fehlen darf und in gewisser Weise schon fast vorhersehbar ist, inklusive dem Ende, was solche Beziehungen meist nehmen, wenn es weitere Bände geben wird. Ebenso konnte ich Emilys Reaktion auf die Zeitreisegeschichte nicht wirklich greifen, da sie mir zu ruhig reagiert, aber das kann man auch mit auf die Naivitätsliste schreiben.

Ein aber allgemein sehr gelungener Zeitreiseroman, den ich sehr gern gelesen habe, da er sich auch wirklich sehr gut weg lesen lässt und ich mich unterhalten gefühlt habe. 


Fazit


Freitag, 17. Juli 2015

Rezension ~ Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen
Autor: Petra Hülsmann
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
Ersterscheinung: 18. Juni 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404172728
ISBN-13: 978-3404172726
Genre: Belletristik / Liebesroman



Über die Autorin

Petra Hülsmann wurde 1976 geboren und wuchs in einem kleinen niedersächsischen Ort auf. Ihr Studium der Germanistik und Kulturwissenschaften in Bremen beendete sie nicht, machte stattdessen eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin und arbeitet dann zehn Jahre als Sekretärin in einer Patent-und Rechtsanwaltskanzlei. Derzeit lebt sie als Autorin mit ihrem Mann in Hamburg. Ihr Debütroman "Hummeln im Herzen" erschien im Sommer 2014.


Inhaltsangabe/Klappentext

Da hat Karo sich jahrelang abgerackert, um ihr Abi nachzuholen und zu studieren, und wozu das Ganze? Statt endlich die große Karriere zu starten, ergattert sie beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Hamburg lediglich einen Job als Anstandswauwau des Star-Spielers Patrick Weidinger, der in letzter Zeit mehr Energie ins Nachtleben als ins Training steckt. Um sich im Verein zu beweisen, muss Karo einen Zugang zu Patrick finden. Dabei darf sie zwei Dinge nicht aus den Augen verlieren: ihr Ziel - und ihr Herz -

 

Rezension/Meinung

Nach “Hummeln im Herzen” habe ich schon sehnsüchtig darauf gewartet, dass es von der Autorin ein weiteres Buch geben wird und ich hatte Glück, denn so lange musste ich gar nicht warten, wie ich zunächst schon befürchtet hatte, denn es hatte ja doch seine Zeit gedauert, bis man zum ersten Mal von ihrem neuen Titel: “Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen” hörte. Eins kann ich jetzt aber sagen, das Warten hat sich gelohnt, denn dieses Buch ist mindestens genauso gut, wie das erste, wenn nicht sogar noch einen Funken besser!

Was mich ehrlich überrascht hat, ist die Tatsache, dass sich das Buch, neben der obligatorischen Liebesgeschichte, doch glatt auch ziemlich viel um Fußball und Fußballclubs dreht, denn damit hätte ich bei einem solchen, ja eher für Frauen ausgerichteten Buch, nicht gerechnet. Das Buch, kann ich jetzt aber schon alle beruhigen, die nicht so auf das Thema Fußball stehen, lässt sich aber trotzdem sehr gut lesen und es fügt sich auch der Fußball so ein, dass man als nicht so davon begeisterte Frau gut damit leben kann! Vor allem auch, weil die restliche Geschichte einfach wieder so gelungen ist. Man muss an so vielen Stellen schmunzeln, vor allem bei einer ganz bestimmten Taxifahrtsszene aus dem Buch musste ich extrem Grinsen und es ist so, dass die Charaktere einfach alle nur gelungen sind.

Vor allen Dingen Karo mochte ich echt gern, auch wenn sie manchmal doch ein wenig planlos wirkte und manchmal vielleicht gewisse Ziele ein bisschen zu hoch stellt und dann nicht mehr ganz so nett und sympathisch wirkt, weil sie einfach eigentlich ein herzensguter Mensch ist und sie einfach toll rüberkommt. Und auch Patrick Weidinger, den Fußballer, um den sich Karo kümmern muss, finde ich extrem gelungen, sowohl seine netten, als auch seine nervigen Seiten. Zumal einfach die Szenen zwischen diesen beiden wieder einmal herrlich waren, oftmals auch voller Wortwitz und mit diversen Anspielungen etc. Einfach klasse, auf solche Dialoge muss man einfach mal kommen. Einer meiner stillen Helden, was die Situationskomik im Roman anbelangt ist übrigens einer der Nebencharaktere, Pekka, Karos WG-Mitbewohner. Und auch ihre beiden anderen Mitbewohner, Steffi und Niels habe ich sehr lieb gewonnen, zumal die beiden noch eine kleine Nebenhandlung zur eigentlichen liefern.

Es ist auch, wie schon beim Vorgänger wieder so, es ist ein Buch mit herzlich wenig extremem Kitsch und auch, wenn man bei manchen Dingen schon weiß, wie sie Enden werden und bei anderen aber durchaus auch noch ziemlich überrascht wird, weil man damit nun nicht wirklich gerechnet hat, fällt es für mich doch immer noch ein wenig aus den typischen Romanen dieser Stilrichtung heraus, zum einen, weil es diesmal so viel auch um Fußball geht, zum anderen aber, weil es einfach auch damit punktet, dass es so humorvoll ist, gleichzeitig einige Dinge einfach extrem auf den Punkt trifft und ich nicht mit Kitsch überhäuft werde, und die kleine Liebesgeschichte, die es erzählt trotzdem einfach so herzig ist.

Also einfach nur ein Buch, das ich jedem, der schon die “Hummel” mochte, nur empfehlen kann und auch jedem, der gern mal eine Liebesgeschichte liest, die nicht zu kitschig ist und vor allen Dingen auch sehr gern tolle Charaktere neben den Protagonisten hat. Zumal es auch durch ein wenig Lokalkolorit punktet! 


Fazit


Donnerstag, 16. Juli 2015

Rezension ~ Goldener Schuss

Alglemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Goldener Schuss
Autor: Stefan Schweizer
Broschiert: 312 Seiten
Verlag: Gmeiner, A
Ersterscheinung: 4. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839216885
ISBN-13: 978-3839216880
Genre: Krimi



Über den Autor

Stefan Schweizer wurde in Ravensburg geboren. Kindheit und Jugend verbrachte er in Stuttgart und in Pittsburgh/USA. Bis heute unternimmt er gerne lange Reisen in fremde Länder. Nach der Promotion und dem Zweiten Staatsexamen arbeitet er seit 2004 im Bildungswesen. 2013 zog es ihn mit seiner Familie für ein weiteres Jahr in die USA. Er ist Autor von zahlreichen Monografien und Aufsätzen zu den Themen Terrorismus, Literatur und Kulturwissenschaft. Seit 2012 veröffentlicht er Kriminalromane. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Privatdetektiv Enzo Denz erhält von dem türkischen Unternehmer Mehmet Gül den Auftrag, dessen untergetauchte Tochter zu suchen. Er findet Canan in der Ravensburger Szenekneipe Räuberpistole . Aber sie ist tot! Gestorben an einem "Goldenen Schuss". Für Denz weisen alle Indizien auf Mord hin. Ein Abgrund aus Drogen- und Menschenhandel tut sich auf ..



Rezension/Meinung

Ist man auf der Suche nach einem Krimi, der einmal so ganz anders ist, vor allen Dingen auch sprachlich, und trotzdem eindeutig die Elemente eines Krimis enthält, die man sich bei diesem einfach wünscht, wie Spannung und einen interessanten Fall, ist man bei diesem Buch sicher auf dem richtigen Weg. Jedoch muss bedacht werden, dass dieser Stil nicht unbedingt jedem Leser liegt und wer es weder mag, wenn mit der Sprache und dem Stil zu viel gespielt wird und der Ermittler, sagen wir mal, ein bisschen arg individuell ist, der sollte von diesem Buch lieber die Finger lassen, denn dann wird ihm der Krimi nicht gefallen.

Man muss sich auf diesen Krimi nämlich eindeutig einlassen können. Ganz besonders stechen da die Punkte hervor, dass Enzo Denz, der Protagonist dieses Romans und privater Ermittler eher ein spezieller Typ ist. Er hat selbst nicht unbedingt etwas gegen die Einnahme von Drogen, wenn es in Maßen bleibt, trinkt durchaus ziemlich viel, läuft herum wie ein Hip Hopper und ist sicher nicht unbedingt die unauffälligste Gestalt beim Ermitteln. Dazu kommt zudem, dass man durch den Stil des Krimis seinen Gedankengängen sehr nahe kommt, so dass es häufiger dazu kommt, dass Dinge plötzlich als von unterschiedlichen Seiten beleuchtete Multiple-Choice-Auswahl präsentiert werden und man dabei dann alle Abwägungen Enzos mitbekommt, die dann zu der Wahl führen, die er trifft. Eine interessante Spielart in diesem Krimi, aber man muss sich zunächst dran gewöhnen. Ebenso spricht und denkt Enzo auch sehr häufig in Abkürzungen, ich unterstelle ihm sogar einen leichten AKÜFi, was vor allem dann etwas störend für mich war, wenn mir die Abkürzung nicht sofort klar wurde, zumal ich selbst kein so arger Freund zu vieler Abkürzungen bin. Aber wieder ein Punkt, der diesen Krimi vor allen Dingen sprachlich interessant und besonders macht.

Was jedoch glaube ich bei jedem punktet, egal, ob man Enzo nun mag und versteht und wirklich zu 100% mit dem Stil dieses Krimis mitgehen kann, ist die Handlung, der Fall, denn dieser ist wirklich gekonnt gemacht, führt einen durchaus, auch wenn man Vielleser im Krimibereich ist noch an einige Wendungen heran, die man so nicht mehr wirklich erwartet hätte, spielt vor allen Dingen auch damit, was man selbst als Leser einfach erwartet. Genau darin liegt auch für mich vor allem der positive Punkt an diesem Krimi, dass ich selbst doch auch noch ein bisschen überrascht werden konnte, wo ich schon bei vielen Krimis einfach extrem früh weiß, wie alles zusammenhängt, dass war mir hier, bis kurz vor dem Ende nicht zur Gänze klar, sondern ich hatte immer noch mehrere Optionen offen, von denen mir, ganz ehrlich gesagt, die letztendliche Lösung nicht als die erschien, die ich erwartet hätte, auch, wenn sie vollkommen logisch und stimmig ist.

Alles in allem auf jeden Fall ein lesenswerter Krimi, wenn man sich mit Enzos spezieller Art anfreunden kann, die sich auch sehr auf den Stil des Romans niederschlägt oder umgekehrt, auf jeden Fall ist er schon besonders beim Lesen und das muss man mögen, der Fall selbst punktet zumindest auf ganzer Linie.



Fazit



Mittwoch, 15. Juli 2015

Rezension ~ Zapotek und die schlafenden Hunde

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Zapotek und die schlafenden Hunde
Autor: Claudia Rusch
Broschiert: 316 Seiten
Verlag: Mare Verlag
Ersterscheinung: 10. Februar 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866482078
ISBN-13: 978-3866482074
Genre: Unterhaltungsliteratur / Krimi



Über die Autorin

Claudia Rusch, geboren 1971, wuchs auf der Insel Rügen, in der Mark Brandenburg und seit 1982 in Berlin auf. Sie studierte Germanistik und Romanistik, arbeitete sechs Jahre als Fernseh-Redakteurin und lebt als Autorin in Berlin. 2003 erschien ihr Bestseller »Meine freie deutsche Jugend«.


Inhaltsangabe/Klappentext

Kriminalhauptkommissar Henning Zapotek geht es prächtig: Der Hamburger Sommer zeigt sich von seiner besten Seite, die Arbeit hält sich in Grenzen, und selbst die Wochenendbeziehung zu seiner Jugendliebe Ulrike läuft erstaunlich gut. Seit sich die beiden dreißig Jahre nach Zapoteks Flucht aus der DDR wiederbegegnet sind, bewohnt Ulrike sein Elternhaus in dem Ostseedorf Klokenzin. Doch eines Tages erhält Zapotek überraschend Nachricht von seiner alten Bekannten Gitti, durch die er einst in Ermittlungen in seinem Heimatort verwickelt wurde. Nun wendet sie sich erneut hilfesuchend an Zapotek, weil ihr geliebter Hund entführt wurde und sie eine Million Euro Lösegeld zahlen soll. Zapotek kann ihr seine Unterstützung nicht abschlagen - nicht ahnend, dass er durch seine Nachforschungen in dieser Sache schlafende Hunde ganz anderer Art wecken und es bald mit einem Verbrechen größerer Dimension zu tun haben wird: Gitti verschwindet, und in Klokenzin geschieht ein brutaler Mord. Henning Zapotek, in seiner Freizeit segelnder, alltags Motorrad fahrender Hamburger Kommissar, ermittelt in seinem neuen Fall wieder unfreiwillig und außerdienstlich in seinem Heimatdorf vor Rügen - und wird von einem fatalen Fehler aus seiner Vergangenheit eingeholt.


Rezension/Meinung

Es ist schon der zweite Band um Henning Zapotek, aber das merkt man dem Buch nur in einigen kleinen Punkten an, vor allem wohl, weil immer wieder kleine Hinweise und Anekdoten zum ersten Fall von Zapotek gegeben werden, die man aber auch, ohne den ersten Band zu kennen, in einen Zusammenhang bringen und leicht nachvollziehen und verstehen kann. Von daher kann ich schon ganz klar sagen, den ersten Band nicht zu kennen, macht glaube ich keine großen Probleme, wenn man an diesem Buch hier Spaß haben will.

Sicherlich wichtig zu erwähnen, man sollte bei »Zapotek und die schlafenden Hunde« keinen typischen Krimi erwarten, denn auch, wenn es einige Rätsel zu lösen, Entführungen und eine Leiche gibt, ist der Fokus nicht in dem Maß auf die Ermittlungen und die Täterfindung gelegt, wie man es aus den üblichen Krimis kennt. Allgemein geht es in diesem Buch alles etwas ruhiger zu, es strahlt beim Lesen auf einen eine gewisse Gelassenheit aus. Dabei hat man zwar durchaus auch das ein oder andere Mal das Gefühl, dass Zapotek nicht unbedingt der vollkommen geeignetste Polizist ist, denkt er doch sehr starr in eine Richtung, nicht vielschichtig und vor allen Dingen aber bei der Auswahl seiner Ermittlungsrichtung extrem komplex und kompliziert. Er ist also schon ein sehr spezieller Charakter, was man auch an so kleinen Macken von ihm merkt, vor allen Dingen, was er von der ehemaligen DDR hält, aus der er gebürtig stammt und vor allen Dingen, die Erinnerungen durch Bauwerke u.ä. die es ja immer noch gibt. Manches Mal musste ich an diesen Stellen durchaus schmunzeln, da ich es sehr amüsant fand, wie sich jemand so arg über Plattenbauten erregen kann. Man erfährt einfach irre viel über die Charaktere, die teils sehr überzogen wirken, aber irgendwie noch stimmig, was, wie ich finde, eine sehr interessante Kombination ist. Vor allen Dingen fällt das bei Gitti auf, deren Hund zu Beginn des Buches entführt wird. Irgendwie muss man sie gern haben, auch wenn sie extrem naiv und vielleicht auch nicht gerade sehr klug wirkt, aber hinter der doch mehr steckt, als man teils denkt, vor allem, man merkt einfach, wie herzensgut Gitti ist.

Es handelt sich also durchaus fast eher um einen lockeren, lustigen Unterhaltungsroman, denn um einen typischen Krimi, auch wenn es einige Krimielemente gibt, die am Ende zu einem verständlichen Motiv führen und durchaus nicht an Spannung fehlen lassen, auch wenn es in manchen Fällen etwas zu schnell klar ist, was passiert sein muss, aber, genau diese Art passt einfach zu diesem Roman, weil man ihm anmerkt, dass es genauso sein soll, man soll sich angenehm, locker unterhalten fühlen, das Buch einfach so weglesen können. Es wird viel mit den Charakteren, ihren kleinen Macken etc. gespielt und vor allem auch gerade auf dieser Ebene macht das Buch richtig Spaß.


Fazit

Dienstag, 14. Juli 2015

Rezension ~ Mit Rosen bedacht

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Mit Rosen bedacht
Autor: Jennifer Benkau
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth)
Ersterscherinung: 12. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3431039154
ISBN-13: 978-3431039153
Genre: Thriller
Kaufen?!


Über die Autorin

Jennifer Benkau wurde 1980 in Solingen geboren, wo sie heute mit ihrem Ehemann, drei Kindern und zwei Katzen lebt. Benkau schreibt Bücher, weil es ihr ein Bedürfnis ist, Geschichten zu erzählen, sie aber beim Reden stottert. Zum Schreiben braucht sie Wind, laute Musik, Schokolade, Kiwis und Kaffee; aus dieser Mixtur entstehen paranormale Liebesromane, die der Autorin als Ausgleich dienen. Ihr Debütroman, "Nybbas Träume", erschien im Juni 2010


Inhaltsangabe/Klappentext

Wandas Welt bricht in sich zusammen, als ihr Verlobter kurz vor der geplanten Hochzeit einen schweren Unfall hat und ins Koma fällt. Doch was dann folgt, zieht ihr vollends den Boden unter den Füßen weg: Sie stößt auf rätselhafte Ungereimtheiten aus Karims Leben. Er scheint das Gegenteil des Mannes zu sein, den Wanda zu kennen glaubt ... Als Wanda schließlich verfolgt und bedroht wird, muss sie sich einer schrecklichen Frage stellen: Wäre Karim fähig zu einer grauenvollen Tat?


Rezension/Meinung

Jennifer Benkau, das war ein Name, der mir schon etwas sagte, aber eher aus dem Jugendbuchbereich, wie ich zugeben muss. Allein aus diesem Grund war ich neugierig auf dieses Buch der Autorin, sollte es doch ein Thriller sein, der, zumindest erschien es mir nach der Beschreibung so, eindeutig für erwachsene Leser gedacht ist. Also allein aufgrund dieser Neugier, wie ihr ein solches Buch wohl gelungen ist, musste ich einfach zugreifen.

Leider kann ich jetzt sagen, hat es mir nicht geholfen, dass ich der Autorin, die ich bisher auch eher vom Namen kannte, wirklich mehr zugetan bin. Die Geschichte selbst hat für meinen Geschmack viel zu wenig Spannung, um auch nur im Ansatz als Thriller zu gelten, denn weder eine brutale Spannung á la Chris Carter wird erzeugt, noch schafft es das Buch eine eher auf psychischer Ebene liegende Spannung zu erzeugen. Es ist eher etwas langweilig, zieht sich und es passiert einfach kaum etwas. Man beginnt sogar eher sich zu wundern, wie Wanda so sein kann, sich so verhalten kann, wie sie es macht, die sie ihren Karim ja wirklich kaum zu kennen scheint, er nichts erzählt und sie es für vollkommen normal hinnimmt. Auch ihre Gedankengänge haben mich teils zur Verzweiflung gebracht. Vor allen Dingen aber die, der Wanda bevor Karim ins Koma gefallen ist, denn das Buch zeigt einem zwei zeitliche Perspektiven. Zum einen erlebt man Wandas Erkenntnisse, Ermittlungen etc. während Karim nun im Koma liegt und was sie in dieser Zeit über ihn herausfindet, zum anderen erfährt man sehr viel zu der Zeit, als Karim und Wanda sich kennenlernte und wie ihre Beziehung zueinander bis kurz vor Karims Unfall verlaufen ist. Ein an sich guter Gedanke, aber wirklich für Spannung hat die Geschichte bei mir nicht sorgen können, nicht einmal in dem Maße, wie ich es bei einem Krimi, nicht einem Thriller, erwartet hätte.

Eigentlich ist es schade, dass das Buch ist, wie es ist, denn der Ansatz der Geschichte ist auf jeden Fall super, nur plätschert sie leider so vor sich hin, alles was vielleicht Spannung erzeugen könnte, wird zu lasch behandelt, kommt teils erst sehr spät zum Ende hin auch so raus, dass man vielleicht ein bisschen das Gefühl von Spannung entwickelt, dass es aber schon zu spät ist, da man die Lösung schon kennt, weiß wie es einfach enden muss, die Motive alle schon zu klar sind. Es ist leider alles ein wenig zu vorhersehbar.  Dazu kommt auch, dass ich mit Wanda nicht so richtig warm wurde, sie und auch ihre beste Freundin und deren Spitzname mit der sie aber durchgängig angesprochen wird, Müller, haben mich etwas kirre gemacht beim Lesen, da sie mir teils sehr naiv vorkamen, aber älter wirkten, als sie sein sollten laut Text.

Allgemein eher ein Buch, das ich nicht empfehlen kann, da mir Spannung und einfach das Gefühl weiterlesen zu wollen fehlten, da es für mich langweilig war, auch wenn die Idee dahinter gut ist und ich mir vorstellen kann, dass die Autorin es eigentlich besser könnte!


Fazit


Zudem möchte ich mich ganz herzlich beim »Lübbe-Verlag«, wie auch bei »Blogg dein Buch« für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken.

Sonntag, 5. Juli 2015

Rezension ~ Das Vermächtnis der Wölfe - Zähmung

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Das Vermächtnis der Wölfe - Zähmung
Autor: Farina de Waard
Broschiert: 788 Seiten
Verlag: Fanowa Verlag
Ersterscheinung: 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3945073006
ISBN-13: 978-3945073001
Genre: Fantasy
Reihe: Das Vermächtnis der Wölfe
Band: I
Kaufen?!


Über die Autorin

Farina de Waard wurde 1991 in Freiburg geboren und wuchs bis zu ihrem 16. Lebensjahr im Markgräfler Land auf. Anschließend nahm sie die Chance wahr, ihr 11. Schuljahr in Ohio, USA zu verbringen. Nach dem dortigen High School Abschluss ging sie direkt an die Universität Freiburg, wo sie ihr Bachelorstudium in Umweltnaturwissenschaften abschloss. Sie zeichnete, malte und fotografierte schon immer gerne und mit 14 kam das Schreiben durch einen intensiven Traum hinzu. Seitdem arbeitet sie am "Vermächtnis der Wölfe" und hat im Dezember 2013 den ersten Teil der Reihe "Zähmung" im Fanowa Verlag selbst veröffentlicht. Zur Zeit lebt, arbeitet und schreibt sie in der Nähe der Plöner Seen und feilt am zweiten Teil der Reihe, Zorn, der in diesem Frühjahr erscheinen soll.


Inhaltsangabe/Klappentext

verschleppt - gefoltert - verloren

... findet Sina sich in einer fremden, von erbitterten Kriegen und Leid gezeichneten Welt. Nach ihrer Befreiung aus dem Gefängnis der Unterdrücker entdeckt sie Kräfte in sich, die nicht nur ihr eigenes Leben verändern sollen. Doch die Tyrannin Zayda macht erbarmunglos Jagd auf sie.
Als Sina endlich die Gründe für ihre Lage erfährt, ist sie bereits in Geschehnisse verwickelt, die ihr Schicksal und das der magischen Dimension Tyarul bald durch ausweglos scheinende Prüfungen zerren werden.
Zähmung. Der Debütroman von Farina de Waard und Auftakt zur Buchreihe "Das Vermächtnis der Wölfe".


Rezension/Meinung

Meist liest man ja doch irgendwie immer wieder die Bücher der großen Verlage, aber ab und an kommt es auch einmal dazu, dass einem ein Selfie in die Hände fällt, wie dieser Roman einer ist und ehrlich, man kann Schätze unter ihnen finde.

Zunächst war ich doch ein wenig skeptisch, denn Erstlingswerke mit vielen Seiten müssen nicht unbedingt gut sein, neigen sogar häufig dazu, eher zu den nicht ganz so gelungenen Erstlingen zu gehören und mit fast 800 Seiten ist dieses Buch doch sehr dick. Aber diese Befürchtung konnte sich Gott sei Dank nicht bestätigen, denn das Buch ist wirklich richtig gelungen. Vor allen Dingen, da es auch einfach eine tolle Einführung in diese Welt ist, in der es spielt, man von allem ausreichend erfährt, aber nicht gleich mit zu vielen Informationen geflutet wird und sich das Buch auch einfach die Zeit nimmt, einem sowohl die wichtigen Charaktere richtig und ausführlich näher zu bringen, wie aber auch die Geschichte voran geht. Diese Mischung in dieser Ausgewogenheit hatte ich bisher ehrlich selten. Dazu kommt außerdem, dass das Buch in seiner Art auch einfach extrem glaubhaft wirkt, denn es ist nicht wie in anderen Romanen, dass die Protagonistin alles einfach so glaub, was ihr aufgetischt wird oder ihr einfach sofort alles gelingen will, denn Sina macht Fehler, Sina ist skeptisch und genau diese Dinge haben mir an ihr richtig gut gefallen. Sie hat zwar auch ihre kleinen Fehler, aber es passt zu ihr. Sie ist manchmal zu naiv, denkt nicht immer weit genug, aber im groben und ganzen finde ich ihr Verhalten in allen Bereichen einfach stimmig, sie ist glaubwürdig. Ebenso, wie es Tyarul, samt seiner Bewohner, ist.

Sehr interessant finde ich die Art, wie die Fantasy-Aspekte eingebunden sind, denn bisher ist mir außer der Magie, welche hier sehr interessant von ihrer Art her ist und mir in ihrer Gestaltung sehr gefällt, nur wenig wirklich Bekanntes begegnet, was ich ehrlich sehr genial finde. Man merkt dieser Welt schon sehr viel Phantasie an, die die Autorin in die einbringt, was einfach einen neuen Aspekt schafft, denn im Allgemeinen sind sich doch die Erzählungen der einzelnen Genre immer wieder in vielen Punkten sehr ähnlich. Aber jede kleine Besonderheit bringt einfach etwas mit sich, was ein Buch besser machen kann und hier finde ich es einfach alles extrem stimmig.

Was man dem Roman aber eindeutig sehr anmerkt, ist die Tatsache, dass es sich sogar, trotz der vielen Seiten, um den ersten Band einer Reihe handelt, denn er ist sehr viel mit der Einführung der Charaktere, Welt und Situation beschäftigt, was er aber mit Bravour meistert, denn ich bin neugierig mehr zu erfahren, will unbedingt wissen, wie es weitergehen wird, mit den Charakteren, die ich echt gern gewonnen habe, vor allem wohl auch, da man einfach merkt, welche Mühe, selbst in Kleinigkeiten sich die Autorin gegebe hat. Verstärkt wird das Alles noch, da das Buch mit einem ehrlich fiesen Cliffhanger endet.

Ein Fantasy-Roman, dem ich jedem empfehlen kann, der gerne High Fantasy liest, denn das Buch ist ehrlich ein klasse Auftakt und ich bin schon mächtig auf den zweiten Band gespannt!


Fazit

Zudem möchte ich mich ganz herzlich beim »Fanowa Verlag«, wie auch bei »Blogg dein Buch«
für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken.